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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Ansatz zur Erschließung des Themenfeldes

Frontmatter

Ansatz zur Erschließung des Themenfeldes

Zusammenfassung
Es sind im Grunde genommen drei wesentliche Merkmale einer modernen „real-time-economy“, die die Bedeutung von sog. Ad-hoc-Krisen zunehmen lassen und die wirtschaftliche Systeme für sie anfälliger machen: die zunehmende Vernetzung, die wachsende Turbulenz sowie die steigende Konkurrenz um materielle und immaterielle Ressourcen.
Christoph Burmann, Jörg Freiling, Michael Hülsmann

Zur praktischen Relevanz von Ad-hoc-Krisen

Frontmatter

Zur praktischen Relevanz von Ad-hoc-Krisen

Zusammenfassung
Jeder gute Wissenschaftler weiß, dass sich die Güte eines Forschungsprojektes zunächst anhand von „relevance and rigor“ bemisst, d.h. der überzeugenden Darlegung der praktischen und theoretischen Relevanz des Forschungsvorhabens und einer ebenso prägnanten wie in sich stimmigen Argumentationskette. Das vorliegende Buch zum Management von Ad-hoc-Krisen ist Ausdruck zahlreicher Forschungsaktivitäten an der Universität Bremen und vielen anderen Universitäten in Deutschland und im Ausland. Deshalb müssen sich auch die hier versammelten Autoren der Beurteilung von „relevance and rigor“ ihrer Forschung zum Management von Ad-hoc-Krise stellen.
Christoph Burmann

Theoretische Grundlagen des Managements von Ad-hoc-Krisen

Frontmatter

Notwendigkeit, Aufgaben und Entwürfe eines theoretischen Fundaments von Ad-hoc-Krisen

Einige wissenschaftstheoretische Vorüberlegungen
Zusammenfassung
Audi, Deutsche Bank, Hoechst-Roussel, Odwalla, Coppenrath & Wiese, Karstadt, Rosneft, Iveco, Suzuki, EM-TV — die Vielzahl der in der ökonomische Realität vorfindbaren und großteils auch in diesem Sammelband zur Illustration verwendeten Beispiele, in denen Unternehmungen völlig unvermittelt in Situationen Existenz gefährdender Natur geraten sind, macht es leicht, Fälle aufzulisten und dadurch den Begriff „Ad-hoc-Krise“ zur Bezeichnung dieser Situationen zu bilden. Gleichzeitig verdeutlichen die Realfälle eindrucksvoll die unbestrittene praktische Relevanz solcher Phänomene in dem Sinne, dass sie als Probleme für das Handeln von Personen wahrgenommen werden.1
Jörg Freiling, Michael Welling

Ad-hoc-Krise — eine begriffliche Annäherung

Zusammenfassung
Dem Begriff der Krise kommt vielfältige, fast schon universelle Verwendung und Bedeutung zu:1 Seine inhaltliche Bestimmung reicht von der Betrachtung von Individuen (z.B. die Persönlichkeitskrise) bis hin zu organisatorischen und institutionellen Bezügen (z.B. Unternehmenskrise oder Weltwirtschaftskrise). Im 16. Jh. bezeugt, ist seit dem 18. Jh. unter Einfluss des französischen „crise“ ein allgemeiner Gebrauch des Wortes im Sinne einer entscheidenden, schwierigen Situation im deutschen Sprachraum zu beobachten. Es lässt sich auf das griechische „krísis“ zurückführen, das „Entscheidung“, „entscheidende Wendung“ bedeutet. Ein geradezu inflationärer Gebrauch2 des Terminus der Krise in der Gegenwart führt nicht zu begrifflicher und inhaltlicher Klarheit:3 Medizin, Psychologie, Rechtswissenschaften, Theologie, Geschichte, Philosophie, Politik u. a. haben jeweils ein eigenes Begriffsverständnis entwickelt und weisen dem Konstrukt der Krise ihre individuellen Inhalte zu.4 Auch im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich der Ausdruck „Krise“ etabliert, wie die zahlreichen Beispiele illustrieren, die Pohl anführt (z.B. Störungen in Betriebsprozessen, in Beziehungen zwischen Personen oder Staaten, in Versorgungsabläufen von Gesellschaften).5 Trotz dieser allgemeinen sprachlichen Verankerung „scheint eine eindeutige Begriffsbestimmung als zeitgenössisches Phänomen nicht ganz einfach zu sein“6. Deshalb bedarf es einer expliziten und kritischen Auseinandersetzung mit den bestehenden Definitionskonzepten.7
Michael Hülsmann

Ökonomische Theorie der Krise

Zusammenfassung
Die Krisenforschung ist bislang durch eine stark deskriptive Ausrichtung geprägt. Eine derartige Akzentuierung ist für ein Erfahrungsobjekt in einem noch frühen Forschungsstadium nicht nur verständlich, sondern auch sinnvoll, um z.B. terminologische Grundlagen zu schaffen oder auch erste Beobachtungszusammenhänge zu erfassen. Mit zunehmendem Erkenntnisstand ist es erforderlich, ein derartiges Stadium zu verlassen, um durch systematische, konzeptionelle und empirische Erforschung von Ursache- und Wirkungszusammenhängen die Grundlage für fundierte Handlungsempfehlungen zu schaffen. In diesem Zusammenhang stellt sich die bislang vernachlässigte Frage nach den hierzu geeigneten theoretischen Grundlagen, die nur von wenigen Autoren thematisiert worden ist.1
Jörg Freiling

Evolutionstheorie und Ad-hoc-Krise

Zusammenfassung
Ein Maß für die Verbreitung von Unternehmenskrisen ist die Zahl der Insolvenzen, laut Krystek ihre „extremste Ausprägungsform“1. Im Jahr 2003 waren 39.320 Unternehmen betroffen — 4,6% mehr als im Vorjahr2 und 37,5% mehr als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre3, der ca. 28.600 Insolvenzen betrug.4
Michael Hülsmann, Nils Schulenburg

Dynamik (und Management) von und Reaktion auf Ad-hoc-Krisen

Eine Analyse aus Sicht der Komplexitätstheorie
Zusammenfassung
Angesichts einer zunehmend diskontinuierlichen und turbulenten Entwicklung vieler Märkte, kommt der Anpassungsfähigkeit von Unternehmen auf unvorhergesehene Ereignisse eine wachsende Bedeutung zu. Nicht zuletzt die schnelle Diffusion neuer Informations- und Kommunikationstechnologien hat die Vernetzung von Märkten erhöht und damit die Unsicherheit bei der Prognose von Marktentwicklungen gesteigert. Tritt überraschend ein positives Ereignis ein, ermöglicht die Anpassungsfähigkeit die Ausschöpfung neuer Wachstums- und Ertragspotenziale. Im negativen Fall, bei unvermittelt auftretenden Ad-hoc-Krisen, sichert Anpassungsfähigkeit letztlich das Überleben des Unternehmens. In beiden Fällen basiert die Anpassung an neue Verhältnisse auf kollektiven Lernprozessen. Die Analyse und nachfolgend die Steuerung dieser Vorgänge werden im Vergleich zum Lernen eines Individuums, durch die Komplexität des Interaktionsverhaltens innerhalb eines Unternehmens erheblich erschwert. Dieses Problem wächst mit steigender Unternehmensgröße exponentiell.
Christoph Burmann

Informationsgrundlagen des Managements von Ad-hoc-Krisen

Frontmatter

Informationen und Informationsmanagement zur Verkürzung von Lags im Management von Ad-hoc-Krisen

Einige einführende Bemerkungen
Zusammenfassung
Die vorherigen Kapitel, insbesondere das Kapitel zu den begrifflichen und theoretischen Grundlagen des Managements von Ad-hoc-Krisen, haben verdeutlicht, dass „Ad-hoc-Krisen“ eine informationsbezogene Ausgangssituation besitzen: Sie treten unvermittelt auf, d.h. sie schlüpfen erst dann durch die Wahrnehmungsfilter der Unternehmung, wenn sich ihre destruktive Wirkung bereits entfaltet hat. Insofern wird die Informationssituation zum kennzeichnenden Merkmal von Ad-hoc-Krisen. Aus diesem Grunde setzen die theoretischen Zugänge, insbesondere der von Freiling gewählte marktprozesstheoretische Ansatz und die von Burmann vorgestellte komplexitätstheoretische Perspektive für die Erklärung des Entstehens von Ad-hoc-Krisen bei der Informations- bzw. Wissensbasis an, indem Erstgenannter die Informationsunvollkommenheit bzw. die Wissensunterschiede, Letztgenannter die Informationsverarbeitungsfähigkeit als zentrale Größe herausarbeitet.1 Diese Basisüberlegungen leiten gleichzeitig aber auch dazu über, dass Handlungsempfehlungen an dieser Grundlage anknüpfen müssen: Die Informationssituation darf folglich nicht missverständlich als eine exogene Größe begriffen werden.
Jörg Freiling, Michael Welling

Empirische Insolvenzforschung zur Beurteilung der Bestandsfestigkeit von Unternehmen

Zusammenfassung
Im Jahr 2003 wurde in Deutschland mit 39.700 Unternehmensinsolvenzen ein neuer Höchststand an Unternehmensinsolvenzen erreicht. Nach dem starken Anstieg im Jahr 2002 um 16,4% ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen damit erneut um 5,5% gestiegen.1 Darüber hinaus verunsichern Zusammenbrüche international tätiger Unternehmen wie Enron, Worldcom und jüngst Parmalat die Öffentlichkeit und erschüttern die Kapitalmärkte. So ist der MSCI-World-Aktienindex in der Phase dieser „großen“ Zusammenbrüche binnen zwei Monaten (23. Mai bis 23. Juli 2002) um 25,3% eingebrochen. Weltweit wurde wohl überwiegend wegen dieser Zusammenbrüche an den Kapitalmärkten ein Dollar-Vermögen in dreistelliger Milliardenhöhe vernichtet.
Jörg Baetge, Thomas Ströher

Analyse von “Weak Signals” für die Vermeidung von Ad-hoc-Krisen

Zusammenfassung
Nähert man sich dem Begriff „Ad-hoc-Krise“, so scheint im Zentrum seines Inhaltes die Unvorhersehbarkeit zu stehen. Das unmittelbare Auftreten von Ad-hoc-Krisen und ihr manifester Charakter lassen damit kaum einen Raum für deren Früherkennung. In der Tat gibt es zweifellos Ereignisse im Umfeld von Unternehmungen (und auch innerhalb ihrer Einflusssphäre), die unvorhersehbar geschehen, sofort manifest sind und unmittelbar ein hohes Bedrohungspotenzial besitzen. Die Frage stellt sich aber, ob es sich dabei tatsächlich jeweils um unvorhersehbare Ereignisse oder — jedenfalls zu einem Teil — um lediglich nicht vorhergesehene Ereignisse handelt. Vorhersehbarkeit und Unvorhersehbarkeit sind in diesem Zusammenhang Begriffe von höchster Subjektivität. Sie hängen entscheidend vom Wahrnehmungspotenzial der betroffenen Unternehmung ab. Ein solches Wahrnehmungspotenzial besteht aus geeigneten Informationsgrundlagen und -systemen, aber auch aus der grundsätzlichen Bereitschaft der Unternehmungsführung offen, ja sogar neugierig auf Diskontinuitäten zu sein, die — wie Krisen generell — auch und gerade als Chance verstanden und genutzt werden können.
Ulrich Krystek

Frühzeitige Krisenwahrnehmung durch Szenarien und anknüpfende Methoden

Zusammenfassung
Ad-hoc-Krisen wurden an anderer Stelle in diesem Buch bereits definiert.1 Anknüpfend daran sei auf ihre wesentlichen Eigenschaften hingewiesen. Ad-hoc-Krisen
  • ▩ treten plötzlich auf,
  • ▩ sind von kurzer Dauer,
  • ▩ münden häufig in einer schwerwiegenden Bedrohung eines Unternehmens und
  • ▩ können sowohl unternehmensintern als auch unternehmensextern bedingt sein.
Martin G. Möhrle, Sandra Müller

Strategisches Management von Ad-hoc-Krisen

Frontmatter

Strategisches Management von Ad-hoc-Krisen — Eine Einführung

Zusammenfassung
Es klingt zunächst wie ein Widerspruch. Ein auf langfristigen Plänen beruhendes strategisches Management einerseits und die Handhabung von plötzlich auftretenden Ad-hoc-Krisen andererseits. Dieser vermeintliche Widerspruch löst sich jedoch bei einem kurzen Blick in die Gliederung dieses Buchkapitels schnell auf: Im Folgenden stehen solche Managementhandlungen im Mittelpunkt des Interesses, die den Eintritt von Ad-hoc-Krisen entweder gänzlich verhindern oder deren negative Wirkungen eindämmen. Diese Handlungen sind langfristig angelegt und bedürfen einer in der Regel mehrjährigen Planungs- und Umsetzungsphase. Insoweit sind sie als strategische Maßnahmen zu bezeichnen.
Christoph Burmann

Nachhaltigkeit — ein Ansatz zur strategischen Prävention von Ad-hoc-Krisen?

Zusammenfassung
Der Begriff der Nachhaltigkeit wird — neben dem allgemein sprachlichen Gebrauch i.S.v. dauerhaft, was zu einer generellen Popularisierung beträgt1 — gemeinhin mit dem Leitbild intergenerativer und intragenerativer Gerechtigkeit gesellschaftlicher Entwicklungen verbunden.2 Prägend für dieses Verständnis ist der Bericht der sog. „Brundtland-Kommission“ im Jahre 1987.3 Ziel der so nach ihrer Vorsitzenden bezeichneten „World Commission on Environment and Development (WCED) “ ist es, ein Programm für die gesellschaftliche Entwicklung der Menschheit zu entwickeln, die „dauerhaft gute Lebensbedingungen für alle Bürger zu schaffen — nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in sozialer und ökologischer Hinsicht“4. Vor allem diese global-gesellschaftliche Vorstellung der Nachhaltigkeitsidee hat sich im Bewusstsein der Öffentlichkeit festgesetzt.
Michael Hülsmann

Herausforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement bei zunehmenden ökologischen Diskontinuitäten

Zusammenfassung
Das Konzept des Sustainable Development hat seit den 80er Jahren eine weltweite Anerkennung erfahren und erlangt in Politik und Managementpraxis zunehmend einen Leitbildcharakter. Wenngleich der Begriff „Sustainable Development“ bzw. Nachhaltige Entwicklung vielfach als unscharf und nebulös gekennzeichnet wird, so sind im letzten Jahrzehnt jedoch viele Bemühungen unternommen worden, diesen Leitbildgedanken operationaler zu fassen. Sowohl theoretische sowie konzeptionelle Überlegungen haben dazu beigetragen, leitbildgerechte Handlungsprinzipien und Zielformulierungen zu präzisieren. Hierbei wird immer wieder an die Ursprungsdefinition des Sustainable Development im Brundtland-Report angeknüpft: “Sustainable Development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.”1
Monika Winn, Manfred Kirchgeorg

Prävention und Eindämmung von Ad-hoc-Krisen durch ein strategisches Management von Stoffkreisläufen

Zusammenfassung
Hinsichtlich der Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen beruhen die Produktions- und Konsumprozesse in den hochindustrialisierten Ländern überwiegend auf dem Prinzip der Durchflusswirtschaft. Alle hergestellten Produkte und Verpackungsmaterialien haben eine begrenzte Lebensdauer und irgendwann werden sie zu Abfall. In der Durchflusswirtschaft werden Abfälle dadurch entsorgt, dass sie auf Deponien abgelagert werden. Für die Herstellung von neuen Produkten werden wieder Rohstoffe aus der natürlichen Umwelt entnommen. Allerdings sind die natürlichen Ressourcen auf der Erde nur begrenzt verfügbar. Auch Deponiekapazitäten stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Es wird offensichtlich, dass die Wirtschaftsweise nach dem Modell der Durchflusswirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Die Endlichkeit einer Vielzahl natürlicher Rohstoffe sowie die Belastung der natürlichen Umwelt mit Emissionen und Abfällen beinhalten strategische Risiken für nahezu alle Branchen und bedingt Krisen für Unternehmen mit rohstoffintensiven Wertschöpfungsaktivitäten, wenn keine proaktiven Problemlösungsstrategien entwickelt werden.
Manfred Kirchgeorg

Prävention und Eindämmung von Ad-hoc-Krisen durch Aufbau strategischer Flexibilität

Zusammenfassung
Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Veränderung von Märkten haben in den letzten Jahren zugenommen. Vor allem das hohe Entwicklungstempo neuer Informations- und Kommunikationstechnologien hat den Grad der Vernetzung der Volkswirtschaften erhöht und dadurch zu einer Potenzierung von Rückkopplungseffekten geführt. Dies schlägt sich in den letzten Jahren in einer erhöhten Zahl von Ad-hoc-Krisen nieder, weil die mit Rückkopplungseffekten einhergehende schlechtere Prognostizierbarkeit marktlicher und gesellschaftlicher Entwicklungstrends die Wahrscheinlichkeit des „nicht-vorbereitet-Seins“auf Unternehmensseite deutlich erhöht hat. Zur Eindämmung des Ausmaßes negativer Zielabweichungen in solchen Situationen muss das strategische Flexibilitätspotenzial eines Unternehmens erhöht werden. Auch deshalb, weil ein dauerhaft profitables Wachstum in einem von Diskontinuitäten geprägten Marktumfeld nur bei hoher strategischer Flexibilität zu erreichen ist. Vor diesem Problemhintergrund wird das Konstrukt der strategischen Flexibilität im Folgenden zunächst aus ressourcentheoretischer Perspektive konzeptualisiert und anschließend dessen Bedeutung zur Prävention und Eindämmung von Ad-hoc-Krisen aufgezeigt.
Christoph Burmann

Prävention und Eindämmung von Ad-hoc-Krisen durch strukturelle Flexibilität

Zusammenfassung
Zunächst gilt es, den Begriff der strukturellen Flexibilität zu klären, bevor im Weiteren die Möglichkeiten zur Handhabung von Ad-hoc-Krisen mittels struktureller Flexibilität erörtert werden können.
Andreas Remer, Tim Snethlage, Stephan Wygoda

Multifokales Sanierungsmanagement

Von der engpassorientierten zur mehrdimensionalen Krisenbewältigung
Zusammenfassung
In der Logik des multifokaleri Managements erklärt sieh der Unternehmens- und Sanierungserfolg nicht monokausal, sondern multikausal über eine Anwendung teilweise gegensätzlicher Forschungsdisziplinen, die sich aber entsprechend des „Multiparadigmatismus“ergänzen bzw. zumindest den intellektuellen Diskurs stimulieren. Erst seit kurzer Zeit sind Restrukturierungen und Sanierungen Gegenstand des strategischen Managements. Wenn überhaupt dominierte die finanzorientierte Perspektive, ohne dabei Sanierungen marktorientiert, wettbewerbsorientiert, ressourcenorientiert, institutionenorientiert oder verhaltensorientiert zu analysieren.1
Christoph Rasche

Strategisches Management von Ad-hoc-Krisen durch identitätsbasierte Markenführung

Zusammenfassung
Die Analyse von Ad-hoc-Krisen bei börsennotierten Unternehmen aus den letzten Jahren zeigt häufig, dass bei Krisen mit ähnlichen Ursachen (z.B. plötzlich auftretenden Problemen mit der Produktsicherheit) und einem sachlich vergleichbaren Schadensausmaß die Reaktion der Investoren an den jeweiligen Börsen höchst unterschiedlich ausfällt. In einem Teil der Fälle kommt es lediglich zu kurzfristigen und begrenzten Rückgängen des Aktienkurses, in anderen sinkt der Börsenwert der betroffenen Unternehmen ebenso drastisch wie nachhaltig. Interessanterweise sind in den jeweiligen Fällen die Kosten der Produktrückrufaktionen durchaus vergleichbar. Die Art der Lösung einer Ad-hoc-Krise kann somit das Ausmaß der Unternehmenswertvernichtung am Kapitalmarkt nicht erklären.1
Christoph Burmann

Misserfolgsanalyse in der Forschung zum strategischen Management

Zusammenfassung
Das Phänomen, dass erfolgreiche, am Markt etablierte Unternehmen in eine kritische Unternehmenslage geraten, ist im heutigen Wirtschaftsleben allgegenwärtig.1 Trotz seiner ökonomischen Bedeutung konnte das Thema Misserfolg allerdings bisher keine zentrale Stellung in der betriebswirtschaftlichen Strategieforschung einnehmen. Vielmehr bildeten hier Fragestellungen zu „exzellenten“Unternehmen2, Unternehmenserfolg oder Unternehmenswachstum den zentralen Forschungsschwerpunkt.3
Jens Leker

Operatives Management von Ad-hoc-Krisen

Frontmatter

Operatives Management von Ad-hoc-Krisen

Eine Einführung
Zusammenfassung
Management kann in strategisches und operatives Management differenziert werden. Der Unterschied zwischen beiden Arten schlägt sich nach Remer in vier Dimensionen nieder:1
  • ▩ der qualitativen (Nähe zum Systemzweck i.S.v. Ziel- oder Ausführungsplanung),
  • ▩ der quantitativen (Detaillierungsgrad, der sich in der Entscheidungskomplexität manifestiert),
  • ▩ der räumlichen (Grad der Zentralisierung von Entscheidungen) und
  • ▩ der zeitlichen Dimension (Fristigkeit der Entscheidungen).2
Michael Hülsmann, Nils Schulenburg

Dilemmata im Krisenmanagement

Zusammenfassung
Krisen können — etwa in Anlehnung an Albach 1, Müller 2 oder Krystek 3 — als dynamische Prozesse vitaler Existenzbedrohung für Systeme begriffen werden.4 Neben der ungeplanten, ungewollten, unvorhergesehen, substanziellen und temporären Gefahr des Untergangs für ein System5 sind diese Prozesse auch dadurch geprägt, dass sie eine begrenzt kontrollierbare und gestaltbare Systementwicklung repräsentieren6. Für das Management eines Unternehmens resultiert hieraus eine besondere Steuerungsproblematik, um den Verlauf der Gefährdung dominanter Systemziele — unter Zeit- und Entscheidungsdruck7 — zu kanalisieren und in einer Transformation des Systems auf ein höheres Niveau der Umweltanpassung münden zu lassen, damit das betreffende System nicht untergeht.8
Michael Hülsmann

Denken und Handeln in Krisensituationen

Zusammenfassung
Eine Krise stellt hohe Anforderungen an die menschliche Fähigkeit zu planen und zu handeln und zugleich senkt sie die Fähigkeit dafür. Doch warum?
Dietrich Dörner, Ute Rek

“Dominant Logic” als Handlungsbarriere beim Management von Ad-hoc-Krisen

Zusammenfassung
Ad-hoc-Krisen entfalten ihre destruktive Wirkung unmittelbar und stellen eine Unternehmung dadurch vor eine schwierige, nicht selten existenzbedrohende Situation.1 Die schnell wirkenden Kräfte einer Krise stehen allerdings im Gegensatz zu den Trägheitspotenzialen, die in Unternehmungen jeglicher Art in unterschiedlichster Form ihre Wirkimg entfalten. Zum Teil sind die Trägheitsmomente durch die Unternehmungsführung beeinflussbar, zum Teil entziehen sie sich jedoch einer aktiven Gestaltung.
Jörg Freiling

Interne und externe Kommunikation in Ad-hoc-Krisen

Zusammenfassung
Im Jahr 2000 wurde Coca-Cola, eine der bekanntesten Marken der Welt, gleich mehrfach „Opfer“von Ad-hoc-Krisen.1 In Frankreich tranken mehrere hundert Schulkinder „verseuchte“Coca-Cola Limonade und wurden zur Behandlung in die örtliche Krankenhäuser eingewiesen. In den folgenden Monaten wurde Coca-Cola auf Anweisung der Regierungen in vielen Ländern in tausenden von Supermärkten Europas, Afrikas und Asiens aus den Regalen verbannt, um auf diese Weise die weitere Ausbreitung von „Vergiftungen“zu verhindern, begleitet von einer ebenso umfassenden wie negativen Medienberichterstattung. Nach einigen Monaten stellte sich dann heraus, dass in einer einzigen Abfüllfabrik von Coca-Cola in Belgien geringe Mengen eines ungiftigen Reinigungsmittels in die Flaschen und Dosen geraten war. Dieses Reinigungsmittel führte zu einem ungewohnten und unangenehmen Geruch beim Öffnen der Flasche bzw. Dose. Dieser Geruch löste bei den Schulkindern in Frankreich das Gefühl aus, sie würden unter Vergiftungssymptomen leiden. Wie sich später zeigte ein reiner Placebo-Effekt.
Christoph Burmann

Investor Relations in Ad-hoc-Krisen

Zusammenfassung
Im Zentrum der wertorientierten Unternehmensführung und der daraus abgeleiteten Kommunikation mit dem Kapitalmarkt (Investor Relations) steht die Optimierung des Unternehmenswerts. Für börsennotierte Unternehmen ergibt sich der Unternehmenswert, die Marktkapitalisierung, täglich neu.
Alexander Bassen, Christine Zöllner

Gesellschaftsorientierte Kommunikation in Ad-hoc-Krisen

Zusammenfassung
Das produktive soziale System Unternehmung steht in komplexen und dynamischen Austauschbeziehungen mit Subsystemen ihrer Umwelt. Insbesondere der Stakeholder- Ansatz setzt sich mit solchen Gruppen auseinander, die Ansprüche gegenüber dem System Unternehmung formulieren und vertreten.1 Aus systemtheoretischer Sicht ist die Unternehmung als offenes Umwandlungssystem von Ressourcen zur dauerhaften Sicherung ihres Bestands und ihres Erfolgs darauf angewiesen, den Ansprüchen dieser Gruppen gerecht zu werden,2 da diese ihre Bereitschaft zur Beitragsleistung bzw. Ressourcenbereitstellung an deren Erfüllung koppeln.3 Vor dem Hintergrund der tief greifenden sozialen, ökonomischen, kulturellen und politischen Einbindung der Unternehmung in das gesellschaftliche System — etwa als strukturpolitischer Akteur4 — kommt dem Umsystem Gesellschaft hohe Bedeutung als eine zentrale Anspruchsgruppe für die Gestaltung der Umweltbeziehungen der Unternehmung zu. Nach Dyl-Lick ist die gegenwärtig zunehmende Bedeutung der Gesellschaft für das unternehmerische Handeln das Ergebnis des beschleunigten gesellschaftlichen und technologischen Wandels, der zu einer Überforderung des Staates führt und dessen mangelnde Problemlösungsfähigkeit eine zunehmende Aktivierung der Bürger und Betriebe als Betroffene auslöst.5
Michael Hülsmann, Adele Berry

Reaktive Krisenbewältigung durch Issue Management

Zusammenfassung
Am zweiten Wochenende des Jahres 2003 ereignete sich ein tragisches Unglück: In Hessen starb ein kleines Mädchen nach dem Verzehr einer Tiefkühltorte der Firma Coppenrath & Wiese. Sofort schössen die wildesten Gerüchte ins Kraut: die Torte habe bakterielle Giftstoffe enthalten. Bevor sich derlei Spekulationen als unrichtig herausstellten — das Kind war an einem zu großen Kuchenstück erstickt — geriet die Herstellerfirma unter Druck und musste über das besagte Wochenende sämtliche kurz zuvor ausgelieferten Torten wieder aus den Kühlschränken des Handels und der Verbraucher zurückfordern. Nachdem im Wochenverlauf durchgeführte chemische Untersuchungen den einwandfreien Zustand der Torte bestätigt hatten, gelang es Coppenrath & Wiese, das durch den Vorfall lädierte Verbrauchervertrauen langsam wieder herzustellen. Als hilfreich hatten sich insbesondere das entschlossene Vorgehen der Geschäftsführung sowie die über zehnjährige, enge Beziehimg zur PR-Agentur Engel & Zimmermann erwiesen.
Dietrich von der Oelsnitz

Konfliktmanagement in Ad-hoc-Krisen

Zusammenfassung
Wenn zwei oder mehr Personen oder Personengruppen unterschiedliche Ziele verfolgen, die gleiche aber knappe Ressource anstreben, oder unterschiedliche Wert-, Norm- und Glaubensvorstellungen haben, dann kann die Beziehung zwischen diesen Personen inkompatibel und inkonsistent und in Folge zum Konflikt werden. „A conflict exists whenever incompatible activities occur.“1 Konflikte von Managern und Mitarbeitern innerhalb eines Unternehmens wie auch Konflikte des Unternehmens mit Stakeholdern außerhalb des Unternehmens sind häufig als Bestandteil, Folge oder sogar als Ursache von Unternehmenskrisen im allgemeinen und Ad-hoc-Krisen im speziellen zu beobachten. Konfliktmanagement kann daher potenziell einen Beitrag zur Überwindung von Unternehmenskrisen leisten.
Alexander Nill

Die Professionalisierung des gemeinnützigen Handelns

Soziale Nachhaltigkeit als Krisenprävention
Zusammenfassung
Es wird gegenwärtig sehr viel von Seiten der Wirtschaft veröffentlicht und von der Wissenschaft diskutiert zum Themenkomplex „Soziale Verantwortung von Unternehmen“1. Dabei ist das Thema seit über 30 Jahren ein Gegenstand der Management-forschung. Warum aber ist das Thema plötzlich wieder so aktuell? Und gibt es neue strategische Konzepte für die Berücksichtigung der sozialen Verantwortung von Unternehmen?
Georg Müller-Christ

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