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16.06.2016 | Markenführung | Kolumne | Onlineartikel

Von Start-ups innovative Markenführung lernen

Autor:
Oliver Marquardt

Für Start-ups sind Marketing, Markenführung, Innovationsmanagement Führungsthemen. Im zweiten Teil seiner Kolumne erläutert Oliver Marquardt, was Mittelständler von dieser Herangehensweise lernen können. 

Im ersten Teil meiner Kolumne schrieb ich über meine Erfahrungen aus dem Mittelstand und ging der Frage nach, warum das innovative Denken oft hinter der Produktion endet. Heute möchte ich noch mehr den Fokus darauf richten, warum es lohnt, den Blick zu verbreitern und wie Sie damit als Unternehmen wertvolles Rüstzeug für die Zukunft erlangen.

Wenn ich mich mit Innovation und agilen, holistischen Denkweisen beschäftige, lande ich unweigerlich bei Start-ups. Sie sind ein perfektes Vorbild dafür, wie man heute innerhalb kürzester Zeit den Markt erobert und dabei innovativ vorgeht. 80 Prozent der Start-ups sehen zum Beispiel Innovationsmanagement, Unternehmensentwicklung und Marketing als festes Führungsthema und arbeiten mit agilen Methoden, während es im klassischen Mittelstand bis 500 Mitarbeitern nur 20 Prozent sind. Hier entsteht zunehmend ein gefährliches Vakuum. Auch weiche Themen, wie Führung und Unternehmenskultur stehen in der Wahrnehmung bei Start-ups weit oben.

Der Mensch hinter dem Kunden

Warum eigentlich? Marken rücken wieder näher an den Menschen heran und Märkte werden wieder persönlich. Der Mensch hinter dem Kunden muss gesehen werden. Start-ups haben das erkannt und agieren entsprechend. Sie nutzen die Vorteile der Vernetzung für ihre Aktivitäten in der Produktentwicklung oder dem Vertrieb. Das kann so weit gehen, dass Marketing komplett in der Strahlkraft des Produkts aufgeht und Menschen intrinsisch zu Markenbotschaftern werden, wie Tesla es zeigt.

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Ein gutes, innovatives Produkt reicht nicht mehr

Wertebasierte, innovative Markenführung ist also keine Theorie, sondern rentables Know-how für eine nachhaltige Wertsteigerung eines Unternehmens. Es bedeutet mehr, als nur innovative Produkte herzustellen. Es bedeutet auch, Technologien umfassend zu nutzen. Und es hilft dabei, ein besseres Verhältnis zu Mitarbeitern und Kunden zu erlangen, weil deren Bedürfnisse besser verstanden werden. Nachhaltiger Profit durch ganzheitliche Identifikation und Begeisterung. Das ist es, was der Mittelstand von Start-ups lernen kann. Dessen Denkweisen lassen sich folgendermaßen beschreiben:

  • Ich will was Bleibendes und Werthaltiges schaffen.
  • Ich will den Markt für mich gewinnen und für meine Kunden eine tolle, eindrucksvolle Erfahrung bereitstellen – vom ersten Kontakt, bis zum Erleben des Produkts.
  • Ich nutze die Vernetzung und sämtliche technologische Errungenschaften voll aus.
  • Ich will als innovative Marke wahrgenommen werden.

Wer sich diesen Denkweisen öffnet und sich ganzheitlich innovativ ausrichtet, der bleibt Akteur.

Mitarbeiter im Innovationsprozess mitnehmen

Doch wie werden Unternehmen ganzheitlich innovativ? Generell gilt: Nutzen Sie die Unruhe, die eine Veränderung zwangsläufig mit sich bringt, für den Change-Prozess. Geben Sie allen Verantwortlichen Deckung und Befugnis, mit sämtlichen Führungskräften und Mitarbeitern zu sprechen. Alles muss auf den Tisch. Kommunizieren Sie diese Prozesse im Unternehmen und halten Sie alle auf dem Laufenden. Niemand möchte das Gefühl haben, die Geschäftsführung hat sich "mal wieder was ausgedacht". Holen Sie alle mit ins Boot. Von oben nach unten.

Strukturiertes Vorgehen

Das Sinnvollste ist, intern einen Mitarbeiter mit dem Thema Unternehmensentwicklung (Corporate Development) zu betrauen, Ziele zu formulieren und folgende Fragen zu klären: 

  • Was wollen wir für die einzelnen Bereiche unseres Unternehmens eigentlich erreichen?
  • Wo brauchen wir Fortschritt und wie könnte der aussehen? Verwaltung, Einkauf, Produktion, Prozesse, Marketing, Vertrieb?
  • Wo liegen die Stärken und Schwächen meines Unternehmens?
  • Wo bin ich bereits innovativ und wo nicht?
  • Wo kann ich selbst Dinge verändern, wo brauche ich externe Begleitung und wer hilft dann dabei?
  • Was darf die Veränderung im Einzelnen kosten?
  • Wo bringt mir die Veränderung schnell umsetzbare Erfolge?
  • Wo wird der Return on Investment (ROI) länger dauern?

Dazu sollte der Verantwortliche Interviews führen und Daten sammeln, die wiederum zuerst in der obersten Führungsebene besprochen werden. Dann kann das Vorgehen von oben nach unten fortgeführt werden, bis man am Ende zu konkreten Maßnahmen gelangt, die wiederum vom Corporate Development überwacht werden. Wer niemanden dafür abstellen kann oder alles professionell gemacht haben möchte, der holt sich externe, strategische Unterstützung ins Haus. Für sämtliche Bereiche gibt es eine entsprechende Expertise. Das kostet zwar zunächst, bringt aber nachher oft ein Vielfaches an ROI.

Für all das sollte sich ein Inhaber oder Geschäftsführer Zeit nehmen. Diese Prozesse brauchen konzentriertes Arbeiten, innere Ruhe und gut durchdachte Entscheidungen. Es lohnt sich. Und es macht auch Spaß. Denn am Ende so eines Veränderungsprozesses steht ein sichtbar smarteres Unternehmen, das ganzheitlich innovativ agiert und sehr gut auf die hochdynamische Zukunft vorbereitet ist. 

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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Quelle:
Marken als Sinnstifter

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