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09.05.2019 | Markenführung | Im Fokus | Onlineartikel

Influencer wissen um ihren Marktwert

Autor:
Barbara Bocks

Es gibt zwar immer mehr Influencer, aber die Kooperationen werden dadurch für Unternehmen nicht günstiger. Worauf diese bei der Zusammenarbeit mit Influencern achten sollten, war eines der Themen auf der Hamburger Digitalmesse OMR 2019.

Influencer wie Bianca Claßen, die über "Bibis Beautypalace" unter anderem Schminktipps gibt oder die Hamburgerin Caro Daur sind mittlerweile ein etablierter und stark wachsender Bestandteil im Marketing-Mix vieler Marken. Und die Branche professionalisiert sich immer mehr. Daher gibt es mittlerweile auch kaum Influencer mehr, die unbezahlte Kooperationen eingehen. Das war der Tenor beim "Brand & Influencer Brunch" des Digitalunternehmens Etribes Connect am 7. Mai in Hamburg im Rahmen des OMR-Festivals 2019.

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Influencer-Marketing

Influencer-Marketing kann man als Werbung verstehen, die Konsumenten dazu motivieren soll, bestimmte Produkte, Dienstleistungen oder Marken zu bevorzugen.

Auch Mikro-Influencer mit weniger Followern kosten Firmen kaum weniger als ihre berühmteren Kollegen, da auch sie sich viel mehr über ihren Marktwert bewusst sind als noch vor Jahren. Dennoch kann sich diese Art des Marketings für Firmen lohnen. Denn gerade in sozialen Kanälen wie Instagram und Youtube hält sich eine junge Zielgruppe auf, die kaum mehr klassisches Fernsehen nutzt oder Print-Medien liest.

Influencer Marketing nicht nur nebenbei betreiben

Kirishan Selvarajah, der vor ein paar Jahren zusammen mit Nina Wegert "Grace Flowerbox" gegründet hat, setzt seit Unternehmensgründung auf die Zusammenarbeit mit Influencern. Daher gibt der Gründer der Firma, die vor allem konservierte Rosen in Hutschachteln versendet, Firmen unter anderem folgende Tipps für den Umgang mit Influencern:

  • Erfolgreiches Influencer Marketing ist nicht erfolgversprechend, wenn man es nur nebenbei betreibt. Dafür benötigen Firmen ein eigenes Team, da es zeitlich weitaus aufwendiger ist als es oftmals scheint.
  • Stories bei Instagram sind günstiger als Postings. Außerdem ist deren Erfolg leichter zu messen.
  • Bei Anfragen sollten Unternehmen auf die Betreffzeile achten. Influencer haben oft nur die Zeit, die Betreffzeilen zu scannen und konzentrieren sich dann auf die spannendsten Inhalte.
  • Instagram-Kunden kaufen meist nicht direkt. Sie kommen auch noch über andere soziale Kanäle mit dem Produkt in Kontakt, bevor sie das Produkt letztendlich kaufen.

Noch stärker ins Influencer Marketing einzusteigen, hat sich das Digital-Team des Fußballvereins Borussia Dortmund (BVB) vorgenommen. Traditionelle Marken wie Coca Cola hätten die Herausforderung, Kunden zu Fans zu machen. Das laufe laut Simon Mayr, Head of Digital beim BVB, bei dem Fußballverein genau umgekehrt. Damit Fans zu Kunden werden, müsse man allerdings behutsam vorgehen. Die emotionale Bindung sei bei der Vereinsmarke seit jeher sehr hoch. Daher achtet das Digitalteam des Vereins insbesondere darauf, Follower mit emotionalem Content zu unterhalten.

Spieler des BVB mit hoher Reichweite in sozialen Netzwerken

"Der BVB hat über den Vereins-Account in allen sozialen Netzwerken aktuell eine Reichweite von 30 Millionen Kontakten", erklärt Mayr. Die Spieler liefern nochmals 90 Millionen zusätzliche Kontakte. Allein dem Fußballer Mario Götze folgen beispielsweise auf Instagram 8,6 Millionen Personen. Das Digitalteam des Vereins nutze mitunter sowohl den Vereins-, als auch die Spieleraccounts, um über gemeinsame Kampagnen die Zielgruppe anzusprechen, so Mayr weiter. "Gerade im B2B-Bereich oder in Branchen mit komplexen Produkten und Dienstleistungen dürfte es deutlich effizienter sein, Experten aus dem Unternehmen zu Markenbotschaftern zu machen", sagt auch Springer-Autor Michael C. Schmitt in dem Buch „Quick Guide Digitale B2B-Kommunikation“ (Seite 68). Das dauere zwar länger, ist aber aus Schmitts Sicht "gar nicht so schwierig" und wirke nach außen extrem glaubwürdig.

Schwergewichte und Start-Ups auf der Messe

In den Hallen der Hamburger Digital-Messe waren neben den üblichen Schwergewichten der Digitalbranche wie Google und Facebook auch einige digitale Analyse- und Content-Management-Dienstleister vertreten.

Unter den insgesamt über 400 Ausstellern gab es aber auch einige Start-Ups, wie den gemeinnützigen Verein "Goldeimer". Das sechsköpfige Team aus dem Hamburger "Viva Con Agua"-Umfeld nutzt seine Einnahmen für den Bau von Toiletten in Entwicklungsländern.

Mehr Frauen für AI-Programmierung gesucht

Zum ersten Mal gab es bei der Digitalmesse in diesem Jahr eine Veranstaltung, die sich speziell an Frauen in Führungspositionen richtete. Die Teilnehmer gingen in dem Panel unter anderem der Frage nach, warum es in Deutschland weiterhin so wenige Frauen in Führungspositionen gibt und was dagegen hilft. Zu Gast war neben Katarina Barley, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, unter anderem auch Franziska von Lowinski, Vorstand bei der Agentur FischerAppelt. In der Diskussion hob Lowinski unter anderem hervor, wie wichtig Gleichberechtigung gerade im Hinblick auf künstliche Intelligenz sei. Diese habe einen immer stärkeren Einfluss auf das tägliche Leben und werde aktuell vor allem von männerdominierten Teams programmiert.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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Influencer Marketing

Quelle:
Quick Guide Digitale B2B-Kommunikation

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Chancen, Potenziale, Risiken, Mechanismen, strukturierter Einstieg
Quelle:
Praxiswissen Online-Marketing
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