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10.11.2015 | Marketing + Vertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Mobile Couponing als Chance für den Handel

Autor:
Anja Schüür-Langkau
2:30 Min. Lesedauer

Werbung via Smartphone liegt im Trend. Doch Werbungtreibenden sollten mobile Pushnachrichten sparsam einsetzen, einen klaren Nutzen wie beispielsweise einen Rabattcoupon bieten und auf den Datenschutz achten.

Beacons gelten als interessante Möglichkeit für Werbungtreibende, um Smartphonenutzer mit ortsbezogener Werbung zu erreichen oder Kunden direkt zum Point of Sale zu leiten. Eine Studie des mobilen Produkt-Guides Barcoo  hat nun untersucht, wie solche Pushnachrichten beim Nutzer ankommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Technologie durchaus Potenzial bietet, aber nicht zu häufig eingesetzt werden sollte, um den Nutzer nicht zu nerven.

Pushnachrichten sparsam einsetzen

So geben 42,6 Prozent der insgesamt 1.587 Umfrageteilnehmer an, dass sie sich schon von ein bis zwei Pushnachrichten pro Tag belästigt fühlen. Bei 34,3 Prozent tritt dieser Effekt erst bei drei bis vier Nachrichten pro Tag ein. „Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen unsere Erfahrungen mit Beacons-Kampagnen für unsere Kunden. Bei wenigen, gezielten Nachrichten ist die Akzeptanz und damit die Öffnungsrate recht hoch. Dafür müssen die Inhalte möglichst relevant sein und dem Verbraucher einen Nutzen bringen,“ so das Fazit von Benjamin Thym, Gründer und Geschäftsführer von Barcoo.

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Einen klaren Nutzen bringen beispielsweise Coupons mit Rabatten. Entsprechend hoch ist mit 53,1 Prozent Zustimmung das Interesse der befragten Nutzer daran. 46,7 Prozent interessieren sich für Informationen zu Produkten, die sind demnächst kaufen möchten. An dritter Stelle stehen mit 37,9 Prozent Coupons mit Produktproben. Dabei sind Rabattcoupons der Studie zufolge vor allem bei Frauen (62,8 Prozent) beliebt, Männer hingegen interessieren sich nur zu 45,6 Prozent für mobile Couponing.  

Kunden achten auf Couponwert und Datenschutz

Für Unternehmen ist das so genannte Mobile-Location-Based-Couponing  (MLBC) jedoch eine große Herausforderung. Das gilt vor allem für die Entwicklung solcher Applikationen, so die Erkenntnis von Matthias Schulten, Silvia Rudigier und Patricia Stolz. Mit einer  Coinjoint-Analyse haben die Autoren des Fachmagazins Marketing Review St. Gallen herausgefunden, dass  „deutsche Kunden bei MLBC-Applikationen besonders stark auf die Höhe des Coupons und den Datenschutz achten“. Wichtig sei den Nutzern zudem, dass sie die Kontrolle über die Zustellung des Coupons behalten, schreiben sie im Beitrag „Kundepräferenzen im Mobile-Location-Based-Couponing“.

Couponing ist jedoch nur eine mögliche Anwendung von standortbezogenen Diensten. Weitere sind beispielsweise Informationen über Preise, Warenverfügbarkeiten, Öffnungszeiten, Produkteigenschaften und –bewertungen.  Springer-Autor Gerrit Heinemann beantwortet die Frage, ob solche  Local Based Services ein „Rettungsanker für den stationären Einzelhandel" sind, positiv. „Es zeigt sich, dass Location-based-Services in der Lage sind, die Erwartungen der Kunden an stationäre Händler besser zu erfüllen.“ (Seite 66). 

Ladengeschäfte digitalisieren

Darüber hinaus sei bei vielen Konsumenten der Wunsch nach lokalen Serviceleistungen wie zum Beispiel Lieferservice, Retourenabwicklung, Reservierung oder auch die Buchung von Beratungsterminen erkennbar. Allerdings können Händler, diese Potenziale nur dann ausschöpfen, wenn Smartphones im Shop auch nutzbar sind, so Heinemann weiter. Das heißt, dass Händler ihre Ladenräume digitalisieren sollten. 

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Quelle:
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