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28.10.2013 | Marketing + Vertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Verspielt Angela Merkel den Markenkern der CDU?

Autor:
Anja Schüür-Langkau

Die NSA-Abhöraffäre erschüttert nicht nur das Vertrauen zwischen Deutschland und den USA, sondern könnte auch Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der Marke "Kanzlerin Merkel" haben. Denn die Bundesregierung nahm die millionenfache Ausspähung der Bürger zunächst auf die leichte Schulter und reagierte erst in den vergangen Tagen wirklich, als es um das Handy der Kanzlerin ging. Schadet das Messen mit zweilei Maß dem Markenkern der CDU? Ein Kommentar.

Die Empörung ist groß und das zu Recht. Der Verdacht, dass das Handy der Bundeskanzlerin Angela Merkel vom amerikanischen Militärgeheimdienst NSA abgehört wurde, scheint sich zu erhärten. Zudem breitet sich die Affäre aus. Laut des Magazins ,Der Spiegel‘ soll die NSA 35 internationale Spitzenpolitiker überwacht haben. Die Späh-Affäre hat schon jetzt dazu geführt, dass das Vertrauen zwischen Deutschland und den USA angeschlagen ist. Die Auswirkungen lassen sich jetzt sicher noch nicht abschätzen. Doch das Thema hat noch weitere Facetten. Als vor Monaten die großflächigen Abhöraktionen von Millionen von Bundesbürgern durch die Enthüllungen von Edward Snowden durch die Presse gingen, war die Aufregung in Berlin deutlich geringer und das Thema wurde von der Regierung eher kleingeredet. Doch nun trifft es die Mächtigen selbst. Und plötzlich ist die Aufregung groß.

Marken leben von ihrer Glaubwürdigkeit

Es stellt sich nun die Frage, was dieses Messen mit zweierlei Maß für die Glaubwürdigkeit der Kanzlerin bedeutet. Angela Merkel ist unbestritten der Markenkern der CDU. Und für einen Markenkern ist das Thema Vertrauen und Glaubwürdigkeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor.„Loyalität und Vertrauen entstehen indes nicht willkürlich, sondern sind das Ergebnis des Zusammenspiels verschiedener wahrgenommener Eigenschaften einer Marke. Letztlich entscheiden subjektive Uniqueness und soziale Akzeptanz über das Markenvertrauen,“ so auch Springer-Autor Ronald Focken in seinem Beitrag „Kommunikation ist entscheidend, Vertrauen ist alles“.

Wahrgenommene Uniqueness - Die GfK-Markenvertrauenspyramide

Die GfK-Markenvertrauenspyramide, zeigt die Prioritäten, die Unternehmen setzen sollten, um ihr Produkt glaubwürdig zu positionieren und um Vertrauen aufzubauen. Um die Marke „Kanzlerin Merkel“ nicht zu beschädigen, würde die Bundesregierung sicherlich gut daran tun, den Abhörskandal nicht nur aus Eigeninteresse ganz weit nach oben auf ihre Agenda zu setzen, sondern vor allem im Interesse der Bürger und Wähler. Und das bedeutet, dass Thema Datensicherheit generell deutlich gestärkt werden muss.

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