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24.05.2016 | Marketingkommunikation | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Sie Fake Shops Kontra geben

Autor:
Annette Speck
3 Min. Lesedauer

Ob Sneaker oder Edel-Küchengerät – zahlreiche Fake Shops im Internet bieten Markenprodukte zum Schnäppchenpreis an und prellen die Kunden. Das schadet auch der echten Marke. Aufklärung ist gefragt.

Kriminelle nutzen die Schnäppchenjagd von Onlineshoppern vermehrt aus. Aktuell warnt etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor betrügerischen Onlineshops, die insbesondere den Internet-Marktplatz Amazon nutzen. Die Gauner, die die Markenkunden mit besonders günstigen Preisen ködern, versprechen Warenlieferung gegen Vorkasse. Wer sich darauf einlässt, erhält aber weder den Artikel, noch sein Geld zurück. Die Verbraucherschützer monieren, dass der Internetgigant seine Kunden nicht besser vor der Gefahr warnt: "Offensichtlich fürchtet der Branchenprimus, dass eine transparente Aufklärung über die massiven Dauerattacken den Ruf seines Marktplatzes gefährdet," so das Fazit der Verbraucherzentrale.

Markenpiraten sofort anzeigen

Auch der legendäre "Küchenalleskönner" Thermomix, der regulär stolze 1.200 Euro kostet, wird von Internetbetrügern auf gefälschten Websites verbilligt angeboten. Allerdings weist Hersteller Vorwerk auf der eigenen Produktwebsite deutlich auf diverse (inzwischen inaktive) Fake Shops hin und hat Anzeige erstattet. "Juristisch sollte man, so man des Namens eines Händlers habhaft wird, sofort ein strafrechtliches und ein zivilrechtliches Verfahren (mit hohem Streitwert) einbringen", rät auch Max Burger-Scheidlin in dem Beitrag "Gefahren und Prävention von Produktfälschungen" (Seite 169). Oftmals könne zwar der Händler nicht mehr vorgeladen werden, doch werde er sich unter Umständen ein neues Produktfeld suchen.

Die Strafverfolgung bei falschen Onlineshops gestaltet sich tatsächlich schwierig, denn sie werden oft vom Ausland aus betrieben und verschwinden häufig genauso schnell wie neue hervorsprießen. Als unabhängige Informationsplattform liefert derweil das Portal "Watchlist-Internet" eine Liste von Fake Shops, um die Verbraucher zu warnen.

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Schutz vor Produktpiraterie

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Deutsche Verbraucher finden Plagiate minderwertig

Insbesondere drei Faktoren leisten Fake Shops und Markenpiraterie Vorschub: Die Globalisierung des Handels, die Anonymität des boomenden E-Commerce und die Suche der Verbraucher im Internet nach den niedrigsten Preisen. Dem Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) zufolge ist das weltweite Handelsvolumen mit Fälschungen und Plagiaten mittlerweile auf bis zu 461 Milliarden US-Dollar (408 Milliarden Euro) gestiegen. Jedoch belege eine neue Studie, dass Plagiate unter jungen Menschen einen eher schlechten Ruf hätten, so der APM. Die Bereitschaft zum Kauf von Fälschungen sei bei Deutschen europaweit mit am Niedrigsten. Als Hauptgrund sei stets die bessere Qualität der Originalprodukte genannt worden.

Um dieses Vertrauen zu erhalten, sollte es im ureigensten Interesse der Marken liegen, Öffentlichkeit und Kunden über die Betrugsversuche von Nachahmern, Fälschern und dubiosen Shops aufzuklären. Denn für die Kunden sind die Plagiate häufig kaum zu erkennen: Markenauftritte werden vom Logo über das Produkt selbst bis zur Website kopiert. Wer darauf reinfällt, reagiert verunsichert und hält künftig womöglich Distanz zur Marke.

Durchdacht kommunizieren statt wegducken

Zweifellos bergen sowohl das stille Aussitzen als auch das Thematisieren von Counterfeiting-Attacken gewisse Risiken für die Reputation einer Marke. Wie David Aaker et al. in ihrem Fachbeitrag "Marken laufen ständig Gefahr an Kundenrelevanz zu verlieren" betonen, kann ein Reputationsschaden wiederum dazu führen, dass eine Marke an Relevanz verliert.

Umso wichtiger ist eine durchdachte Kommunikationsstrategie. Die Springer-Autoren nennen zwei Ansätze, die sich eignen, der sinkenden Markenrelevanz aufgrund eines Reputationsproblems entgegenzuwirken (Seite 139):
• die Markenschwächen widerlegen, indem man sie offen anspricht
• die Diskussion auf eine andere Ebene zu verlagern 

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Lokale und internationale Verfolgungsstrategien, Bekämpfung, Risk-Management und Prävention
Quelle:
Internationales Business Development

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