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08.03.2019 | Marketingkommunikation | Im Fokus | Onlineartikel

Influencer machen Finanzdienstleister zu Social-Media-Hits

Autor:
Björn Wenzel

Komplexe Produkte, trockene Themen: Die Finanzdienstleistungsbranche gilt oft als wenig unterhaltsam. Doch nun entdecken auch Finanzdienstleister Influencer-Marketing für sich.

Den Volksbanken und Raiffeisenbanken und der Haspa gelang es mit aktuellen Influencer-Marketing-Kampagnen, die schwer erreichbare junge Zielgruppe zu aktivieren. Mit der Smartphone-Bezahlfunktion Kwitt der Volksbanken und Raiffeisenbanken können Nutzer unkompliziert Geld an Freunde überweisen. Doch die Lösung wurde zu selten genutzt. Deshalb entschied sich der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), die Bezahllösung in der VR-Banking-App durch eine entsprechende Kampagne bekannter zu machen. 110 Influencer waren zwischen August bis November 2018 unter dem Hashtag #daskannstdukwitten im Einsatz. Heimat lieferte die Idee, Lucky Shareman setzte die Kampagne um. 

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Mit im Boot waren auch die Agenturen Geno Kom und Konto Digital Media (KDM). Ziel war es, Kwitt als Angebot der Volksbanken und Raiffeisenbanken zu verankern und die Nutzung der Geldsendefunktion zu steigern. Die Idee sprach vor allem junge Leute an, weil sie actionreiche und humorvolle Aktionen mit Spenden für wohltätige Zwecke verband nach dem Motto "Challenge und Charity". Die Influencer erklärten die Bezahlfunktion Kwitt auf ihrem Kanal und kündigten eine Challenge an. Je mehr ihre Follower via Kwitt an eine spezielle Handynummer spendeten, desto schwierigere Herausforderungen nahmen die Influencer an. Flo (@flowesterm) wurde etwa von einer Ladung Wasserbomben durchnässt und Joey von Joey`s Jungle lief spärlich bekleidet durch ein Brennnesselfeld.


Über 60 Millionen Kontakte

Lucky Shareman wählte für die Kampagne 110 passende Micro-, Mid- und Macro-Influencer aus, die Reichweiten von bis zu 2,5 Millionen Followern mitbrachten und insgesamt 376 Beiträge auf Instagram, Youtube, Twitch und ihren Blogs veröffentlichten. Björn Wenzel, Geschäftsführer von Lucky Shareman, betont: "Influencer mit verschiedenen Followerschaften und Reichweiten decken die relevanten Zielgruppen sehr gut ab.“ Die Ergebnisse:

  • Die Kwitt-Kampagne erreichte über 60 Millionen Kontakte
  • 110 Beiträge der Influencer erreichten auf Instagram über 11,2 Millionen Kontakte und generierten rund 523.000 Interaktionen. Das entspricht einer Interaktionsrate von 4,7 Prozent
  • 207 Instagram-Stories erzielten 27,4 Millionen Kontakte
  • Auf Youtube veröffentlichten die Influencer 39 Videos, die knapp 22 Millionen Views erreichten und zu rund 289.000 Interaktionen anregten
  • Im Vergleich zum Vorquartal stiegen im Kampagnenzeitraum August bis November die Kwitt-Neuregistrierungen um 21 Prozent und die Zahlungen mit Kwitt um 27 Prozent.
  • Die Kampagne wurde zu einem viralen Hit – eher ungewöhnlich für ein Leistungsangebot eines Finanzdienstleisters
  • Andere Influencer reposteten die Aktion und regionale Tageszeitungen und Radiostationen interviewten die Influencer

Marktforschung belegt Werbewirkung 

Um die Werbewirkung zu belegen, wurde die Kampagne mit Marktforschung begleitet. Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Green Adz entwickelte Lucky Shareman eine Lösung, die nicht nur auf Klicks und Reichweite setzt. Mehrere Influencer luden ihre Follower vor und nach der Kampagne zu einer Befragung ein. So wurden Markenbekanntheit, Sympathie, Marken- und Produktwahrnehmung und die Aktivierung der Zielgruppen erhoben. Der Zielgruppenfit der Kampagne lag danach bei rund 80 Prozent, die Markenbekanntheit von Kwitt stieg in der befragten Followerschaft um 27 Prozent und das Markenwissen versechsfachte sich. Sandra Gärtner, Gründerin und Geschäftsführerin von Green Adz, bestätigt einen positiven Imagetransfer auf die Marke und eine rege Teilnahme an den Befragungen – nicht zuletzt deshalb, weil das Unternehmen für jede Teilnahme einen Baum an eine Umweltschutzorganisation spendet. Hier waren es 2.845 Bäume.

AzubisOnTour – mit Influencer

Auch die Hamburger Sparkasse (Haspa) fuhr gut mit einer Influencer-Marketing-Kampagne. Um potenzielle Auszubildende zwischen 17 und 23 Jahren von einer Ausbildung bei der Haspa zu überzeugen, setzte die Sparkasse im November 2018 unter dem Hashtag #AzubisOnTour Influencer für die Generation Z ein. Die Ziele: Brand Awareness und Aufmerksamkeit für den neuen Ausbildungszweig Bankkaufmann/-frau mit dem Schwerpunkt digitaler Vertrieb. Die verantwortliche Agentur Lucky Shareman engagierte den Influencer Falco Steger Aka Falcopunch, bekannt auf musical.ly/TikTok, Instagram und Youtube. Falco fuhr gemeinsam mit einem Auszubildenden und einer ausgelernten Mitarbeiterin der Haspa mit einem Fahrzeug, das den Mitarbeitern für Kundentermine zur Verfügung steht, vom Haspa Hanse Center zur Filiale 4.0 in Niendorf. Während der 24 Kilometer langen Fahrt befragte er beide Mitarbeiter zu ihrem Alltag bei der Haspa und zum neuen Ausbildungszweig. Die Fahrt wurde in Form von Instagram Stories, -Postings und in einem You-Tube-Video festgehalten. Die Aktion übertraf die prognostizierte Reichweite um 24 Prozent und generierte insgesamt 13.731 Interaktionen. Die Interaktionsrate auf Instagram lag mit 5,7 Prozent vorn. Die jungen Follower gingen auf Falcos Fragen ein und teilten ihre Zukunftspläne.


Aha-Effekt für Finanzprodukte

Stephan Arns, Referent Markenkommunikation und verantwortlich für die Mediaplanung beim BVR, zum Erfolg der Influencer-Kampagne für die Bezahlfunktion Kwitt: "Die aktuelle Kampagne für die Geldsendefunktion Kwitt zeigt, dass Influencer-Marketing auch für erklärungsbedürftige Finanzprodukte funktionieren und einen positiven Effekt auf die Wahrnehmung der Marke haben kann."

Kwitt

Kwitt (abgeleitet von "Wir sind quitt") ist die Geldsendefunktion der Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der Sparkassen. Die Lösung ist in den jeweiligen Banking-Apps der Institute nutzbar. Per eingespeicherter Handynummer können Nutzer Geld sekundenschnell über ihr Smartphone ohne IBAN an ihre Kontakte versenden. Hat sich ein Nutzer für die Funktion registriert, kann er auf dem Smartphone Geld per App an Freunde überweisen oder sich überweisen lassen. Beträge bis zu 30 Euro können ohne TAN versendet werden. Der Sender kann auf Wunsch eine persönliche Nachricht und ein Bild hinzufügen.

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