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17.03.2017 | Marketingkommunikation | Kommentar | Onlineartikel

Präsentation = Führung

Autor:
Claus von Kutzschenbach

Was hat eine Präsentation vor Kunden mit Führung zu tun. Sehr viel, meint Springer-Autor Claus von Kutzschenbach – und gibt Tipps für eine Präsentation, die ankommt.

Bei einer Veranstaltung mit Vorstand und ausgesuchten Kunden präsentierte ein Marketingmanager stolz die Ergebnisse eines Workshops. Das war sein Auftrag und den hat er erledigt. Dachte er. Falsch gedacht.

Denn die Präsentation kam bei seinem Publikum nicht an. Zu viel Fachchinesisch und unverständliche interne Abkürzungen. Die Bedeutung des Workshop-Ergebnisses für das Marketing des Unternehmens blieb unklar.

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Zudem: Blickkontakt hatte der Präsentierende allenfalls mit seinem direkten Vorgesetzten gesucht - wenn er es denn hin und wieder schaffte, seinen Blick von der eigenen Präsentation auf der Leinwand hinter sich zu lösen. Kein Wunder, dass sich im Publikum kaum jemand angesprochen fühlte. Dabei wäre es für den Vortragenden so einfach gewesen, auf den Monitor vor sich zu sehen oder die Präsentation als Spickzettel ausgedruckt vor sich hin zu legen. Dann hätte er seinem Publikum wenigstens nicht ständig eine buchstäblich abweisende Schulter gezeigt ...

Die "Augen-Blicke" des Publikums auffangen

Im Idealfall stehen Vortragende mit seitlichem Abstand vor der Leinwand und bilden die Spitze eines gedanklichen Dreiecks – mit dem Publikum auf der einen und der Präsentation auf der anderen Seite. So können Moderatoren dem Publikum gar nicht erst den Rücken zeigen. In dieser Position können sie sehr gut kommentieren. Im Falle des genannten Marketingmanagers waren die Augen des Publikums zuerst auf die Präsentation, dann aber mit fragenden Blicken auf ihn selbst gerichtet. Diese "Augen-Blicke" des Publikums konnte der Vortragende nicht auffangen.

Viel Arbeit umsonst und Irritation bis Verärgerung beim Publikum. Der Präsentierende hinterher enttäuscht: "Aber ich habe doch das Ergebnis des Workshops und die Schritte dazu aufgezeigt. Das war doch meine Aufgabe!" Ja, aber das genügt nicht. Das allein genügt nie! Denn selten sind Zuhörer mit internen Vorgängen vertraut oder können spezifische Begriffe verstehen und  sich dann selbst zusammenreimen, welche Auswirkungen das Workshop-Ergebnis und der Prozess seines Zustandekommen auf das Unternehmen haben könnte.

Wer die Ergebnispräsentation seines Projekts nur als Nachweis für die brave Erledigung seiner Hausaufgaben versteht, hat etwas grundsätzlich nicht verstanden. Besonders junge Akademiker müssen radikal umdenken: Während des Studiums konnten und mussten Sie mit Spezial-Know-how und entsprechendem Vokabular aufwarten, um Professoren (und allen anderen) zu zeigen, was sie alles eifrig gelernt haben. Doch das will im wirklichen Leben keiner unter die Nase gerieben bekommen.

Keine Kürzel und Codes

Präsentieren heißt Führen! Die Präsentation und der dazu gesprochene Kommentar sollen, ja müssen, das Publikum führen; es muss dem Präsentierenden und seiner Botschaft gern folgen wollen. Das kann eine Präsentation aber nur, wenn der Präsentierende nicht nur gedanklich, sondern auch via Blickkontakt mit seinem Publikum kommuniziert.

Und wenn die Präsentation in Struktur, Wort und Bild klar und für alle verständlich aufbereitet wird. Sich dabei mit internen Kürzeln, Codes und Fachbegriffen hervorzutun, wirkt faul und eitel - und sorgt bei Gästen und (!) höherrangigen Chefs verständlicherweise für Unverständnis und damit auch Verärgerung.

Eine alte Regel, die immer noch gilt: Eine Präsentation ist dann gut, wenn ein Teenager in etwa versteht, worum es geht und sich dabei nicht einmal langweilt.

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