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12.12.2019 | Maschinen | Infografik | Onlineartikel

Flaute im Maschinenbau

Autor:
Dieter Beste
2 Min. Lesedauer

Deutschlands Maschinenbauer sehen sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Neben einer schwachen Weltkonjunktur und globalen Handelsstreitigkeiten steht ein tiefgreifender Strukturwandel in der Autoindustrie ins Haus.

Die Produktion im deutschen Maschinenbau sank in den ersten zehn Monaten des Jahres um real 1,8 Prozent zum Vorjahr, die Auftragseingänge gingen im selben Zeitraum um 9 Prozent zurück. Die Kapazitätsauslastung lag im Oktober mit 83,9 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 86,2 Prozent. "Unsere Industrie steckt nicht in einer Krise, aber viele unserer Kunden sind verunsichert und verschieben oder stoppen derzeit ihre Investitionen. Wir werden 2019 daher voraussichtlich mit einem Produktionsminus von 2 Prozent auf rund 218 Milliarden Euro abschließen", sagte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker am 10. November auf der Jahrespressekonferenz des Verbands in Frankfurt. Den Grund für den Produktionsrückgang sieht er in einer schwachen Weltkonjunktur, immer härteren Drohungen und Sanktionen in den globalen Handelsstreitigkeiten, sowie einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Autoindustrie. "Diese drei Entwicklungen waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass Auftragseingänge und Produktion im Jahr 2019 deutlich unter das Vorjahresniveau gerutscht sind."

Für das kommende Jahr rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem weiteren Produktionsrückgang von real 2 Prozent. "Die aktuell zu beobachtende konjunkturelle Entspannung in Deutschland und auf wichtigen Auslandsmärkten ist nicht viel mehr als ein Ende des Abwärtsprozesses", kommentierte Welcker die Prognose. Sie könne eine leichte Belebung im Jahresverlauf 2020 einleiten – "für eine Entwarnung ist es aber zu früh."

USA hängen China in der Exportrangliste ab

Die Exporte der Maschinenbauer aus Deutschland legten laut VDMA-Statistik in den ersten neun Monaten 2019 insgesamt um nominal 0,6 Prozent zum Vorjahr auf 134,6 Milliarden Euro zu. Der wichtigste Absatzmarkt war weiterhin USA (plus 6,2 Prozent auf 15 Milliarden Euro). Das Geschäft mit China (Platz 2 der Exportrangliste) schrumpfte dagegen um 0,7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Hier zeigten sich die Folgen des schwächeren Binnenwachstums der Volksrepublik sowie des Handelskriegs mit den Vereinigten Staaten. Die Ausfuhren in die USA konnten dagegen noch von den Impulsen der dortigen Unternehmenssteuerreform profitieren, allerdings rechnen die VDMA-Volkswirte mit weniger Dynamik im US-Wachstum 2020. Deutliche Auswirkungen zeigt inzwischen auch die immer wieder verschobene Brexit-Entscheidung, die Exporte ins Vereinigte Königreich gingen um 4,8 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro zurück.

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