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28.02.2020 | Maschinen | Interview | Onlineartikel

Mehr als ein Mischer

Autor:
Leyla Buchholz
3:30 Min. Lesedauer
Interviewt wurde:
Stephan Eirich

ist seit 2012 einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Maschinenfabrik Gustav Eirich.

Bei einem Besuch der Maschinenfabrik Gustav Eirich in Hardheim sprach die Keramische Zeitschrift mit Stephan Eirich, einem der beiden Geschäftsführer des Unternehmens, über die Rolle der Maschinenfabrik bei der E-Mobilität, die Nachwuchssituation in der Branche und darüber, warum Keramiker gute Fachkräfte sind. 

Keramische Zeitschrift: Wie bewerten Sie persönlich die Nachwuchssituation in der Branche und was sagen Sie zum Thema Fachkräftemangel?

Stephan Eirich: Das ist in der Kombination mit unserer geographischen Lage zu sehen. Wir sitzen hier nicht gerade am Nabel der Welt, wo jeder unbedingt hinmöchte. Es ist zwar eine wunderschöne Gegend im Odenwald, aber junge Menschen zieht es doch häufig erstmal in die Städte. Wir bieten zwar Hochtechnologie und eine sehr interessante und abwechslungsreiche Arbeit, aber es muss eben beides passen. Auch für junge Berufseinsteiger. Und da müssen wir mit der Zeit gehen mit allem was dazugehört. Es ist wichtig zu wissen, wie man als Arbeitgeber wahrgenommen wird und wir legen Wert auf den digitalen Medienauftritt.

Wir setzten weiter erfolgreich auf eine Ausbildungsquote von etwa 10 Prozent, um eigene Fachkräfte auszubilden. Und wir sind als Ausbildungspartner bei der dualen Hochschule unterwegs und nutzen die Möglichkeit, unseren eigenen Nachwuchs mit heranzuziehen.

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Stephan Eirich: "Die Keramiker sind uns die Liebsten."

Welche Qualitäten suchen Sie in Bewerbern?

Kein Konzerndenken. Wir sind ein Familienunternehmen, wo die Persönlichkeit des Bewerbers und die Mitarbeit hier im Team passen muss. Außerdem sollte man Flexibilität mitbringen. Wir sind kein Unternehmen, bei dem man jeden Tag genau das Gleiche tun kann. Ich glaube, dass was hier täglich auf einen zukommt, ist deutlich abwechslungsreicher als in manchen anderen Unternehmen. Das liegt an unserer breiten Aufstellung in vielen Branchen, die sich in den Anforderungen deutlich unterscheiden, aber auch an der Internationalität. Mit Problemen aus China muss ich ganz anders umgehen, als mit Themen aus den USA. Da ist immer eine große Flexibilität von den Mitarbeitern gefragt. Gerade in der Verfahrenstechnik sind uns die Keramiker die Liebsten. Sie bringen die breiteste Aufstellung mit, in Bezug auf die Materialwissenschaften, die Verfahrenstechnik und die Aufbereitungsmöglichkeiten verschiedener Materialien.

Sie sind als Unternehmen an 17 Standorten weltweit und in unterschiedlichsten Branchen vertreten. Wo sehen Sie das größte Wachstumspotenzial?

Man muss unterscheiden. Es gibt immer kurzfristige Boom-Phasen, momentan ist China beim Auftragseingang Nummer Eins. Schon seit einem Jahr sind wir im Bereich Metallurgie dort sehr stark, aber das Ende ist absehbar. Dahinter stehen die CO2-Sparprogramme in China, die vorgeben, dass in fünf Jahren die Stahlerzeugung auf der Elektroroute erfolgen muss. Dann müssen die Konzerne in China umstellen. Wir profitieren jetzt gerade davon, dass wir die Elektroden, mit denen der Lichtbogenofen betrieben wird, mit unseren Maschinen herstellen können. Der Boom geht noch sechs bis zwölf Monate bis alle ausgestattet sind und die Projekte in dieser Branche laufen. Dann flacht der Auftragseingang wieder ab.

Grundsätzlich sind China, Indien und Südostasien die großen Wachstumsregionen. In Bezug auf die Branchen erwarten wir mit den Megatrends, wie Elektromobilität mit der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien, viel Wachstum. Bis vor wenigen Jahren hätte man in zwei unserer großen Mischer die Weltproduktion von Lithium-Ionen-Batterien verarbeiten können. Bei solchen Durchsatzmengen muss man schauen, in welchen Maschinengrößen man verkauft. Aber bei uns sind auch die kleineren Mischer für feinere und technisch anspruchsvollere Produkte wichtig, genauso wie die Mischer mit viel Volumen.

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Zum Thema Forschung und Entwicklung: Können Sie uns etwas über Projekte verraten, die Sie in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten erfolgreich umgesetzt haben?

Wir haben immer wieder Projekte mit Hochschulen. Das sind dutzende Projekte, die parallel laufen, die meisten davon auch relativ lange, von einer ersten Verfahrensidee über die Produktentwicklung bis zur Erprobung in verschiedensten Bereichen. Wir arbeiten an Verfahren wie der Mikrogranulierung und versuchen, Sprühtürme zu ersetzten. Das ist natürlich bei den heutigen Energiepreisen nicht ganz so interessant, aber sobald die Energiepreise wieder steigen, wird das ein großes Thema werden. Es ist wichtig, das wir dann eine Alternative zum Sprühturm anbieten können, sowohl in der Keramik als auch in anderen Industrien.


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