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Über dieses Buch

Mediatisierung und Mediensozialisation werden in diesem Band als komplementäre Forschungsfelder in den Dialog gesetzt. Das Konzept Mediatisierung benötigt für die Erklärung langfristiger Konsequenzen Sozialisationsvorstellungen. Umgekehrt reagiert Mediensozialisation als Forschungsfeld von Anbeginn seines Bestehens auf Mediatisierungsprozesse. Die versammelten Beiträge entfalten dieses Wechselverhältnis in begrifflich-konzeptueller Hinsicht und zeigen anhand von Forschungsarbeiten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen aktuell virulente Prozesse, Räume und Praktiken der Sozialisation in mediatisierten sozialen Welten auf.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Frontmatter

Mediatisierung und Mediensozialisation: Problemstellung und Einführung

Zusammenfassung
Mediensozialisation und Mediatisierung gehören als Forschungsfelder zusammengedacht, weil sie in einem argumentativen Wechselverhältnis stehen: Wer mediatisierungstheoretisch Phänomene des medienbezogenen sozialen und kulturellen (Nicht-)Wandels feststellen will, geht – explizit gemacht und mitreflektiert oder nicht – von in bestimmter Weise sozialisierten oder prospektiv zu sozialisierenden Menschen aus. Denn neben den Techniken und Medien sind es Prozesse der Sozialisation und Enkulturation, über die sich die im Fokus stehenden ‚neuen‘ Muster und Praktiken des menschlichen Kommunizierens herausbilden, stabilisieren und wiederum verändern. Im Gegenzug gilt, dass sich Mediensozialisationsforschung oft auf das Argument stützt, dass sich Medienökologien wandeln und deshalb zu untersuchen sei, was das jeweils für Heranwachsen und Lebensführung bedeute.
Dagmar Hoffmann, Friedrich Krotz, Wolfgang Reißmann

Konzeptuelle Grundlagen und Vermittlungen

Frontmatter

Sozialisation in mediatisierten Welten

Mediensozialisation in der Perspektive des Mediatisierungsansatzes
Zusammenfassung
Der Text erläutert zunächst den Mediatisierungsansatz und trägt dann eine Reihe von in diesem Kontext gewonnenen empirischen Ergebnissen und theoretischen Überlegungen vor, die auch für eine Weiterentwicklung der Mediensozialisationsforschung hilfreich sein können. Ausgangspunkt ist dabei, dass der Medienwandel heute die bisher vorhandenen und die neu aufkommenden Medien als Hardware-Software-Systeme in eine allgemeine computer kontrollierte digitale Infrastruktur integriert, die sich derzeit vor allem im Rahmen technischer und kommerzieller Ziele entwickelt. Dabei verändern sich Wahrnehmungsund Kommunikations formen der Menschen, ihre sozialen Beziehungen, ihre Selbstreflexion, ihre Gewohnheiten und ihr Verständnis von der Welt. Mediatisierungsforschung untersucht diese Transformationen empirisch und mit dem Ziel einer integrativen Theorieentwicklung im Rahmen aktueller, historischer und kritischer Forschung. Dabei geht es natürlich auch um die Frage danach, wie sich die handelnden Subjekte verändern. Mediatisierungsansatz und Mediensozialisationsforschung treffen sich so in der Frage nach der Entstehung und Entwicklung der sozialen Subjekte im Kontext des Wandels der Medien, tun dies aber in unterschiedlichen Gesamtperspektiven sowie disziplinären und praktischen Kontexten.
Friedrich Krotz

Zwei Gesichter der Mediatisierung?

Ein Beitrag zur theoretischen Fundierung der Mediatisierungsforschung und ihres Verhältnisses zur Mediensozialisationsforschung
Zusammenfassung
An die Mediatisierungsforschung werden nicht nur von außen verschiedene Ansprüche und Themensetzungen herangetragen, auch in der Innenbetrachtung wird sie in handlungs- und strukturtheoretische Varianten unterteilt. Der Beitrag diskutiert diese Binnendifferenzierung mit Blick auf ihre theoretisch-konzeptionelle Konsistenz, und leistet damit einen Beitrag zur Fundierung der Mediatisierungstheorie. Als Konvergenzfigur dient dabei der Begriff der Medienkultur, der hier entlang der vielfältigen Formen von Medienwirkungen konzipiert wird. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass Mediatisierung an ein medienkulturelles Theorieprogramm anschlussfähig ist, welches sich zugleich mit den Fragen der Mediensozialisationsforschung als kompatibel erweist.
Marian Adolf

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Mediatisierung und Mediensozialisation

Überlegungen zum Verhältnis zweier Forschungsfelder
Zusammenfassung
Um Mediatisierung und Mediensozialisation als Forschungsfelder in den Dialog zu setzen, braucht es eine Verständigung hinsichtlich der jeweils dominierenden Perspektiven. In diesem Beitrag wird hierzu der Versuch unternommen, den im Mediatisierungsdiskurs idealtypisch unterschiedenen institutionalistischen, kulturellen/sozialkonstruktivistischen sowie materiellen Sichtweisen Konzepte und Forschungsfelder der (Medien-)Sozialisation beizuordnen und kritisch zu diskutieren. Ziel ist, auf diese Weise sowohl die Kontraste als auch die (potenziellen) Schnittmengen der Ansätze der Mediatisierung und Mediensozialisation herauszuarbeiten. Ferner werden anhand dieser Bilanz zukünft ige Forschungsfokusse und -desiderata aufgezeigt.
Wolfgang Reißmann, Dagmar Hoffmann

Das diskursive Feld um Mediatisierung und Mediensozialisation

Eine Analyse deutschsprachiger Fachzeitschriften
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag beleuchtet die Begriffe Mediatisierung und Mediensozialisation aus diskursanalytischer Perspektive und geht der Frage nach, welche begrifflichen Konjunkturen, Geltungsansprüche und Aushandlungen sich um diese Konstrukte ranken. Hierfür wurden einschlägige Fachzeitschriften aus der Kommunikations- und Erziehungswissenschaft herangezogen und in Anlehnung an das Forschungsprogramm der Wissenssoziologischen. erschlossen. Der Fokus der Untersuchung liegt auf der Rekonstruktion diskursiver Verhandlungen im Zeitraum von 2000 bis 2014 Wie sich zeigt, fungieren beide Begriffe für sich genommen als Diskursgegenstände in den jeweiligen Disziplinen. Ein Diskurs, der explizit beide Konstrukte in ihrem Verhältnis zueinander verhandelt, konnte jedoch nicht identifiziert werden. Der Beitrag macht anknüpfend an diese Analyse den Begriff des Medienhandelns stark, der als möglicher theoretischer und analytischer Bezugspunkt für erziehungs- und kommunikationswissenschaftliche Diskurse um Mediatisierung und Mediensozialisation dienen kann.
Patrick Bettinger, Sandra Aßmann

Prozesse und Wandel

Frontmatter

Praxeologische (Medien-)Sozialisationsforschung

Zusammenfassung
Medialer Wandel ist tief in die Prozesse des gesellschaftlichen Wandels integriert; er bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Lebensführung von Menschen und damit auch für Sozialisationsprozesse. Die Rolle von Medien im Gesamtkontext von Sozialisationsprozessen in ihrer Komplexität und Vielfalt zu erfassen, erfordert ein theoretisch und methodisch aufeinander abgestimmtes, kohärentes Vorgehen, das geeignet ist, das je individuelle, aber dennoch über die subjektive Repräsentation hinaus weisende Lebensumfeld und die darin eingelagerte Lebensführung von Familien in ihrem Alltag und im Kontext sozialer Wandlungsprozesse zu erfassen. Dazu eignet sich eine praxeologisch ausgerichtete Perspektive auf Sozialisationsprozesse, in deren Mittelpunkt die Frage nach dem praktischen Sinn des (Medien)Handelns von Individuen steht. Sie zielt darauf ab, die Handlungsoptionen und Handlungsentwürfe der den Prozess der Sozialisation mitgestalteten Akteure, allen voran Kinder und ihre Eltern, und die Rolle, die Medien dabei spielen, zu analysieren, um vor diesem Hintergrund die Frage nach den Handlungskompetenzen zur Bewältigung des Alltags bearbeiten zu können.
Ingrid Paus-Hasebrink

Onlinenutzung von Kindern und Jugendlichen im gesellschaftlichen, medialen und individuellen Wandel

Zusammenfassung
Eine der Möglichkeiten, das Zusammenspiel zwischen Mediatisierungs- und Sozialisationsprozessen im Hinblick auf den gesellschaft lichen und individuellen Umgang mit Onlinemedien empirisch greifb ar zu machen, besteht in international vergleichenden Querschnittbefragungen. Anhand einer Befragung des EU Kids Online-Netzwerks zu den Onlineerfahrungen von Kindern und Jugendlichen wird untersucht, inwieweit sich das erreichte Stadium der Internetdiffusion in einem Land in den individuellen Onlinepraktiken verschiedener Altersstufen niederschlägt. Es bestätigt sich, dass Kinder und Jugendliche in den Ländern, die im Hinblick auf die gesellschaft liche Aneignung der Onlinekommunikation bereits weiter fortgeschritten sind, früher mit der Internetnutzung beginnen, eine größere Vielfalt von Onlineaktivitäten aufweisen und im Umgang mit dem Internet kompetenter sind als die gleichaltrigen Internetnutzerinnen und -nutzer in den Ländern, die weniger weit fortgeschritten sind.
Uwe Hasebrink

Die Visualisierung von Kindheit und Familie im Social Web als Forschungsfeld einer mediatisierten Gesellschaft

Zusammenfassung
Im Beitrag werden die gesellschaftlichen Meta-Prozesse der Mediatisierung und Visualisierung mit dem Fokus auf Familie und Kindheit analysiert. Es wird deutlich, welchem Wandel und welchen Herausforderungen Familien derzeit gegenüberstehen und wie sich damit verbundene technologische wie soziale Entwicklungen sowie veränderte Rahmenbedingungen auf diese auswirken. Von zentralem Interesse hierfür ist das gegenwärtig viel diskutierte Phänomen des online Präsentierens und Distribuierens von Kinderbildern über die unterschiedlichen Plattformen des Social Webs. Hierfür wird zunächst die Kontroverse zum Thema ‘Kinderbilder im Netz – ja oder nein?‘ aufgezeigt und daran anschließend deren Konsequenzen diskutiert.
Ulla Autenrieth

Computerspielsozialisation revisited

Die Prägkraft von Computerspielen aus Sicht von Retro-Gamer
Zusammenfassung
In den digitalen Erlebniswelten der Computerspiele finden Spieler nicht nur Unterhaltung, sondern auch Sozialisierungs- und Identitätsangebote, die ihr kommunikatives Handeln prägen können – nicht nur im Moment des Computerspielens, sondern auch in langfristiger Hinsicht hinsichtlich ihrer persönlichen Entwicklung und der sozialen Vergemeinschaftung. Diesem Phänomen wird am Fallbeispiel der Computerspielsozialisation von Retro-Gamer empirisch nachgegangen, da hier ein ausgeprägter Hang zur medialen Erinnerungskultur in mehrfacher Hinsicht zum Ausdruck kommt. Computerspielsozialisation wird dabei nicht als ein zeitlich begrenzter sondern als andauernder Prozess verstanden. So werden nicht nur die individuellen wie gruppenbezogenen Erfahrungen und der Umgang mit den Computerspielen in der Vergangenheit bzw. dem Heranwachsen sondern auch in der Gegenwart und den daraus resultierenden Konsequenzen analytisch in den Blick genommen. Methodologisch orientiert sich die Studie am qualitativen Vorgehen der Grounded Theory. Grundlage der Analyse bilden vierzehn Interviews mit Retro-Gamer im Alter zwischen 23 und 42. Das aus den Interviews entwickelte Modell rekonstruiert die relevanten Kategorien sowie deren Zusammenhänge auf den verschiedenen Ebenen des Sozialisationsprozesses.
Jeffrey Wimmer

Mediensozialisation und Medienbiografien funktionaler Eliten am Beispiel der deutschen Bundeskanzler

Zusammenfassung
Wir möchten das Verhältnis von Politik und Medien durch eine Synthese von Sozialisationstheorie sowie Mediatisierungs- und Medialisierungstheorie fassen, indem wir uns den bisher vernachlässigten Medienbiografien von Spitzenpolitikern und -politikerinnen zuwenden. Wir sehen es hierzu als notwendig an, die genannten Ansätze zu erweitern und stärker auf die stratifikatorische und funktionale Differenzierung der Gesellschaft zu beziehen. Wir beschreiben den Perspektivwechsel, den funktionale Eliten vollziehen müssen, wenn sie von einer konsumierenden zu einer strategischen Handlungsweise gegenüber den Medien übergehen, während sich ihre Haltungen zugleich weiterhin nach der sozialen Herkunft unterscheiden. Ein Forschungsprogramm wird skizziert und methodisch reflektiert, in dem wir exemplarisch das Medienhandeln der Bundeskanzler seit Adenauer bis hin zur Bundeskanzlerin Merkel untersuchen möchten. Vorläufige Befunde deuten Möglichkeiten der Theorie entwicklung sowie Erkenntnispotenziale unseres Ansatzes an.
Thomas Birkner, Benjamin Krämer

Medienökologien und Raumkonstruktionen

Frontmatter

Mediensozialisation in sozialökologischer Perspektive

Ansatzpunkte einer theoretischen Neujustierung
Zusammenfassung
Durch Entgrenzungsprozesse der Medien stellen sich sozialökologische Fragestellungen und Herangehensweisen zum sozialräumlichen Bezug der Mediennutzung neu und müssen auch empirisch anders erforscht werden. Gegenwärtige Formen der Mediennutzung, die oft mals auch in virtuellen Räumen stattfinden, überschreiten das sozialökologische Modell wie es von Dieter Baacke mit Bezug auf Urie Bronfenbrenner entwickelt wurde. Auch lassen sich mobile Medien(geräte) und Mediennutzungen nicht mehr eindeutig sozialökologischen Zonen zuschreiben, wie es noch in den Medienwelten-Studien vor 25 Jahren möglich war. Im Folgenden werden Anker für eine theoretische Neujustierung vorgeschlagen und diskutiert. Zum einen ist dies die stärkere Betonung der Ausgangsprämissen von Bronfenbrenner, insbesondere die Betrachtung von Mesosystemen, die sich zwischen Familie und Peergroup konstituieren. Zum anderen wird ausgehend von Beobachtungen zu Veränderungen jugendlicher Medienwelten die theoretische Fokussierung auf Prozesse der Identitäts konstruktion vorgeschlagen, welche als Motivator für stattfindende kommunikative Praktiken in sich konstituierenden Mesosystemen im Spannungsfeld von Vergemeinschaft ungs- und Ablösungsprozessen als theoretisch aufschlussreich aufgezeigt werden.
Christine Dallmann, Ralf Vollbrecht, Claudia Wegener

Medienaneignung und sozialraumbezogenes Medienhandeln von Jugendlichen

Zusammenfassung
Sind Medien neben ihrer Form als Inhalte, Geräte und Strukturen heute auch als Räume für die Sozialisation bedeutsam? Dieser Frage geht der Beitrag nach, indem er ein Konzept zur Verbindung von Medienaneignung und Sozialraumaneignung sowie dessen empirische Umsetzung vorstellt. Dies ermöglicht einen Einblick, wie Jugendliche im Medienhandeln in Sozialen Netzwerkdiensten Bezüge zu Sozialräumen herstellen, wie unterschiedlich dabei Verknüpfungen, Abgrenzungen oder auch Erweiterungen realisiert werden und welche medialen und gesellschaft lichen Bedingungen in den Prozess der Medien- und Sozialraumaneignung hineinspielen. Die Mediatisierung von Sozialräumen ist demnach als neue Sozialisationsbedingung für Heranwachsende zu identifi zieren, die neue Anforderungen an ihre medienbezogenen Fähigkeiten aber auch an ihre Ressourcen zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben stellt.
Niels Brüggen, Ulrike Wagner

Mediatisierte Praktiken in der Sozialen Arbeit

Empirische Zugänge zu institutionellen Arrangements zwischen Subjekt und digitalen Medien
Zusammenfassung
Während die Mediatisierungsforschung bislang vor allem weniger institutionalisierte Alltagskontexte in den Blick nimmt und die Mediensozialisationsforschung den Blick auf die Sozialisation durch und mit Medien richtet, fokussiert dieser Beitrag einen institutionalisierten Bereich, der alltagsweltliche Praktiken von Adressat_innen und Professionellen in Zusammenhang mit berufl ichen Vollzügen im Kontext der Mediatisierung Sozialer Arbeit betrachtet und diskutiert, welche methodologischen und methodischen Zugänge geeignet sein könnten, das komplexe Zusammenspiel menschlicher Akteure und digitaler Artefakte in den medienbezogenen Praktiken zu erfassen.
Nadia Kutscher, Udo Seelmeyer

Symbolizität und Materialität

Frontmatter

Zur Praxis sozialer Interaktion

Anmerkungen zur kulturellen und materiellen Dimension von Kommunikation und Medien
Zusammenfassung
Der Beitrag rekonstruiert das symbolisch-interaktionistische Modell der Bedeutungsaushandlung als Grundlage der Mediatisierungs- und Mediensozialisationsforschung. Dabei werden die Voraussetzungen und Bedingungen von Kommunikation, die Konzeptionen von Medien als Interaktionspartnern und die daran anknüpfende Unterscheidung von Kommunikationsarten theoretisch und empirisch herausgefordert. Unter Rückgriff auf praxistheoretische Argumente sowie des analytischen Modells der „boundary objects“ aus dem Umfeld der Science and Technology Studies, werden schließlich möglicheErweiterungen der interaktionistischen Perspektive skizziert.
Peter Gentzel

Stil als Praxis einer mediatisierten Sozialisation

Konzeptuelle und methodische Impulse
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag setzt am Interdependenzgeflecht von Mediensozialisation und Mediatisierung an und versucht aufzuzeigen, inwiefern dieses auf der konkreten Zeichenebene realisiert wird. Dabei wird die häufig vorgenommene Referenz auf den symbolischen Interaktionismus mit einem sozialsemiotischen Stil-Modell zeichentheoretisch vertieft. Mit Hilfe dieses Modells lässt sich explizieren, dass die in der Interaktion semantisierten Symbole vonseiten der Produzenten und Rezipienten medienabhängig als wahrnehmbare Materialitäten bedeutungsstiftend gestaltet werden. Schrift, Bild, Layout, der Einsatz von Sonderzeichen etc werden mittels semiotischer Ressourcen wie Linien, Flächen, Farben, Form, Perspektive etc durch Stil-Praktiken der Auswahl, Formung und Komposition geschaffen. Die dabei vollzogenen Bedeutungszuschreibungen entstehen durch Bezugnahmen auf kulturelle und soziale Kontexte, welche im Beitrag als Geflecht von sozial verfestigten diskursiven und nicht-diskursiven Stil-Praktiken beschrieben und methodisch operationalisiert werden.
Stefan Meier

Mediensozialisation als Aufwachsen in materiellen Medienumgebungen

Zur digitalen Mediatisierung des alltäglichen Musikhörens Jugendlicher
Zusammenfassung
Der Artikel diskutiert das tätigkeitstheoretische Aneignungskonzept als mögliche ‚Scharnierstelle‘ zwischen Mediensozialisationsforschung und Mediatisierungsforschung. Zur Illustration der dadurch stärker herausgehobenen Bedeutung praktisch-dinglicher Aneignung für Sozialisations fragestellungen werden Teilergebnisse einer Interviewstudie zum alltäglichen Musikhören Jugendlicher und ihrer Sozialisation mit Audiomedien dargestellt. Die Informanten repräsentieren zwei kontrastierende jugendliche Audiomediennutzertypen der deutschen Bevölkerung, welche in einem Mediatisierungsforschungsprojekt vorab statistisch ermittelt wurden. Als Ergebnis der komplementären qualitativen Analysen zeichnen sich substanzielle Unterschiede bei den der alltäglichen Musikhörpraxis zugrundeliegenden Orientierungen ab, deren inhärente Logik und individuelle Genese die gesellschaftliche Bedeutung der beiden Nutzertypen und ihre Implikationen für jugendliche Entwicklung besser verstehen hilft.
Steffen Lepa, Martin Guljamow

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