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Über dieses Buch

Die vermeintliche Beschleunigung des Lebenstempos ist eine der populärsten Annahmen der Gegenwart. Besonders Medien wird in diesem Prozess eine verstärkende Rolle zugesprochen. Die Studie von Stephan O. Görland analysiert die Interdependenzen zwischen Zeitumgang und ‑praktiken mit mobilen Medien und Zeiterleben in Warte- und Transitzeiten, sog. Interimszeiten. Dazu wird eine Methodentriangulation verwendet. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Nutzung von mobilen Medien in Interimszeiten zu einem Gefühl der Beschleunigung führt und Nutzerinnen und Nutzer mittels verschiedener Zeitpraktiken versuchen, diese Zeitspannen optimal zu nutzen. Der Autor liefert eine erstmalige empirische Analyse von Beschleunigung und Medien sowie neue Einblicke in die mediale Ausgestaltung von Interimszeiten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Niemals zuvor in der Weltgeschichte erfuhr ein Medium eine schnellere Verbreitung in der Gesellschaft als das Smartphone (Boase, 2013). Vor allem seit der letzten Dekade ist es mittlerweile in nahezu jedem Lebensbereich anzutreffen (Kaufmann, 2018, S. 1). Selbst in den privatesten Räumen sind die Mobiltelefone allgegenwärtig.
Stephan O. Görland

Kapitel 2. Mobile Medien: ein polysemer Begriff

Zusammenfassung
In der Warteschlange, in der U-Bahn, beim Check-in am Flughafen, im Stau, ja selbst beim Gang auf die Toilette: Überall kann heutzutage mobilen Medien begegnet werden, meist in Form des Smartphones. Vor allem innerhalb der letzten Dekade diffundierten die heutigen multimediafähigen Smartphones schlagartig (Kaufmann, 2018, S. 1; Ling, 2012, S. 81 ff.) und ließen, sowohl aus individueller als auch aus akademischer Sicht, die Feststellung zu, dass das Smartphone nahezu überall gegenwärtig und kaum noch aus dem Alltag wegzudenken ist.
Stephan O. Görland

Kapitel 3. Zeit – der Taktgeber des Lebens

Zusammenfassung
Wie im letzten Abschnitt beschrieben, verlief die technische Entwicklung bei Mobiltelefonen in den letzten Jahren rasant. Das ständige „Online-Sein“ rückte in den Medien- und Kommunikationswissenschaften in den Fokus. Doch die Evolution der mobilen Medien vollzog sich nicht isoliert, sie war eingebunden in eine übergreifende gesellschaftliche Akzeleration.
Stephan O. Görland

Kapitel 4. Beschleunigung als Theorie der Moderne

Zusammenfassung
Wie in dem vorherigen Abschnitt hinreichend erläutert, erlebt unser Zeiterleben durch die mobilen Medien ein softening (Ling, 2012; Rheingold, 2003), weakening (Tsatsou, 2009, S. 21) bzw. eine distorsion (franz. für „Verzerrung“; Jauréguiberry, 1996). Gleichzeitig scheint sich hierdurch auch ein neues Zeitregime zu entfesseln (Wilke, 2004, S. 20): „[…] this new temporality is variously described as one of instantaneity, simultaneity, timelessness, chronoscopic, or network time“ (Wajcman, 2016, S. 173).
Stephan O. Görland

Kapitel 5. Der Untersuchungsgegenstand: Warte- und Transitzeiten

Zusammenfassung
Wie in der Einleitung geschrieben, sollen als Fallbeispiele dieser Arbeit die anscheinend kleinsten Mediennutzungsepisoden dienen: die Nutzung jenseits von herkömmlichen Sphären wie zu Hause, bei der Arbeit oder bei Freunden, bei Aktivitäten oder Ähnlichem, sondern die Nutzung zwischendurch. Es liegt allein schon in der Klärung dieser Zeit- und Ortspanne eine Begriffsvielfalt vor, die zwar teilweise auch polysem verwendet, aber unterschiedlich verstanden wird. Bevor im nächsten Abschnitt erläutert wird, was die Problemstellungen hinsichtlich der Begriffskonzeption von diesen Fallbeispielen sind, soll zunächst verdeutlicht werden, warum sich bei dem Interesse an Zeit, Beschleunigung und mobilen Medien für dieses Materialobjekt entschieden wurde.
Stephan O. Görland

Kapitel 6. Desiderat, Forschungsfragen und Annahmen

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund dieser forschungsleitenden Frage wurde das Phänomen der Beschleunigung in den drei vorangegangenen theoretischen Kapiteln schrittweise näher betrachtet. Im ersten Abschnitt wurde der Nachweis erbracht, dass heutige mobile Medien durch mehr als nur durch ein internetfähiges Mobiltelefon repräsentiert werden und daher eine Analyse möglicher temporaler Muster einerseits den ganzheitlichen Charakter dieser Medien abzudecken hat, andererseits jedoch auch dem kontextsensiblen Charakter und sozialen gerecht werden sollte. Des Weiteren konnte bei der Vorstellung von Zeitpraktiken, die sich im Rahmen der Konnektivität konstituieren, gezeigt werden, dass diese Permanenz viele Bewältigungs- und Gestaltungsstrategien kennt.
Stephan O. Görland

Kapitel 7. Die empirische Untersuchung

Zusammenfassung
Für diese Arbeit sind die methodischen Herausforderungen vergleichsweise hoch. Denn sowohl das Materialobjekt der Interimszeiten als auch die zeitlichen Umstände der Mediennutzung unterliegen Spezifika, die schwierig zu operationalisieren sind.
Stephan O. Görland

Kapitel 8. Ergebnisse

Zusammenfassung
Bevor im weiteren Verlauf die Annahmen diskutiert werden, sollen zunächst die soziodemografischen Merkmale der Interimszeiten vorgestellt werden, um einen Überblick über die Daten der Triangulation zu geben.
Stephan O. Görland

Kapitel 10. Fazit

Zusammenfassung
Mit dieser dem Forschungsinteresse entsprungenen Forschungsfrage begann die vorliegende Untersuchung. Die Arbeit konnte zeigen, dass mobile Medien zunächst gegenüber „klassischen“ Medien einen neuen Analyserahmen setzen, dessen Spezifika (u. a. Portabilität oder auch Multimedialität) die Untersuchung des Zeiterlebens vor Herausforderungen stellt. Die Permanenz der Internetverbindung ist mittlerweile eine der wichtigsten Affordanzen und verändert auch die zeitlichen Praktiken und das Zeitempfinden.
Stephan O. Görland

Backmatter

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