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Über dieses Buch

Verbreitete Analyseraster wie ‚Feindbild Islam‘ werden der Vielschichtigkeit des medialen Islamdiskurses nicht gerecht. Tim Karis entwickelt daher eine diskursanalytische Methodik, die Ambiguitäten und Dynamiken in den Bildern und Narrativen des Fernsehens in den Blick nimmt. Er zeigt, dass das Islambild der Medien nicht eindimensional ist, sondern sich aus kontingenten und teils konkurrierenden Deutungsmustern zusammensetzt, die sich historisch wandeln.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Mehr als ein Jahrzehnt nach dem 11. September 2001 ist die interdisziplinäre und internationale Forschung zu medialen Islambildern kaum noch zu überschauen. Dabei besteht ungewohnte Einigkeit: Das Islambild der Medien, so die verbreitete Auffassung, sei undifferenziert, klischeebehaftet und von einem negativen Grundton geprägt. Insofern ähnelt die forscherische Kritik jener Einschätzung, die in dem obenstehenden Zitat zum Ausdruck kommt.
Tim Karis

2. Der Islam in den Medien – Zum Stand der Forschung

Zusammenfassung
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen nach dem Verhältnis von Religion und Massenmedien ist recht jung und ein Forschungsfeld ‚Religion und Medien‘ befindet sich derzeit noch in einer Phase der Konsolidierung. In einem programmatischen Vorwort zur ersten Ausgabe des 2002 begründeten Journal of Media and Religion bezeichnet James W. Carey – bis zu seinem Tode im Jahr 2006 einer der wichtigsten Vertreter des Forschungsfeldes – die Gründung des Journals allerdings als längst überfällig (vgl. i. F. Carey 2002).
Tim Karis

3. Mediendiskurs Islam: Zur Theorie

Zusammenfassung
Die kritische Diskussion des Forschungsstandes im Feld der Islambildforschung hat gezeigt, dass es alternativer theoretischer Konzepte bedarf, um neue Fragestellungen und neue Perspektiven auf den Gegenstand entwickeln zu können. Gefordert ist ein theoretischer Zugang, der geeignet ist, die Heterogenität, Vieldeutigkeit und Wandelbarkeit des Forschungsgegenstands systematisch zu reflektieren und zugleich für kritische empirische Forschung anschlussfähig zu machen.
Tim Karis

4. Mediendiskursanalyse I: Zur Methodologie

Zusammenfassung
Die obenstehenden Überlegungen zur Theorie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Massenmedien sind die Produzenten einer symbolischen Wissensordnung, die Kultur genannt werden kann. Kultur ist kein starres Regelsystem, sondern – mit der Metapher von John Fiske – ein Fluss von Diskursen, die ihrerseits heterogen und als Ordnungen immer prekär sind, da sie sich aufgrund der Autopoiesis des Systems Massenmedien laufend fortentwickeln.
Tim Karis

5. Mediendiskursanalyse II: Forschungspraxis

Zusammenfassung
Im Folgenden gilt es zu zeigen, auf welche Weise der vorgestellte theoretischmethodologische Ansatz in ein empirisches Forschungsdesign überführt wurde. Untersuchungsgegenstand der durchgeführten Fallstudie ist die Islam-Berichterstattung der ARD-Sendung Tagesthemen im Zeitraum von 1979 bis 2010. Diese Wahl gilt es im Folgenden zunächst zu begründen und die Frage nach der Verallgemeinerbarkeit der ermittelten Ergebnisse in Bezug auf den Mediendiskurs Islam als Ganzen zu diskutieren (5.1).
Tim Karis

6. Narrative im Mediendiskurs Islam

Zusammenfassung
Der Mediendiskurs Islam wird in der vorliegenden Arbeit als ein komplexes Narrationssystem verstanden. Die Erzählungen, aus denen es besteht, und mithin die Art und Weise, wie im Mediendiskurs von und mit dem Islam erzählt wird, gilt es im Folgenden vorzustellen. Die Narrative, daran sei hier noch einmal erinnert, werden dabei nicht als Entitäten mit ontologischem Charakter, sondern als forscherische Konstrukte verstanden, die dazu dienen sollen, den Islam der Medien in seiner Komplexität beschreiben zu können.
Tim Karis

7. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
In einer Auseinandersetzung mit Foucaults Archäologie des Wissens hat Dominik Schrage darauf hingewiesen, dass es das zentrale Versprechen der Diskursanalyse sei, „mehr ans Licht [zu] bringen“ (Schrage 1999: 63) als andere methodische Zugänge, „etwas sichtbar [zu machen], was jene nicht sehen“ (ebd.). Andrea Seier trifft eine ähnliche Einschätzung. Demnach ergibt sich die Relevanz von Diskursanalysen „allein daraus, was sie ermöglichen, ob sie neue und produktive Perspektiven eröffnen, kurz: daraus, was durch sie in den Blick gerät“ (Seier 1999: 85).
Tim Karis

Backmatter

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