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Mediennutzung

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Chapter 5. Survey on Media Perception and Use During Infrastructure Failure

Security and conflict research mainly focuses on issues of vulnerability, reinforcement of resilience and preservation or recovery of critical infrastructures. Additionally, the importance of social media and crisis apps is being increasingly acknowledged. To what degree is German civil society effectively prepared for the case a crisis occurs? Which kinds of ICT are being used in everyday life and in a potential infrastructure failure? Our contribution presents the results of a representative survey with 1,024 participants in Germany, which demonstrate that threat awareness, preparation, effective crisis management and distribution of crisis apps are still relatively low in Germany, while traditional communication and information channels as well as informal information networks are preferred. The results additionally point out the significant potential for support which ICT have for increasing risk awareness, facilitating information transfer and improving communication between civil society, critical infrastructure operators and authorities.

Marc-André Kaufhold

Kapitel 9. Einstellungsbezogene Segmentierung der Versicherten für eine bedarfsgerechte Kund*innenkommunikation

Eine individuelle bedarfsgerechte Kommunikation der gesetzlichen Krankenkassen mit den Versicherten ist eine Zielstellung, die sowohl von den Krankenkassen als auch von den Versicherten gewünscht wird. Allerdings ist dies aufgrund der Vielzahl der Kundenbeziehungen, der Komplexität des Produktes „Krankenversicherung“ sowie der Vielschichtigkeit der Kundenanforderungen und Lebenssituationen meist nur eingeschränkt möglich. Eine Möglichkeit besteht jedoch darin, die Versicherten zu Zielgruppen zusammenzufassen. Die bisher in der gesetzlichen Krankenversicherung und in anderen Branchen im Marketing verwendete Segmentierung anhand von Lebensphasen (wie Berufseinsteiger*innen) erweist sich hierfür allerdings nur als bedingt geeignet, da sie für eine gesundheitsbezogene Kundenkommunikation durch die Krankenkasse relevante Informationen, wie den Gesundheitszustand, die inhaltliche und mediale Erreichbarkeit sowie die Einstellung zur Krankenkasse nur teilweise berücksichtigt. Um die bestehenden Defizite auszugleichen wurde eine Typologie entwickelt, die genau diese Punkte als Grundlage für fünf einstellungs- und verhaltensbezogene Segmente verwendet: die Aktiven, die Distanzierten, die Anspruchsvollen, die Gleichgültigen und die Unselbstständigen. Diese Unterteilung ermöglicht eine stärker bedarfsbezogene Kommunikation der gesetzlichen Krankenkassen mit ihren Versicherten.

Sören Schiller, Sarah-Maria Steppe

Direktmarketing-Controlling – Grundlage für die erfolgreiche Steuerung des direkten Kundenkontakts

Direktmarketing-Controlling ist für die Durchführung von erfolgreichen Direktmarketing-Kampagnen unerlässlich. Es setzt bereits in der Konzeptionsphase einer Kampagne, insbesondere bei der Ziel- und Zielgruppenfestlegung, an und liefert wertvolle Unterstützung bei der Auswahl und dem Einsatz von Direktmedien. Darüber hinaus übernimmt es die ex-ante- und ex-post-Wirkungs- und Erfolgskontrolle von Direktmarketing-Kampagnen.Im vorliegenden Beitrag werden die wesentlichen Aufgaben und Funktionen des Direktmarketing-Controllings im Rahmen des Kampagnen-Management aufgezeigt sowie die wichtigsten Instrumente und Methoden dargestellt, die zur Erfüllung der Aufgaben eingesetzt werden können. Dabei werden sowohl die grundlegenden Anwendungsanforderungen als auch wesentliche Vor- und Nachteile der verschiedenen Werkzeuge und Vorgehensweisen erläutert.

Andreas Mann

Medienmarketing-Controlling

Erfolgsorientierte Steuerung in dynamischen Märkten

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Controlling im Rahmen des Medienmarketings und zeigt damit die Strukturen auf, mit denen im Medienunternehmen Marketingprozesse verankert sind und nach welchen Zielgruppen, Märkten und Kennzahlen die Steuerung dieser Marketingaufgaben erfolgt. In Medienunternehmen ist Marketing in der Regel einer der erfolgsentscheidenden Funktionsbereiche, der daher einer detaillierten und permanenten Begleitung und Steuerung nicht nur durch die Fachinstanzen, sondern auch durch das Top-Management bedarf. Gleichzeitig sind Medienunternehmen in vielen Fällen auch publizistische Unternehmen, die neben der kennzahlenorientierten Ausrichtung an den Markt- und Kundenbedürfnissen einer inhaltlichen Leitidee folgen und dadurch in vielen Fällen erst in der Lage sind, tatsächlich neue und überdurchschnittlich erfolgreiche Produkte zu etablieren. Zugleich wird es seit der Jahrtausendwende durch die Transformation und Disruption der Medienmärkte zunehmend schwieriger, Marktsegmente und Medienunternehmen von anderen Branchensegmenten abzugrenzen. Die medienökonomischen Besonderheiten führen zu einer Steigerung der Marktdynamik (beispielsweise durch die Interdependenz von Werbe- und Rezipientenmarkt), sodass den unterschiedlichen Performance-Kennziffern in den vier Hauptfeldern des klassischen Marketingmixes hier eine besondere Bedeutung zukommt.

Thomas Breyer-Mayländer, Marc Löffel

Kapitel 6. Synthese: Multimodale Welterschließung im Computerspiel. Modelle, Beispiele, Implikationen

Im sechsten Kapitel werden die zuvor herausgearbeiteten Ebenen möglicher Weltvermittlung im Computerspiel im Rahmen eines größeren Schemas verbunden und auf Basis ihrer Hinterfragbarkeit durch die SpielerIn gegliedert. Nachdem so der theoretische Möglichkeitsrahmen von Weltvermittlung etabliert wurde, wird in einem zweiten Schritt analysiert, wie diese durch das Zusammenwirken ihrer Einzelebenen erweiterte Wirkungseffekte erzielen kann. Anhand des Isotopie- und Allotopiekonzepts werden die typischen Formen des Zusammen- und Gegeneinanderwirkens unterschiedlicher Vermittlungswerkzeuge vorgestellt und durch zahlreiche Spielbeispiele illustriert.

Robert Baumgartner

Kapitel 7. Interrelationen zur Primärwelt: Erfahrungen in einer Welt bedingen die in einer anderen

Im siebten Kapitel werden die theoretischen Wirkungspotenziale schließlich mit der aktuellen Produktions- und Konsumpraxis von Computerspielen in westlichen Gesellschaften in Verbindung gebracht - und das Computerspiel wird als prototypisches Medium leiblicher und reflexiver Kontingenzerfahrung herausgearbeitet.

Robert Baumgartner

Theorie des Hashtags

Öffentliche Debatten werden heutzutage per Hashtag geführt. Mit seiner Hilfe werden die Beiträge gebündelt und zugeordnet: Alles muss sich auf ein gemeinsames Schlagwort konzentrieren. Dieses Prinzip sorgt für eine stärkere Sichtbarkeit und Orientierung kollektiver Argumente, hat aber auch eine riskante und manchmal fragwürdige Konsequenz. Denn der Hashtag verstärkt formal genau das, was inhaltlich kritisiert wird: Differenzen verschwimmen, und Unterschiedliches wird zu Gleichem. Die #MeToo-Debatte hat dieses Problem seit dem Herbst 2017 sichtbar gemacht. In seinem Beitrag zeichnet Andreas Bernard die Karriere des Hashtags nach und zeigt, wie unsere aktuellen Debatten durch ein Prinzip strukturiert werden, das so beiläufig wie mächtig geworden ist.

Andreas Bernard

23. Mit Videos aktiv lernen: Drei Szenarien zur Einbindung studentisch erstellter Lernvideos in die Hochschullehre – Ein Praxisbericht

Der Beitrag beschreibt drei Szenarien zur Einbindung studentisch erstellter Lernvideos in der Hochschullehre, die im Jahr 2019 an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) am Campus Mannheim umgesetzt wurden. Die Szenarien beziehen sich auf die Verwendung studentischer Videos zur Aneignung von Texten und Theorien, als Prüfungs- und Ausdrucksform sowie als Medium der Selbstreflexion. Die drei Szenarien werden ausführlich dargestellt und kritisch reflektiert. Es werden die Lessons Learned berichtet und Empfehlungen abgeleitet.

Dennis Mocigemba, Gundula Gwenn Hiller, Gert-Holger Klevenow, Peter Weber

Kooperation zwischen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Drogenhilfe

Die Kooperation zwischen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Drogenhilfe zeichnet sich durch die gemeinsame Zielgruppe der Jugendlichen aus. Substanzkonsum als ein entwicklungspsychologisches Merkmal der Jugend sowie die ressourcenorientierte und gesundheitspräventive Ausrichtung der Arbeit verbinden Institutionen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Drogenhilfe. Eine intensive Vernetzung und Kooperation kann den Zugang zu Hilfesystemen erleichtern und Schwellen der Inanspruchnahme minimieren. Präventionsangebote seitens der Drogenhilfe können im Vorfeld einer Verfestigung von Konsummustern ansetzen und im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendhilfe platziert werden.

Saskia van Oosterum

Offene Kinder- und Jugendarbeit in mediatisierten Alltags- und Lebenswelten

Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen stellen sich heute mediatisiert dar. Ihre Bewältigung des Alltags findet somit in hybriden On-/Offline-Räumen statt, in denen sich die Heranwachsenden vielfältig vernetzen und verorten bzw. platzieren, in denen sie gleichzeitig aber auch mit neuen kommunikationskulturellen Problemlagen konfrontiert werden. Diese veränderte Ausgangslage fordert die Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit vielfältig heraus. Notwendig ist die Entwicklung eines professionellen Umgangs, der gleichermaßen die Ermöglichungs- und die Disziplinierungsdimensionen der digital-vernetzten Infrastruktur im Blick hat. Hier liefert die Medienpädagogik eine hilfreiche Orientierung. Mit einem mediensozialisatorischen Zugang zur Alltagswelt der Kinder und Jugendlichen sowie den Konzepten der Medienkompetenz, Medienbildung und Medienpädagogischen Kompetenz eröffnet sie wichtige und notwendige Perspektiven auf das sich wandelnde sozialarbeiterische Handlungsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, wobei Schnittstellen insbesondere auch zur Lebenswelt- und Sozialraumorientierung deutlich werden.

Angela Tillmann, André Weßel

Konsum und Kommerz von jungen Menschen

Junge Menschen verfügen über eigenes Geld und geben es selbstbestimmt aus. Dies ist kein historisch neues Phänomen der modernen Konsumgesellschaft, sondern gehörte auch für frühere Kindergenerationen zum Alltag. Im (fach-)öffentlichen Diskurs zu Konsum und Kommerz im Leben junger Menschen dominieren kritische Bedenken. Getragen sind sie von der Idee kindlicher Schutzbedürftigkeit, die durch die kommerziellen Profitinteressen bedroht scheint. Dem steht die These von der kindlichen Autonomie gegenüber, die sich in Marktteilhabe realisiert.

Lotte Rose

Digitale Medien in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Digitale Medien spielen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit eine Rolle – als Teil der Lebenswelt von jungen Menschen wie von Fachkräften. In diesem Zusammenhang ist die Frage, wie ihre alltägliche Bedeutung sowie der Umgang damit, aber auch der bewusste Medieneinsatz reflektiert und begleitet werden. Besondere fachliche Anforderungen stellen sich hinsichtlich des Umgangs mit Daten im Zusammenhang mit der Nutzung sozialer und mobiler Medien und den Folgen von Metadatenauswertung für die Adressat*innen sowie der Ermöglichung von Teilhabe angesichts der Reproduktion digitaler Ungleichheit.

Nadia Kutscher

Nutzung von Handys und Smartphones durch junge Menschen

Digitale Medien sind ein zentraler Bestandteil der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, sie werden intensiv und auf unterschiedlichste Art und Weise genutzt. Drei Hauptthemen zeigen sich in der Nutzung digitaler Medien durch Jugendliche: Kommunikation, Unterhaltung und Information. Bei vielen Aktivitäten auf dem Smartphone fließen Information, Unterhaltung und Kommunikation ineinander: ‚Spaß‘ und ‚Ernsthaftes‘ sind nicht klar getrennt. Dies macht es herausfordernd, ‚Notwendiges‘ von ‚Unnützem‘ zu unterscheiden. Jugendliche sehen mehr Chancen als Risiken in der Smartphonenutzung. Bezogen auf die Risiken beschäftigen Jugendliche alltägliche Herausforderungen wie Zeitverschwendung, Ablenkung und sozialer Druck. Diese Risiken sind nicht durch einfache Maßnahmen vermeidbar, da sie in der Folge der sozial notwendigen Nutzung entstehen. Im pädagogischen Umgang mit Smartphones gibt es durch die Verwobenheit von Chancen und Risiken keine ‚einfachen‘ Tipps oder Regeln für einen sinnvollen Umgang. Wichtig ist, Jugendlichen Reflexionsgelegenheiten zum eigenen Mediengebrauch zu ermöglichen.

Rahel Heeg, Olivier Steiner

Öffentlichkeitsarbeit für die Offene Kinder- und Jugendarbeit

Methodische Anleitung

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein komplexes, pädagogisches Handlungsfeld. Dies gilt es zu kommunizieren und auch für Außenstehende nachvollziehbar darzustellen. In diesem Artikel werden sowohl die Bausteine der Öffentlichkeitsarbeit sowie ihr rechtlicher Rahmen als auch das eigene Besondere der OKJA betrachtet. Denn Öffentlichkeitsarbeit dient nicht allein der Darstellung von Angeboten der Jugendarbeit, sondern auch der Wertevermittlung sowie der Lobbyarbeit für die Belange junger Menschen. Abgerundet wird der Artikel durch Top Tipps, Best-Practice-Beispiele und eine Tool Box.

Marcus Fink, Carina Lange, Lena Schuster

Die Netflix-Economy kommt – Die Frage lautet nicht ob, sondern wann!

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem großen Ganzen, im Rahmen dessen auch die enorme Veränderungsdynamik des B2B Marketings betrachtet werden muss. Es stellt sich nicht die Frage, ob Amazon eines Tages auch Industrieprodukte mittels 3D-Technologie verkauft, fertigt und sofort versendet, sondern wann. Denn die Notwendigkeit des Umdenkens im Bereich des B2B Marketings geschieht nicht zum Selbstzweck. Die Netflix-Industrie zieht immer größere Bahnen. Es ist das immer transparentere, virtuelle und sich beschleunigende Umfeld, das den B2B Bereich als nächstes treffen wird. Unternehmen und deren Entscheider – und vor allem jene, die nachhaltig erfolgreich sein möchten – müssen sich dieser Veränderung stellen, um nachhaltig zu überleben. Denn, wenn sie es nicht schaffen, das enorme Potenzial von modernem B2B Marketing zu heben, werden sie in Bezug auf den Wettbewerb das Nachsehen haben. Aber der Wettbewerb von heute spielt nur eine untergeordnete Rolle, denn die wahren Wettbewerber der Zukunft sind die Amazons und Alibabas dieser Welt. Dieses Kapitel soll die Ursachen für diesen Veränderungsdruck aufzeigen und dadurch Bewusstsein schaffen, dass nicht nur der gesamte Ausbildungsbereich in der Disziplin Marketing, sondern auch das gesamte Top-Management der Industrie-Unternehmen umdenken muss.

Mike Kleinemaß, Uwe Seebacher

Kapitel 2. Product Placement

Das Kapitel beleuchtet den Begriff Product Placement näher. Dabei wird dieser im Bereich der Sonderwerbeformen eingeordnet und kategorisiert. Neben der ausführlichen Begriffsdefinition liefert das Kapitel Beispiele diverser Unterkategorien und weist die Grenzen des Instrumentes aus.

Volker Zaiss

Kapitel 6. Wirkungsweisen der Kombination der Instrumente Product Placement und Co-Promotion

In diesem Kapitel wird anhand einer Studie die Einbettung der Sonderwerbeform Product Placement in Gesamtkampagnen genauer beleuchtet, wobei die Wechselwirkung mit weiteren Werbemitteln einer Co-Promotion im Vordergrund der Betrachtung steht. Dieses Kapitel widmet sich damit der Beantwortung der Frage nach der kognitiven und affektiven Wirkung der Kombination der Instrumente Product Placement und Co-Promotion auf den Rezipienten.

Volker Zaiss

Kapitel 5. Forschungsstand zur Wirkung von Product Placement und Co-Promotion

In diesem Kapitel wird die Wirkung der beiden Sonderwerbeformen Product Placement und Co-Promotion anhand des aktuellen Forschungsstandes beleuchtet. Seit Mitte der 1980er-Jahre steigt die Aufmerksamkeit für Product Placement durch den Einsatz in großen Blockbustern. Dadurch ist auch das Interesse der Forschung am Thema stetig gestiegen.

Volker Zaiss

Potenziale der digitalen Transformation und Auswirkungen auf Marketinginstrumente

Eine der aktuell größten Herausforderungen im Bereich Marketing ist die digitale Transformation. Besonders für Berufseinsteiger, ältere Arbeitnehmer und kleinere Unternehmen stellt der schnelle Wandel der digitalen Marketingwelt eine große Herausforderung dar. Das Ziel dieses Artikels ist es, die Auswirkungen und Potenziale der digitalen Transformation auf Marketinginstrumente zu untersuchen und einen komprimierten Überblick über die Thematik zu verfassen. Um den Status quo im Bereich Digital Marketing möglichst genau abbilden zu können, wurden Experten aus diversen Branchen interviewt. Die Ergebnisse der Experteninterviews ermöglichen es, die aktuellen Herausforderungen und Lösungsstrategien von branchenrepräsentativen Unternehmen transparent darzustellen und zu analysieren. Zusätzlich runden eine Handlungsempfehlung und ein Ausblick in die Zukunft den Artikel ab.

Sophia Spranger, Meike Terstiege

Arbeitsplatznahes Lernen mit Augmented Reality

Untersuchungen zum Einsatz von Augmented Reality als Lerntechnologie in der Serienmontage, verbunden mit einem Promotionsvorhaben zur industriellen Anwendung.

Janis Venitz, Thomas Bauer, Andreas Görthofer, Gerd Gidion

Kapitel 4. Theorien mittlerer Reichweite und ihre Anwendbarkeit auf das Phänomen „Terrorismus“

Wie unter Abschnitt 3.4 bereits erwähnt, wird das Akteurs-Viereck jedem Unterkapitel vorangestellt, um zu verdeutlichen, dass in dieser Arbeit Terrorismus zwar als Prozess erfasst wird, aber auch immer nicht-lineare Handlungsrelationen vorliegen. Theorien mittlerer Reichweite setzen besonders nah an der Phänomen-Ebene an. Deshalb inkludiert dieses Kapitel viele deskriptive Passagen, um das Phänomen „Terrorismus“ umfassend darzustellen.

Liane Rothenberger

Kapitel 5. Terrorismus aus Perspektive kommunikationswissenschaftlicher Basistheorien

Wurden in den bisherigen Kapiteln Verbindungen von Terrorismus und Kommunikation auf Basis von Theorien mittlerer Reichweite dargestellt, soll es im folgenden Teil nun dezidiert um eine Aufarbeitung verschiedener kommunikationswissenschaftlicher Basistheorien und ihres Beitrags zu Terrorismusforschung und -verständnis gehen, also darum, inwiefern diese Theorien hilfreich sind, die dem Terrorismus inhärenten Kommunikationsaspekte aufzuschlüsseln. Freilich stammen diese Theorien nicht originär aus der doch relativ jungen Kommunikationswissenschaft, sondern sind vorwiegend soziologische Gesellschaftstheorien. Da sie inzwischen im Fach aber verwurzelt sind, sozusagen zum „Stammrepertoire“ gehören, für die Kommunikationswissenschaft passend gemacht und übertragen wurden, wurden sie in der Überschrift als „kommunikationswissenschaftliche Basistheorien“ betitelt.

Liane Rothenberger

Kapitel 7. Fokus: der neue Intelligenzquotient

Unser heutiges Leben ist geprägt von dauernden Unterbrechungen und fast unbegrenzten Möglichkeiten, uns ablenken zu lassen. Mit Konsequenzen: unsere Aufmerksamkeitsspanne sinkt immer mehr, da unser Geist durch die ständigen medialen Reize überaktiviert wird und nicht lange an einem Ort verweilen kann. Er wandert während rund 50 % unserer Wachzeit und führt uns überall hin, nur nicht dahin, wo wir aktuell sind. Wir verzetteln uns und bringen häufig Sachen nicht zu Ende, weil wir uns von etwas anderem ablenken lassen. Wir machen mehr Fehler, haben ein schlechteres Gedächtnis und sind langsamer, d.h. insgesamt deutlich weniger effizient und produktiv. Einen negativen Einfluss auf unsere Konzentrationsfähigkeit hat die teilweise exzessive Nutzung der digitalen Geräte. Ausserdem versuchen wir oft, viele Dinge gleichzeitig zu tun. Doch Multitasking ist kontraproduktiv – ja, eigentlich gibt es dieses gar nicht. Denn unser Gehirn kann nicht zwei Dinge gleichzeitig denken. „Eines nach dem anderen“ sollte es also heissen anstatt „alles gleichzeitig“. Seien Sie wieder einmal im Moment. Halten Sie Langeweile aus. Legen Sie Ihre mobilen Geräte für eine gewisse Zeit beiseite. Ihr Geist und Ihr Körper werden es Ihnen danken – mit mehr Zufriedenheit, Gelassenheit und einer besseren Konzentration, also insgesamt einer höheren Leistungsfähigkeit. Deshalb teile ich die Meinung von Cal Newport, US-Professor für Computerwissenschaften: „Fokus ist der neue Intelligenz-Quotient“.

Claudia Kraaz

Social Media in der öffentlichen Verwaltung

Die öffentliche Verwaltung steht vor der größten kommunikativen Herausforderung in ihrer Geschichte. Social Media prägt die Welt der Kommunikation und zwingt auch öffentliche Institutionen zum Handeln. Dieses Kapitel widmet sich der Frage, warum der Einsatz von Social Media für öffentliche Verwaltungen mit besonderen Herausforderungen verbunden ist und welche Chancen sich gleichermaßen auftun. Auf dem Weg zu E-Government und Smart Cities führt kein Weg an zeitgemäßer digitaler Kommunikation veorbei. Dazu müssen in den Verwaltungen organisatorische Entscheidungen getroffen und die Mitarbeitenden mit grundlegenden Kenntnissen und Kompetenzen ausgestattet werden.

Dominik Fehringer

Erreichbarkeit von Zielgruppen – Informations- und Mediennutzungsverhalten in Deutschland

Bevor man der Frage nachgeht, wie und in welcher Form am besten unterschiedliche Social-Media-Kanäle für die Kommunikation kommunaler Themen eingesetzt werden und somit ein wirksames Tool für die Interaktion der Kommunen mit ihren spezifischen Zielgruppen darstellen können, muss man sich ein paar generelle Gedanken machen, welche Stakeholder und Zielgruppen überhaupt auf diesem Weg bei welchen Themenkategorien erreichbar sind. Gerade aktuelle Fälle wie die Kommunikation während der Corona-Krise zeigen, wie man im Rahmen der Mediaplanung digitale Kanäle in das Gesamtspektrum der Kommunikationskanäle einordnen kann.

Thomas Breyer-Mayländer, Marc Löffel

Kapitel 12. Online-Werbung

Hintergründe, Funktionsprinzipien, Formen und Formate, Anbieterstruktur und Marktentwicklung

Als ich 1995 meine erste Internetagentur gründete, verstand man unter Online-Werbung die Verlinkung eines Werbebanners (zumeist eine GIF-Datei) mit einer bestimmten Webseite. Meistens wurden Werbeplätze noch direkt beim Anbieter gebucht, AdServer gab es selten und Werbevermarkter noch seltener. Mehr gab es damals im Grunde nicht zu schreiben zum Thema Online-Werbung. Heute ist Online-Werbung ein Milliardenmarkt und man könnte ohne Probleme einen ziemlich dicken Wälzer dazu verfassen. Wer heute effiziente Online-Werbung betreiben möchte, hat viele Hausaufgaben zu erledigen. Und er hat die Qual der Wahl, was Anbieter, Werbemittel und Buchungsart angeht.

Erwin Lammenett

Kapitel 1. Einführung

Definition, Begriffsabgrenzung und Entwicklung des Online-Marketings in den vergangenen 25 Jahren

Dieses Buch ist ein Grundlagenwerk mit starkem Praxisbezug. Frei nach dem Zitat von Helmut Kohl: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“, erläutere ich in diesem Werk auch einige historische Aspekte des Online-Marketings. An vielen Stellen wird die Theorie durch praktische Beispiele ergänzt und verdeutlicht. Dieses Buch erhebt aber nicht den Anspruch, mit einem Spezialwerk aus einer einzelnen Online-Marketing-Disziplin zu konkurrieren.

Erwin Lammenett

Kapitel 4. Geschäftssysteme und Benchmarks im E-Commerce

Der Ausgestaltung des Geschäftssystems kommt eine Schlüsselrolle im Online-Handel zu. Sie ist auch Basis für Kanalexzellenz, die erfolgreiche Online-Händler auszeichnet. Diese sind in der Lage, mit ihren Leistungen im E-Commerce den Benchmark zu setzen, und nutzen alle Möglichkeiten der modernen Interaktion. Insgesamt sind acht zentrale Erfolgsfaktoren für das Vorliegen von Webexzellenz im B2C zu beachten. Eine große Herausforderung ist jedoch zunehmend die Nachhaltigkeit der Erfolgsfaktoren, da der Wettbewerb sich immer schneller anpasst.

Gerrit Heinemann

Kapitel 2. Geschäftsmodell des Online-Handels

Online-Handel ist zur wichtigsten Form des Distanzhandels geworden und hat im interaktiven Handel schon lange den Katalogversand abgelöst. Er stellt einen Teil des E-Commerce dar und profitiert von den Netzwerkeffekten der Plattformökonomie. Diese ergeben sich auch aus der Kundenzentriertheit, die deswegen Basis für das Geschäftsmodell eines jeden Online-Händlers sein sollte. Losgelöst von der funktional orientierten Marketinglehre rücken Leidenschaft und Glaubwürdigkeit der gesamten Unternehmensführung und ein bedingungslos am Kundenwunsch ausgerichtetes Unternehmen in das Zentrum der geschäftlichen Aktivitäten. Diese Art der „neuen Kundenorientierung“ durchdringt das komplette Geschäftssystem des Unternehmens und gibt Mitarbeitern zugleich einen Orientierungsrahmen für ihre täglichen Entscheidungen vor.

Gerrit Heinemann

Kapitel 1. Meta-Targeting und Geschäftsideen im Online-Handel

Mit der weiter zunehmenden Internetnutzung in Hinblick auf die Nutzerzahlen sowie die Nutzungsintensitäten steigen die Umsätze im Online-Handel nach wie vor rasant an. Die Corona-Krise beschleunigt diese Entwicklung. Das digitale Universum wird immer mehr durch mobile Internetnutzung geprägt, die auch die Kundenorientierung erheblich verändert. Diese ändert sich ohnehin fortwährend durch neue Trends, die wiederum durch neue Kundenerwartungen genährt werden. Zugleich beschleunigt sich der Konzentrationsprozess weiter, wodurch der Abstand zwischen dem Marktführer Amazon und dem Verfolgerfeld und dabei vor allem den Traditionsunternehmen immer größer wird. Deswegen kommt der Beschleunigung digitaler Reifegrade und dem Abbau digitaler Barrieren ein hoher Stellenwert zu.

Gerrit Heinemann

Das Digitale und das Politische

Alltags- und subjektorientierte Zugänge der Politischen Bildung

In diesem Beitrag wird aus einer politikdidaktischen Perspektive der Zusammenhang von Digitalem und Politischem reflektiert und Einblick gegeben, warum dieses Verhältnis relevant für die Politische Bildungsarbeit ist. Dabei wird der Einfluss beider Bereiche auf die politische Kultur und die Vorstellungen von Lernenden in Bezug auf politische und gesellschaftliche Themen erläutert. Vor diesem Hintergrund wird der Bedarf für eine Politische Bildung, die sich mit den Lernenden und deren Verständnissen, Perspektiven sowie Handlungsoptionen befasst, herausgestrichen.

Lara Möller, Dirk Lange

Digitales politisches Handeln von Kindern und Jugendlichen in Projekten der politischen Bildung?

Im Mittelpunkt des Beitrages steht der empirische Blick auf digitales politisches Handeln von Schüler*innen in Kontexten politischer Bildung. Dabei wird davon ausgegangen, dass politische Partizipation ein zentrales Ziel politischer Bildung ist und dass politisches Handeln junger Menschen vermehrt in digitalen Arenen stattfindet. Im Beitrag wird politische Partizipation als Ziel politischer Bildung begründet und ein Modellprojekt der politischen Bildung beschrieben, in dem junge Menschen pädagogisch und didaktisch begleitet Gelegenheiten zum politischen Handeln bekamen. Neben der Thematisierung von Hoffnungen und Problemen, die mit digitaler politischer Partizipation verbunden werden, wird der empirisch beforschte Umgang von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Partizipationsmöglichkeiten in Kontexten eigenen politischen Handelns in dem Modellprojekt politischer Bildung beschrieben. Abschließend werden Handlungsempfehlungen für eine politische Bildung gegeben, die politische Partizipation in ihr Zentrum stellt.

Alexander Wohnig

Ungleichheit als Herausforderung digitaler Partizipation von Schüler*innen

Der Beitrag geht von der Frage aus, wie sich Phänomene sozialer Ungleichheit auf die Möglichkeiten von Schüler*innen auswirken, medial vermittelt an Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen teilzuhaben. Dazu werden die Ergebnisse der internationalen Vergleichsstudie ICILS von 2013 und 2018 enlang mehrerer Zugangsdimensionen des digital divides dargestellt. Insbesondere für die Dimension der „Digitalen Kompetenzen” konnten die Autoren der Studie erhebliche herkunftsbezogene soziale Disparitäten zwischen den Schüler*innen und damit einen deutlichen Zusammenhang zwischen ihren computer- und informationsbezogenen Kompetenzen und ihrem sozialen Hintergrund aufzeigen. In einem letzten Schritt werden die Implikationen dieser Befunde für eine ‚digitale‘ Partizipation von Schüler*innen diskutiert und das Dilemma skizziert, das medial vermittelte schulische Beteiligungssettings in Hinblick auf die ungleichen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen, adäquat mit Medien und Medieninhalten umzugehen, herausfordert.

Tim Rogge

Electric Voting Man. Ausblicke auf posthumanistische politische Bildungen in der augmented democracy

Digitalisierung gilt als Bezeichnung für die umfassende (technologische) Transformation der Gegenwartsgesellschaft. Dieser Prozess wird aber nur unzureichend erfasst, wenn er überwiegend als Merkmal der Informationsverarbeitung und -vermittlung diskutiert wird. Neuere Beiträge thematisieren Digitalisierung deshalb als gesellschaftliches Strukturprinzip. Die digitale Transformation muss in ihren Folgen für die politische Bildung von Subjektivität demnach deutlich radikaler gelesen werden als es auf der Grundlage klassischer Unterscheidungen möglich ist: nicht als ein dem Menschen äußerlicher, technisch-medialer Prozess, sondern als Veränderung der Existenzweise. Im Beitrag werden mögliche Konsequenzen für eine posthumanistische politische Bildung skizziert.

Werner Friedrichs

Artificial Companions, Social Bots und Work Bots: Kommunikative Roboter als Forschungsgegenstand der Kommunikations- und Medienwissenschaft

Wir leben in Zeiten tiefgreifender Mediatisierung. Damit ist gemeint, dass unsere heutigen Gesellschaften mit digitalen Medien und Infrastrukturen so durchdrungen sind, dass diese konstitutiv geworden sind für die soziale Welt. Indem digitale Medien auf Software basieren, sind sie nicht nur Mittel der Kommunikation, sondern auch der fortlaufenden Datengenerierung und -auswertung geworden. Ausgehend von diesen Überlegungen wird in diesem Beitrag das Phänomen der kommunikativen Roboter als einem an Relevanz gewinnenden Gegenstand der Kommunikations- und Medienwissenschaft näher betrachtet. In einem ersten Schritt werden Artificial Companions, Social Bots und Work Bots als Beispiele kommunikativer Roboter beleuchtet, um so zu einer Grundlage der Beschreibung des Phänomens zu gelangen. Dies dient in einem zweiten Schritt dazu zu fassen, was die Herausforderungen einer kommunikations- und medienwissenschaftlichen Beschäftigung mit kommunikativen Robotern sind. Ausgehend hiervon wird dann deutlich gemacht, dass kommunikative Roboter an der Schnittstelle von automatisierter Kommunikation und kommunikativer Automatisierung zu sehen sind.

Andreas Hepp

Dominante Strukturen und Akteure der Digitalisierung: von „Digital Divide“ auf Mikro-Ebene zu „Digital Inequality“ auf Makro-Ebene

Die rasche Verbreitung des Internets in den meisten westlichen Ländern ging mit verschiedenen Phänomenen des ungleichen Zugangs zum Internet und der unterschiedlichen Nutzung des Internet einher. Der Beitrag befasst sich im ersten Teil mit der Entwicklung der wichtigsten theoretischen Perspektiven und empirischen Befunde für digitale Unterschiede auf Mikroebene wie Klüfte bezüglich Bildung, Alter, Geschlecht oder ethnischer Herkunft. Der zweite Teil fokussiert auf die politökonomische Makro-Perspektive der globalen Akteure, Strategien und Auswirkungen des Plattform- und Überwachungskapitalismus im digitalen Strukturwandel der Gesellschaft. Abschließend werden politische Implikationen diskutiert und Empfehlungen formuliert.

Heinz Bonfadelli, Werner A. Meier

Der digitale Strukturwandel aus zeitgeografischer Perspektive

Im Roundtable 1 des Mediensymposiums wird die Frage aufgeworfen, ob der derzeitig beobachtbare digitale Transformationsprozess als Vertiefung der ökonomischen Eigenlogik des Systems, also des zweiten Strukturwandels der Öffentlichkeit, beschrieben werden kann oder ob wir es mit einem dritten Strukturwandel zu tun haben, bei dem die Logik der Algorithmen eine Fundamentalzäsur darstellt. Dieser Beitrag möchte diese Frage anhand von Überlegungen zum Faktor Zeit und Zeitgestaltung durch Anbieter und Rezipienten von Medieninhalten beantworten. Die Bedeutung der Zeit im Kommunikationsprozess lässt sich mit Rückgriff auf Norbert Elias begründen, für den jegliches Medienhandeln auch Zeithandeln ist, und zwar sowohl auf Seiten der Rezipienten als auch auf Seiten der Kommunikatoren.

Olaf Jandura

Von kollektiver zu konnektiver Logik? Mediennutzung und politisch-gesellschaftliche Beteiligung im Zeit- und Ländervergleich

Die sozialen Medien haben keinen guten Ruf. Sie werden in der öffentlichen Debatte häufig mit Fake News, Hate Speech und einer kurzfristig aufflammenden Erregungskultur assoziiert. Andererseits lassen allein die radikal reduzierten Kommunikationskosten – auch jenseits einer überspannten Erwartung einer deliberativen Öffentlichkeit im Internet – eine partizipationsfördernde Wirkung vermuten.

Maren Beaufort, Josef Seethaler

Von der Logik der Öffentlichkeit zu Mechanismen öffentlicher Kommunikation

Der vorliegende Beitrag verfolgt zwei miteinander verbundene Problemstellungen. Zum einen verfolgen wir die Frage, welche veränderten medialen und sozialen Aspekte bestehende Modelle öffentlicher Kommunikation für eine Analyse der Folgen des Medienwandels stärker in den Blick nehmen sollten. Zum anderen gehen wir der Frage nach, in welcher Form bestehende Modelle öffentlicher Kommunikation für die Analyse dieser Veränderungen anwendbar und übertragbar sind bzw. an welchen Stellen Erweiterungen notwendig erscheinen.

Udo Göttlich, Martin R. Herbers

Neue Öffentlichkeitsdynamiken: Zu selbstverstärkenden, plattformübergreifenden Effekten von ‚Popularität‘

Dieser Beitrag entwickelt einen konzeptionellen Rahmen, der die Unterscheidung verschiedener Dimensionen von Datafizierung sowie die Beobachtung von deren Ineinanderwirken ermöglicht. Um dies zu veranschaulichen, wird das entwickelte Analyseschema auf ein Fallbeispiel angewendet: den US-amerikanischen Wahlkampf 2016 und insbesondere die Kommunikation über die Präsidentschaftsdebatten.

Silke Fürst

Wie kann die Kommunikations- und Medienwissenschaft auf den Medienwandel reagieren?

Im Zuge der Digitalisierung hat ein grundlegender Medienwandel stattgefunden. Gleichzeitig hat die Nutzung digitaler Kommunikation zulasten anderer Kommunikationsformen zugenommen. Innerhalb der Kommunikations- und Medienwissenschaft (KMW) dürfte weitgehender Konsens darüber bestehen, dass dieser Wandel stattgefunden hat und noch nicht abgeschlossen ist, dass er theoretisch berücksichtigt werden muss und empirische Forschung zukünftig verstärkt auf digitale Methoden angewiesen sein wird. Kein Konsens besteht darüber, 1) wie das Fach darauf reagieren sollte – etwa mit einem weiterentwickelten (ausgeweiteten?) Selbstverständnis.

Alexander Haas, Hans-Bernd Brosius

Öffentlichkeit als Zeichenorganisation: Strukturwandel von 1.0 bis 4.0?

In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie Öffentlichkeit als kommunikatives Organisationsprinzip politischer Ordnung sich mit den digitalen Medien ändert. Es ist insofern buchstäblich ein Beitrag, da die Beantwortung dieser Frage äußerst komplex ist und noch weiter sowohl in ihren theoretischen Bezügen als auch empirisch untersucht werden muss. Hier geht es zunächst darum, die mit den neuen Medienformen zusammenhängenden Organisationsprinzipien analytisch in den Blick zu nehmen. Mein Ausgangspunkt ist dabei ein dynamisches Konzept zur Analyse von Öffentlichkeit.

Kornelia Hahn

Dem digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit auf der Spur – Zur Einführung

Nachdem das Mediensymposium in der Vergangenheit immer wieder grundlegende Fachdebatten etwa zum Begriff der „Mediengesellschaft“ animieren konnte, stellte es in seiner letzten Tagung das Thema digitaler Strukturwandel der Öffentlichkeit zur Diskussion. Der digitale Transformationsprozess der öffentlichen Sphäre sollte historisch verortet und es sollte kritisch reflektiert werden, inwieweit bestehende Modelle und Theorien von „Öffentlichkeit“ noch tragen. Es interessierte, wie sich die öffentliche Kommunikationslogik als Folge von Datafizierung und Algorithmisierung verändert, welche Folgen sich daraus für die kommunikative Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit ergeben und wie diese Veränderungen empirisch erfasst werden können. In dieser Einleitung werden die wesentlichen Erträge dieses Sammelbandes zusammengefasst.

Mark Eisenegger

Die Öffentlichkeit der Plattformen: Wechselseitige (Re-)Institutionalisierung von Öffentlichkeiten und Plattformen

Dieser Beitrag schlägt vor, den gegenwärtigen tiefgreifenden Wandel der gesellschaftlichen Kommunikation als einen Prozess zu verstehen, der maßgeblich durch die wechselseitige (Neu-)Institutionalisierung von Öffentlichkeiten und Plattformen geprägt ist. Es wandeln sich in diesem Prozess nicht nur Medienstrukturen und Öffentlichkeiten, sondern auch die Plattformen. Die neuen Plattformen selbst sind kontingent - mit anderen Worten: Sie könnten auch anders sein. Im Beitrag wird zunächst eine institutionentheoretische Perspektive auf Medienwandel und Plattformen eingeführt, die an die jüngere Wiederentdeckung der Institutionentheorie in der Kommunikationswissenschaft anknüpft. Mithilfe dieses Rahmens wird dann zuerst knapp die intensive und umfassende Forschung zum Öffentlichkeitswandel resümiert und die von Plattformen mitgestaltete Neu-Institutionalisierung von Öffentlichkeit rekonstruiert. Darauf folgt die andere Facette der wechselseitigen Institutionalisierung: Die Institutionalisierung von Plattformen wird nachgezeichnet als nicht-linearer Prozess, der nicht allein von technischen und ökonomischen Überlegungen der Plattformen abhängt, sondern ebenso von politischen und gesellschaftlichen Kontroversen.

Christian Katzenbach

15. Zeit fürs Bett – doch die Gedanken kreisen noch

Soziale Medien – Denken in Szenarien – Lebensmanagement als Controllingaufgabe – Zufriedenheit und Glück

Jörg B. Kühnapfel

Kapitel 8. Überblick über die Ergebnisse der Studie

Der Überblick über die Forschungsergebnisse erfolgt in mehreren Unterkapiteln. Zunächst werden Vorstellungen von Lehrpersonen und Vorstellungen von Schüler*innen zur schulischen Politischen Bildung in jeweils einem eigenen Unterkapitel präsentiert. Ein weiteres Unterkapitel berichtet über die Ergebnisse aus der Gegenüberstellung der Lehrer*innen- und Schüler*innenperspektiven.

Thomas Stornig

Kapitel 3. Gegenwartsdiagnosen zu Kindheit und ihrem Wandel

Nachdem in Kapitel 2 grundsätzliche konzeptionelle Fragen rund um Kindheit geklärt wurden, soll im Folgenden ein genauerer Blick auf aktuelle Entwicklungen und Trends geworfen werden, die das Aufwachsen von Kindern prägen. Dabei wird auch versucht, den Anspruch auf Differenziertheit einzulösen, den Kapitel 2 aufwirft. Der Erkenntnis entsprechend, dass Kindheit und Kindsein kultureller Variabilität unterliegen, beziehen sich die nachfolgenden Gegenwartsdiagnosen in erster Linie auf Lebensbedingungen von Kindern im europäischen Raum und in den USA und erheben keinen Anspruch auf Gültigkeit auch in anderen Weltregionen.

Astrid Ebner-Zarl

Kapitel 2. Genauere Annäherung an das Phänomen „Kindheit“

Wenn wir von Entgrenzung der Kindheit sprechen, tut sich unweigerlich die Frage auf: Was ist ein Kind? Wann ist jemand ein Kind? Was macht Kinder aus? Unter entgrenzten Bedingungen ist dies nicht leicht zu sagen, da Entgrenzung ja bedeutet, dass sich ehemalige Gewissheiten über Kinder und Kindheit aufgelöst haben oder zumindest in Auflösung befinden. Andererseits: Gab es diese Gewissheiten jemals wirklich? Die folgenden Kapitel widmen sich diesen Fragen.

Astrid Ebner-Zarl

Kapitel 1. Definition von Entgrenzung

Der Entgrenzungsbegriff wird zur Beschreibung diverser gesellschaftlicher Veränderungen verwendet, die mit dem Verschwimmen von bislang klaren oder als klar empfundenen Einteilungen einhergehen. Entgrenzung bezeichnet demnach das Brüchigwerden, die Verschiebung oder sogar die Auflösung von Grenzen im vielfältigsten Sinne: Diese Grenzen, die von Zerfallsprozessen betroffen sind, können z. B. entlang von räumlichen oder symbolischen Lebensbereichen verlaufen sein, entlang von Institutionen, Lebensphasen, Tätigkeiten, Rollen, Funktionen oder sozialen Klassen und Schichten.

Astrid Ebner-Zarl

Kapitel 8. Ausblick auf künftige Forschung und Medienproduktion

Überprüfungen der oben formulierten Hypothese sind mit methodischen Herausforderungen behaftet.

Astrid Ebner-Zarl

Kapitel 1. Das Spielfeld: Was ist Storytelling mit Daten?

Der Mensch ist ein Sinnsucher. Mit seinen Geschichten organisiert er die Welt, vernetzt sich mit anderen und konstruiert Zusammenhänge. Das Storytelling ist deshalb so effektiv, weil es tief in den Strukturen unseres Gehirns angelegt ist. Immer mehr dieser Geschichten speisen sich heute aus Daten. Ob Daten das neue Öl, Gold oder auch Plutonium sind: Letztlich sind es wir Menschen, die den Daten diese Bedeutungen zuschreiben. Beim Storytelling haben Daten eine Doppelrolle: Sie sind Inhalt und Kontext der Botschaft.

Hans-Wilhelm Eckert

Kapitel 5. Das Konzept für Ihre Markenführung

Dieses Kapitel stellt vor, welche Bedeutung das Konzept für die Markenführung hat, aus welchen Teilen es besteht und welche Fragen Sie sich für die systematische und langfristige Gestaltung Ihrer Forschermarke stellen sollte. Das Kapitel geht auf die vier Bausteine der Konzeption ein – Analyse, Planung, Kreation und Kontrolle – und erläutert, wie Forschende vorgehen sollten. Im Mittelpunkt der Konzeption stehen Ziele, Strategien und Maßnahmen, zu denen Lesende zahlreiche Hinweise und Beispiele findet.

Georg Adlmaier-Herbst, Annette Mayer

Evidenz in Serie? Zeit- und Wirklichkeitsbezüge serieller Fernsehformate im digitalen Wandel am Beispiel von Germany‘s Next Topmodel und dem Neo Magazin (Royale)

Allen Unkenrufen zum Trotz geht dieser Beitrag von der These aus, dass das Fernsehen im digitalen Zeitalter nicht das Nachsehen hat, sondern gerade durch die Verknüpfung mit den Sozialen Medien zum neuen Paradigma der Wissensordnung in der digitalen Welt werden kann. Wenn im Neo Magazin Royale der vermeintliche ‚Digital Citizen’ regelmäßig vorgeführt wird, aber auch wenn Germanys Next Topmodel seine Zuschauer*innen im 60-Minuten-Takt mit Statusmeldungen versorgt – dann werden hier unterschiedliche Facetten des digitalen Wandels sichtbar und normativ gerahmt. Solchen Sichtbarwerdungen des digitalen Wandels widmet sich dieser Beitrag. Im Fokus steht dabei, wie sich die Bezüge des Televisuellen zur außerfilmischen Wirklichkeit durch die „digitale Expansion des seriellen Prinzips“ verändern und welche Stellung dem Fernsehen im Hinblick auf seinen realitätsbildenden Charakter heute überhaupt noch zukommt.

Anja Peltzer

Konzepte und Strategien einer außerschulischen ökonomischen Bildung

Beim Erkenntnistransfer der Wirtschaftswissenschaften ins breite Publikum kom-men meistens Informationsstrategien zum Einsatz, die auf Broschüren, Stellungnahmen oder Expert*innenauftritte in Massenmedien zurückgreifen. Dagegen zielt die außerschulische ökonomische Bildung auf Lernfortschritte mit Langzeitwirkung bei ihren Zielgruppen ab. Im Grunde geht es um das Wissensfundament, das es ermöglicht, die Expert*innen zu verstehen.

Günther Seeber

Kapitel 4. Religionspädagogische Elemente des Videodramas

In den vorangegangenen Kapiteln dieser Arbeit wurden vor allem die Methoden und Elemente, aus denen sich das Videodrama speist, systematisiert, aufgearbeitet, aktualisiert, infrage gestellt und erweitert. Das Videodrama wurde als Projekt beschrieben und bearbeitet. Im folgenden Kapitel soll es im Kontext der religionspädagogischen Konzeptionen und Diskurse betrachtet werden, in denen Gutmann das Konzept verortet – auch wenn er das nie ausdrücklich tut.

Julian Sengelmann

5. Kaufst Du noch oder „influenzt“ Du schon? – Handel 4.0

Im Handel liegt der Nutzungsgrad der KI bereits heute besonders hoch. Dort bringt sie die traditionellen Wirtschaftsstrukturen bereits in Gefahr und verursacht damit auch weitreichende gesellschaftliche Implikationen. Kritiker sprechen bereits vom Plattform-Kapitalismus, der die Welt auf ein globales Einkaufsdorf mit reduziertem Warenangebot schrumpfen lässt. Andere bewahren die Zuversicht, dass sich ein Variantenreicher Konsum im Nicht-KI-Sektor erhalten wird.

Günter Cisek

Kapitel 31. Deutsche wollen weniger Stress – doch wie?

Alle Jahre wieder wünschen die Menschen sich weniger Stress. Sogar die Jüngeren, die eine Welt ohne Internet und Smartphone gar nicht mehr kennen, wollen weniger online sein. In diesem Artikel werde ich erst die Herausforderungen mit dem Stress beschreiben und dann einige Antworten aus der östlichen und westlichen Philosophie vorstellen.

Stephan Schleim

Kapitel 5. Rezeptionstheorie

Auf den folgenden Seiten wird der theoretische Rezeptionsansatz der vorliegenden Arbeit erläutert. So werden die unterschiedlichen Perspektiven zur Rezeptionsforschung untersucht. Man geht hier von der Idee einer aktiven Rezeption aus. Dafür wird auf zwei Gruppen theoretischer Ansätze und deren Differenzen eingegangen: der Uses-&-Gratifications-Ansatz und die Cultural Studies. Anschließend werden die verschiedenen Phasen des letzten Ansatzes und deren jeweilige Schwerpunkte zusammengefasst. Zum Schluss wird für die Notwendigkeit der Komplementarität der Cultural Studies und des symbolischen Interaktionismus plädiert, um die Rezeptionsprozesse zu verstehen.

Patricia Carolina Saucedo Añez

Kapitel 2. Politik und Medien

Mediale Krankheitsinszenierungen politischer Akteure sind bislang nicht zum Gegenstand systematischer soziologischer Untersuchungen geworden. Dennoch kann die vorliegende Studie an eine Reihe theoretischer Vorarbeiten anschließen. Fruchtbare Orientierungen bieten zunächst einmal konzeptionelle Auseinandersetzungen mit den medialen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich die Produktion und Nutzung von Politikdarstellungen in der Presse, im Rundfunk und in Online-Medien vollziehen.

Matthias Bandtel

Ist nachhaltig „normal“?

Nachhaltigkeit als Konsum-Kompass und Selbst-Moralisierung im Umgang mit Konsumgütern

Der Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit Nachhaltigkeit bereits „normal“ ist, sich also in alltäglichen Verhaltens- und Konsummustern etabliert hat. Mit einer quantitativen Befragung wurden Veränderungen im Umgang mit (Konsum-)Gütern in Österreich zwischen 2015 und 2019 erhoben. Die Ergebnisse wurden durch narrative Interviews ergänzt und reflektiert, die mit einem innovativen Storytelling-Konzept Nachhaltigkeitsnarrativen und Dissonanzen in Bezug auf Nachhaltigkeit als normativem Rahmenwerk für individuelles Handeln nachgingen. Die zentralen Ergebnisse der Studie zeigen, dass Nachhaltigkeit als moralischer Kompass im Bewusstsein der Konsument*innen in Österreich angekommen ist, insbesondere, wenn es um die Nutzungsdauer von Produkten, speziell von Smartphones, geht. Konkrete Handlungsveränderungen werden aber weniger durch eine „Moralisierung“ mit Nachhaltigkeit als „Konsum-Kompass“, sondern vielmehr durch positive Erfahrungen der Peergroup, Vorbilder in der Familie oder entsprechende kommunikative Aushandlungsprozesse im Sinne einer Selbstmoralisierung in der persönlichen Nahwelt beeinflusst.

Franzisca Weder, Renate Hübner, Denise Voci

Open Access

Kapitel 4. Entwicklung eines digitalen Lehr- und Lernarrangements für das deutsche Handwerk

Das BMBF/ESF Projekt FachWerk entwickelte während der dreijährigen Projektlaufzeit ein multimediales Lehr- und Lernarrangement zur Adoption von Informations- und Kommunikationstechnologien im deutschen Handwerk. Ziel ist die digitalisierte Fachkräftequalifizierung für die zukünftige Arbeitswelt. Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Mega- und Technologietrends sowie Erfolgsfaktoren identifiziert, Bedarfe für zukünftige Qualifikationen definiert, ein konkretes Lehrkonzept gestaltet und darauf basierend die digitale Lehr- und Lernplattform entwickelt, getestet und evaluiert. Die nachhaltige Verwertung der Plattform wird durch assoziierte Partner langfristig sichergestellt. Die Plattform dient somit als ein wichtiger Schritt zur digitalen Transformation des Handwerks.

Patrick Spieth, Christoph Klos, Tobias Röth, Ludger Schmidt, Johannes Funk, Anna Klingauf, Steffi Robak, Moritz Knaut, Maria Klimpel, Lena Heidemann, Friedrich Schüttler, Heiko Gringel

Kapitel 6. Kommunikationsfreiheit global

Wir haben bislang die Entwicklung der Idee der Kommunikationsfreiheit und ihre schrittweise Durchsetzung in der westlichen Welt verfolgt. Nicht erst seit heute, vor dem Hintergrund der Globalisierung, erheben sich die Fragen, ob Kommunikationsfreiheit weltweit gilt und wie es tatsächlich in andern Ländern um sie bestellt ist. Ist Kommunikationsfreiheit also ein universeller Wert, der unabhängig von Religion, Kultur oder politischer Ordnung gilt ?

Klaus Beck

Kapitel 3. Lernen im Alter und Altenbildung

Kap. 3 skizziert Grundzüge der Geragogik, einer jungen Wissenschaft an der Schnittstelle von Gerontologie und Erziehungs- und Bildungswissenschaft, die sich in Theorie und Praxis mit der Bildung und Weiterbildung von älteren Menschen in der zweiten Lebenshälfte und der Gestaltung von Lern- und Bildungsprozessen im Alter befasst. Bildungsteilnahme älterer Menschen erfolgt freiwillig und geschieht sowohl aus Interesse als auch mit der Motivation, Spaß haben zu wollen. Um ein niedrigschwelliges pädagogisches Medienbildungsangebot für bislang internetferne Senior*innen unterschiedlicher sozialstruktureller Hintergründe erfolgreich zu gestalten, wird für die Konzepterstellung auf Erkenntnisse und Empfehlungen der Geragogik zurückgegriffen, insbesondere auf einen Teilbereich der Geragogik, die Sozialgeragogik, die auf die Schnittstelle zwischen Erwachsenenbildung und Sozialer Arbeit und damit auf soziale Fragen in der Bildungsarbeit mit älteren Menschen fokussiert.

Britta Thege, Juliane Köchling-Farahwaran, Sonja Börm, Stephan Dettmers

Kapitel 8. Schlussfolgerung und Fazit

Ziel dieser Untersuchung war es, die Nützlichkeit von Visualisierungsmedien in der Bürgerbeteiligung zu explorieren, mit einem besonderen Fokus auf Virtual Reality und niedrig-immersiven Echtzeitsimulationen. Die Arbeit ist als Teil des Forschungsprojektes ViSB+ im Rahmen des Forschungsprogrammes Nachhaltiges Bauen der Baden-Württemberg Stiftung entstanden. Der klare Anwendungsbezug zeigt sich im Forschungsdesign dieser Arbeit, in dem wir fünf prototypische Visualisierungsmedien auf ihre Wahrnehmung durch Bürgerinnen und Bürger sowie ihre Nutzung in praxisähnlichen Beteiligungssettings untersucht haben.

Arne Spieker

Kapitel 2. Theoretische Grundlagen: Emotionen und Affekte im Kontext medialer Kommunikation

Das Kapitel beschreibt die zentralen theoretischen Grundlagen der Studie. Nach einem Überblick über Emotionsforschung in der Kommunikationswissenschaft und filmwissenschaftliche Perspektiven auf Affekte in audiovisuellen Medienangeboten entwickeln wir einen relationalen Affektbegriff, der zugleich eine Grundlage für die analytische Betrachtung von Emotionen liefert. Wir beschreiben Emotionen als Elemente gesellschaftlicher Ordnung, die durch Emotionsrepertoires zum Ausdruck kommen. Ausgehend von einem relationalen Affektbegriff entwickeln wir mit Blick auf das Rezeptions- und Aneignungsverhalten von Zuschauer*innen das Konzept affektiver Medienpraktiken. Dies ermöglicht uns, sowohl die verkörperten Affizierungen der Zuschauer*innen während der Fernsehnutzung als auch die diskursive Verhandlung des Affizierungsgeschehens im Prozess der Aneignung zu erfassen. Abschließend führen wir die Konzepte der Zugehörigkeit und Vergemeinschaftung ein, die wir als affektiv basierte Formen von Sozialität begreifen. Damit können wir beschreiben, wie durch die Regulation von Emotionen und Affekten soziale Strukturen geformt und verändert werden.

Margreth Lünenborg, Claudia Töpper, Laura Sūna, Tanja Maier

Kapitel 8. Aneignung von Reality TV in Emotionsgemeinschaften

Dieses Kapitel zeigt auf, wie Zuschauende in Auseinandersetzung mit Formaten des Reality TV Zugehörigkeiten und Ausschluss verhandeln. Mit der Methode der Gruppendiskussion zeichnen wir affektive Medienpraktiken nach, die im relationalen Geschehen zwischen sozialer Gruppe, Medienangebot und diskursiver Aneignung vollzogen werden. Untersucht wird wie Emotionsgemeinschaften als Ergebnis gemeinsamer affektiver Medienpraktiken erzeugt werden und welche Diskurse bei den Zuschauenden im Anschluss an den Fernsehtext hervorgebracht werden. Besonderes Augenmerk erfahren dabei Fangruppen als Emotionsgemeinschaften.

Margreth Lünenborg, Claudia Töpper, Laura Sūna, Tanja Maier

Kapitel 1. Einleitung

Die Einleitung beschreibt, warum es sich immer noch lohnt, Reality TV zu untersuchen. Wir begreifen Reality TV als ein Format, das in besonderer Weise Emotionen erzeugt, Affekte herstellt, stimuliert und zirkuliert. Somit ist Reality TV ein Affektgenerator par excellence und bietet damit in seiner seit den 1990er Jahren fortdauernden, erfolgreichen Adressierung eines Publikums vielfältige Angebote und Vorlagen affektiv grundierter Zugehörigkeit. Eine affekttheoretisch informierte Analyse ermöglicht die Beantwortung von Fragen, die bisher in der Kommunikationswissenschaft selten behandelt wurden: Wie werden in und durch global gehandelte Formate des Reality TV Affekte und Emotionen erzeugt und zirkuliert? Wie wird damit Zugehörigkeit oder Ausschluss hergestellt? In welcher Weise werden damit die Körper der Zuschauenden für eine affektive Ökonomie verfügbar gemacht?

Margreth Lünenborg, Claudia Töpper, Laura Sūna, Tanja Maier

10. Social Media im Verfassungsrecht und der einfachgesetzlichen Medienregulierung

Der Oberbegriff der „Social Media“ bezeichnet eine Mediengattung, die erst mit dem „Web 2.0“ im 21. Jahrhundert aufgekommen ist: Nämlich Medien, die nicht mehr nur die zwei trennscharf unterscheidbaren Gruppen der Medienschaffenden (Anbieter) und Nutzer (Rezipienten) kennen, sondern die über das Mitmachen der Nutzer geprägt sind. Teils liefern diese sozialen Medien nur die Plattform für die Verbreitung der Inhalte Dritter, teils speisen die Betreiber auch selbst Inhalte ein oder gestalten das „Programm“ mit. Prägend für Social Media sind vor allem folgende Eigenschaften:

Hannes Beyerbach

Kapitel 13. Resümee

Das Kapitel blickt noch einmal zurück und zieht ein Gesamtresümee der Arbeit. Dabei werden die einzelnen Kapitel nochmal angeschnitten und reflektiert.

Steffen Armbruster

Kapitel 11. Methodik und Erhebung der empirischen Daten

Diese Forschungsarbeit geht der Frage nach: Welche Relevanz hat die Nutzung sozialer Netzwerke für das politische Bewusstsein Studierender in Ägypten und in Deutschland? Das dafür entworfene Forschungsdesign ist eine Mischung aus einem auf Metaebene angelegtem nicht-standardisierten international vergleichenden Ansatz und einem standardisierten ebenfalls komparativen empirischen Verfahren. Übergeordnet wurden zwei Untersuchungsgegenstände nach heuristischer Fallauswahl (Ägypten als Untersuchungssystem sowie Deutschland als Basissystem) theoretisch betrachtet. Als empirisches Verfahren darin integriert ist eine Befragung, die in digitaler Form über Ländergrenzen hinweg politisches Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger beider Länder, konkret ihrer Studierenden, erfassen konnte. Die Methodik und das Vorgehen werden hier beleuchtet.

Steffen Armbruster

Kapitel 10. Das deutsche Mediensystem

Der deutsche Journalismus ist gut 400 Jahre alt; wissenschaftliche Betrachtungen der Publizistik gab es bereits im 17. Jahrhundert mit dem Entstehen der periodischen Massenpresse. Mit Fächern wie der Zeitungswissenschaft (erstmals als Institut 1916 an der Universität Leipzig), die sich zunächst ausschließlich dem Pressemarkt widmete, und heute Journalistik beziehungsweise Kommunikationswissenschaft (ab Mitte der 1970er Jahre) haben sich ab Anfang des 20. Jahrhunderts Studiengänge an den Universitäten etabliert, die einerseits bestrebt sind, Journalisten qualitativ hochwertig auszubilden und andererseits seither intensiv das deutsche und andere Massenmediensysteme erforschen. Um Rahmenbedingungen, Rundfunk, Presse und soziale Medien geht es in diesem Kapitel.

Steffen Armbruster

Kapitel 1. Einleitung

Das Kapitel liefert einen Überblick. Es werden sowohl die Fragestellung, die Methodik des Vorgehens sowie der Aufbau beziehungsweise die innere Logik der Arbeit vorgestellt.

Steffen Armbruster

Kapitel 12. Analyse der empirischen Daten

An der für diese Studie durchgeführten Online-Befragung haben sich insgesamt 660 Personen beteiligt, die zusammen genommen 38.600 Fragen beantworteten (die Zahl der Teilnehmenden an den beiden zuvor durchgeführten Pretests lag zusätzlich bei 237 für den Gesamttest sowie für den Test der Funktionalität des Erhebungs-Tools unfrageonline.com bei 220). In den folgenden Kapiteln werden die empirischen Daten ausgewertet.

Steffen Armbruster

Kapitel 6. Mediensysteme und gesellschaftliche Funktion (Metaebene)

In diesem Kapitel soll es zunächst um die Frage gehen, wie dependent/autopoietisch oder interdependent/allopoietisch Mediensysteme sind. Anschließend folgt eine etwas pragmatischere Sicht auf Mediensysteme und ihre Vergleichbarkeit im politischen Kontext. Es schließt sich in Anknüpfung etwa an Blum, Luhmann, Siebert et al. und Hallin/Mancini der Vorschlag an gesellschaftliche Systeme dreidimensional als normativ gebunden zu begreifen, was in einer Definition von Mediensystemen mündet.

Steffen Armbruster

Kapitel 8. Medienwirkungen und politisches Bewusstsein (Mikroebene)

Der Einfluss von Massenmedien auf die Rezipienten soll hier näher betrachtet werden. Medienwirkungen können sich linear am Massenkommunikationsprozess orientieren und in eine präkommunikative (Mediennutzung, Motivationen), in eine kommunikative, kognitive (verstehen, verarbeiten) sowie eine postkommunikative (Agenda-Setting, Wissenskluft-Hypothese) Phase eingeteilt werden. Hier geht es sowohl um die Mediennutzung, konkret um die Nutzung sozialer Netzwerke, als auch um die postkommunikative Phase, um das also, was im Anschluss an die Medienselektion und an die kognitive Verarbeitung der verbreiteten Informationen geschieht: Die Bildung von Wissen beziehungsweise von Einstellungen zu bestimmten Themen, hier konkret zur Politik, zu ihren Strukturen, Organisationen, zu ihren Akteuren (Parteien und Personen) und ihren Zwängen.

Steffen Armbruster

9. Reputationsmessung mit künstlicher Intelligenz

Predictive Analytics: Social Listening von heute für den guten Ruf von morgen

Reputation wird bislang üblicherweise mit Marktforschung gemessen. Doch diese Methode ist langsam und kostenintensiv. Als Alternative bildet sich die Reputationsmessung auf Basis des Social Listenings heraus. Dafür werden Aussagen zum Unternehmen oder zur Marke auf hunderten Millionen Webseiten – von Online-Medien, Foren, Blogs, Communities, Twitter, Facebook, Instagram usw. – gesammelt und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz analysiert. Dieser Ansatz ist deutlich preisgünstiger als Marktforschung und liefert zeitnah Reputationswerte, so dass tagesaktuell anhand der aktuelle Reputationsentwicklung die Kommunikation gesteuert werden kann.

Jörg Forthmann

Kapitel 11. Return on Investment durch Studien: Der Stand der Fakten und Insights im Influencer Marketing

Auch für den „Rising Star“ Influencer Marketing gilt – genau wie für alle Mediengattungen, die eine relevantes Werbevolumen erreichen: Je höher die Erlöse, desto lauter der Ruf, die Investitionen durch eine verlässliche Planungsgrundlage und Erfolgsnachweise abzusichern. Denn Unsicherheit verursacht Schmerzen, vor allem, wenn es um mehr als nur Testbudgets geht. So sind die größten Herausforderungen des Influencer Marketings nicht nur in Deutschland, sondern weltweit der „ROI-Nachweis und Messbarkeit“.

Sandra Gärtner

Kapitel 2. Wie sieht das Marketing im Influencer-Zeitalter aus?

Marketing ist ein Fachgebiet, das sich in kontinuierlicher Bewegung befindet. Mit diesem Kapitel soll aufgezeigt werden, wie rasant sich das Marketing verändert hat. Von der Erläuterung komplexer Prozesse, neuer Begrifflichkeiten über veränderte Denkweisen und Rollen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem „neuen“ Kunden, seine veränderte Verhaltensweise im Kaufprozess, seine Customer Journey und seiner aktiven Rolle bei der Bewertung und Empfehlung von Produkten/Dienstleistungen und Marken.

Regina Brix

Kapitel 1. Influencer Marketing – eine Bestandsaufnahme

Mit dem Internet haben sich die Möglichkeiten der Verbreitung von Botschaften vervielfacht. Unzählige Menschen können innerhalb kürzester Zeit Massen über die sozialen Medien erreichen und damit Influencer werden. Für Unternehmen sind diese Personen wertvoll und interessant. Die schier ungreifbare Menge potenzieller Markenbotschafter hat zu einem Paradigmenwechsel im Marketing geführt und die Disziplin Influencer Marketing hervorgebracht. Heute besteht die Herausforderung für Marketingabteilungen darin, aus einem Influencer-Überangebot die für sie am besten passenden herauszufiltern.

Marlis Jahnke

Fünfzehn Jahre und drei Europawahlen später Die Wahlen zum Europäischen Parlament im Blick der kommunikationswissenschaftlichen Forschung

Ausgehend von einem Dreieck wechselseitiger Abhängigkeiten zur Mobilisation in Europawahlkämpfen, sichtet dieser Beitrag die neuere kommunikationswissenschaftliche Forschung zu den Kampagnen, der Medienberichterstattung und ihrer Resonanz bei der Wählerschaft. Der Überblick fokussiert auf die international vergleichenden Studien, für die Europawahlen aufgrund ihrer besonderen Konstellation eine einzigartige Gelegenheit bieten. In der Bilanz zeigt sich, dass das Interesse der Forschung zu Europawahlen deutlich gewachsen ist, Fragestellungen und methodisches Vorgehen sind jedoch heterogen, sodass nur bedingt allgemeine Schlüsse über das Zusammenwirken der verschiedenen Einfluss nehmenden Faktoren zu ziehen sind.

Christina Holtz-Bacha

Junge Meinungsführer als Agenten für Europa? Die Multiplikator*innen-Kampagne Diesmal wähle ich als Online- und Offline-Strategie des Europäischen Parlaments

Die Studie untersucht die Resonanz auf eine internationale Multiplikatoren-Kampagne des Europaparlaments im Vorfeld der Europawahl 2019. Hierzu wird ein theoretisches Modell zur Rolle von Meinungsführerschaft bei der Wählermobilisierung entwickelt und anhand einer zweiwelligen Panelstudie unter europäischen jungen Wähler*innen überprüft. Die zentrale Fragestellung lautet dabei, ob partizipativ angelegte Kampagnen wie Diesmal wähle ich die Selbstwahrnehmung als Meinungsführer verstärken können – und inwieweit es sich dabei um eine erfolgreiche Strategie zur Erhöhung politischer Partizipation handelt. Die Studie begleitete dafür den Verlauf der Kampagne von Dezember 2018 bis Mai 2019 anhand eines Mehrmethodendesigns mit standardisierten und qualitativen Erhebungen. Die Ergebnisse belegen, dass die Kampagnenteilnahme einen positiven Einfluss speziell auf die Online-Partizipation und auf die Selbstwahrnehmung politischer Meinungsführerschaft nimmt: Junge Wähler*innen, die an der Kampagne mitgewirkt haben, erhöhten ihre Online-Partizipation signifikant stärker als die Kontrollgruppe. Eine begleitende qualitative Beobachtung von zwei ausgewählten Informationsveranstaltungen legt nahe, dass keine Mobilisierung beteiligungsferner Gruppen erfolgte, denn die Meinungsführer haben hauptsächlich Personen aus dem eigenen sozialen Netzwerk angesprochen.

Patrick Rössler

4. Instrumente des Online-Marketings

Fähigkeit,

Ralf T. Kreutzer

Kapitel 2. Pädagogischer Theoriezugang

Im deutschen Bildungssystem und an berufsbildenden Schulen landesweit vollzieht sich ein fundamentaler Wandel, der die Rahmenbedingungen für Schule verändert. Diese Veränderungen beziehen sich auf Makroebene gesamtgesellschaftlich, städtisch und institutionell. Bei Betrachtung der Mikroebene beziehen sie sich auf die Schule selbst.

Jeanne Lengersdorf, Anna Hagemann

Kapitel 2. Die mediatisierte Markenerweiterung als Forschungsgegenstand

Marken unterliegen einem ständigen Wandlungsprozess, da das Nachfrageverhalten und die Nutzungsweisen bei den markierten Leistungsangeboten sich stetig verändern. Die Markenführung muss auf diese Transformationen entsprechend reagieren und Positionierung sowie Kommunikation anpassen.

Edgar Leander Kist

Kapitel 1. Einführung

Der Medienbereich sieht sich einem steigenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt, welcher durch eine beispiellose Vielzahl ineinandergreifender Entwicklungsprozesse in Gang gesetzt wurde. Medien sind in erster Linie Kommunikationskanäle. Diese waren innerhalb der bislang geltenden medialen Strukturen einigen wenigen Organisationen vorbehalten, die den Zugang zur Öffentlichkeit über ihre Informations- und Kommunikationsangebote kontrollierten.

Edgar Leander Kist

Kapitel 5. Empirische Überprüfung des Untersuchungsmodells

Nach der Konzeptualisierung im vorangegangenen Kapitel folgt in diesem die Operationalisierung der vorliegenden Studie auf der Basis des aufgestellten Untersuchungsmodells und den hierzu generierten Hypothesen. Dabei handelt es sich um eine Übersetzung der theoretisch spezifizierten Konstrukte und ihrer Dimensionen in beobachtbare Sachverhalte sowie um die Festlegung der Verfahren und Instrumente für deren Messung.

Edgar Leander Kist

Kapitel 3. Bezugsrahmen einer Mediatisierung der Markenführung

Als Bezugsrahmen für die Untersuchung der mediatisierten Markenerweiterung müssen jene theoretischen Grundlagen fundiert sowie jene Entwicklungslinien aufgezeigt werden, welche die Ausgangslage für den Prozess einer Mediatisierung der Markenführung bilden. Hierzu beschäftigen sich die folgenden Ausführungen zunächst mit der Rolle der Kommunikation sowie der Medien für die Markenführung. In diesem Zusammenhang werden die beiden Begriffe und die öffentliche Medienkommunikation als Agitationsfeld der Markenführung definitorisch eingeordnet und für den Untersuchungskontext abgegrenzt.

Edgar Leander Kist

Kapitel 7. Erkenntnisse und Implikationen der Untersuchung

Das Ziel und der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind zu Beginn aus der erörterten Ausgangssituation und den sich daraus ergebenden Forschungsfragen abgeleitet worden. Die nachfolgende Interpretation der zentralen Erkenntnisse ist vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen als Antwort darauf zu verstehen.

Edgar Leander Kist

Kapitel 4. Entwicklung eines empirischen Untersuchungsmodells zur Analyse mediatisierter Markenerweiterungen

Vor dem Hintergrund der skizzierten Chancen und Risiken hinsichtlich einer mediatisierten Markenerweiterung im Zuge veränderter Mediennutzungsweisen sowie neuer Herausforderungen für die Markenführung sind Erkenntnisse über die Wirkungszusammenhänge für die Entscheidungen im Kontext einer Erweiterungsmaßnahme von großer Bedeutung.

Edgar Leander Kist

Geschichte

Für viele, besonders auch Techniker und Naturwissenschaftler ist Geschichte das „Alte Gelump von gestern, dass keinen mehr interessiert“. Eigens für diesen Personenkreis einmal verständlich ausgesprochen: Geschichte kann man sich im einfachsten Fall als Diagramm vorstellen, in dem auf der Ordinate einer der vielen Faktoren und auf der Abszisse die Zeit aufgetragen ist.

Günter Lattermann

Medienskeptikerinnen und Medienskeptiker im Spiegel quantitativer Studien

In der einschlägigen kommunikationswissenschaftlichen Forschung sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien publiziert worden, die – oft auf der Basis von standardisierten Befragungen – Aufschluss über den Anteil und die (politischen) Einstellungen von medienskeptischen Personen geben. Insbesondere Vorwürfe, die mit Begriffen wie „Lügenpresse“ und „Fake News“ operieren, waren vielfach für die akademische Forschung wie auch für Medienunternehmen Anlass, Studien zu erstellen, die soziale Merkmale von Medienskeptikerinnen und Medienskeptikern sowie Gründe für Medienskepsis darstellen. Sehr oft werden in den einschlägigen Studien dabei die Kategorien „Medienvertrauen“ und „Medienmisstrauen“ aufgegriffen. Dieser Beitrag trägt zentrale Erkenntnisse aus älteren und neuen quantitativen Studien zu Medienvertrauen und Medienskepsis zusammen. Deutlich wird dabei, dass Medien unter Eliteverdacht stehen und es offenbar für viele zu einer wachsenden Entfremdung zwischen Medienschaffenden und Mediennutzenden gekommen ist. Die Studien dokumentieren, dass reservierte Haltungen gegenüber Medien kein marginales Phänomen und nicht auf Randgruppen beschränkt, sondern weitverbreitet sind. Medien werden in Teilen der Bevölkerung als Teil des Establishments wahrgenommen und viele werfen dem Journalismus vor, wichtige Themen wie (fehlende) soziale Gerechtigkeit zu vernachlässigen.

Bernd Blöbaum, Malte Krieter, Claudia Martin, Nora Staege

Medienskepsis messbar machen: Methodologische Annäherung an einen sensiblen Forschungsgegenstand

Medienskepsis ist ein weitverbreitetes Phänomen und wird als funktionales Element einer demokratischen Gesellschaft angesehen. In den vergangenen Jahren sind medienskeptische Personen nicht nur in der journalistischen Berichterstattung zu Wort gekommen, sondern wurden vermehrt auch in kommunikationswissenschaftlichen Studien befragt. Der vorliegende Beitrag liefert Impulse für die methodologische Annäherung an den sensiblen Forschungsgegenstand der Medienskepsis und präsentiert das Forschungsdesign der Studien, die im Sammelband zusammengefasst werden. Im Fokus der hier präsentierten Forschung stehen stets skeptische Personen selbst. Sie wurden mithilfe eines Mehrmethoden-Designs befragt, das sich aus verschiedenen Teilstudien zusammensetzt: einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage zu verschiedenen Elementen der Medienrezeption in mehreren Wellen (n = 1029 – 1044), einer quantitativen Befragung zur Medienskepsis (n = 103), sowie 85 leitfadengestützen Einzelinterviews und fünf Gruppendiskussionen mit 26 medienskeptischen Personen. Dieser Mix ermöglicht es zu ermitteln, welche Typen von Medienskeptikerinnen und Medienskeptikern es gibt, wie sie Medien und Journalismus wahrnehmen, welche Vorstellungen von Politik sie haben, welche Rolle Schlüsselereignisse für das Entstehen medienkritischer Einstellungen spielen und welche Konsequenzen aus medienskeptischen Haltungen gezogen werden können.

Laura Badura, Bernd Blöbaum

Reden und Überreden: Kommunikative und soziale Strukturen bei Medienskepsis

Anhand von leitfadengestützten Intensivinterviews wird in dieser Teilstudie dem Zusammenhang zwischen der artikulierten Medienkritik von medienskeptischen Personen und ihrer Einbettung in soziale Strukturen nachgegangen. Dabei lassen sich im Kern vier Medienskepsis-Typen in Bezug auf Meinungsführerschaft und Kommunikationsverhalten unterscheiden: „die Überlegenen“, „die Austauschorientierten“, „die Zurückhaltenden“ und „die Resignierten“. Die Betrachtung des sozialen Umfelds der Medienskeptikerinnen und Medienskeptiker zeigt, dass sich das Meinungsklima generell differenziert gestaltet: Während sich ein Teil der Interviewten mit vorwiegend gleichen Meinungen umgibt, sind andere auch mit konträren Ansichten konfrontiert. Hinsichtlich der Kommunikation in diesem persönlichen Umfeld konnten vier Verhaltensmuster identifiziert werden, welche sich als aktives Überzeugen, Akzeptanz, Zurückgezogenheit und Selektivität zusammenfassen lassen.

Marlen Baumgardt, Vanja Bojanic, Selma Güney, Nadia Hofman

Medienskepsis in Deutschland: Zur Einführung

Medienskepsis ist in allen modernen demokratischen Gesellschaften ein weit verbreitetes Phänomen. Eine kritische Haltung gegenüber Medien gehört gewissermaßen zur Grundausstattung einer aufgeklärten Gesellschaft. Allerdings gibt es auch einen breiten Konsens darüber, dass Medien und Journalismus auf das Vertrauen der Rezipierenden angewiesen sind, um ihre Kritik- und Kontrollfunktion wahrnehmen zu können. Medienskepsis als kritische Haltung von Bürgerinnen und Bürgern gegenüber Medien steht im Zentrum dieses Beitrags. Ausgehend von einer Analyse der bisherigen Forschung von kritischen Einstellungen gegenüber Medien wird der Begriff „Medienskepsis“ entwickelt. Dabei werden zentrale Dimensionen von Medienskepsis herausgearbeitet: ihre Bezugspunkte, ihre Ursachen, die Skepsis auslösenden Faktoren sowie der Zusammenhang von Mediennutzung und Medienskepsis. Der Beitrag argumentiert, dass die bisher überwiegend quantitative Forschung zu skeptischen Medienhaltungen durch qualitative Studien zu ergänzen ist, um ein umfassendes Bild von den Individuen zu zeichnen, die Medien skeptisch gegenüberstehen.

Bernd Blöbaum, Thomas Hanitzsch, Laura Badura

Medienskepsis am Stammtisch

Die vorangegangenen Kapitel dieses Sammelbands haben die bisher überwiegend quantitative Forschungstradition in Bezug auf Medienvertrauen und Medienskepsis um qualitative Erhebungen in Form von Einzelinterviews ergänzt. Eine sinnvolle Erweiterung dieses Zugangs besteht in der Analyse von Stammtischdiskussionen. Stammtische bilden einen diskursiven Raum für Gesinnungsgemeinschaften, die sich durch homogene politische Ansichten auszeichnen. Auf Basis einer Analyse von fünf Stammtischgesprächen mit insgesamt 31 Teilnehmenden aus dem linken und rechten Spektrum (Antifa und AfD) geht das Kapitel der Frage nach, wie Medienskepsis in politischen Gesinnungsgemeinschaften artikuliert wird und welche Rolle die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe dabei spielt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich linke und rechte Gesinnungsgemeinschaften in Bezug auf Medienskepsis und der Wahrnehmung der medialen Berichterstattung stark ähneln. Die Ursache der mangelhaften Berichterstattung wird bei der ökonomischen (Antifa) bzw. politischen (AfD) Abhängigkeit der Medien gesucht. Darüber hinaus spielt die Zugehörigkeit zur jeweiligen Gruppe eine bedeutsame Rolle bei der Artikulation von Medienskepsis.

Annemarie Eschbaumer, Susanne Heudecker

Medienskeptische Personen im Profil: Von harten und weichen Typen der Medienskepsis

Der Beitrag widmet sich der Frage, wie sich Medienskeptikerinnen und Medienskeptiker charakterisieren lassen und schlägt eine Unterscheidung bezüglich der Ausprägung der geäußerten Skepsis vor. Im ersten Schritt werden anhand von 85 leitfadengestützten Einzelinterviews vier Medienskepsis-Typen identifiziert, systematisiert und voneinander abgegrenzt. Diese idealtypischen Profile helfen dabei, medienskeptische Personen als die Ambivalenten, die Differenzierten, die notorisch Zweifelnden und die Hardliner zu charakterisieren. In einem zweiten Schritt wird die herausgearbeitete Typologie mit charakteristischen persönlichen Eigenschaften in Verbindung gebracht, um Medienskeptikerinnen und Medienskeptikern ein Profil zu geben. Dabei bestätigt und verfeinert die Studie Hinweise darauf, dass sich Medienskepsis nicht nur nach Vertrauens- bzw. Misstrauensneigung gegenüber Medien unterscheiden, sondern auch soziodemografische Faktoren und (politische) Einstellungen von Menschen mit der Ausprägung ihrer Medienskepsis zusammenzuhängen.

Michelle Distelrath, Josefine Kaukemüller

„Ich halte das nicht mehr aus.“ Konsequenzen der Medienskepsis

Welche Konsequenzen ziehen medienskeptische Personen aus ihrer Haltung? Auf Basis von 26 leitfadengestützten Einzelinterviews beschreibt dieser Beitrag, welche emotionalen Reaktionen Mediennutzerinnen und Mediennutzer zeigen, wenn sie Beiträge rezipieren, die sie als mangelhaft einstufen und welche Reaktionen diese Haltung hervorruft. Ausgehend von kommunikationswissenschaftlichen Annahmen zum Uses-and-Gratification-Ansatz sowie zu Hostile-Media-Effekten werden unterschiedliche Verarbeitungsstrategien von medienskeptischen Haltungen deutlich. Die Studie identifiziert vier Typen von emotionalen Reaktionen und unterscheidet zwischen entspannten, grummeligen, resignierten und wütenden Medienskeptikerinnen und Medienskeptikern. Medienskepsis wird vorzugsweise im sozialen Umfeld der Befragten artikuliert, wenige äußern ihre Kritik offen gegenüber Medien. Hinsichtlich der Mediennutzung werden Strategien herausgearbeitet: die unveränderte Mediennutzung, die Vermeidung von Medienkontakten, die Zuwendung zu zusätzlichen Medienangeboten – seien es ausländische Medien oder politisch eher am Rande des Spektrums angesiedelte Publikationen.

Sebastian Hollekamp, Lionard Tampier

Journalismus & Werbung

Zur Trennung von redaktionellen Inhalten und kommerzieller Kommunikation

Der Trennungsgrundsatz zwischen redaktionellen Inhalten und kommerzieller Kommunikation schützt sowohl die Demokratie- wie auch die Werbeträgerfunktion von Massenmedien. Dieser Beitrag stellt für die diversen Aspekte des Trennungsgrundsatzes wie die Kennzeichnungspflicht, das Verbot von bezahlten Inhalten und Kopplungsgeschäften sowie die Handhabung zahlreicher Darstellungsformen redaktioneller Werbung alle verfügbaren gesetzlichen und standesrechtlichen Regelungen zusammen. Anschließend wird für die einzelnen Aspekte des Trennungsgrundsatzes der Stand der Forschung insbesondere hinsichtlich Beschreibung und Wirkung referiert. Schließlich werden Lösungsvorschläge für die aktuelle Anwendung und Desiderata zusammengetragen.

Stefan Weinacht

Digitaler Journalismus

Digitaler Journalismus beschreibt das ganzheitliche professionelle Feld journalistischer Praxis auf Grundlage digitaler Produktion, Verbreitung und Rezeption von Berichterstattung. Der vorliegende Beitrag identifiziert die wesentlichen Linien der historischen Entwicklung des Digitalen Journalismus im deutschsprachigen Raum, beschreibt technologische Determinanten, diskutiert den Zusammenhang zwischen veränderten medienvermittelten Kommunikationspraktiken und journalistischen Darstellungsformen und beschäftigt sich mit den daraus folgenden Implikationen für die Steigerung von Reichweiten und die Involviertheit von Nutzern in Bezug auf journalistische Inhalte. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Frage nach Finanzierungsoptionen für Journalismus in der digitalen Medienumgebung gelegt.

Leif Kramp, Stephan Weichert

Corporate Social Responsibility in Medienunternehmen

Der Beitrag entwirft ein innovatives Rahmenkonzept für das Management der Corporate Social Responsibility (CSR) in Medienunternehmen. Dazu werden die unterschiedlichen Bedeutungen von CSR herausgearbeitet und gezeigt, dass die CSR auch für Medienunternehmen an strategischer Relevanz gewinnt.Unter Einbezug zentraler Ansätze der Wirtschaftsethik wird geklärt, wie die Ansprüche der betriebswirtschaftlichen Managementlehre mit der integrativen Wirtschaftsethik vereinbart werden können. Schließlich wird das Rahmenkonzept des CSR-Managements von Medienunternehmen an aktuellen Beispielen aus der Medienpraxis dargestellt.

Anke Trommershausen, Matthias Karmasin

Methoden der Medienökonomie

Die Methoden der Forschung zur Medienökonomie sind so vielfältig wie die Zugänge zum Fach. Als Teildisziplin der Medien- und Kommunikationswissenschaft werden einerseits die Methoden dieses Fachs verwendet und die Ergebnisse im Hinblick auf ökonomische Fragestellungen interpretiert. Andererseits sind die forschenden Personen im Fach oftmals in anderen Disziplinen sozialisiert worden. Damit spielen auch Methoden – insbesondere aus den Wirtschaftswissenschaften – jeweils eine wichtige Rolle. Der vorliegende Beitrag stellt nach einer kurzen Einführung der Fachgeschichte aus methodischer Perspektive die gängigen Erhebungs- und Analysemethoden systematisch vor. Weiter wird erörtert, mit welchen speziellen Herausforderungen das Forschungsfeld aus methodologischer Perspektive konfrontiert ist. Im Anschluss wird ein Ausblick gegeben, welche Methoden das etablierte Spektrum bereichern können, verbunden mit der Diskussion, warum sich diese Methoden bislang nur schwer etablieren konnten.

M. Bjørn von Rimscha, Juliane A. Lischka

Öffentlichkeitskonzepte – Öffentlichkeitstheorie

In diesem Beitrag wird Öffentlichkeit als zentrale Kategorie moderner Gesellschaften vorgestellt. Nach der einführenden Begriffsbestimmung folgt eine demokratietheoretische Fundierung zentraler Öffentlichkeitskonzepte. Die Beschreibung der Strukturen und Funktionen von Öffentlichkeit wird ergänzt durch eine Reflektion ihrer Beschränkungen unter den gegenwärtigen medialen Randbedingungen. Der Beitrag erörtert die Folgen des Wandels von Öffentlichkeit und diskutiert die Bedingungen gegenwärtiger digitaler Öffentlichkeiten für die Vielfalt und Diskursivität von öffentlicher Kommunikation. Die zentrale Funktion von Öffentlichkeit liegt darin, die Selbstbeobachtung von Gesellschaft zu ermöglichen. Bislang deutet wenig darauf hin, dass die Leistungen des professionellen Journalismus dafür verzichtbar wären. Die über Social Media entstehenden Arenen persönlicher Öffentlichkeit stellen allenfalls eine Ergänzung der öffentlichen Kommunikation dar. In ihnen ist die persönliche Relevanz für die Auswahl von Inhalten entscheidend. Aus funktionaler und empirischer Sicht bleibt die Öffentlichkeit auf die Fokussierungsleistungen des Journalismus angewiesen.

Christian Nuernbergk

Bewegtbildnutzung im Wandel

Die dynamische technologische Entwicklung hat im Bereich audiovisueller Medien zu Prozessen der Konvergenz und De-Konvergenz geführt. Eine große Ausweitung des Angebots von Filmen, Fernsehsendungen und anderen audiovisuellen Inhalten geht mit einer Fragmentierung und Individualisierung der Märkte einher, sowohl auf Angebots- als auch auf Nutzerseite. Die Ergebnisse verschiedener Studien, die im Fachgebiet Medienwissenschaft der Filmuniversität Babelsberg durchgeführt wurden, lassen erkennen, welche Faktoren die Nutzung von Bewegtbildern in neuen, (de-)konvergierenden Medienumgebungen beeinflussen.

Lothar Mikos, Alexander Rihl

Medienkonzentration: Problemstellung & Regulierung

Dieser Beitrag beleuchtet das Thema Medienkonzentration unter Konvergenzbedingungen. Er fokussiert auf Themen und Entwicklungen, die in den aktuellen wissenschaftlichen und politischen Debatten von zentraler Bedeutung sind und diskutiert dabei unter anderem das Verhältnis zwischen medien- und wettbewerbsrechtlicher Konzentrationskontrolle, zwischen normativen Vorgaben und empirischer Evidenz sowie zwischen alten und neuen Playern.

Natascha Just

Geschäfts- und Erlösmodelle in den Medien

Der vorliegende Beitrag versucht, den theoretischen Gehalt des Konzepts „Geschäfts- und Erlösmodelle in den Medien“ im Kontext der gegenwärtigen Dynamiken des digitalen Medienwandels auszuloten. Ziel ist, konzeptionelle Grundlagen für das Thema der Geschäfts- und Erlösmodellierung von insbesondere publizistischen Massenmedien aus Sicht der Medienökonomie zu skizzieren und gegebenenfalls zu festigen bzw. zu erweitern. Dieser Beitrag stellt die Hypothese auf, dass die Medienökonomie zahlreiche Aspekte zu Geschäfts- und Erlösmodellen in den Medien identifiziert hat, es aber dennoch keinen kohärenten Fundus an Ansätzen und Modellen für deren Erklärung gibt. Es ist allerdings anzunehmen, dass die Effektivität dieser Modelle über die Zukunftsfähigkeit von Medien mitentscheidet. Die Argumentation stützt sich auf Analyse und Synthese der vorhandenen Literatur. Im Ergebnis spricht vieles dafür, dass den Dynamiken des Medienwandels folgend, gegenläufige Tendenzen in der Geschäfts- und Erlösmodellierung in den Medien existieren. Mit anderen Worten: Es kommt zu Grenzziehungen und Entgrenzungen, Differenzierungen und Entdifferenzierungen von Modellen in einem Prozess, in dem sich publizistische Massenmedien modernisieren und zugleich ihre Unternehmensstrategien zur Refinanzierung der Leistungserstellungs- und Verwertungsprozesse und -strukturen krisenhaft werden.

Paul Clemens Murschetz

Klassische Politische Ökonomie

Der Beitrag behandelt einige Grundfragen einer politischen Ökonomie der Medien unter theoriegeschichtlichen, methodologischen und Anwendungsaspekten innerhalb der Medienwirtschaft. Theoriegeschichtlich wird der Weg von einer klassischen zu einer neoklassischen Ökonomik sowie einer alten zu einer neuen politischen Ökonomie gezeigt; methodologisch wird kurz auf einige programmatische Gegensätze dieser Ansätze eingegangen und die Werturteilsfreiheit hinterfragt, was die Inklusion einiger in der Medien- und Kommunikationsgesellschaft unabdingbarer Diskussionsstränge, etwa jene um Konzentration, Vielfalt und Regulierung eher erlaubt; als spezifisches Anwendungsbeispiel steht der Diskurs um Gerechtigkeit in der Gesellschaft, der von verschiedenen Ansätzen (etwa kontraktualistischen, utilitaristischen, deontologischen oder Social Choice orientierten) geprägt wurde und der in der Medienökonomie als kommunikationswissenschaftlicher Teildisziplin noch unterrepräsentiert ist. Eine Rückbesinnung auf „klassische“ politisch-ökonomische Analysen zur Überwindung vorhandener Theoriegegensätze stellt das Fazit der Überlegungen dar.

Michael Litschka

Controlling in Medienunternehmen

Als Controlling wird ein System der Steuerungsunterstützung verstanden, das insbesondere in kompetitiven und risikobehafteten Geschäftsfeldern einen wesentlichen Teil der Unternehmenssteuerung darstellt. Unter dem Begriff Mediencontrolling werden entsprechende unternehmensinterne Steuerungsservices diskutiert, die die Spezifika von Medienprodukten und -geschäftsmodellen berücksichtigen und durch Adaptionen auf konzeptioneller und instrumenteller Ebene das Management von Medienunternehmen unterstützen sollen. Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs, des Innovationsdrucks und der Diversifikation in der Medienbranche gewann Controlling auch hier stark an Bedeutung. Gleichzeitig stellen die externen Rahmenbedingungen gekoppelt mit den Spezifika der Medienproduktion für das Controlling nach wie vor eine Herausforderung dar. Ausgehend von einer Darstellung des Status Quo des Mediencontrollings, das insbesondere Rundfunkunternehmen fokussiert, skizziert der Beitrag die für ein effektives Mediencontrolling erforderlichen Prämissen und Rahmenbedingungen. In Folge versucht er, Mediencontrolling als ein Konzept des Kommunikationscontrollings zu positionieren und damit eine neue Perspektive in die Diskussion einzubringen. Damit wird sowohl die betriebswirtschaftliche als auch die kommunikationswissenschaftliche Sicht auf Medienunternehmen bedient, die Medienunternehmen einerseits als ökonomischen Gesetzmäßigkeiten folgende Wirtschaftseinheiten fasst, andererseits aber auch ihren über das Wirtschaftliche hinausgehenden Impact in die Betrachtung integriert.

Monika Kovarova-Simecek, Tatjana Aubram

Management von Medienmarken

Das Management von Medienmarken steht vor Herausforderungen. Um Lösungsmöglichkeiten aufzeigen zu können, legt dieser Beitrag zunächst den Begriff und das Wesen von „Medienmarken“ dar. Im Anschluss werden diverse theoretische Ansätze zur Erklärung von Medienmarken und ihrem Management vorgestellt. Unabhängig von theoretischen Präferenzen gilt es, die anschließend beschriebene markenstrategische Komplexität des Medienmanagements im Auge zu behalten. Den grundsatzstrategischen Positionierungsoptionen von Medienmarken kommt aufgrund ihrer Spezifik ebenso besondere Beachtung zu wie abschließend dem Kommunikationsmanagement von Medienmarken. Dadurch werden die Besonderheiten des Markenmanagements von Medien im Vergleich mit anderen Produkten und Dienstleistungen deutlich.

Jörg Tropp, Stefan Weinacht

Medienkompetenz

Herausforderungen im Umgang mit konvergierenden Medienangeboten

Technische, soziale und mediale Wandlungsprozesse hin zu einer kommerziell mitgeprägten Medienkulturgesellschaft erfordern einen evidenzbasierten, bei den tatsächlichen Gebrauchsweisen von Nutzern und Nutzerinnen ansetzenden, interdisziplinär angelegten Diskurs zur Medienkompetenz. Im Zuge der Zunahme konvergenter Mediendienste und -angebote plädiert der Beitrag für die Neujustierung der Medienkompetenz hin zu einer Gebrauchskompetenz, deren Ziel die Stärkung der partizipativen Teilhabe von Nutzern und Nutzerinnen an der Gesellschaft ist.

Ingrid Paus-Hasebrink

Mediennutzung

Der Beitrag befasst sich mit den aus dem Medienwandel resultierenden Veränderungen des Mediennutzungsverhaltens und zeigt auf, welche Herausforderungen sich dadurch für die Nutzungsforschung und die Angebotsseite ergeben. Zunächst werden die grundlegenden digitalen Wandlungsprozesse der Mediennutzung skizziert. Anschließend werden die angewandte Publikums- und die akademische Nutzungsforschung näher vorgestellt, wobei die Darstellung den drei Phasen des Kommunikationsprozesses folgt. Dabei werden kommunikationswissenschaftliche Theorien und Methoden erläutert und mit selektionsorientierten Ansätzen aus der Medienökonomik verknüpft. Schließlich wird aus der Angebotsperspektive diskutiert, mit welchen Entwicklungen Medienunternehmen im Zuge des veränderten Nutzungsverhaltens konfrontiert sind.

Birgit Stark, Edgar L. Kist

Mikromedien

Mobile Communication

Mobile Kommunikation wurde innerhalb kürzester Zeit scheinbar selbstverständlich und unverzichtbar in das Alltagshandeln der Menschen integriert. Ausgehend von Mediatisierungsüberlegungen wird der mobil kommunizierende Akteur medienökonomisch gewendet: Vor dem Hintergrund der sich verändernden gesellschaftlichen Mobilitätsbedarfe sowie individuellen Mobilitätsbedürfnisse erfolgt eine die persönlichen Bedürfnisse weitestgehend befriedigende Allokation von Ressourcen immer stärker mediatisiert. Die mobile Kommunikationspraxis wird dabei angelehnt an Hobfolls „Conservation of Resources“ auf den Erhalt oder die Mehrung eines individuell zur Verfügung stehenden Ressourcenpools bezogen – ebenso aber auch auf die individuell nur bedingt überschaubare und abschätzbare mögliche Minderung des Ressourcenpools angesichts struktureller, insbesondere ökonomischer Rahmenbedingungen und Einflüsse auf das mobile Kommunikationsverhalten.

Thomas Döbler, Jana Hofmann

Die Medienökonomie – Vorwort der Herausgeber

Dieser Band versucht sich in einer Verortung der Medienökonomie vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die durch Digitalisierung und Nutzungswandel für die Beschreibung, das Management und die Regulierung öffentlichkeitswirksamer, medialer Angebote, Dienstleistungen und organisationaler Arrangements von Institutionen entstehen. Er richtet sich an Forschende, Studierende und forschungsinteressierte Praktikerinnen und Praktiker, die den umfassenden Wandel eines ursprünglich branchenspezifischen Forschungs- und Praxisfeldes hin zu einem branchenübergreifenden Akteursraum verstehen und reflektieren (wollen).

Tassilo Pellegrini, Jan Krone

Medienmeritorik - eine Frage der Präferenzen

Interpretationen zum Bedürfniskontext entscheiden über eine Angebotspolitik von Massenmedien

Sind (Massen-)Medien per se meritorische Güter? Nein! Grundlegenden Aussagen, die zum Beispiel „die Presse“ in ihrer Gesamtheit auch unter ökonomischer Sicht als meritorisches Gut umschreiben (vgl. z. B. Haller 2004, S. 61) können im Grunde so nicht formuliert werden, zumal ja Tagespresse wie publizistisch ausgerichtete Onlinemedien beweisen, dass neben dem inhaltlichen auch der (erforderte) marktausgleichende Aspekt einer Meritorik-Definition nicht erfüllt ist. Schließlich sind für Tageszeitungen in ihrer Gesamtheit regulierende Eingriffe nicht erforderlich – noch immer nicht, mag man hinzufügen. Stattdessen muss es vielmehr heißen: Medien besitzen meritorische wie demeritorische Güteraspekte (vgl. Heinrich 2001a, S. 101), oder, vielleicht noch besser: Medienangebote treffen meritorische Bedürfnisse. Dieser Beitrag betont: Meritorik benötigt für die Medienwirtschaft konsequenterweise einen nachfragegeleiteten Begriff. Das bedeutet: Medien können meritorische Bedürfnisse wie Informiertheit oder Meinungsbildung befriedigen, sie stehen damit für eine bedeutende Säule tragfähiger, demokratischer Gesellschaftsformen. Dementsprechend schafft massenmediale Kommunikation nicht a priori Rechtfertigungszwängen unterliegende Angebote für die Gesellschaft, aber sie ist in der Lage, neben handlungsleitend eingesetzten auch meritorische Bedürfnisse zu befriedigen. Dies hat die medienökonomische Literatur – obwohl von der Finanzwissenschaft ursprünglich so angelegt – bis heute aus Sicht des Autors nicht ausreichend nachvollzogen.

Harald Rau

Tages-, Wochen- und Gratiszeitungen und Anzeigenblätter

Der Beitrag behandelt sowohl ökonomische Grundlagen von Zeitungsmärkten generell als auch die aktuelle Lage auf den Zeitungsmärkten in den DACH-Ländern. Es werden die Märkte für Tages- und Wochenzeitungen, Gratiszeitungen und Anzeigenblätter der einzelnen Länder kurz dargestellt und analysiert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung der letzten 15 Jahre, in denen die Zeitungsbranchen aller drei Länder Umsatz- und Auflagenrückgänge zu verzeichnen hatten. Langfristig wird sich die Krise auf den Zeitungsmärkten aller Voraussicht nach verschärfen. Grund dafür sind fundamentale Veränderungen der Mediennutzung und auf dem Werbemarkt.

Stephan Mündges, Frank Lobigs

Hörfunk

Der Beitrag skizziert die wesentlichen Merkmale von Hörfunkmärkten auf drei Ebenen und diskutiert zentrale Trends der Radiobranche. Auf der Strukturebene werden die Marktanteile, Reichweiten und Distributionsformen sowie die Regulierung und wirtschaftlichen Entwicklungen auf Hörfunkmärkten thematisiert. Auf der Unternehmensebene führt der Beitrag in Finanzierungsformen von Hörfunkveranstaltern – speziell in Besonderheiten der Werbevermarktung – und in Programmstrategien wie auch Wertschöpfungsprozesse in Hörfunkunternehmen ein. Auf der dritten Ebene stehen vor allem Daten zur Hörfunknutzung im Fokus des Beitrages, wobei insbesondere die Bedeutung neuer Digitalsender und Webradios für Mediennutzer fokussiert und im Kontext von Trends auf Hörfunkmärkten diskutiert wird.

Klaus Goldhammer, Mathias Birkel, Simon Lübke

Media Planung

Unternehmen versuchen über den Einsatz der Marketinginstrumente ihre Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei der Werbung zu, deren primäre Aufgabe darin besteht, Aufmerksamkeit zu generieren, Angebote bekannt zu machen, spezielles Interesse am Angebot zu wecken und letztlich Kaufentscheidungen der Konsumenten zu beeinflussen. Mediaplanung ist dementsprechend der Prozess, mit dem die geeigneten und optimalen Medien als Werbeträger ausgewählt werden. Aufgabe der Mediaplanung ist entsprechend die optimale kosteneffiziente und effektive Selektion zielgruppenspezifisch relevanter Medien oder Werbeträger für den Werbemitteleinsatz. Zur Durchführung dieser Aufgabe beauftragen die meisten Werbungtreibenden Spezialisten für Mediaplanung und Media-Einkauf, nämlich die Mediaagenturen. Als Basis für die Media-Entscheidungen fungieren nach wie vor Informationen und Daten der offiziell zugänglichen Mediaforschung. Dabei geht es vor allem um Daten über Reichweiten und Nutzer der Medien, zu Überschneidungen mit anderen Mediengattungen, zu qualitativen Aspekten und zur Wirkung von Werbeträgern. Diese Informationen stehen den Marktpartnern zur Verfügung und ermöglichen Mediaplanern und anderen Spezialisten in den Agenturen den direkten Zugriff auf die Daten. Die Aufgaben der Mediaagenturen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich erweitert. Dem früheren, eher einfacheren Vorgang der Selektion von Werbeträgern aus einem ziemlich überschaubaren Angebot, stehen heute eine Vielzahl von Werbeträgern und Kommunikationsmöglichkeiten gegenüber. Das führt zu radikalen Veränderungen in den Mediaagenturen und bei den Vermarktern, die auch die Werbungtreibenden vor eklatante Herausforderungen stellen.

Michael Hofsäss, Dirk Engel

Kommerzielle Publikumsmarktforschung

Dieser Beitrag berichtet über die betriebswirtschaftliche Relevanz der Media- und Marktforschung. Gleichzeitig sollen den akademischen Forschern Hinweise über die erhobenen Daten geben werden, die für wissenschaftliche Zwecke durchaus nutzbar sind. Medien bewegen sich, neben Diversifikationsgeschäften (vgl. Tropp und Baetzgen in diesem Kapitel), in zwei Märkten: Dem Markt der Nutzer und dem der Werbekunden. Für letzteren sind die verlässlichen Daten über das Publikum wichtig, denn sie bilden die Grundlage für die Mediaplanung und damit für die Entscheidungen, in welche Werbeträger Werbungtreibende ihr Geld aufwenden. Es ist üblich, dass die Werbevermarkter ihre Leistung gegenüber ihren Auftraggebern nachweisen müssen. Da es zu einem Prinzipal-Agent-Konflikt (hat die Agentur wirklich die Werbegelder des Auftraggebers richtig investiert?) kommt, ist eine nachvollziehbare und gemeinschaftlich durch alle Marktpartner initiierte Erhebung dieser Daten notwendig. Dies wird durch Joint-Industry-Committees (JICs) gewährleistet. Die Mediaforschung ist eine sehr ausdifferenzierte Form der Sozial- und Marktforschung und arbeitet mit hohen methodischen Standards. Hier sind in erster Linie Media-Studien wichtig, da sie für die jeweiligen Mediengattungen vergleichbare Reichweiten und Strukturdaten für Werbeträger liefern, die im Werbemarkt als Währung akzeptiert sind. Hinzu kommen Markt-Media-Studien (die neben Mediennutzung auch Konsumverhalten und psychografische Zielgruppenmerkmale erheben) und die Werbestatistik für Auflagen und Werbeaufwendungen. Bei den Media- und Markt-Media-Studien kommen spezielle und gattungsadäquate Methoden zum Einsatz, über die in den JICs entschieden wird. Diese Daten werden für die Mediaplanung (vgl. Hofsäss und Engel in diesem Handbuch) und die Gestaltung der Werbepreise herangezogen. Ergänzend dazu werden sie für andere Zwecke eingesetzt, z. B. für Marketing- und Vertriebsmaßnahmen im Nutzermarkt. Um Werbekunden zu überzeugen, setzen Medienvermarkter noch eine Vielzahl anderer Studien ein. So gewinnen Untersuchungen zur Werbewirkung zunehmend an Bedeutung, was an der Digitalisierung und der besseren Verfügbarkeit von digitalen Daten liegt. Moderne statistische Analyseverfahren (Modelling) und automatisierte Prozesse (Predictive Analytics) übernehmen so auch Funktionen der etablierten, auf Reichweiten und Strukturen fokussierten Mediaforschung. Neben den Werbevermarktern und den JICs betreiben Werbe- und Mediaagenturen Publikums- und Werbewirkungsforschung, um einen Mehrwehrt für ihre Auftraggeber, die Werbungtreibenden, zu bieten. Neue digitale Kommunikationsformen und der dynamische Wandel im Mediengeschäft führen dazu, dass die klassischen Methoden der Mediaforschung durch andere Techniken und Datenlieferanten ergänzt werden, was den Einfluss der durch JICs organisierten Forschungsinstitutionen beeinträchtigt. Andererseits bilden sie die zurzeit beste Garantie für Transparenz und Verlässlichkeit, um den Prinzipal-Agent-Konflikt zu lösen. Die Dynamik des sich weiter digitalisierenden und ausdifferenzierenden Medienmarktes führt mittelfristig zu weiteren Anpassungen der Mediaforschungsmethoden, langfristig sind größere Umbrüche nicht auszuschließen.

Michael Hofsäss, Dirk Engel, Lena Kellerwessel

Breiter, tiefer, schräger: Diversifikation von Medienunternehmen

Medienunternehmen moderner Gesellschaften weiten heute zunehmend ihr Geschäft in vor- und nachgelagerte Stufen der Wertschöpfungskette der Medienbranche oder mit neuen Produkt- und Serviceangeboten gar in vollkommen neue Märkte aus. Dies hat zu einer komplexen, verflochtenen und für den Außenstehenden äußerst unübersichtlichen Erlösstruktur der Medienorganisationen geführt. Der Beitrag erläutert die allgemeinen Grundlagen des Diversifikationskonzeptes und die verschiedenen Diversifikationsarten, benennt Diversifikationsgründe von Medienunternehmen und zeigt Diversifikationsstrategien der Medienbranche auf sowie den Einfluss des Content Marketings als Diversifikationsstrategie auf den Medienmarkt. Am Beispiel des größten europäischen Medienkonzerns, der Bertelsmann SE, wird der Diversifikationsgrad und dessen Berechnung in einer Fallstudie exemplarisch dargestellt.

Jörg Tropp, Andreas Baetzgen

Film und Kino im Zeichen der Medienkonvergenz

Der Beitrag skizziert die wesentlichen Merkmale des Filmmarktes. Dazu werden zunächst die Eigenschaften des Films als mediales Wirtschaftsgut bzw. als Kulturgut vorgestellt. Anschließend werden die wichtigsten Parameter des Rezipientenmarktes und der wesentlichen Beschaffungsmärkte behandelt. In diesem Rahmen werden jeweils auch die Unterschiede zu anderen Mediengattungen herausgestellt. Die projektbasierte Wertschöpfung in der Filmbranche wird als Netzwerk dargestellt. Dabei werden auch aktuelle Trends in der Branche hinsichtlich der Veränderung von Produktion und Distribution im Zuge der Digitalisierung betrachtet. Schließlich geht der Beitrag noch auf das Kino als traditionellen Distributionskanal für Spielfilme ein und zeigt dessen Chancen auf.

M. Bjørn von Rimscha, Gianna L. Ehrlich

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Der Beitrag gibt einen Überblick über die Sachverhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die für die Medienökonomie von Bedeutung sind. Der Begriff „öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ kennzeichnet einen besonderen Ordnungsrahmen, der für einzelne Radio- und Fernsehsender sowie Online-Angebote gilt, die dem Gemeinwohl dienen. Solche Rahmenbedingungen existieren im D-A-CH-Raum und ebenso in vielen anderen europäischen Ländern. Die besondere Ordnung besteht aus institutionellen Regeln (z. B. Verfassungsregeln, Gesetze, Staatsverträge) und Organisationen (z. B. in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten). In Abgrenzung zu den Kräften des Marktes gewährleistet das Primat des öffentlichen Auftrags, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk an gesellschaftlichen Zielen und Normen orientiert und er dafür durch öffentliche Gelder finanziert wird. Dadurch hängt die mediale Kommunikation nicht nur davon ab, ob sie marktfähig und privatwirtschaftlich rentabel ist. Der Grad der Unabhängigkeit vom Staatseinfluss oder anderen einseitigen Interessen gewährleistet, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht einseitig instrumentalisiert werden kann. Dieser Grad der Unabhängigkeit hängt dabei nicht nur von der Ausgestaltung der internen Selbstregulierung (z. B. vom Binnenpluralismus) ab, sondern ebenfalls davon, wie die öffentliche Finanzierung organisiert wird und wie dezentral der Organisationsaufbau ist. Das Primat des öffentlichen Auftrags gewährleistet, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinen Diensten den Meinungsbildungsprozess durch Meinungsvielfalt und Information verbessert und dadurch zur Funktionsfähigkeit der Demokratie beiträgt. Die Dienste sollen den Bürger vor einseitiger und unausgewogener Berichterstattung und Manipulation schützen – auch im Rahmen der Unterhaltung –, mittels vielfältiger programmlicher Ansätze zur sozialen Integration in der Gesellschaft beitragen und zudem die Kultur fördern.

Hardy Gundlach

Open Access

Kapitel 6. Führung hybrider Formen virtueller Teams – Herausforderungen und Implikationen auf Team- und Individualebene

Hybride Formen virtueller Teamarbeit, bei denen Teile des Teams vor Ort im Büro sind und Teile aufgrund von Home-Office oder Dienstreisen mobil mit dem Rest des Teams zusammenarbeiten, sind heutzutage in der Wissensarbeit Normalität. Diese Art der Zusammenarbeit wirkt sich anders auf die Entwicklung von Teamkognitionen und –emotionen aus als die komplett virtuelle Zusammenarbeit, deren einziger Kommunikationskanal digital ist. Es zeigen sich spezifische Herausforderungen für die Führung solcher Teams, die sowohl an die Führungskraft als auch an die Teammitglieder neue Anforderungen an Kompetenzen stellen. Unser Beitrag stellt hierzu die Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung vor und bettet diese in den derzeitigen Forschungsstand zur Führung virtueller Teams ein. Wir leiten konkrete Handlungsempfehlungen für Führungskräfte ab und stellen das in unserem Forschungsprojekt entwickelte Online-Tool TeamCheck vor, welches Reflexionsprozesse zu Teamkognitionen, -emotionen und –prozessen anregt und als strukturelle Unterstützung zur Führung virtueller Teams dienen kann.

Valeria Bernardy, Rebecca Müller, Anna T. Röltgen, Conny H. Antoni

Kapitel 13. Zur Spezifik des Mediums: Der Doppelcharakter des Films als Faktendokument und Fiktion

Die Beobachtung, dass das Kunstmedium Film gegenüber anderen Künsten eine neuartige Beziehung zur Realität zeigt, wird durch die Einbindung technischer Apparate in den Kommunikationsvorgang erklärt, die einen Eingriff in die Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsprozesse des Zuschauers Menschen darstellt. Um sich der Spezifik des Mediums zu nähern, wird dessen Rezeption unter zwei komplementären Aspekten gesehen, welche zugleich eine psychologische Sichtweise erleichtern: (1) Als Fakten-Dokument realer Reizangebote lässt ein Filmwerk sich über seine Wahrnehmungsprozesse studieren, so im Rahmen von Embodiment, Geschehenswahrnehmung, implizitem Lernen, Invariantenextraktion, Konzeptbildung bzw. in Bezug auf Transitivität der Stimulation. (2) Als Fiktion zeigt Film hingegen Spiel-Charakter, woraus sich Besonderheiten des Erlebens erklären wie jene der Oszillation von Sinnangeboten aus Realität und Vorstellungswelt, die zur Wirklichkeitsillusion führt, ebenso der Nähe der Darstellung zum Probehandeln, wodurch körperliches Involvement induziert wird, ferner der Steuerung von Emotionen etc.

Peter Wuss

Kapitel 3. Internet

Peter F. Drucker, der als der einflussreichste Management-Professor gilt, vertritt in dem Buch Managing in the Next Society (2007) die These, dass die zukünftige Gesellschaft maßgeblich von den Konsequenzen der Internet-Revolution geprägt sein wird. Ähnlich wie in der industriellen Revolution ist nach der technischen Innovation die zweite Welle der sozialen Umwälzungen als Folge des Internets entscheidend. Durch die weltweite Ausbreitung von Internet-Inhalten, durch den Zugriff auf Informationsquellen unterschiedlichster Art und die interaktive Teilnahme an der Internet-Kommunikation werden durch die Computertechnologie private, geschäftliche und öffentliche Lebensbereiche verändert.

Bernhard Miebach

Kapitel 17. Neurokommunikation im Eventkontext

Wie sich Erkenntnisse des Neuromarketings und endokrinologische Beeinflussung im Eventkontext einsetzen lassen

Emotionen und Erlebnisse sind subjektive Bestandteile jeder Veranstaltung und eine Herausforderung für EventplanerInnen. Erkenntnisse und Modelle der Neurowissenschaften können genutzt werden, um menschliche Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozesse besser zu verstehen und in der Planung für eine „gehirngerechte“ Neurokommunikation zu berücksichtigen. Eine kritische Betrachtung ordnet die Verbreitung der Vorsilbe Neuro- in den aktuellen Stand von Forschung und Praxis ein. Neben einem Grundverständnis für die strukturelle und funktionelle Perspektive der Neurowissenschaften, werden apparative Verfahren mit potenziellen Einsatzfeldern in der Eventforschung beleuchtet. Für ein ganzheitliches Verständnis werden zentrale Ansätze wie die Prospect Theory (Kahneman und Tversky), das hierarchische Emotionsmodell (Panksepp) und das Zürcher Modell der sozialen Motivation (Bischof) erläutert und eingeordnet. Für die Anwendung im Eventkontext werden die praxisorientierten Modelle Limbic® Map (Häusel), Vier-Code-Modell (Scheier und Held) und NeuroMap® (Morin und Renvoisé) reflektiert und synthetisiert. Anhand eines Anwendungsbeispiels werden die konkreten Einsatzmöglichkeiten der Erkenntnisse des Neuromarketings für die Eventplanung aufgezeigt.

Steffen Ronft, Benny Briesemeister

Kapitel 38. Museum multisensual – Ausstellung als Event

Herausforderungen der Museumsarbeit in der Erlebnisgesellschaft

Museen und Ausstellungen befinden sich im Spannungsfeld zwischen der Erfüllung von Besuchererwartungen und dem gegebenen Bildungs- und Vermittlungsauftrag. Dieses Kapitel beleuchtet, inwiefern museale Ausstellungen einerseits von einer eventpsychologischen Perspektive profitieren und andererseits auch Erkenntnisse aus der Museumsarbeit Impulse für Forschungen der MICE-Branche geben können. Dazu gibt es zuerst einen Einblick in die Entwicklung von Museen und Ausstellungen, um darauf aufbauend unter Zuhilfenahme einzelner empirischer Museumsstudien die aktuellen Herausforderungen herauszuarbeiten. Zuletzt verdeutlichen Beispiele aus der Praxis einen möglichen Umgang mit den neuen Erwartungen. Der Fokus liegt hier auf Ausstellungen kunst- und kulturhistorischer Museen.

Christina Clever-Kümper, Kira Keßler, Hiram Kümper

Kapitel 2. Der Bewegtbildmarkt in Deutschland – aktuelle Player

Im Vergleich zu anderen Gattungen ist eine klare und überschneidungsfreie Kategorisierung der Player im Bewegtbildmarkt nicht möglich, da es hinsichtlich verschiedener Parameter signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Playern gibt.

Almudena Henkel, Jens Merheim

Einführung in die Digitale Transformation

Dieser Beitrag skizziert die Auswirkungen technologischer Neuerungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft. Die Digitalisierung ist dabei Kerntreiber der Digitalen Transformation. Der Beitrag baut zunächst auf der Erläuterung zu technologischen Neuerungen auf. Darauf aufbauend werden die Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft kontrastiert.

Tobias Kollmann, Holger Schmidt

Marktsegmentierung durch Online-Profiling

Durch Online-Tracking stehen umfangreiche Daten zu potenziellen Kunden zur Verfügung. Unternehmen können diese Daten zu aussagekräftigen Personen- oder Zielgruppenprofilen zusammenfassen, was eine fundierte Marktsegmentierung und gezielte Kundenansprache ermöglicht. Dieser Buchbeitrag stellt Online-Profiling als Methode der modernen Marktsegmentierung vor und erklärt die wichtigsten Tools zur Datengewinnung, -verarbeitung und -nutzung. Zudem zeigt der Beitrag die Chancen und Risiken des Online-Profiling auf.

Michael Bernecker

Kapitel 2. Deliberation

Bevor das Konzept der deliberativen Offenheit vorgestellt wird, folgt zunächst eine knappe Begriffsbestimmung von Deliberation. Der Fokus liegt dabei auf der internen Deliberation als theoretischer Grundlage für deliberative Offenheit. Ein Austausch von heterogenen Gruppen ist für Deliberation essentiell, daher wird ein kurzer Einblick zu Untersuchungen von Offenheit und cross-cutting networks gegeben.

Andrea Kloß

5. Content-Produktion für das Web

Die Content-Produktion für das Web umfasst die Bereiche Text, Fotografie und Video. Diese müssen auf die Zielgruppen im Fundraising hin angepasst, überprüft und professionell produziert werden. Dabei gilt es, den Besonderheiten von Non-Profit-Organisationen und sozialen Projekten sowie der Sensibilität ihrer Themenbereiche gerecht zu werden.

Tobias Dunkel, Maik Meid

2. Einführung in das Digitale Fundraising

Aus Sicht des Fundraisings stellt das Digitale Fundraising einen Wendepunkt in Bezug auf den digitalen Wandel dar. Das zunächst instrumentelle Verständnis von Online-Fundraising verändert sich hin zu einer selbstverständlichen Ergänzung digitaler Technologien in das gesamte Fundraising. In diesem Kapitel wird die Entwicklung des Online-Fundraisings beschrieben und es werden drei Handlungsebenen des Digitalen Fundraisings aufgezeigt. Förderliche Rahmenbedingungen für das Digitale Fundraising ergeben sich insbesondere aus der Herausbildung einer Institutional Readiness, wie sie vom Digital Changemaker innerhalb einer Organisation angeregt werden kann.

Jörg Reschke

9. Donor Relation Management

Mit Software-Einsatz im Digitalen Fundraising

CRM, Automation, Big Data, Tracking: Es ist ersichtlich – die Zukunft des Fundraisings ist fest im digitalen Fortschritt verankert. Ein grundlegendes Verständnis aktueller, digitaler Fundraising-Strategien und des dazugehörigen begrifflichen sowie technischen Know-hows sind heutzutage wichtige Garanten für den Erfolg beziehungsweise das Fortbestehen gemeinnütziger Organisationen und sozialer Projekte. Im Folgenden werden einige wichtige Grundsätze sowie Best Practices skizziert, um kurz die wichtigsten Entwicklungen sowie Strategien in diesem Bereich des Fundraisings zu beschreiben. Zudem werden auch Handlungsempfehlungen ausgesprochen und mögliche Entscheidungsfindungsprozesse grob veranschaulicht.

Eva Hieninger, Gregor Nilsson

Chapter 9. Die Ethik der Datenströme: Technische Entwicklung und resultierende soziale, pädagogische und gesellschaftliche Fragestellungen

In diesem Beitrag werden ethische Fragestellungen auf der Grundlage der technischen Entwicklungen insbesondere im Bereich der Robotik und der künstlichen Intelligenz hergeleitet. Nach einem kurzen Überblick über aktuelle Medienmeldungen zur Anwendung künstlicher Intelligenz und der Systematisierung ihrer Formen bis hin zu technischen Systemen, die Körperfunktionen übernehmen (Cyborgs), wird das Verhältnis zwischen Menschen und Maschine näher beleuchtet. Die Wahrnehmung der Maschine als menschliches Hilfsmittel wird der ethischen Dimension einer dem Menschen gleichwertigen, selbstlernenden Maschine gegenübergestellt, um dann die Frage zu stellen, ob eine solche, selbstlernende Maschine eine Moral haben könnte. Darauf aufbauend werden Mechanismen der Kontrolle über diese Maschinen diskutiert und auch die Frage, inwieweit ihre Nutzung negative Auswirkung auf die Entwicklung und Leistungsfähigkeit der Menschen haben könnte. Abschließend werden die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung der Wirtschaftswelt ausgelotet und kritisch reflektiert.

Claudia Spindler

2. Soziale Medien zwischen Disruption und Synthese

Eine bildungstheoretische Perspektive auf Praktiken des Codings zur Herstellung von digitalen Öffentlichkeiten

Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich die Komplexität von sozialen Medien zu Bildungs- und Subjektivierungsprozessen verhält. Dieser Perspektivsetzung liegt die Annahme zugrunde, dass den digitalen Technologien, die schließlich erst die sozialen Medien in ihrer Heterogenität hervorbringen, bereits Potenziale zur individuellen Herstellung und Transformation von Orientierungsrahmen eingeschrieben sind. Es soll im Schnittfeld von Medien- und Bildungstheorie diskutiert werden, wie neben einer Fragmentierung, Filterung und Selektion im Sinne der Disruption von öffentlichen Kommunikationsräumen über soziale Medien auch erst neue Erfahrungsräume in Form einer Synthese hervorgebracht werden können.

Dan Verständig

Die Zukunft der funktional differenzierten Gesellschaft: Herausforderungen und Gestaltungsoptionen

Die Weltgesellschaft befindet sich in einer schwierigen, paradoxen Lage. In der Alltagssprache wird dies unter anderem so formuliert: je mehr wir unsere Schritte beschleunigten, desto weiter entfernten wir uns von unserem Ziel. Die Zeitforscher betonen die Notwendigkeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen zu thematisieren, stellen gegenwärtig aber oft das Gegenteil fest und beklagen unter anderem, dass wir mit der „Daten speichernden“ Gegenwart – einer die Menschen oft überfordernden globalen „Synchronwelt“ (Sloterdijk 2017) – die Vergangenheit und die Zukunft „auffressen“.

Dieter Grunow

Interview mit Felix Falk

„Felix Falk ist seit dem 1. Februar 2018 Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche. Benjamin Bigl und Sascha Kummer sprachen mit ihm über die Bedeutung von Games als Technologietreiber in Deutschland, über E-Sport, Medienkompetenz beim Gaming, und welche zukünftigen Trends und Herausforderungen sich daraus ergeben.“

Benjamin Bigl

Chapter 1. Einleitung

Schon im Vorwort wurde auf die umfangreiche Literatur rund um Themen wie „Management-Diagnostik“ bzw. „Personalauswahl/Assessment Center“ hingewiesen, die keine weitere Publikation erforderlich machen würde. Schließlich wurden die Grundlagen wie „Testgütekriterien“ oder „Kompetenzmodellierung“ bereits hinlänglich beschrieben, ohne damit an alltäglicher Relevanz zu verlieren. Auch die Testtheorie nach Gulliksen (1950) wird auch in Zukunft schlichtweg als nur noch “klassischer denn je” gelten können, ohne widerlegt worden zu sein.

Klaus P. Stulle

Operationalisierung und Messung

Eine systematische Operationalisierung und Messung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in jeder empirischen Studie. Im Prozess der Operationalisierung und Messung werden theoretische Konzepte präzise definiert und anschließend mittels Indikatoren messbar gemacht. In diesem Prozess kommt den Gütekriterien Validität und Reliabilität besondere Bedeutung zu. Nur mit validen und reliablen Indikatoren können sinnvoll Skalen und Indizes gebildet werden und damit komplexere theoretische Konzepte empirisch erfasst werden. Der Beitrag diskutiert das Thema am Beispiel ausgewählter Konstrukte aus der politischen Psychologie und der Demokratieforschung.

Raffael Heiss, Jörg Matthes

Kapitel 5. Diskussion

In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Studie für Wissenschaft und Praxis diskutiert.

Pirie Grützmacher

Zwischen Skylla und Charybdis? Die Zukunft der Demokratietheorie im digitalen Zeitalter

Die erweiterte Massenkommunikation des Internets wurde von Optimisten als Chance begriffen, die Krise der demokratischen Öffentlichkeit zu überwinden. Der vorliegende Beitrag stellt diese Zuversicht auf den Prüfstand und pointiert zwei problematische Entwicklungen: Die Digitalisierung beschleunigt die Tendenz der Personalisierung des Politischen und den Wandel der Öffentlichkeit in eine fragmentierte, affektive, ideologisch-polarisierte und manipulierte Öffentlichkeit. Welche Spannungszonen und Möglichkeiten ergeben sich heraus für die radikale und deliberative Demokratietheorie?

Gizem Kaya

Zur Konstitution der digitalen Gesellschaft. Alternative Infrastrukturen als Element demokratischer Digitalisierung

Der Beitrag argumentiert, dass auch die Konstitutionsweise digitaler Infrastrukturen politiktheoretisch als Institutionalisierung gelesen werden sollte, um die demokratische Qualität der Digitalisierung angemessen zu reflektieren. Die techniksoziologische Rekonzeptualisierung der demokratietheoretischen Norm einer maximalen Verteilung von Kommunikationsmacht gestattet uns, das Argument anhand des sozialen Mediums Mastodon zu veranschaulichen. Der Blick auf die Praktiken der Technikgestaltung offenbart die Potenziale und Hindernisse dezentraler Infrastrukturen für demokratische Entscheidungs-, Meinungs- und Willensbildungsprozesse in der digitalen Konstellation.

Sebastian Berg, Daniel Staemmler

Kapitel 3. Online-Kommunikation von Unternehmen

Das Ziel dieses Kapitels ist es, die Rahmenbedingungen der Online-Kommunikation von Unternehmen zu beleuchten. Dazu werden zunächst relevante Veränderungen auf gesellschaftlicher und technologischer Ebene betrachtet (Abschnitt 3.1). So soll gezeigt werden, dass die Digitalisierung und der Medienwandel zu einer veränderten Mediennutzung seitens der Unternehmen (Mesoebene) und der Nutzer*innen in den Teilöffentlichkeiten geführt haben (Makroebene). Insbesondere wird hierbei auf die Relevanz der sozialen Medien fokussiert. Darauf aufbauend erfolgt ein tieferer Einblick in die Online-PR (Abschnitt 3.2), wobei vor dem Hintergrund der verschiedenen Typen und Instrumente der Online-PR die spezielle Rolle von Facebook als Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit erschlossen werden soll. In diesem Zusammenhang wird auch näher auf das Potenzial der sozialen Medien zur Interaktion zwischen Unternehmen und ihren Teilöffentlichkeiten eingegangen. Eine Zusammenfassung der Erkenntnisse bildet den Schlusspunkt dieses Kapitels (Abschnitt 3.3).

Michael Johann

Kapitel 11. Annäherung an eine Systematisierung der Adressierung durch die Werbefigur

In der bisherigen Betrachtung wurden Werbefiguren und ihre Adressierungsleistung nach ganz grundsätzlichen Charakteristika untersucht. Dabei wurde beleuchtet, wie über Werbefiguren ‚folgenreiche Aufmerksamkeit’ erlangt und erhalten werden soll. Die Werbefigur wurde im Anschluss an Stern und Zurstiege als Beziehungsangebot im Text für die Rezipient_in definiert.

Penda Maria Bönighausen

Kapitel 1. Die Werbefigur zwischen ökonomischer Zweckmäßigkeit und medienkultureller Aushandlung

Klementine demonstrierte als beherzte Klempnerin, dass Ariel ‚nicht nur sauber, sondern rein‘ wäscht. Das HB-Männchen verzweifelte an den Tücken des Alltags bis mit einer HB-Zigarette wieder ‚alles, wie von selbst ging‘. ‚Da weiß man, was man hat‘, versprach der Persil-Mann und Karin Sommer rettete regelmäßig den Hausfrieden mit dem ‚Verwöhnaroma‘ von Jacobs Krönung.

Penda Maria Bönighausen

Chapter 19. Digitale Bildung in Hochschulen aus Sicht der Studierenden: Wahrnehmung des Status quo, Erwartungen und Wünsche

Aktuelle empirische Daten zu Unterstützungsangeboten studentischer Selbstlernphasen sowie zu Einstellungen von Studierenden im Umgang mit digitalen Lernmedien in der Hochschullehre

Die aktuelle Entwicklung an Hochschulen ist noch immer geprägt durch die Überlegungen und Forderungen der Bologna-Reform, zunehmend drängen zudem auch die Anforderungen der Digitalisierung in die Hochschulen und beeinflussen die dortige Lehre. Dieser Beitrag steuert zur Diskussion um die zukünftige Ausgestaltung von Hochschullehre die Perspektive der Studierenden bei: Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Wahrnehmung der Unterstützungs- und Selbstlernangebote der Hochschulen können im vorliegenden Text älteren Daten gegenübergestellt und mit diesen verglichen werden, um herauszuarbeiten, welche Erwartungen Studierende an aktuelle Hochschullehre haben.

Ullrich Dittler, Christian Kreidl

Chapter 15. Die Wirkung digitaler Medien im Schulunterricht – Chancen und Risiken der Digitalisierung aus erziehungswissenschaftlicher Sicht

Digitalisierung ist allgegenwärtig, auch in Erziehung und Unterricht. In diesem Beitrag sollen Möglichkeiten und Grenzen einer Digitalisierung im Bildungsbereich herauskristallisiert werden. Zu diesem Zweck werden neben theoretischen Überlegungen hinsichtlich einer Medienbildung auch empirische Forschungsergebnisse vorgestellt. Leitend werden zwei Thesen sein: Pädagogik vor Technik und Lernen bleibt Lernen. Beides mündet in das Postulat einer humanen Schule im Zeitalter der Digitalisierung.

Klaus Zierer

Chapter 14. Herausforderungen und Gefahren der Digitalen Bildung in Deutschland

Wer sich als Pädagoge und Wissenschaftler mit dem Thema Digitalisierung im Kontext von Unterricht, Lehre und Bildungsprozessen befasst, stellt schnell fest: Kaum jemand realisiert die Tragweite der durch Digitaltechnik und Netzwerke möglichen und von IT-Konzernen forcierten Transformation von Bildungseinrichtungen zu immer stärker automatisierten, kybernetisch gesteuerten Beschulungs- und Prüfanstalten. „It’s the economy, stupid“ wird zum Mantra auch der Bildung. Der Begriff Learning Analytics als Teilaspekt von Big Data Analytics weist ebenso auf Automatisierungstechnik für Lernprozesse wie der Begriff der datengestützten Schulentwicklung (Hartong, Learning Analytics und Big data in der Bildung, 2019). Mit Summit Learning (Facebook), Google Classroom oder Apple Education sind vollautomatisierte Systeme in den USA bereits im Einsatz. Der DigitalPakt Schule schafft die technischen Voraussetzungen für die Beschulung per Netz und Cloud in Deutschland (Lankau, Bildungsmarkt Schule. Tatsächliche Kosten des Digitalpakt Schule und verdeckte Interessen, 2019).

Ralf Lankau

Innere Sicherheit

Ein zentraler Auftrag der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) liegt in der Gefahrenabwehr. Die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr befasst sich mit gesundheitsrelevanten Aspekten wie Vorsorge-, Schutz- und Rettungsmaßnahmen im Kontext von Unfällen oder Katastrophen, während die zum Bereich der Inneren Sicherheit gehörende polizeiliche Gefahrenabwehr zudem Fragen von Kriminalität, Extremismus und Terrorismus aufgreift und hierbei auch Aufgaben der Kriminalprävention und zur Stärkung des Sicherheitsempfindens umfasst. Die Polizei als wesentlicher, wenn auch nicht alleiniger, Akteur im Bereich der Inneren Sicherheit hat auch die Aufgabe der Strafverfolgung und gibt in diesem Kontext vielfältige Informationen zu gesundheitlichen Fragen der Opferwerdung durch Kriminalität. Der Beitrag skizziert das Politikfeld und betrachtet in zwei Abschnitten die individuellen gesundheitlichen Einschränkungen durch Kriminalität sowie psychisch bedingte Einschränkungen im Kontext von Viktimisierungserfahrung und Kriminalitätsfurcht.

Bernhard Frevel, Hermann Groß

Kapitel 2. Szenotopie als Handlungsraum

Im Gegensatz zum Theater, wo ein dramatischer Vorgang mit dramaturgischen Mitteln als Bühnenhandlung inszeniert und für den Zuschauer visuell nachvollziehbar szenografisch in Szene gesetzt wird, formt der Nutzer im Internet den mentalen Handlungsraum performativ, der erst mit seinen Aktionen entsteht und auch nur von ihm wahrgenommen werden kann. Es wird analysiert, welche szenografischen Gestaltungsmittel diese performative Raumbildung beschleunigen und dem Nutzer ein Raumgefühl suggerieren, das ihm bereits aus der Realität bekannt ist und daher die Navigation im Internet erleichtert. Im Kontext interaktiver Raumnutzung wird untersucht, auf welche Weise das Internet als Handlungsraum eine topologische Deutung erfährt, die es berechenbar macht und den Nutzer darüber aufklärt, welche Weglängen zurückgelegt werden müssen, um dort von einem Ort zum anderen zu gelangen. Im Vergleich zur Geometrie, die sich als Gestaltlehre mit den metrischen Größen des Raumes befasst, setzt sich die Topologie mit dem Beziehungsgeflecht zwischen einzelnen Orten innerhalb des Raumes auseinander, das diesen berechenbar und bei seiner interaktiven Nutzung kalkulierbar macht. Damit auch der mentale Raum des Internets für seine Nutzer berechenbar ist, wird untersucht, welche Orts- oder Lagebeschreibungen dort realisierbar sind, die nicht nur der Standortbestimmung dienen, sondern als visuelles Orientierungssystem darüber aufklären, was noch zu erwarten ist und wie man schnell und unkompliziert an das selbst gesteckte Ziel gelangt.

Thomas Moritz

Kapitel 3. Szenosphäre als Raumbildung

Die Feststellung, dass die transdisziplinären und performativen Rauminszenierungen auch der künstlerischen Äußerung und Selbstdarstellung dienen, verweist nicht nur auf Bestrebungen der Medienkünstler, die eigenen Aktionen als mediale Selbsterfahrungen über das Internet einem größeren Publikum zugänglich zu machen, sondern auch auf die Nutzungsmodalitäten des Internets, bei denen performativ ein mentaler Informations- und Handlungsraum geformt wird. Dabei wird dem Nutzer ein dreidimensionaler Raumeindruck vermittelt, der ihm ein aus der Realität bekanntes Raumgefühl suggeriert, das mit Szenosphäre gleichzusetzen ist, die zur mentalen Raumbildung beiträgt und weitreichende Möglichkeiten zur interaktiven Nutzung offeriert. Die darauf aufbauende Definition von Szenografie klärt darüber auf, warum diese, neben dem griechischen Wortstamm für Szene, auch den griechischen Begriff für Schreiben beinhaltet, der definitiv auf einen Prozess verweist, bei dem etwas inszeniert oder beschrieben wird. Demnach hat ein Szenograf die Aufgabe, Räume zu inszenieren und als Raumbilder in die Köpfe der Darsteller und Rezipienten einzuschreiben, die deren Fantasie anregen und sie zum Handeln animieren. Im Kontext interaktiver Mediennutzung wird erläutert, warum Szenografie als schöpferischer Akt zu verstehen ist, der Wahrnehmungsfolgen, raumbildende Prozesse und Handlungen zu einem interaktiven Nutzungsszenario vereint und auf einen atmosphärischen Raum abzielt, der Zuschauern und Nutzern ein spezielles Raumgefühl suggeriert.

Thomas Moritz

Chapter 4. Wie werden Produkte aus betriebswirtschaftlicher Sicht erfolgreich gemacht?

Der Erfolg von Produkten auf dem Markt ist nicht primär eine Frage der Definition und Messung, sondern der Gestaltung. Aus forschungsorientierter Perspektive lassen sich Hinweise für die Gestaltung erfolgreicher Produkte aus der Adoptions-, Diffusions- und Erfolgsfaktorenforschung ableiten (Abschn. 4.1). Aus anwendungsorientierter Sicht sind Prozessmodelle für die Sicherstellung des Erfolgs von Produkten am Markt dominierend. Deshalb werden in diesem Zusammenhang bestehende Prozessmodelle rekapituliert und zu einem Produktmanagement-Prozess aggregiert (Abschn. 4.2). In den weiteren Schritten werden dann die Phasen des hier vorgeschlagenen Produktmanagement-Prozesses entlang ihrer zentralen Fragestellungen und Lösungsvorschläge erläutert: Im ersten Schritt die Phase der Produktentdeckung, in der es um das Finden und Selektieren von Ideen zur Entwicklung oder Optimierung von Produkten geht (Abschn. 4.3). Danach wird die Phase der Produktdefinition behandelt, in welcher die Definition der Marktpositionierung, der Produktanforderungen, des Wertschöpfungsmodells sowie die Abschätzung der Profitabilität im Zentrum steht (Abschn. 4.4). Diese Elemente sind in der Produktrealisierung zu einem Produktdesign, einem Marketingkonzept, funktionierenden Geschäftsprozessen sowie einem Business Case weiterzuentwickeln (Abschn. 4.5). In der Phase der Markteinführung, müssen schließlich die Marktfähigkeit, Lieferbarkeit und Profitabilität des Produkts final sichergestellt und entsprechende Kommunikationsmaßnahmen initiiert werden (Abschn. 4.6). Die Phase des Produkt-Controllings wurde bereits in Abschn. 3.2 und Abschn. 3.3 behandelt. Die Beschreibung der letzten Phase enthält schließlich einen Überblick über die Entscheidungen und deren Konsequenzen, die mit einer Eliminationsentscheidung eines Produkts verbunden sind (Abschn. 4.7).

Brigitte Biermann, Rainer Erne

Kapitel 1. Szenografie als Raumkunst

Einführend wird erläutert, warum Szenografie, ursprünglich als Bildkunst verortet, erst viel später eine Aufwertung als intermediale Raumkunst erfuhr. Die ersten Theateraufführungen fanden auf den Bühnen der Amphitheater in der griechischen Antike statt, die im Abstand zu ihrem Publikum bewusst auf eine Rahmung des Bühengeschehens abzielten. Gegenwärtige Gestaltungskonzepte sind hingegen bestrebt, den abgeschlossenen Bühnenraum aufzubrechen, um die räumliche Distanz zu den Zuschauern aufzuheben und sie auch dramaturgisch in das inszenierte Handlungsgeschehen einzubeziehen. Das szenografische Gestaltungsziel ist nicht ausschließlich das materialisierte und illusionistisch gestaltete Bühnenbild, dessen Entwurf dem Bühnenbildner obliegt, sondern auch der inmaterielle Erlebnisraum, der bei Darstellern und Zuschauern gemeinsame Raumerlebnisse initiiert. Seit Einführung der Massenmedien Film und Fernsehen entwickelte sich die Szenografie zum Raumdiskurs, der sich explizit von den gerahmten Bühnenbildern abgrenzt und den medial inszenierten Raum als Mittelpunkt szenografischen Gestaltens verortet. Im Kontext aktueller Medienumbrüche, wie der medialen Vernetzung im Internet, der digitalen Bildbearbeitung und der virtuellen Realität, wird hier aufgezeigt, wie der mediale Raum neue szenografische Relevanz erlangt und sich zu einem intermedialen Diskursfeld entwickelt, das nicht nur die Akteure sondern auch die Rezipienten mit einbezieht und auf deren intellektuelle Reflexion abzielt.

Thomas Moritz

„Willst du mit gucken?“ Intervenieren – arrangieren – etwas sichtbar machen

Am Beispiel meiner filmischen Beobachtung Takeover-Marathon, (Vogelpohl 2019), die im Rahmen des Forschungsprojekts Frühe Kindheit und Smartphone entstanden ist, möchte ich in diesem Beitrag der Bedeutung von Interventionen in verabredeten Beobachtungssituationen nachgehen. Ich werde versuchen, entlang der Spur der Interventionen Schnittstellen aufzuspüren, an denen Methode und Forschungsgegenstand sich gegenseitig inspirieren und hervorbringen. Takeover - Marathon ist im Rahmen der kollaborativen Kameraethnographie zusammen mit Bina E. Mohn und Pip Hare entstanden (siehe Hare und Mohn in diesem Band) und basiert auf Beobachtungen in einer Familie, die ich regelmäßig mit der Kamera besuche.

Astrid Vogelpohl

Das Smartphone als Gegenstand sozialer Aushandlungen im Familienalltag von Kleinkindern

Aufgrund der rapiden Verbreitung und damit einhergehender Veralltäglichung von Smartphones sind diese – ungeachtet öffentlicher Gefahrendiskurse (bspw. Montag 2018, Spitzer 2018) – Bestandteile heutigen Familienlebens und gehören damit auch zum Alltag der in diesen Beziehungsgefügen lebenden Kleinkinder (Wiesemann und Fürtig 2018).

Inka Fürtig

Bilder hier und dort. Affektive und ethische Dimensionen meiner Forschung mit Kindern und Kameras

‚Dort.‘ Ich war dabei, als eine indische Freundin von mir in einem Dorf in Nordostindien einen Workshop für Frauen leitete. Ich verstand die Sprache nicht und schaute mich um. Für die Mittagspause brachten weitere Frauen Essen.

Pip Hare

Digitale Kindheiten. Kinder – Familien – Medien

Schon wieder eine neue „Kindheit“? Das wissenschaftliche Begreifen des Neuen und bislang Unerforschten bringt das Erproben neuer Begriffe mit sich. Wir spüren und sehen soziale Veränderungen, die wir jedoch erst noch in den bewährten Begriffen und mit erprobten Unterscheidungen verstehen wollen. Für die Kindheitsforschung ist die Unterscheidung von Kindern und Erwachsenen eine solche bewährte Unterscheidung und zugleich Teil ihrer eigenen Identitätsherstellung (siehe Kelle 2005).

Jutta Wiesemann, Clemens Eisenmann, Inka Fürtig, Jochen Lange, Bina Elisabeth Mohn

Soziotechnische Intimität und wechselseitige Wahrnehmung bei Verabschiedungen in der familialen Videotelefonie mit Kindern

Familiale Intimität in der frühen Kindheit wird üblicherweise als etwas Unmittelbares und überaus Körperliches verstanden. Sie kann quasi als ‚Prototyp‘ körperlich präsenter Interaktionen gesehen werden. Dieser Beitrag fragt allerdings nach der Relevanz von Intimität bei der Videotelefonie und somit in technisch und medial vermittelten Situationen.

Clemens Eisenmann

Kapitel 3. Das Phänomen Digitalisierung

Nun da die Wertschöpfungsstruktur eines Messeveranstalters umfassend dargelegt ist, bedarf es der systematisierten Erfassung des Phänomens Digitalisierung, um im Folgeschritt dessen Auswirkungen auf die Wertschöpfung eines Messeveranstalters untersuchen zu können.

Christoph Menke

Kapitel 4. Der Einfluss der Digitalisierung auf die Wertschöpfung eines Messeveranstalters

Die Analyse des Digitalisierungsphänomens untermauert anhand der identifizierten Erscheinungsformen und deren Wirkungskreis die Erwartung, dass die Digitalisierung auch signifikanten Einfluss auf die Wertschöpfung eines Messeveranstalters nimmt. Durch Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf das Geschäftsmodell eines Messeveranstalters wird nun konkret untersucht, inwieweit sich diese Erwartung im Einzelnen anhand der Wertschöpfungsbereiche und Geschäftsmodellkomponenten bestätigt.

Christoph Menke

Kapitel 2. Aktueller Forschungsstand

Bevor ein journalistischer Instagram-Account entsteht, sollte eine Strategie erstellt werden, die an bereits vorhandene Social-Media-Accounts angepasst wird. Beiträge sollten explizit für Instagram erstellt und auf die Zielgruppe zugeschnitten werden. Instagram-Storys eignen sich besonders gut, um Geschichten zu erzählen.

Selina Bettendorf

Kapitel 12. Sexpuppen und Sexroboter aus sexualwissenschaftlicher Perspektive

Ein Ausblick und eine Einordnung

Sexualwissenschaftler*innen haben, bei aller empirischen Orientiertheit, eine Idee davon, wie eine sexuelle Zukunft aussehen könnte. Auch der Autor möchte sich in diesem Aufsatz daran versuchen: Im Anschluss an eine Darstellung der Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, die viel Bewegung und gleichzeitig viel Erstarrung ins Sexuelle gebracht haben, wagt er einen Ausblick, was die mittlerweile nicht mehr ganz so neuen „neuen Technologien“ in ihrer Fortentwicklung bedeuten können – und ordnet von hier aus Sexpuppen und Sexroboter ein.

Heinz-Jürgen Voß

Kapitel 11. BILDung durch BILDschirm?

Wie wir durch Edutainment verlernen, dicke Bretter zu bohren

Mike blickt verzückt auf sein neues iPhone, während er auf dem Weg zum Hörsaal ist. Die Faszination ist ungebrochen, obwohl Mike schon seit Tagen die neuen 3‐D‐Icons bestaunt. So viel Schönheit! So viel Kraft! Danke Apple, für dieses wunderbare Geschenk! Die Tür zum Hörsaal geht auf – und plötzlich befindet sich Mike in einer noch besseren Welt: Kein Kreidestaub liegt in der Luft, die grüne Schiefertafel ist verschwunden, und das strahlende Weiß eines SmartboardsSmartboard zieht den Studenten in seinen Bann.

Gerald Lembke, Ingo Leipner

Kapitel 3. Die Online-Nutzer

Das Kapitel beschreibt Methoden der Nutzerforschung und erklärt die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Gabriele Hooffacker

Ehrenamtliches Engagement

Kinder- und Jugendarbeit (KJA) war und ist Ort eines vielfältigen ehrenamtlichen, freiwilligen Engagements. Einerseits werden ihre Angebote in hohem Maße von ehrenamtlich Engagierten getragen. Andererseits stellt freiwilliges Engagement eine Gelegenheitsstruktur par excellence dar, Kernziele von Jugendarbeit zu realisieren: Verantwortungsübernahme, Erfahrung von Selbstwirksamkeit, Teamarbeit usw. Um freiwilliges Engagement in der KJA und die Möglichkeiten seiner Förderung in einer angemessenen Breite und Tiefe zu diskutieren, wird 1) in einer Analyse der verschiedenen verwendeten Begriffen und der mit ihnen verbundenen Engagement-Traditionen die Vielfalt des Engagements (im Allgemeinen und in der KJA im Besonderen) erschlossen; werden 2) aktuelle empirische Daten zum Engagement in Deutschland referiert; wird 3) ein Blick auf den Diskurs und die verfügbaren empirischen Daten zum Engagement in der KJA geworfen; wird 4) die fachliche, politische, gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung von Engagement in der KJA erörtert; werden 5) Perspektiven der Förderung von Engagement in der KJA skizziert.

Paul-Stefan Roß

Medien- und Kulturpädagogik

In Form eines Überblicks werden die Grundzüge der Medien- und Kulturpädagogik in ihrer Bedeutung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dargestellt, insofern sie deren Persönlichkeitsentwicklung einerseits und ihre gesellschaftliche Partizipation andererseits betreffen. Die Gemeinsamkeiten und Besonderheiten beider voneinander unabhängiger Disziplinen werden herausgearbeitet und ihre Relevanz für pädagogisches Handeln beleuchtet. Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle von Medien im Alltag von Kindern und Jugendlichen sowie den damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen.

Annette Ullrich, Karin E. Sauer, Pia Jaeger

Offene Arbeit mit Kindern – Theoretische Grundlagen und Handlungsfelder

Die Offene Arbeit mit Kindern, gemeint sind hier vor allem die Spielmobilarbeit, Aktiv- bzw. Abenteuerspielplätze oder Jugendfarmen sowie sogenannte Kinderspielstädte, ist ein sowohl von der Literaturlage her als auch bezogen auf empirische Forschungsarbeiten eher stiefmütterlich behandeltes Handlungsfeld der Kinder- und Jugendarbeit. Die Angebote richten sich meist an Kinder ab dem Schulalter und werden in der Regel bis zum Beginn der Jugendphase in Anspruch genommen. Zielgruppe sind daher Kinder zwischen etwa 6 und 12–14 Jahren. Betrachtet man dieses Handlungsfeld genauer, so lassen sich weitreichende Bezüge zur Entwicklungspsychologie der mittleren und späten Kindheit sowie zur Kindheitssoziologie finden. Aus diesem Grunde verwundert es eher, warum relativ wenig zu diesem Handlungsfeld publiziert wurde. Die nachfolgende Darstellung versucht, der Komplexität der Offenen Arbeit mit Kindern gerecht zu werden, indem einerseits die in dieser Lebensphase relevanten Herausforderungen auf ein theoretisches Fundament gestellt werden, andererseits aber auch ausgewählte Handlungsfelder der Offenen Arbeit mit Kindern, die wiederum auf diesen theoretischen Annahmen beruhen, beschrieben werden. Im Zentrum des Beitrags stehen dabei das sogenannte Aneignungskonzept sowie der sozialökologische Ansatz. Die zentrale Bedeutung dieser beiden Theorieentwürfe werden dann anhand dreier ausgewählter Handlungsfelder (pädagogisch betreute Spielplätze, Spielmobile und Kinderspielstädte) verdeutlicht.

Thomas Meyer

Freizeit- und Erlebnispädagogik

Die Begriffe „Freizeit“ und „Erlebnis“ sind für die Meisten von uns keine Fremdwörter. Doch wie genau werden sie definiert und was ergibt sich, wenn man sie „pädagogisiert“? Wofür stehen dann die Begrifflichkeiten „Freizeit- und Erlebnispädagogik“? Der vorliegende Text soll einen genaueren Blick auf diese Themen werfen und sie als pädagogische Konzepte vorstellen. Neben Grundlagen, Definitionen und einem kurzen geschichtlichen Abriss, geht es vor allem auch darum, die genaue Zielsetzung und die Zielgruppen zu beschreiben. Der weitere Schwerpunkt liegt auf der praxisnahen Planung, Umsetzung, Durchführung und Auswertung freizeit- und erlebnispädagogischer Angebote. Weiterhin werden ökologische und sicherheitsrelevante Aspekte beschrieben. Abschließend werden auf Reflexionsmöglichkeiten zur Nachbereitung handlungsorientierter Aktivitäten sowie die Notwendigkeit und Wichtigkeit derselben hingewiesen.

Karl-Heinz Konnerth

Kapitel 3. Hintergrund: Verhandlungen in der Mediengesellschaft

Die breite Sichtung des Forschungsstandes zum Zusammenspiel von Medien und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern hat gezeigt, dass es eine Vielzahl an potenziellen Ansatzpunkten gibt, man jedoch einen sparsamen und konsistenten Zugang vergeblich sucht (vgl. Kapitel 2). In der Kommunikationswissenschaft bzw. der politischen Kommunikationsforschung wird dabei traditionell die Frage nach dem Machtverhältnis (wer determiniert wen?; vgl. Kapitel 2.2) gestellt (Brants et al., 2010; Davis, 2009; Raupp, 2009; Strömbäck, 2011a).

Christina Viehmann

Kapitel 5. Unabhängige Konstrukte: Die kognitive und emotionale Auseinandersetzung mit der Medienöffentlichkeit

In diesem Abschnitt geht es um die Frage, wie medienbezogene Kalküle in die strategisch- taktischen Überlegungen der gesellschaftlichen Funktionseliten einfließen. Diese bilden, wie zuvor dargelegt (vgl. Kapitel 4.4), die Grundlage für die Aktivitäten in der Verhandlungsarena und in der medienvermittelten öffentlichen Arena (z. B. die öffentliche Kommunikation über die eigenen Verhandlungsaktivitäten und Erfolge). Damit wird der zweite Komplex an konzeptionsleitenden Fragestellungen dieser Arbeit adressiert, der auf die Mechanismen abzielt, die medialer und öffentlicher Aufmerksamkeit den Weg in den Entscheidungsprozess von Funktionseliten bahnen (vgl. Kapitel 2.5.2). Die unabhängigen Konstrukte im vorliegenden Modell sollen also konzeptioniert werden.

Christina Viehmann

Kapitel 2. Problemstellung: Medien und Entscheidungen von Funktionseliten

Die Problemstellung, die im Rahmen der vorliegenden Arbeit in den Blick genommen wird, zeichnet sich wie viele andere Themen in der Kommunikationswissenschaft durch ihren interdisziplinären Charakter aus. Entsprechend ergeben sich verschiedene Ausgangspunkte, um sich der Thematik zu nähern.

Christina Viehmann

Kapitel 8. Implikationen der multiperspektivischen Studie für Theorie und Praxis

Das durch die empirische Untersuchung angereicherte Themenverständnis wird speziell auf die Themen der Unternehmenskommunikation verdichtet. Außerdem werden die für das Themenmanagement relevanten Planungsinstrumente vorgestellt sowie strategische und operative Prozesse zur Themensuche und -selektion ausgeleuchtet. Die Ergebnisdiskussion schließt mit der auf Basis der empirischen Erkenntnisse vorgenommenen Modellspezifikation zur Unternehmenskommunikation in Themenräumen ab.

Alena Kirchenbauer

Vergleichbar, passgenau, ganzheitlich

Kunden-Mehrwert durch Datenintegration im Geomarketing

Geodatenprodukte von Anbietern wie der GfK Geomarketing zielen darauf ab, regionale Unterschiede in der soziodemographischen Struktur, dem Konsumverhalten, Produkt- und Markenpräferenzen sowie Werten und Einstellungen der Verbraucher abzubilden oder aber (Handels-)Standorte in ihrer Bedeutung und Qualität zu bewerten. Derartige Produkte werden i.d.R. durch eine geeignete räumliche bzw. algorithmische Verknüpfung von Daten aus öffentlichen und privaten Quellen (kommerzielle Datenanbieter, Anwender/Kunde) und ggf. eigenen Erhebungen generiert.

Hendrik Wagenseil

Chapter 1. Grundlagen und Grundbegriffe: Wie mit diesen Materialien arbeiten?

Für die praktische Journalistenausbildung werden hier komplette Lehreinheiten rund um die Themen Konstruktiver Journalismus, Framing sowie Reflexion der eigenen Berufsrolle vorgelegt. Der lösungsorientierte Journalismus („constructive journalism“) dient dabei als Leitlinie für das journalistische Handeln vor dem Hintergrund von Krisenphänomenen,insbesondere bezogen auf ein Publikum Heranwachsender. Er findet deshalb im Folgenden eine besonders ausführliche Darstellung.

Gabriele Hooffacker

Chapter 2. Video 1: Gerüchteküche um Messerkontrolle in der Schule

Im ersten Szenario wird von einer kurzen Lehreinheit für die Journalistenausbildung im Rahmen eines umfangreicheren Seminars ausgegangen. In Gruppenarbeit entstehen medienspezifische Konzepte für eine Lokalzeitung (klassischer Journalismus), ein Boulevardmedium (Internet-Blog mit reißerischen Schlagzeilen), für den lokalen Fernsehsender sowie für die jeweiligen Social-Media-Auftritte. Dabei wird das Konzept des lösungsorientierten Journalismus umgesetzt. Ein weiteres Szenario beschreibt einen 1,5-tägigen Workshop.

Gabriele Hooffacker

Kapitel 6. Gestaltungsaufgabe für das Management

Je tiefgehender wir uns mit den Einsatzfeldern des digitalen Zuhörens beschäftigen – und zu den vorangegangenen Ausführungen zu den Bereichen Unternehmenssicherheit, Personenschutz, Market Intelligence, Personalmarketing und Counterintelligence müssten eigentlich zumindest noch Aspekte wie Krisenmanagement und Innovation-Scanning hinzukommen – desto klarer wird, dass mit der eigenen Ausgestaltung tatsächlich wichtige Festlegungen verbunden sind. Festlegungen, die nicht in den engen Silos einzelner Fachfunktionen getroffen werden sollten, schon gar nicht IT-zentriert.Es muss auch nicht weiter ausgeführt werden, dass die Bedeutung dieser Digital-Listening-Fähigkeit in der Neuen Normalität nach der Corona-Krise weiter massiv zunehmen wird: Die Digitalisierung der öffentlichen Kommunikation wird mit ihrer hellen und der dunklen Seite in eine Phase sprunghafter Weiterentwicklung eintreten. Digital ändert alles.So wird hier die Auffassung begründet, dass diese Gestaltungsaufgabe Managementrelevanz erhalten muss: Digital Listening legt mit fest, wie sicher und mit welcher Vorwarnzeit ein Unternehmen operiert, wie gut Anforderungen im Markt und Bewegungen in der Gesellschaft aufgenommen und wie transparent sich Schutzpersonen und Unternehmen selbst präsentieren, auch gegenüber böswilligen Dritten. Es wird zudem die Basis gelegt für zahlreiche Entscheidungen, zumindest aber für eine möglichst passgenaue eigene Kommunikation in der sich ausformenden Dialogwelt. Es geht immer auch um einen Vorsprung durch analytische Wertschöpfung.Insbesondere aber wird der Managementeinsatz gefordert, um bestehende Zielkonflikte produktiv aufzulösen, die Komplexität zu reduzieren sowie einen strategischen Entwicklungspfad zu etablieren und nachzuhalten.

Martin Grothe

Performance Marketing in der Online-Sphäre

Vom Audience Targeting zum Customer Life Time Value

In der Online-Sphäre treffen Unternehmen auf neue Herausforderungen in ihrem Touchpoint Management. Zu den analogen wie digitalen Kontaktpunkten der unternehmenseigenen Sphäre kommen neue, insbesondere digitale Kontaktpunkte in der unternehmensfernen Sphäre, die nicht mehr durch das Unternehmen steuerbar sind. Da diese aber einen wachsenden Einfluss auf das Kundenverhalten gewinnen, müssen Unternehmen einen Weg finden, sie in ihre Marketing-Prozesse zu integrieren, wie es bereits einige große Plattform- Anbieter vormachen.

Gerrit Heinemann, Stefan Zarnic

Körperpraxis und Körpererfahrung – praxistheoretische und pragmatistische Perspektiven auf Medienbildung und Körperwissen

Mit unserem Beitrag verfolgen wir eine zweifache Zielsetzung. Zum einen soll anhand exemplarischer Phänomene der Digitalisierung die Relevanz inkorporierter medialer Praktiken für die Medienbildung aufgezeigt werden, zum anderen wollen wir den damit einhergehenden praxistheoretischen Implikationen eine pragmatistische Perspektive im Anschluss an John Dewey an die Seite stellen.

Lucia Sehnbruch, Rüdiger Wild

2. Outside: Den Kunden und seine Umwelt verstehen sowie Trends und Marktdynamiken antizipieren

Alle in den Markt gerichteten Unternehmenskonzepte und Leistungen müssen einen gemeinsamen Ausgangpunkt haben: den Kunden, beziehungsweise genauer gesagt, die Customer Experience. Doch welche soll es in einem konkreten Unternehmensfall sein? Kap. 2 dieses Buches stellt einen Leitfaden für Unternehmen dar, um diese Frage zu beantworten. Dabei wird zunächst der Kunde für sich betrachtet (Abschn. 2.1), bevor im Anschluss seine Umwelt in ihrer Dynamik (Abschn. 2.2) analysiert wird.

Thomas Suwelack

Filmgenres und Zielgruppen

Sind Metagenres ausschlaggebend für die soziodemografisch definierte Zielgruppenbildung im Kino? Der Beitrag legt mit seiner wirkungspsychologischen Beschreibung und Analyse dar, welches die empirischen Größen bei der Abstimmung zwischen Filmgenres und Zielgruppen sind. Demnach sind es zunächst Einzelheiten, übergreifende Medium Wirkungs-Einheiten und in begrenztem Umfang auch Genremuster, die das Verhalten der Kinogänger auf dem zeitgenössischen Filmmarkt steuern.

Dirk Blothner

5. Ökonomie als Bildungsgut

In diesem Kapitel werden zunächst Ergebnisse ausgewählter Studien zur Erhebung des Wirtschaftswissens in der Bevölkerung und bei Zielgruppen präsentiert und kommentiert (Abschn. 5.1). Anschließend werden Bildungsangebote unter die Lupe genommen, die ökonomisches Wissen in unterschiedlichen Zuschnitten vermitteln sollen (Abschn. 5.2). Die Ergebnisse der Studien und die Analyse der Bildungsangebote offenbaren Lücken. In Abschn. 5.3 wird eine alternative Konzeption der ökonomischen Grundbildung vorgestellt, die Lücken im herrschenden Angebot schließen kann und insbesondere die Bedeutung der Selbstorganisation bei der Gründung und Entwicklung der ökonomischen Grundeinheiten Haushalte, Unternehmen und Verbände hervorhebt.

Michael-Burkhard Piorkowsky

3. Ökonomie als Güterwelt

In diesem Kapitel wird zunächst erläutert, worin der Anfangsgrund des Wirtschaftens gesehen wird, nämlich im Empfinden von Knappheit, und mit Rückgriff auf Erkenntnisse der Biologie und der Psychologie wird er genauer betrachtet (Abschn. 3.1). Anknüpfend an die Betrachtungen über Knappheitsempfindungen verschiedener Art wird beschrieben, wie die Zentralprobleme des Wirtschaftens in ausgewählten Bereichen durch Organisationen und Regelsysteme, wie Märkte, politische Wahlen und Gruppenverhandlungen sowie spezialisierte Betriebe, gelöst werden (Abschn. 3.2). Anschließend wird das Zusammenspiel von Wirtschaft als materielles und als gedankliches Produkt unter der Überschrift „Wirtschaft als Aspekt“ in den Blick gerückt (Abschn. 3.3).

Michael-Burkhard Piorkowsky

Events: Quo vadis? – Denkanstöße für die Zukunft

Die Fragestellung dieses Beitrages ist im Kontext des Themenspektrums „Events und Messen im digitalen Zeitalter“ der 11. Wissenschaftlichen Konferenz Eventforschung zu lesen, zu verorten und zu verstehen, die am 25.10.2019 vom Lehrstuhl für Marketing und Handelsbetriebslehre an der Technischen Universität Chemnitz stattgefunden hat.

Siegfried Mattern

Kapitel 20. Die dunkle Seite: Angriffe gegen die Arbeitgebermarke und was zu tun ist

Natürlich ist es großartig, dass über digitale Kanäle die eigenen Zielgruppen erreicht werden können. Social Media Recruiting ist ein Thema, ohne das es nicht mehr geht. Da nun aber alles auch eine dunkle Seite hat, gilt dies auch für diese neuen digitalen Kommunikationsarenen und -formen. So wird das Personalmarketing deutlich schwieriger, wenn gegen das eigene Unternehmen „geschossen“ wird. Solche Aktionen müssen gleichwohl nicht aus der Personalsphäre stammen, sondern können sich auch gegen das Unternehmen insgesamt richten. Es entstehen Phänomene, für die es nicht relevant ist, dass das Personalmarketing bisher vielleicht noch nie mit der Unternehmenssicherheit gesprochen hat. Die notwendige digitale Transformation lässt einen gewichtigen Abstimmungsbedarf entstehen. Hierbei spielt es auch eine Rolle, welche Informationen böswillige Dritte über Mitarbeiter in Hackerdaten finden. So ist die üble Nachrede nur die einfachste Form des Angriffs auf eine Arbeitgebermarke.

Martin Grothe

4. Glück im digitalen Zeitalter

Die Effizienz neuer Technologien und die Künstliche Intelligenz verlangen dem Menschen zunehmend mehr ab. Neben den unzweifelhaften Segnungen neuer Errungenschaften sehen wird uns zugleich mit einer Informationsflut konfrontiert. Dem Ablauf schneller, agiler Prozesse zu folgen, wird zu einer immer größeren Herausforderung. Zugleich befindet sich der Mensch von seiner psychologischen Ausstattung her jedoch immer noch in einem ganz anderen Stadium, denn er ist nun einmal eher für das Zusammenleben in kleineren Gruppen ausgelegt. Und auch positive Erfahrungen wie Wertschätzung und dergleichen gehen in großen Gruppen häufig unter. Diesen Spagat zwischen den Wohltaten des digitalen Zeitalters und seinen Herausforderungen bildungspolitisch, ökonomisch, wissenschaftlich, psychologisch und psychisch zu bewältigen und die zunehmende Gefahr der Kontrolle über das eigene Verhalten nicht zu verlieren, wird ständig größer und nimmt an Rasanz zu.

Arnold Kitzmann

Kapitel 5. Bildschirmmedien intelligent nutzen. Der doppelte Auftrag zu digitaler Fürsorge

Neben all den Risiken, die eine digitale Kindheit mit sich bringt, birgt das Smartphone immense intelligente Vorteile – nomen est omen. Coden lernen und durch Onlinespiele die Kreativität entwickeln: Die digitale Welt bietet Kindern weit mehr als nur Lernapps und Sofatutor. Aber die Haltung, die Sie den Kindern vermitteln, sollte auch die Gefahren einklammern. Über Datenschutz reden, warum jeder User ein:e Konsument:in ist und was unser Smartphone mit der Umwelt zu tun hat gehört heute ins Repertoire jeder Erziehungsberechtigten und Pädagog:innen.

Inga Haese

Kapitel 3. Erwachsene Vorbilder. Was uns das alles angeht

Wie bringen wir unser eigenes Verhalten mit den kindlichen Nachahmern in der Familie in Einklang? Natürlich erst einmal, indem wir uns die Konsequenzen bewusst machen, die unsere eigenen Daddelgewohnheiten für die anderen Familienmitglieder bedeuten. In diesem Kapitel gibt es praktische Vorschläge, wie Eltern spielerisch auf die Smartphoneübersättigung in ihrer Umgebung reagieren können und den Hinweis, wie wichtig die Akzeptanz des alltäglichen Scheiterns an den eigenen Idealen ist. Schließlich profitieren Eltern selbst in vielen Hinsichten von ihren digitalen Endgeräten und wollen sie nicht missen müssen.

Inga Haese

Kapitel 1. Das Gespenst der Digitalisierung

Was ist eigentlich diese Digitalisierung, die überall auftaucht und für Unruhe sorgt? Und wo stehen wir, wenn es um die Ausstattung mit digitalen Geräten von Kindern geht? In diesem Kapitel werden die Positionen von Expert:innen verglichen und mit der Realität von Eltern und Familien im Jahr 2020 konfrontiert: Niemand kann sich eine smartphonefreie Jungend mehr vorstellen. Aber die Kindheit? Außerdem wird ausgelotet, was unser Verhalten unbewusst steuert: Wenn wir dem Smartphonegebrauch unserer Kinder gegenüber aufgeschlossen, skeptisch oder neutral eingestellt sind, dann hat das auch mit der Gesellschaft zu tun und mit der unterschwelligen Angst vor einem digitalen Anschlussverlust.

Inga Haese

Kapitel 2. Die Alltagsprobleme: Chancen und Risiken

Was müssen Eltern und Erziehungsberechtigte alles beachten, wenn ihre Kinder mit smarten Geräten ausgestattet sind? Und zwar in einer Zeit, in der beide Elternteile immer stärker beruflich belastet sind. In diesem Kapitel werden die zahlreichen Risiken der kindlichen Smartphonenutzung mit ihren Chancen abgewogen – etwa die Vorteile der wachsenden visuellen Kompetenz. Und es geht nicht nur um die unterschiedliche Gefährdung von Mädchen und Jungs, was Internet- und Spielsucht betrifft, sondern auch um Mobbing, Grooming und krankmachende Körperbilder durch Social Media.

Inga Haese

7. Selbstorganisation – Ein Managementmodell am Puls der Zeit?

Ein Praxisbeitrag

Um Potenziale und Motivation der Mitarbeitenden zu stärken und in die Organisation einzubinden, werden vermehrt Selbstorganisation und Selbstführung über Modelle wie Soziokratie oder Holakratie in Organisationen implementiert. Modelle von Selbstorganisation werden dabei kontrovers diskutiert, und es bestehen irrtümliche Annahmen, dass Arbeiten ohne Regeln und Führung implementiert wird oder Führung gänzlich abgeschafft wird. Das Gegenteil ist der Fall. Die oberste Führungsebene bleibt bestehen und die Erfüllung der Aufgaben sowie Kommunikationsabläufe sind viel strukturierter als in herkömmlichen Organisationsmodellen. Am Beispiel vom Buurtzorg-Modell aus den Niederlanden zeigt sich eindrücklich, wie erfolgreich autonom gesteuerte Pflegeteams ihre Klientinnen und Klienten betreuen, wobei das Back Office und Coach-System maßgeblich für den Erfolg mitverantwortlich sind. In der Schweiz führt die Spitex Zürich Limmattal seit dem 1. Januar 2018 ein Pilotprojekt nach dem Vorbild von Buurtzorg durch, in welchem rund 100 Mitarbeitende in autonomen Teams die anfallenden Aufgaben erledigen. Dieser Beitrag diskutiert Selbstorganisation mit Blick auf die Schweiz und zeigt mögliche Chancen und Risiken für agile Organisationen auf.

Andreas Laib, Nicole Lieberherr, Viktoria Schachinger

Die Erweckung des Verbrauchers – Zum Nutzen von Marken im Zeitalter digitaler Medien

Thomas Heun befasst sich im Rahmen seines Beitrags – auf der Basis eines von ihm identifizierten dynamisierten „Consumer Turns“ – mit der grundlegenden Frage nach dem Einfluss des Medienwandels auf den Nutzen von Marken im 21. Jahrhundert. Basierend auf dem klassischen Nutzenmodell von Wilhelm Vershofen entwickelt er ein erweitertes Markennutzenmodell, anhand dessen erstmalig „periphere Markennutzen“ in die Debatte eingeführt werden. Im Rahmen seiner Analyse kann er zeigen, wie in Zeiten digitaler Medien einerseits die traditionellen funktionalen Produktnutzen eine Renaissance erleben und andererseits periphere Nutzendimensionen, wie situative Nutzen von Marken-Apps, an Bedeutung gewinnen.

Thomas Heun

Total Digital? Zum Wandel des Markenkonzepts im 21. Jahrhundert

Thomas Heun arbeitet in seiner Einleitung die fundamentale Bedeutung der Digitalisierung für das Konzept der Marke heraus. Die Gültigkeit von Konzepten wie dem der „Integrierten Kommunikation“ oder der „Markenidentität“ wird von Theoretikern und Praktikern zunehmend kritisch hinterfragt. Er verdeutlicht anhand von fünf fundamentalen Herausforderungen für Marken im 21. Jahrhundert das Ausmaß des Wandlungsprozesses. Neben der Abkehr von Prinzipien der Einwegkommunikation und Persuasion ist hier insbesondere die (weiter) zunehmende Konsumentenorientierung zu nennen, welche sich u. a. anhand der Forderung nach einer „neuen Nützlichkeit“ von Marken zeigt. Anhand dieser Herausforderungen kann er zeigen, dass aus dem Wandel der Medienlandschaft nicht nur praktische Herausforderungen für Marken folgen, sondern auch ein hohes Maß an theoretischem Diskussions- und Anpassungsbedarf resultiert.

Thomas Heun

Kapitel 2. Deskription und Analyse des bisherigen Forschungstands von Hersteller- und Handelsmarken auf dem deutschen Konsumgütermarkt

Der vorliegende Abschnitt gibt einen Überblick über Trends und Entwicklungen aus der Perspektive der Herstellermarken auf dem deutschen Konsumgütermarkt. Der Autor fokussiert bewusst den deutschen Markt, um hier Besonderheiten und praxisnahe Beispiele aufzuzeigen und zu diskutieren. Zu Beginn erfolgt ein historischer Rückblick auf die Geschichte der Markenartikel, sowie Begriffsdefinitionen.

Michael Unkel

Kapitel 5. Europa als Tourismusnetzwerk

Der Schengenraum und die Billigflieger erleichtern heute das Reisen in Europa wie nie zuvor. Von 1995 bis 2015 hat sich der intra-kontinentale Tourismus fast verdoppelt. Allerdings verteilt sich dieser regional immer noch ungleich und ist nach wie vor eng an die wirtschaftliche Zentrum-Peripherie-Struktur gekoppelt. In den weltweiten Reiseströmen ist der Kontinent weitgehend integriert, bis auf zwei Ausnahmen sind alle europäischen Länder in einer einzigen Komponente zusammengefasst. Diese Regionalisierung Europas war schon 1995 stark ausgeprägt, hat sich aber nochmals verstärkt.

Jan Delhey, Emanuel Deutschmann, Monika Verbalyte, Auke Aplowski

Kapitel 2. Netzwerkdaten und Untersuchungsmethoden

Wir verstehen Europa als Netzwerk grenzüberschreitender Vergesellschaftung, die wir über Ströme transnationaler Aktivität messbar machen. Unsere Europadefinition umfasst 37 Länder, die wir für sich und im Kontext der globalen Verflechtung untersuchen. Unsere Daten für Migration, internationale Studierende, Reisen und Telefonie reichen dabei bis maximal 1960 zurück. Die einzelnen Untersuchungsschritte, die wir nacheinander vorstellen, nutzen verschiedene Methoden und Maßzahlen der Netzwerkanalyse und beziehen in unterschiedlichem Maße die europäischen beziehungsweise weltweiten Verflechtungen ein.

Jan Delhey, Emanuel Deutschmann, Monika Verbalyte, Auke Aplowski

Kapitel 2. Der „Osten“ ist anders!? Anmerkungen zu den Diskursen über die politischen Einstellungen in Ostdeutschland

Der Beitrag thematisiert die Unterschiede der politischen Einstellungen bei „Ostdeutschen“ und bei „Westdeutschen“ sowie deren Plausibilisierungen und Interpretationen. Dazu werden zum einen Überlegungen angestellt, welchen Stellenwert das Räumliche und der „Westen“ bei der politischen Konfiguration des „Ostens“ besitzen. Zum anderen wird auf einer erkenntnistheoretischen Ebene diskutiert, was aus dem Blick geraten kann, wenn Fragen nach der Andersartigkeit des „Ostens“ und der politischen Einstellung seiner Bewohner*innen gestellt und beantwortet werden. Der Beitrag soll darauf aufmerksam machen, dass in den wissenschaftlichen und politischen Debatten über das Anderssein des „Ostens“ und die politischen Einstellungen der „Ostdeutschen“ blinde Flecken auftauchen, die es auszuleuchten gilt.

Manfred Rolfes

Kapitel 10. Der Transnationale Raum Bulgarien – Deutschland

Im Kap. 10 werden die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Formen der Transnationalität zwischen Deutschland und Bulgarien analysiert. Dabei steht sowohl die Perspektive der sozialen Akteure als auch die Makroperspektive der staatlichen Institutionen im Fokus.

Marina Liakova

Zielgruppensegmentierung im Fundraising bei Privatpersonen

Auch im Fundraising gibt es mittlerweile ein umfassendes Wissen um geo-, sozio-, psycho- und demografische sowie verhaltensbezogene Zielgruppenmerkmale von Spendern. Auch ganzheitliche Ansätze der Zielgruppenbeschreibung von Spendern werden von einzelnen spendensammelnden Organisationen bereits angewandt.

Michael Urselmann

Newsroom-Prinzipien in der NGO-Kommunikation

Ein Vorbild für das Fundraising?

Nichtregierungsorganisationen (NGO) passen ihre Kommunikation aufgrund der Herausforderungen der VUCA World an. Die Vorreiter orientieren sich dabei an Newsroom-Prinzipien, die geprägt sind von New Work-Ansätzen. Das Fundraising steht vor gleichen Herausforderungen. Kommunikation und Fundraising sind zwei Seiten einer Medaille. Die neuen hier dargelegten Newsroom-Methoden und -Tools können zum einem transferiert werden und zum anderen dabei helfen, beide Entitäten wieder besser zu verzahnen und dadurch für die NGOs mehr zu bewirken.

Katrin Kowark, Mario Schulz

Kulturwissenschaftliche Alternsstudien

Unter Stichworten wie ‚Aging Studies‘ haben sich in den letzten Jahrzehnten kulturwissenschaftliche Sichtweisen auf das Alter(n) etabliert. Dabei werden Altersdefinitionen, Altersbilder und -stereotype als kulturelle Konstruktionen betrachtet, die sich in unterschiedlichen Medien (Sprache, Bild, Film, Fernsehen usw.) ausprägen. Impulse erhalten solche kulturwissenschaftlichen Altersstudien von benachbarten Diskussionsfeldern wie den Gender Studies und Postcolonial Studies. Der Beitrag skizziert einige für die Soziale Arbeit besonders relevante Schwerpunkte kulturwissenschaftlicher Forschungen zum Alter(n), unter anderem bezogen auf Konzepte von Alter und Geschlecht, Andersheit und Fremdheit, Gedächtnis und Erinnerung sowie nicht zuletzt auf transdisziplinäre und partizipative Ansätze.

Miriam Haller, Thomas Küpper

Kapitel 8. Data-driven Marketing im Outernet – Geointelligenz als Basis für ort-, zeitspezifische und psychografische Zielgruppenansprache

Die Digitalisierung erobert den öffentlichen Raum: Vor allem in Metropolen werden Smart City-Anwendungen, wie digitale (Werbe-) Screens, intelligente Mobilitätssysteme und digitales Gebäudemanagement, immer präsenter. Grundlage sind raumbezogene Daten, die Zielgruppen und deren Bewegungsmuster, Kommunikations- und Mediennutzungsverhalten hyperlokal verorten, Voraussagen über Verhalten ermöglichen und Verhaltenssteuerung durch kommunikative Impulse induzieren. Treiber dieser Entwicklung sind neben kommerziellen Technologie- und Infrastrukturanbietern werbefinanzierte Medienunternehmen und Daten-Provider. Aus Marketingsicht eröffnet Geointelligenz die Möglichkeit, Zielgruppen hyperlokal zu verorten, Online-Targeting in den öffentlichen Raum zu übertragen und Selektionsmechanismen, wie Targeting und Retargeting sowie psychografische Selektion und Ansprache von Konsumenten um geografische Aspekte zu erweitern – mit nachweislich höherem Impact als herkömmliche (Werbe-) Kampagnen.

Carsten Köster, Terence Lutz, Kai-Marcus Thäsler
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