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15.04.2020 | Mediennutzung | Infografik | Online-Artikel

Medienkonsum boomt in der Quarantäne

verfasst von: Johanna Leitherer

1:30 Min. Lesedauer
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Ob lineares Fernsehen, Video-on-Demand oder Online-Inhalte: Die häusliche Isolation lässt die Deutschen verstärkt zu Medienangeboten greifen. Trotzdem werden Medienhäuser die Corona-Krise noch zu spüren bekommen, so das Fazit einer Studie.

Wegen der Kontaktsperre zur Eindämmung von Covid-19 spielt sich das Leben der Bundesbürger derzeit größtenteils in den eigenen vier Wänden ab. Das macht sich auch in einer kurzfristig enorm gestiegenen Nachfrage nach Medienangeboten bemerkbar, wie eine Umfrage des Wirtschaftsprüfers Deloitte zeigt. Besonders ausgeprägt ist derzeit das Interesse für aktuelle Nachrichten und Hintergrundinformationen. Das beschert dem linearen Fernsehen einen regelrechten Boom: 44 Prozent der Deutschen schalten aktuell häufiger den Fernseher ein als noch vor der Corona-Pandemie. Sogar jüngere Konsumenten, die das Medium nicht priorisieren, schauen wieder häufiger fern. Diesen Aufwind bekommen auch die Mediatheken der TV-Sender zu spüren, deren täglicher Nutzeranteil um 55 Prozent steigt. 

Ebenso gefragt sind sowohl werbefinanzierte Online-News (Anstieg von 35 Prozent) als auch Bezahlinhalte (Paid Content) der Verlage, die ein Plus von 25 Prozent zu verzeichnen haben. Auch andere Medien kommen momentan besonders häufig zum Einsatz:

  • Mobile Games: 39 Prozent Zuwachs/ stationäre Konsolenspiele: 38 Prozent Zuwachs
  • Radio: 30 Prozent Zuwachs
  • Video-on-Demand: 29 Prozent Zuwachs
  • Podcasts: 16 Prozent Zuwachs

Strategiewechsel gefragt

Dass der Medienkonsum derzeit boomt, ist eine positive Entwicklung für die Anbieter. Vor allem im Hinblick auf Paid Content rechnen die Studienautoren weniger mit konjunkturellen Einbrüchen. Rückläufig sind dagegen die Werbeerlöse, was die Medienhäuser auf nicht absehbare Zeit belasten wird. Damit hält die Corona-Krise auf lange Sicht doch Einzug in die Medienindustrie, wie die Studienautoren prognostizieren. Ein Kurswechsel in der Strategie der Medienanbieter ist damit erfolgsentscheidend. "Gerade in schwierigen Zeiten unverzichtbar sind dabei starke Medienmarken, Qualitätsinhalte sowie eine Berichterstattung, die für Glaubwürdigkeit, Seriosität und gute Unterhaltung steht", heißt es im Schlusswort der Studie.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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