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14.02.2013 | Mediennutzung | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Silversurfer jetzt zum Tablet greifen

Autor:
Andrea Amerland
2 Min. Lesedauer

Eine neurowissenschaftliche Studie bringt es an den Tag: Die Zielgruppe 50plus ist nicht nur Silversurfer, sondern auch bestens für die Nutzung von Tablets geeignet. Denn das Lesen von E-Medien fällt Senioren leichter als die Buchlektüre.

Die Lesestudie, die von Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit Testpersonen im Alter von 60 bis 77 Jahren durchgeführt wurde, konnte durch Messung der Gehirnströme und der Augenbewegung eine höhere Lesegeschwindigkeit und eine geringere Gehirnaktivität bei der Nutzung eines Tablet-PCs nachweisen als beim Lesen eines herkömmlichen Buches oder eines E-Readers wie Amazons Kindle.

Interessanterweise hatten die 56 Probanden zuvor angeben, Papierlektüre als angenehmer zu empfinden. Die Wissenschaftler suchen die Erklärung in der kontrastreichen Darstellung von Tablet-Sreens, die das Leseverständnis erleichtere. Bei den jüngeren Probanden im Alter von 21 bis 34 Jahren schnitten die drei Lesemedien in etwa gleich ab.

Mediennutzung von Senioren verändert sich

Um die Mediennutzung von Senioren ranken sich einige Mythen. Die Generation 50plus wird oft als wenig internetaffin und wenig offen im Umgang mit Sozialen Medien beschrieben. Auch wenn Senioren jetzt noch behaupten, Printmedien als Lektüre zu bevorzugen, prognostiziert René Lamsfuß, dass das Internet nicht nur die Gesellschaft wandelt, sondern auch die Zielgruppe 50plus. Sein Fazit: Nur "Schnickschnack“ kommt bei der Zielgruppe 50plus noch immer nicht an, "sondern eine gezielte und überlegte Auswahl von Marken und Services steht auch bei der Internetnutzung im Mittelpunkt.“

Der Siegeszug des Tablets?

Wie die aktuelle ARD-ZDF-Online-Studie zeigt, hat die Nutzung von Nachrichten in allen Generationen zugenommen. Auch Serviceinformationen werden stark nachgefragt. Allerdings sind Verbraucher in Deutschland bei digitalen Texten derzeit noch zurückhaltend: Elektronische Bücher machten im Jahr 2011 nur ein Prozent der gesamten Buchverkäufe aus.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Studie durch die Mainzer Neurowissenschaftler liegt allerdings der Schluss nahe, dass die Zielgruppe 50plus über Tablet-Apps oder E-Books mit Nutzwert und zielgruppenrelevanten Themen von Medien und Unternehmen gut erreicht werden können, da das Lesen am Tablet als weniger anstrengend erlebt wird.

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