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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung und Problemstellung

Zusammenfassung
Die öffentliche Debatte zum Thema Kinder und Medien flammt jeweils auf, wenn neue Medienangebote für Kinder auf dem Markt erscheinen oder wenn dramatische Ereignisse, wie z.B. Jugendgewalt, dazu führen, dass man die Medien als Verantwortliche ausmachen will. Der erste Grund verweist auf die Heranwachsenden als Zielgruppe eines weltweiten Marktes und der zweite Grund auf die sozialen Konflikte, die gerne mit dem Einfluss der Medien erklärt werden. In den letzten Jahren war es zum Beispiel die Medienfigur „Pingu“, welche von Vorschulkindern geliebt wird und in Kurzgeschichten pädagogisch wertvolle Erfahrungen macht, zugleich aber in einen riesigen Verbund von Merchandising-Produkten eingebunden ist, der die Eltern skeptisch machte in Bezug auf die Kommerzialisierung der Medien-Freunde der Kinder. Noch ausgeprägter wurden Bedenken laut wegen der multimedialen „Pokémon“-Angebote, die von Sammelbildern über Gameboy-Spiele, Fernsehserien und Kino-Filme bis zu allen möglichen Plüschfiguren und anderen Produkten reichen. In der Türkei wurden die Pokémon zudem verboten, weil einzelne Kinder sich so stark mit ihren virtuellen Spielfiguren identifizierten, dass sie meinten, sie könnten wie diese fliegen und aus dem Fenster sprangen. Die Phantasiewesen hatten also zu Illusionsbildungen (Doelker 1979: 164) geführt und die Kinder so zu irrationalem Verhalten verführt. Der enorme Erfolg der „Hang Potter“-Romane löste eine neue Diskussion über den Stellenwert des Lesens bei den Kindern aus und überraschte manche besorgte Pädagogen, die meinten, Kinder würden nur noch vor Bildschirmen sitzen und Bücher hätten keine Chance mehr bei den Fernseh- und Computer-Kids. Auch hier aber folgten die multimedialen Umsetzungen des Stoffes auf dem Fuß und wieder stellte sich die Frage nach der kommerziellen Ausbeutung der Interessen der Kinder. Fundamentalistisch religiöse Kreise zeigten sich zudem besorgt über die Welt der Hexen, bösen und guten Zauberer und Geister, welche die Phantasie der Harry Potter-Fans zu bevölkern begann.
Daniel Süss

2. Theoretische Grundlagen der Mediensozialisationsforschung

Zusammenfassung
Die Grundfrage der Sozialisationsforschung lautet: Wie entwickelt sich die Persönlichkeit in Interaktion mit der sozialen und materiellen Umwelt? Welche Einflüsse wirken auf Denken, Fühlen, Einstellungen, Verhalten, Selbst- und Weltbild und schließlich auf die Entwicklung der Identität? (vgl. Tillmann 2001). Menschen sind grundsätzlich durch alles beeinflussbar und dies über das ganze Leben hinweg. Aber Kinder und Jugendliche sind besonders offen für Vorbilder, da sie noch weniger festgelegt sind als Erwachsene. So sind die Bezugspersonen der Kinder, aber auch die Medien und ihre Inhalte wichtige prägende Akteure. Diese Effekte können positiver oder negativer Art sein. Ob man eine Prägung als positiv oder negativ wertet, hängt von den angewandten Normen und Bezugssystemen ab. Bei Kindern stellt sich zudem die Frage, welche Verarbeitungsmöglichkeiten gegeben sind durch die Reifung von Fähigkeiten der Kognition, Emotion, Motorik, etc. (Montada 2002). Manche Medienangebote lösen bei Kindern andere Effekte aus als bei Erwachsenen, da diese über andere Verarbeitungsmöglichkeiten verfügen.
Daniel Süss

3. Empirische Befunde

Zusammenfassung
In dieser Publikation werden mehrere eigene empirische Projekte verarbeitet, welche zwischen 1996 und 2002 durchgeführt wurden. Es handelt sich um standardisierte schriftliche oder mündliche Befragungen und ergänzend um qualitative Tiefeninterviews. Die Hauptstudie stellt der repräsentative Survey von 1997 in der ganzen Schweiz dar, welcher in eine Studie mit Beteiligung von 12 europäischen Ländern eingebettet war. Die methodischen Merkmale dieses Surveys werden daher besonders ausführlich beschrieben. Teilaspekte der Ergebnisse wurden in früheren Publikationen bereits präsentiert (so z.B. in Süss 1998b; Süss et al. 1998; Süss/Giordani 2000; Süss 2000; Hart/Sass 2002). Hier wird erstmalig der Quervergleich der Schweizer Daten mit europäischen und amerikanischen Befunden und ein Vergleich der Entwicklung in der Schweiz von den 1970er-Jahren bis ins Jahr 2002 vorgelegt.
Daniel Süss

4. Ansätze zu einer Theorie der Mediensozialisation

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird der Prozess der Mediensozialisation zuerst in die Teilschritte der präkommunikativen, der kommunikativen und der postkommunikativen Phase gegliedert und dabei dargestellt, welche Dimensionen an welcher Stelle zusammenwirken. In drei Schritten wird damit ein Modell von Mediensozialisation als Interaktion von Selbst- und Fremdsozialisation im Rahmen von gesellschaftlichen und individuellen Voraussetzungen entwickelt, das die theoretischen und empirischen Grundlagen dieser Studie verdichten soll. Danach wird nochmals herausgearbeitet, in welcher Weise Medien als Risiken und Ressourcen im Sozialisationsprozess wirken können und was gelingende Mediensozialisation im Kontext einer Informations- und Mediengesellschaft bedeuten kann. Der Fokus auf die Risiken stellt eine Betrachtung unserer Befunde mit der Brille des „Kulturpessimismus“ dar, der Fokus auf die Ressourcen liegt dem „Euphorischen Medien-Promoter“ nahe und die Frage nach den Bedingungen des Gelingens verkörpert schließlich die Sicht des „Kritischen Medien-Optimismus“. Abschließend wird gefragt, wie sich die Gewichtungen der Teilprozesse der Mediensozialisation im Laufe der Biografie des Individuums und im Laufe der historischen Generationen verschieben.
Daniel Süss

5. Offene Fragen und Forschungsperspektiven für die Zukunft

Zusammenfassung
In dieser Studie wurden repräsentative schriftliche Befragungen von Kindern und Jugendlichen und deren Eltern durchgeführt. Die Befragungen fanden in Schulklassen statt und mussten dem jeweiligen Alter der Befragten in Dauer und Komplexität angepasst werden. Es konnte ein vielfältiger Überblick zum Medienalltag der Heranwachsenden gewonnen werden, der zudem so angelegt war, dass Langzeitvergleiche mit entsprechenden Erhebungen von den 1970er-Jahren bis heute möglich waren. Die Einbindung in ein internationales Projekt mit 12 beteiligten Ländern erlaubte zudem den kulturübergreifenden Vergleich der Befunde. Durch die Wahl dieser Methode sind aber Beschränkungen gegeben in Bezug auf die Vertiefung einzelner Themenfelder. Dies konnte nur punktuell aufgehoben werden durch den Einsatz vertiefender qualitativer Erhebungsverfahren, so z.B. in Bezug auf die Handy-Nutzung der Jugendlichen oder die Computernutzung in Schulen (Süss 2001). Die Auswertungen wurden weitgehend auf einer deskriptiven Ebene gehalten, was dem Anspruch an einen weit gefassten Überblick gerecht wird. Die Prüfung von Hypothesen hatte in diesem Kontext einen eher explorativen Charakter und nicht den Anspruch einer Absicherung durch komplexe Verfahren der Inferenzstatistik. Um in dieser Hinsicht weiter zu gehen, wären Längsschnittdesigns erforderlich oder Zeitreihenanalysen, wie sie z.B. durch die jährlich wiederkehrenden Erhebungen des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (KIM- und JIM-Studien) oder die Langzeitstudie „Massenkommunikation“ (Berg/Kiefer 1996) potenziell möglich werden.
Daniel Süss

6. Literatur

Ohne Zusammenfassung
Daniel Süss

7. Anhang

Ohne Zusammenfassung
Daniel Süss
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