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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorbemerkung

Zusammenfassung
Die Idee für das vorliegende Buch entstand im Laufe des Jahres 2004, die Gesamtkonzeption nahm Ende desselben Jahres konkrete Formen an. Dass der Band innerhalb eines Zeitraums von weniger als zwölf Monaten realisiert werden konnte, ist zunächst der großen Disziplin der beteiligten Autorinnen und Autoren zuzuschreiben, denen hier an erster Stelle mein herzlichster Dank gilt. Ebenso danke ich Frau Emig-Roller vom Verlag für Sozialwissenschaften für die Aufnahme des Buchs in das Verlagsprogramm und die gute Zusammenarbeit.
Michael Jäckel

Einleitung — zur Zielsetzung des Buches

Zusammenfassung
Wer den Diskurs über die moderne Gesellschaft aufmerksam beobachtet, wird zunächst feststellen, dass diese ein Problem mit ihrer Selbstbeschreibung hat. Jeder der mittlerweile zahlreichen Vorschläge (vgl. die Beiträge in Schimank/Volkmann 2000) kann sich skeptischer Einwände sicher sein. Nun sind zusammengesetzte Gesellschaftsbegriffe wie,Informationsgesellschaft’,,Risikogesellschaft’ und auch,Me-diengesellschaft’ in erster Linie in bestimmten (zumeist wissenschaftlichen) Kontexten entstandene Hervorhebungen bestimmter Beobachtungen, die notgedrungen verkürzen, weil sie im Zuge des Hervorhebens bestimmter Merkmale andere vernachlässigen. Die Aufforderung zu differenzieren ist in der Regel das Resultat einer überzeichneten Verallgemeinerung bestimmter Verhältnisse. Wer auf Gemeinsamkeiten oder dominante Strukturmerkmale hinweist, muss den Hinweis auf die Unterschiede einkalkulieren; wer der Differenzierung allzu große Bedeutung zuschreibt, wird mit Fragen nach der Integration konfrontiert oder aufgefordert, die Grenzen von Individualisierungsschüben zu benennen. Schimank weist im Rahmen seiner Einführung zu Theorien gesellschaftlicher Differenzierung darauf hin, dass die Entstehung von Rollenvielfalt sowohl die Konsequenz als auch die weitere Voraussetzung von gesellschaftlicher Vielfalt gewesen ist.
Michael Jäckel

Eine Mediensoziologie — aus der Sicht der Klassiker

Zusammenfassung
Üblicherweise gelten die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts als die Geburtsstunde von Massenkommunikationsforschung im weitesten Sinne. Der vorliegende Beitrag fasst die Ergebnisse einer Spurensuche zusammen, die die Zeit vor einer curricularen Verankerung dieses Themas an Universitäten betrachtet. Dabei werden unter Rückgriff auf ausgewählte Klassiker der Soziologie drei Leitthemen identifiziert: Medien und der Process gesellschaftlicher Differenzierung, Medien und socialer Wandel sowie Medien und öffentliche Meinung. Es wird gezeigt, dass die Bedeutung der Massenmedien und der Kommunikation für moderne Gesellschaften jenseits der Orientierung an bestimmten Wirkungsmodellen z.T. bereits um 1900 ambitioniert und aufschlussreich analysiert wurde.
Michael Jäckel, Thomas Grund

Medien und Identität

Zusammenfassung
Der Beitrag befasst sich mit dem Zusammenspiel von personalen Identitätsbildungs- und Kommunikationsprozessen unter besonderer Berücksichtigung der Massenmedien. Dabei wird davon ausgegangen, class personale Identität ein Sinnphänomen darstellt, das nicht per se existiert, sondern gleichsam erst mit Hilfe von kulturellen Sinnressourcen konstruiert werden muss. Der Autor führt hier zunächst vor, wie Selbstvorstellungen von Bewusstsein und kommunikative Thematisierungen von Personen wechselseitig aufeinander angewiesen sind. Es wird vor diesem Hintergrund sodann behandelt, wie Massenmedien die moderne Identitätsproblematik aufgreifen, Horizonte für Personenbeschreibungen enveitern, Voraussetzungen für sociales Rollenspiel modifizieren und als Biographiegeneratoren fungieren können. Auch wird deutlich, dass die Nutzung von Massenmedien selbst eine wichtige moderne Ressource für die kommunikative Selbst- und Fremdthematisierung darstellt.
Jan D. Reinhardt

Medien und ihre Nutzer

Zusammenfassung
Die Nutzung von Medien ist in vielfältiger Weise von socialen Differenzierungen durchdrungen, in denen sich neben Geschlechts- und Generationseffekten auch Milieudimensionen überlagern. Soziodemographische Betrachtungsweisen besitzen nachweislich Erklärungskraft bezüglich der Mediennutzung von Menschen, sie sind jedoch — wie auch die nicht speziell für die Analyse der Mediennutzung entwickelten Milieumodelle — bei spezifischen Fragestellungen, etwa einer trennscharfen Unterscheidung der Leser von Nachrichtenmagazinen, überfordert. Ohne den umfassenden Geltungsanspruch von Milieuanalysen zu erheben, vermögen speziellfür den Medienkonsum entworfene Konzepte angemessenere Unterscheidungen zu liefern.
Thomas Döbler

Medien und interpersonale Kommunikation

Zusammenfassung
Interpersonale Kommunikation stand bislang nicht im Zentrum einer vor allem an den Massenmedien und deren Wirkungen ausgerichteten Kommunikationswissenschaft. Gleichwohl gilt die Studie „The People’s Choicel“als ein Meilenstein in der Erforschung von Medien und ihrer Bezüge zur interpersonalen Kommunikation. Doch eigentlich ist in dieser Studie interpersonale Kommunikation gar nicht erforscht worden. Medien sind indessen Kontext der interpersonalen Kommunikation und interpersonale Kommunikation bildet den Kontext der Mediennutzung. Um so mehr gilt es, die jeweiligen Kontexte näher zu betrachten — angefangen von der familiären Rezeptionssituation bis hin zur Mediennutzung im öffentlichen Raum. Eine solche Betrachtung der interpersonalen Kommunikation über verschiedene Medien hinweg eröffnet dabei eine Perspektive, die eben nicht bei den Massenmedien halt macht.
Joachim R. Höflich

Medien und soziale Wirklichkeit

Zusammenfassung
In welchem Sinn prägen die modernen Kommunikationsmedien die Verfassung der gegenwärtigen Lebenswirklichkeit? Zur Beantwortung dieser Frage wird zunächst der Begriff der socialen Realität geklärt. Dies geschieht unter Rückgriff auf die Theorien der Soziologen Alfred Schütz Peter Berger und Thomas huckmann. Die Bedeutung der Medien, so wird anschließend dargelegt, kann soziologisch nur erforscht werden, wenn die Funktion der technischen Kommunikationsmedien in ihrer Stellung innerhalb der socialen Welt betrachtet wird. Die Konstruktion der socialen Wirklichkeit wird heute von der tagtäglichen subjektiven wie intersubjektiven Aneignung des medialen Angebots getragen.
Angela Keppler

Medien und die Inszenierung sozialer Rollen

Zusammenfassung
Die „gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ ist heute eine wesentlich massenmediale Konstruktion. Aus den nachfolgend präsentierten Überlegungen ergibt sich die Feststellung einer strukturell bivalenten und ambivalenten Kultur- und Wirklichkeitsbedeutung der diversen Medienerzeugnisse. Einerseits sind diese Reproduktionen von Publikumskultur. Andererseits stellen die Medienerzeugnisse feldbestimmte Inszenierungen dar, die einen eigenen Sinn, einen eigenen Spielraum und eine eigene Wirklichkeit „haben“und dadurch einen eigenen Sinn und eine eigene Wirklichkeit der Publikumskultur für das Publikum hervorbringen. Die mediale Sinnvermittlung spielt sich auf allen ihren Feldern zunehmend im Sinne einer Entwicklungslogik ab, die als Theatralisierung gefasst wird. Sie entfaltet sich in dialektischen Verhältnissen zwischen Medien-Feld und Publikumskultur. Es wird im Folgenden davon ausgegangen, dass der Versuch, den Status und die mediale (De-)Konstruktion dieser Wirklichkeiten) zu untersuchen, von einem feld- und habitustheoretisch erweiterten Theatermodell besonders profitieren kann.
Herbert Willems

Medien und abweichendes Verhalten

Zusammenfassung
Obwohl es kaum einen anderen Bereich der Medienwirkungsforschung gibt, zu dem mehr Studien vorliegen, ist die Thematik Medien und Abweichung auch in der Gegenwart noch von großer Aktualität und die Publikationsflut ungebrochen. Ein Blick in die Geschichte als auch in die heutige Forschungslandschaft zeigt, dass es zwar einen Dauerstreit darüber gibt, welche Wirkungen von medialen Gewaltdarstellungen ausgehen können, aber simplifizierende Thesen sind höchst differenzierten Erklärungen gewichen, auch wenn diese zu durchaus unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen können. Vor allem die Jugendszenenforschung hat gezeigt, dass die Aneignung von gewalthaltigen Medienhinhalten in der Regel eingebunden ist in eine gruppengebundene Stilsprache und Distinktionspraxis. Aber es gibt auch Umstände, unter denen Mediengewalt aggressive Handlungen stimulieren und verstärken kann, und dies vor allem dann, wenn die gezeigte Gewalt im Alltag der Jugendlichen an deren Skripts von Eifersucht, Ehre oder Heldentum anschließbar ist. Dies bedeutet, dass in erster Unie durch die Hinwendung zur subjektiven Wahrnehmung des gewalthaltigen Medienangebots, zu situationalen Rahmenbedingungen und rezipien-tenspezifischen Gebrauchsmustern, konstruktive wie destruktive Aneignungen aufgezeigt werden können.
Waldemar Vogelgesang

Medien und Kultur

Zusammenfassung
Der Beitrag untersucht in einer kulturtheoretischen Perspektive die Rolle von Medien in der Transformation und Differenzierung gesellschaftlicher Prozesse. Hierzu ist es zum einen erforderlich, die Bedeutungsdimension von Medien angemessen zu berücksichtigen, zum anderen müssen die Kontextualisierung und der soziale Gebrauch von Medien erforscht werden. Am Beispiel von drei Bereichen werden wesentliche Elemente einer solchen Betrachtungsweise vermittelt und deutlich gemacht, warum sie ein tieferes Verständnis sozialer Prozesse moderner Gesellschaften ermöglicht: 1.) die Rolle der Tradition; 2.) die Aneignung von Medien und die Konstitution des Selbst und 3.) die mediale Transformation der Öffentlichkeit.
Rainer Winter

Medien und Kritik

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag verfolgt eine an drei idealtypischen Entwicklungspha-sen orientierte Behandlung von Grundproblemen der Medienkritik bzw. des historischen Verhältnisses von Medien und Kritik. In der Diskussion zu den einzelnen Entwicklungsphasen wird deutlich, wie sich Kritik von einer Auseinandersetzung mit ästhetischen und kulturellen Werten und Normen zu einer Reflexionsinstanz über die an Medien gebundene Vermittlung kulturellen und gesellschaftlichen Wissens gewandelt hat. Die Herausforderung für die Mediensoziiologie liegt damit in einer wissensoziologischen (Neu-)Bestimmung der Aufgaben von Kritik.
Udo Göttlich

Medien und soziale Konflikte

Zusammenfassung
Soziologischen Konflikttheorien ist gemeinsam, dass sie die Veränderbarkeit und die Dynamik der Gesellschaft ins Zentrum stellen und sich damit von Theorien absetzen, die soziale Stabilität erklären wollen. Trotzdem ist die Rolle der Medien hei gesellschaftlichen Veränderungen für soziologische Konflikttheorien kaum ein Thema. Auf der anderen Seite liegen in der Medien- und Kommunikationswissenschaft eine Fülle von Theorien und Befunden zur Relevanz der Medienkommunikation für soziale Konflikte vor, die ihrerseits nur selten auf soziologische Konflikttheorien Bezug nehmen. Der Beitrag zeigt einerseits die Anschlussstellen für eine mediale Ergänzung der soziologischen Konflikttheorien und ordnet andererseits die Befunde der Medien-und Kommunikationswissenschaft in die soziologische Konfliktforschung ein. Belegt werden soll, dass eine Konflikttheorie der modernen Gesellschaft nicht ohne eine Medientheorie auskommen kann.
Hans-Jürgen Bucher, Amelie Duckwitz

Medien und sozialer Wandel

Zusammenfassung
Medienentwicklung und Veränderungen von gesellschaftlichen Strukturen und den sie reproduzierenden Praktiken bedingen sich wechselseitig. Dieser Beitrag benennt grundsätzliche methodische Probleme und präsentiert empirische Befunde, um die Dynamik der Kommunikationsgesellschaft, das heißt die Vermehrung, Beschleunigung, Verdichtung und Globalisierung von Kommunikation, deutlich zu machen. Er diskutiert darüber hinaus beispielhaft Veränderungen der politischen Öffentlichkeit, des Stellenwerts von Wissensarbeit sowie den Strukturwandel von sozialen Beziehungen, die durch Medien gefördert werden.
Richard Münch, Jan Schmidt

Medien und Integration

Zusammenfassung
Die Behauptung einer Integrationsfunktion der Medien hat einen fast paradigmatischen Charakter angenommen. Der Beitrag fasst verschiedene Sichtweisen auf diese angenommene gesellschaftliche Funktionsleistung zusammen und diskutiert insbesondere, ob eine solche Verknüpfung ohne eine Orientierung an bestimmten Leitbildern (Normen, Werten) zu rechtfertigen ist. Jedenfalls scheint eine Doppelfunktion der Medien darin zu bestehen, dass sie nicht nur integrierend, sondern auch desintegrierend wirken können.
Michael Jäckel

Medien und soziale Ungleichheit

Zusammenfassung
Diskurse zur Einführung neuer Medien — angefangen bei der Schrift bis hin zu multimedialen Internetangeboten — thematisieren immer auch die Auswirkungen der Medien-nutzung auf die Teilhabe Aller an Information und Wissen. Wenn Zugangsmöglichkeiten zu allgemein verfügbaren und wertvollen Gütern in langfristig wirksamer Form eingeschränkt sind und dadurch Lebenschancen beeinträchtigt werden, spricht man von „sozialer Ungleichheit“. Studien im Forschungsfeld der Wissenskluft und der „digitalen Spaltung“sind in diesem Zusammenhang e-benso von Interesse wie die medienbezogene Lebensstil- und Milieuforschung. Auch wenn Medien sowohl verstärkend als auch abschwächend auf soziale Ungleichheiten wirken können, ist für die „Informations- und Wissensgesellschaft“— in der vor dem Hintergrund einer materiellen Grundsicherung weiter Bevölkerungsteile Wissen zunehmend als Stratifizierungsinstrument wirkt -festzuhalten, dass schichtspezifischer Medienzugang und die Art der Nutzung verschiedener Medienangebote an Bedeutung gewinnen.
Thomas Lenz, Nicole Zillien

Medien als soziales System

Zusammenfassung
Das gegenwärtige Mediensystem ist als ein Netzwerk aus mehreren unterschiedlichen Medien (Printmedien, Radio, Film, Werbung, Fernsehen, Internet) entstanden, die organisatorisch, technisch, wirtschaftlich, ästhetisch und journalistisch miteinander verknüpft sind. Schon mit der Gründung der ersten Zeitungen, später der Filmstudios und Radiostationen wurde die journalistische Logik durch die Logik der Ökonomie und die der Unterhaltung ergänzt und als ständiger Zielkonflikt verfestigt. Je mehr die Medien auf technischen Innovationen basierten, umso mehr wurden die Medien globale großtechnische Systeme. Diese quasi „natürlichen“Rationalitäten des Mediensystems werden durch normative Leitbilder (mediale Grundversorgung) und Gesetze auf bestimmte Ziele hin orientiert.
Manfred Mai

Medien und Öffentlichkeit

Zusammenfassung
Dieser Beitrag fokussieti die Öffentlichkeit moderner Gesellschaften mit den ihr inhärenten Normen, Funktionen, Kommunikationsflüssen und Akteuren unter besonderer Berücksichtigung der Medien. Die Medienorganisationen stellen diese öffentliche Kommunikation auf Dauer und machen dadurch die Gesellschaft für ihre Mitglieder beobachtbar und durch Intervention gestaltbar. Ein besonderes Augenmerk gilt dem neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit, denn die damit verbundene Ausdifferenzierung der Medienorganisationen aus dem politischen System hat grundsätzliche Änderungen der politischen Kommunikation und der Bezehung fernsehen Politik und Medien zur Folge.
Kurt Imhof

Medien und Macht

Zusammenfassung
Die Beschäftigung mit Medien und Macht ist nach wie vor von einem alltags-sprachlichen Umgang dominiert. Die Ursache-Wirkungs-Beziehung scheint eindeutig, Zweifel an einem engen Zusammenhang beider Phänomene sind selten. Es wird gezeigt, dass eine sozial- und kommunikationswissenschaftlich geleitete Präzisierung Bedingungen benennen kann, die die Chance, bestimmte Ziele erreichen zu können, beeinflussen. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass sich Medien in einem dynamischen Feld bewegen, in dem Macht eine relationale Größe darstellt. Wer darüber verfügt, kann Ereignisabläufe beschleunigen oder verlangsamen.
Michael Jäckel

Medien und soziale Netzwerke

Zusammenfassung
Wenn man soziale Netzwerke untersucht, werden im Grunde soziale Beziehungen untersucht bzw. die Strukturen sozialer Beziehungen. Dabei wird nicht einfach die Beziehung zwischen zwei Personen betrachtet, sondern deren Einbettung in ein Beziehungsgefüge. Handlungsoptionen hängen aus Sicht der Netzwerkperspektive von diesem Bezjehungsgefüge ab. Das heißt, Handlungen stehen mit der Position, die jemand in einem sozialen System einnimmt, in Verbindung. Im vorliegenden Beitrag werden Medien unter dem Netzjverkaspekt untersucht — Beziehungen zwischen Menschen werden im Verhältnis zu den Medien oder vermittelt durch die Medien thematisiert. Im ersten Teil werden dabei soziologische Klassiker als Vorläufer der Netzwerkperspektive vorgestellt, im zweiten Teil werden Anwendungen dieser Perspektive in Bezug auf Medien aufgezeigt.
Christian Stegbauer

Medien und virtualisierte Vergesellschaftung

Zusammenfassung
Der neue, computerbasierte Medientyp der Interaktionsmedien erlaubt, neben der Vermittlung von Informationen und den Anschluss von Kommunikationen, telepräsente und telematische Interaktionen. Nutzer dieser Medien sind nicht nur Medienrezipienten, sondern Produzenten, die mit ihren medialen Kommunikationen die mediale Interaktionsumwelt verändern. Der hierbei entstehende Sinnhorizont des Cyberspace ist virtualisiert. Er konkretisiert sich in vertnöglichten Erlebnis- und Handlungsenvartungen der Vergesellschaftung Das Entstehen dieser Erwartungen ist weder technik- noch sozialdeterministisch bedingt, sondern durch komplexe, soziotechnische Umweltbedingungen konditioniert.
Udo Thiedeke

Medien und Transnationalisierung

Zusammenfassung
Welche Rolle spielen die Massenmedien im Prozess der Globalisierung, und wie wirkt die wirtschafiliche, technologische, politische und kulturelle Transnationalisierung auf die Massenmedien zurück? Der Beitrag gibt zunächst einen Überblick über die Globalisierungsdiskussion in der Soziologie sowie ihre prominenten Vertreter und skiszziert dann empirische Ergebnisse aus den Cultural Studies und der Öffentlichkeitssoziologie. Im Ergebnis zeigt sich ein uneinheitlicher Befund: Verschiedene Formen und Bereiche massenmedialer Kommunikation sind ungleich stark transnationalisiert. Während beispielsweise globale Medienereignisse wie die Olympischen Spiele weltweite Resonanz auslösen, erhalten sich in der politischen Kommunikation durchaus national spezifische Diskurskulturen.
Tanjev Schultz, Hartmut Weßler

Die Medien der Gesellschaft

Zusammenfassung
Der Beitrag geht davon aus, dass sich die gesellschaftliche Bedeutung der Medien nicht auf das System der Massenmedien reduzieren lässt. Er unterscheidet zwischen Verstehens-, Verbreitungs- und Erfolgsmedien und versucht diese in eine Matrix der wechselseitigen Ermöglichung und Belastung einzutragen. Eine These ist, dass Medien sich nicht verdrängen, sondern sich verändern, indem sie sich zu ersetzen scheinen. Besonderes Gewicht liegt auf der Darstellung der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien, die von Parsons als Tauschmedien entwickelt wurden und von Luhmann als Kommunikationsmedien mit einem noch unausgeschöpften analytischen Potential versehen wurden.
Cornelia Bohn

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