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Über dieses Buch

Namhafte Experten aus Ökonomie und Gesundheitswesen sorgen in diesem Herausgeberwerk für eine zugleich fachlich abgesicherte und anwendungsbezogene Darstellung der medizinökonomisch relevanten Themenfelder aus Wirtschaft, Medizin, Recht, Verwaltung und (Selbst-)Organisation. Sie erläutern, inwieweit Medizinökonomie die Anwendung ökonomischer Methoden auf die Medizin, insbesondere auf die medizinische Versorgung, darstellt. Ziel ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung und Behandlung, denn die erfolgreiche Behandlung gilt in der Medizin wie in der Medizinökonomie als oberste Maxime professionellen Handelns.Für die zweite Auflage wurde die Logik der Darstellung geändert: Sie entfernt sich von einer klassischen Managementlehre für die Medizin hin zu einer präzisen Analyse der Funktionen von Einrichtungen und Prozessen in der medizinischen Versorgung. Um diese aus mehreren Perspektiven zu betrachten, werden sowohl die Akteure der Versorgung untersucht, als auch betriebswirtschaftliche Fächer und rechtliche Rahmenbedingungen. Neu aufgenommen wurden die Themen "Pflegeleistende“ und „andere Gesundheitsberufe“, sowie „Haftungsrecht“. Der Leser erhält in diesem Buch einen fundierten Überblick über den Status quo und die aktuellen Fragen des deutschen Gesundheitssystems.
Der Inhalt• Akteure der Versorgung• Betriebswirtschaftliche Funktionen• Rechtliche Grundlagen
Der HerausgeberProf. Dr. med. Dr. rer. pol. Christian Thielscher ist Professor für Medizinökonomie an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Der vorliegende Band 2 der Medizinökonomie verhält sich zu Band 1 wie die Physiologie zur Anatomie, das heißt wie die Funktion zur Struktur. In Band 1 wurde im Wesentlichen der Aufbau der medizinischen Versorgung – die Pflege ist dabei mit gemeint – und ihrer Finanzierung besprochen. Dort ging es also um Fragen der Art: Welche Krankheiten kommen wie häufig vor? Wie viele Ärzte gibt es? Was kostet die Behandlung und wie verlaufen die Zahlungsströme?Dieser zweite Band behandelt vor allem die Funktionsweise der medizinischen Versorgung. Es geht also darum, wie sich die medizinischen Leistungserbringer und die Träger der Regulierung, Finanzierung und Information verhalten und warum sie das so tun. Als Frage formuliert: Warum handelt ein Arzt so, wie er das tut, und was treibt ihn dabei an? Welche Rolle spielen die Profession, die Ausbildung, das Berufsethos, das Standesrecht, das Gehalt, und so fort?Insofern löst sich die zweite Auflage weiter von einer präskriptiven Managementtheorie, die in der Praxis nützlich sein kann, wissenschaftstheoretisch aber häufig wenig befriedigt, und bewegt sich Richtung Funktion bzw. Physiologie. Der Leser soll weniger dazu angehalten werden, bestimmte Aktionen durchzuführen (das wäre Gegenstand eines Medizinmanagements), sondern er soll verstehen, warum das System der medizinischen Versorgung und seine Elemente so agieren, wie sie es tun. Freilich soll dieses Verständnis auch erlauben, „richtige“ Maßnahmen zu ergreifen.

Christian Thielscher

Akteure der Versorgung

Frontmatter

2. Der niedergelassene Arzt

Berufliche Erfüllung zwischen professionell-ethischem Anspruch, betriebswirtschaftlichem Kalkül und sozialem Wandel

Niedergelassene Ärzte sind der Dreh- und Angelpunkt im deutschen Gesundheitssystem – sie veranlassen direkt oder indirekt etwa 80% der Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Rolle der niedergelassenen Ärzte in Deutschland hat sich in vielerlei Hinsicht stark verändert, nicht zuletzt in einem Wandel vom „Patienten“ zum „Kunden“ mit entsprechender Bedeutung für den Praxisservice und das Marketing. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht gibt verschiedene Optionen für eine Praxis jenseits des tradierten Einzelpraxis-Modell mit Kassenzulassung und ganzwöchiger Arbeitszeit. Neben einer sich rapide wandelnden Medizin entstehen neue Informationskanäle für den Patienten, die das Patienten-Arzt-Verhältnis beeinflussen. Gleichzeitig existiert ein anhaltender Kostendruck und ein großes politisches Interesse an mehr Wettbewerb – beides überlagert eine humane Medizin. Der Gesundheitswirtschaft wird, nicht zuletzt durch privaten Konsum, ein langfristiges starkes Wachstum vorhergesagt. Diesen Entwicklungen muss sich der einzelne Arzt stellen und eine für sich optimale Verbindung aus professionell-ethischem Anspruch und betriebswirtschaftlichen Kalkül finden.

Konrad Obermann, Peter Müller

3. Management im Krankenhaus

Um den Krankenhausmarkt zu analysieren, ist es wichtig zu verstehen, warum sich Krankenhäuser so verhalten, wie sie es tun. Offensichtlich hängt dies sowohl von externen Faktoren ab (z. B. dem Standort des Krankenhauses), als auch von Faktoren, die das Krankenhaus – also der Träger und die Mitarbeiter – selbst beeinflussen können; Letzteres wird im Folgenden als „Management“ bezeichnet. Es geht also um die Fragen, welche Ziele Krankenhausträger und Mitarbeiter verfolgen und wie sie das tun; und darum, wie die Rahmenbedingungen sich auf ihr Verhalten auswirken. Anders gesagt: Es geht nicht um die Struktur der Kliniken (das wurde im ersten Band des Lehrbuchs behandelt), sondern um ihren Zweck und ihre Funktionsweise.Der Managementbegriff als solcher kann sich sowohl auf das Management als Funktion, die Tätigkeiten von Führungskräften, als auch auf das Management als Institution, also konkrete Personen und Strukturen beziehen (Gabler 2015/1). Beides wird mit Bezug auf das Krankenhaus und dessen Trägerschaft im Folgenden näher erläutert. Dabei werden sowohl Bereiche des strategischen, als auch des operativen Krankenhausmanagements berücksichtigt. Das strategische Management befasst sich mit den Gründen für den Unternehmenserfolg oder Misserfolg, der operative Part mit der Umsetzung der strategischen Vorgaben und nimmt somit einen Hauptteil des täglichen Geschäfts ein. Es geht dabei aber weniger darum, wie ein Krankenhaus „richtig“ managt wird – wie es sonst oft in der Managementliteratur im Fokus steht –, sondern darum, das Management des Krankenhauses zu „verstehen“.

Holger Raphael

4. Pharmaunternehmens-Management, Forschung und Entwicklung und Medizinökonomie

Rüdiger Buchkremer, Ulrich Thibaut

5. Zukunft der Pflege?

Aktuelle Nachrichten über die professionelle Pflege in Deutschland sind meist negativer Art. Dabei leistet die Pflegeprofession als die mit Abstand größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen einen ganz wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung – egal, ob in Akutkrankenhäusern, Rehakliniken, Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Die Frage, mit welchem beruflichen und ethischen Selbstverständnis Pflegefachkräfte ihrer Arbeit nachgehen und welche Berufs- und Professionalisierungsperspektiven sich den Angehörigen der Profession bieten, ist Gegenstand des folgenden Kapitels. Auch berufspolitische Debatten wie die um Sinn und Zweck einer Pflegekammer oder der Streit um eine Neuverteilung der Aufgaben im Gesundheitswesen – Stichwort Substitution ärztlicher Aufgaben – und der Definition eines eigenen Wertschöpfungsbeitrags der Pflege in der DRG-Systematik werden beleuchtet. Als Grundthese schält sich heraus, dass für die Zukunft einer gut funktionierenden und wachsenden Bedarfen gerecht werdenden Pflege insbesondere ihre gesellschaftliche Aufwertung, die Arbeits- und Rahmenbedingungen in der Pflege nachhaltig zu reformieren sind.

Thomas Hommel, Joachim Koch

6. Gesundheitsfachberufe in der ambulanten Versorgung

Das Gesundheitswesen hat nach sozialgesetzlicher Definition die Aufgabe der Erhaltung, Wiederherstellung und Besserung der Gesundheit (§ 1 SGB V) und stellt zur Erfüllung dieser Aufgaben einen umfangreichen Wirtschaftszweig und Beschäftigungsmarkt dar (Sachverständigenrat Gesundheit 2007). Dem ambulanten Leistungsbereich kommt dabei eine große Bedeutung zu: Auf ambulant erbrachte Dienstleistungen und Güter entfallen etwa die Hälfte aller Gesundheitsausgaben, im Jahr 2013 waren es 155,5 Mrd. €. Dabei spielen Leistungen der Gesundheitsfachberufe eine immer größere Rolle. Zwischen 2012 und 2013 waren die stärksten Ausgabenanstiege in ambulanten Pflegeeinrichtungen (+9 %) und in Praxen sonstiger medizinischer Berufe, wie z. B. physio‐, sprach‐ oder ergotherapeutischen Praxen (+5,9 %) zu verzeichnen (Statistisches Bundesamt. 2015). Daher widmet sich dieses Kapitel neben allgemeinen Informationen zu den Gesundheitsfachberufen im speziellen den Therapieberufen (Ergo‐, Physiotherapie und Logopädie) und der ambulanten Pflege.

Claudia Kemper

7. Ziel und aktuelle Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung: Was treibt Krankenkassen an?

Zwanzig Jahre Wettbewerb haben die gesetzlichen Krankenkassen deutlich geprägt. Viele von ihnen haben sich zu modernen Dienstleistungsunternehmen entwickelt, die den Kunden in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen und deren Aufgaben schon lange über die reine Kostenträgerfunktion hinausgehen. Der Beitrag beantwortet die Frage, was Krankenkassen antreibt, welches Ziel sie verfolgen und welche aktuellen Aufgaben sie heute bewältigen müssen als Garant des wirtschaftlichen Mitteleinsatzes von Versicherungsgeldern, als Versorgungsgestalter, Berater, Lotse, anwaltlicher Vertreter und vielleicht bald auch als nicht gewinnorientierter Datenbroker. Die wichtigste Aufgabe wird zukünftig darin bestehen, dass Krankenkassen als Interessenvertreter ihrer Versicherten aktiv das Gesundheitssystem mitgestalten.

Jens Baas, Benigna Werthen

Betriebswirtschaftliche Funktionen

Frontmatter

8. Healthcare Marketing – marktorientierte Führung im Gesundheitsbereich

Heribert Meffert, Friederike in Wolde-Lübke

9. Finanzmanagement und Controlling in der Gesundheitswirtschaft

Das vorliegende Kapitel gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil handelt vom Finanzmanagement in der Gesundheitswirtschaft am Beispiel des Krankenhauses. Zunächst erfolgt eine allgemeine Einführung in das Finanzmanagement und die spezifischen Rahmenbedingungen im Krankenhausmarkt in Deutschland. Im Anschluss erfolgen eine finanzwirtschaftliche Analyse sowie ein Abschnitt zur Finanzplanung. Am Ende des ersten Teils wird näher auf das Thema Working Capital Management in Krankenhausunternehmen eingegangen, da es ein aktuell wichtiges Thema ist, welches eine intelligente Steuerung und Überwachung des Umlaufvermögens im Krankenhaus beinhaltet und auf den zweiten Teil des Kapitels überleitet. Der darauffolgende zweite Teil widmet sich dem Controlling in der Gesundheitswirtschaft. Es wird zunächst eine allgemeine Einführung in das Controlling gegeben und im Anschluss spezifische Rahmenbedingungen in der Gesundheitswirtschaft erläutert. Im darauffolgenden Abschnitt wird Controlling vor dem Hintergrund spezifischer Rahmenbedingungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erläutert. Die GKV eignet sich als Beispiel besonders gut, da hier sämtliche Zahlungsflüsse aller Akteure der gesetzlichen Versorgung zusammenfließen und die Krankenkassen eine Querschnittsfunktion im System wahrnehmen. Aus diesem Grund wird hier exemplarisch Controlling am Beispiel der GKV vorgestellt. Der Hauptteil des Controlling‐Teils behandelt das Performance Measurement in der Gesetzlichen Krankenversicherung und geht im Anschluss auf das meist bekannte Managementkonzept in diesem Zusammenhang ein: die Balanced Scorecard (BSC). Dieses Konzept wird für die gesetzlichen Krankenkassen beispielhaft angewendet und kritisch diskutiert.

Oliver Tiemann, David Matusiewicz

10. Personalmanagement

Manfred Selke

11. Einsatz von Informationstechnologien im Gesundheitswesen

Thomas Jäschke, Thomas Lux

Rechtliche Grundlagen

Frontmatter

12. Zivil- und sozialversicherungsrechtliche Grundlagen im Gesundheitswesen

Hans-Joachim Flocke

13. Arzt- und Medizinstrafrecht

Thomas Wostry

14. Arzthaftung

In gesetzlicher Hinsicht ist das Arzthaftungsrecht, auch wenn zwischenzeitlich der Behandlungsvertrag konkret im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt ist, nach wie vor auf allgemeine Regelungen des Schuldrechts zurückzuführen. Insbesondere im Schadenersatzbereich ist überwiegend allgemeines Schadenersatzrecht des BGB anzuwenden. Dabei ist sowohl Schadenersatz aus vertraglicher Grundlage gemäß § 280 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), aus bzw. wegen unerlaubter Handlung, insbesondere in § 823 BGB geregelt, denkbar.

Michael Hoffmann
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