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Über dieses Buch

Mit diesem Buch führt Richard Egger in das komplexe Thema Ethik ein: in die Theorie der Menschlichkeit. Er richtet sich damit an Menschen, die Verantwortung für andere tragen – sei es als Vorgesetzte, als Ärztin oder Wissenschaftler, Mutter oder Vater, Lehrer oder in vielen anderen Rollen. Anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Lebensbereichen zeigt Egger auf, welche Rolle Vernunft und Gefühl, aber auch unsere Gerechtigkeitsvorstellung für ethisches Handeln spielen. Sein Fazit: Menschlich handeln kann nur, wer einen Sinn für Fairness und Gleichwertigkeit, persönliche Verpflichtung und moralische Integrität entwickelt. Eine solche Haltung durchdringt den ganzen Menschen und macht Verantwortungsträger erst zu wirklichen Leadern.Egger stützt sich dabei auf die Fragen und Argumente, Regeln und Instrumente aus der Geschichte der Ethik, aber auch auf seine langjährige Erfahrung als Berater von Menschen. Der Autor schreibt philosophisch fundiert und gleichzeitig fesselnd und verständlich.
Der InhaltDie Welt: Warum wir Ethik brauchenRegeln: Wie Ethik funktioniertSie: Was Ethik aus Ihnen machtNatur: Wie Ethik sich ins Ganze fügt

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Die Welt: Warum wir Ethik brauchen

Frontmatter

Kapitel 1. Ethik: dringend nötig oder bloß blauäugig?

Zusammenfassung
Sollen Sie sich auf ein Buch über Ethik einlassen oder nicht? Auf der einen Seite schreit das unglaubliche Ausmaß an menschlicher Gewalt und Niedertracht geradezu nach mehr Menschlichkeit – und damit nach Ethik, der Theorie der Menschlichkeit. Andererseits äußern viele Menschen große Vorbehalte gegenüber Ethik und Moral. Der argumentative Kern solcher Kritik findet sich in Friedrich Nietzsches Sturmlauf gegen die Moral.
Richard Egger

Kapitel 2. Das Haus der Ethik

Zusammenfassung
Was heißt Ethik eigentlich? Die Metapher des Hauses dient dazu, verschiedene Ebenen zu unterscheiden und die Begriffe zu definieren: Moral als Set geltender Handlungsregeln, Ethos als Gewissen, Ethik als reflektierende Suche nach dem richtigen Handeln und Metaethik als Monitoring der Ethik. Obwohl diese Konzepte, die Stockwerke des Hauses, auseinandergehalten werden müssen, sind sie doch auf komplexe Weise miteinander verbunden.
Richard Egger

Kapitel 3. Ein Kompass im Meer der Brutalität

Zusammenfassung
Was vermag Ethik überhaupt? Steven Pinker folgend, beschreibt das Kapitel einerseits das überwältigende Ausmaß an Gewalt in der Menschheitsgeschichte, andererseits die erstaunliche Tatsache, dass sie dennoch im letzten halben Jahrtausend massiv abnahm. Zu diesem Rückgang, das lässt sich zeigen, hat die Ethik entschieden beigetragen. Und damit zu mehr Menschlichkeit.
Richard Egger

Kapitel 4. Ethik – der Standpunkt von Leadern

Zusammenfassung
Wo ist heute Ethik nötig? Die Meldungen einer beliebigen Tageszeitung eines beliebigen Tages illustrieren, dass ethische Fragen fast alle Lebensbereiche durchziehen: Politik, Wirtschaft, Sport. Ethik tritt nicht als weiteres Handlungsfeld neben diese Felder, sondern betrifft das Handeln insgesamt, unsere persönliche Verantwortung. Und diese können Sie namentlich dann nicht ausblenden, wenn Sie für andere Verantwortung tragen: also Leader sind. Dann sind Sie der Menschlichkeit verpflichtet.
Richard Egger

Regeln: Wie Ethik funktioniert

Frontmatter

Kapitel 5. „Der Zweck heiligt die Mittel“ – meint das Sprichwort

Zusammenfassung
Kann der Zweck die Mittel heiligen? Am Fallbeispiel eines Schweizer Flugzeugbauers zeigt das Kapitel die unterschiedlichen Antworten zweier ethischer Blickrichtungen. Die Pflichtethik meint: nie, weil das Prinzip, das mich leitet, immer für alle gelten muss (kategorischer Imperativ). Die Folgenethik findet: ja, wenn das Mittel insgesamt mehr positive Auswirkungen zeitigt (Utilitarismus). Solche Dilemmata zwischen Pflicht- und Folgenethik kommen im Alltag häufig vor.
Richard Egger

Kapitel 6. Spektakuläre Ethik: Das Trolley-Problem

Zusammenfassung
Sollen wir uns in ethischen Fragen von unserer Intuition leiten lassen oder vom Verstand? Das Problem stellt sich bei selbstfahrenden Autos oder bei den fiktiven Fällen einer außer Kontrolle geratenen Straßenbahn. Beides spielt eine Rolle: Intuitionen liefern uns wichtige Orientierungspunkte. Wir dürfen ihnen aber auch nicht blind folgen, nicht unbesehen. So weltfremd die Dilemmata auf den ersten Blick anmuten, tatsächlich stellen sie sich im Leben häufiger, als wir meinen.
Richard Egger

Kapitel 7. Unspektakuläre Ethik: Tauschgerechtigkeit

Zusammenfassung
Was bedeutet Gerechtigkeit genau, ein zentraler ethischer Begriff? Das Kapitel untersucht zuerst die sogenannte Tauschgerechtigkeit. Entgegen der landläufigen Meinung, veranschaulicht an der Auseinandersetzung eines Chefs mit seinem „schwierigen“ Mitarbeiter, heißt sie nicht Gleichheit, sondern Proportionalität: Der Lohn zum Beispiel muss nicht für alle gleich sein, sondern der Leistung entsprechen.
Richard Egger

Kapitel 8. Arm und Reich: Verteilungsgerechtigkeit

Zusammenfassung
Was bedeutet Verteilungsgerechtigkeit? Für eine faire Verteilung von Gütern und Verpflichtungen in einer Gesellschaft gibt es unterschiedliche ethische Maßstäbe. Alle aber führen zum gleichen ernüchternden Fazit: Weder die Schweiz noch die Weltgemeinschaft insgesamt entsprechen den Prinzipien einer gerechten Gesellschaft. Das gilt namentlich für die Kluft zwischen Arm und Reich, für die Dominanz des Geldes in allen sozialen Sphären und im Hinblick auf die Rechte künftiger Generationen.
Richard Egger

Sie: Was Ethik aus Ihnen macht

Frontmatter

Kapitel 9. Tugend: Charakter statt Regeln

Zusammenfassung
Was zählt in der Ethik: Regeln oder Charakter? Die Fälle des Naziverbrechers Eichmann und des deutschen Offiziers Wilm Hosenfeld, der im Zweiten Weltkrieg Menschen in Not gerettet hat, wecken Zweifel an der Durchsetzungskraft ethischer Regeln. Nicht nur Aristoteles, sondern auch zeitgenössische Philosophinnen argumentieren, dass vielmehr die charakterliche Disposition, die Tugend, entscheidet, ob ein Mensch ethischen Anforderungen genügt. Menschlichkeit ist Charaktersache.
Richard Egger

Kapitel 10. Handeln – mit Gefühl und Vernunft

Zusammenfassung
Welche Rolle spielen Gefühl und Vernunft beim Handeln überhaupt? Mainstream-Ethiker aus der Tradition haben den Gefühlen nicht besonders viel Bedeutung beigemessen, mit wenigen Ausnahmen. Das Kapitel untersucht die Rolle der Emotionen beim Handeln und bei der Handlungsbegründung am Beispiel des Westerns „High Noon“. Wir erwarten von Handlungen zwar Kohärenz der Gründe. Im Widerstreit der Argumente geben aber erst die Gefühle diesen das Gewicht, das es uns ermöglicht, zu einer Entscheidung zu finden.
Richard Egger

Kapitel 11. Ethik und eine Kultur der Gefühle

Zusammenfassung
Welche Rolle spielen Vernunft und Gefühl in der Ethik? Selbstverständlich müssen Handlungsgründe ethischen Grundsätzen entsprechen. Doch Argumente und Gefühle bilden Paare. Darum können Emotionen in einem ethischen Konflikt unsere Einschätzung verzerren, wie ein Beispiel aus der Geschäftswelt illustriert. Wer ethisch urteilen und handeln will, muss folglich eine Kultur der Gefühle pflegen: überprüfen, welches Gewicht die Emotion den eigenen Handlungsgründen gibt, und die Gefühle anderer nachvollziehen. Nur so kann Menschlichkeit entstehen.
Richard Egger

Kapitel 12. Warum ethisch handeln? – „making something of yourself“

Zusammenfassung
Warum sollen Sie persönlich ethisch handeln? Eine rein rationale Begründung dafür gibt es nicht, wohl aber gute Gründe: Wir konstituieren unsere Identität durch das, was wir tun. Eine Aufforderung also, etwas aus uns zu machen. Auch unsere Integrität können wir nur wahren, wenn wir auf dem moralischen Standpunkt stehen, wie „Uli der Pächter“ in Jeremias Gotthelfs gleichnamigem Roman erfährt. Schließlich geht ein Handeln nach ethischen Anforderungen einher mit einer persönlichen Freiheit.
Richard Egger

Natur: Wie Ethik sich ins Ganze fügt

Frontmatter

Kapitel 13. Moral: das erste menschliche Projekt

Zusammenfassung
Ist Moral spezifisch menschlich, etwas ganz Neues in der Geschichte des Lebens? Bestimmte Tiere kennen zwar Vorformen von Moral, insbesondere ein Mitgefühl für Artgenossen. Eigentliche Moral entsteht aber erst beim Menschen: ein Sinn für Fairness und Gleichwertigkeit, persönliche Verpflichtung, Normen und Werte. Dieses ganze moralische System konnte nur dank einer Kooperation entstehen, die ökologische Umstände uns abverlangten. Ihr Kernstück ist die geteilte Intentionalität, die Fähigkeit, mit einer gemeinsamen Absicht zu handeln.
Richard Egger

Kapitel 14. Ethik: das zweite menschliche Projekt

Zusammenfassung
Ist – nach der Moral – auch die Ethik emergent? Kein Zweifel, denn erst unser reflexives Bewusstsein macht es möglich, Handlungsgründe unparteiisch gegeneinander abzuwägen. Diese einzigartige Fähigkeit, über uns selbst nachzudenken, über unsere Gedanken, Gefühle und Empfindungen, ermöglichte es uns, tribale Moralen hinter uns zu lassen und eine Ethik zu entwickeln, die das moralische Urteil und die Verantwortung für einen immer größeren Kreis von Wesen in der persönlichen Überzeugung verankert.
Richard Egger

Kapitel 15. Persönliche Verbindlichkeit statt Objektivität

Zusammenfassung
Wie steht es um die Objektivität einer Ethik, wie sie dieses Buch vertritt? Metaethisch lässt sie sich als Version der Diskursethik verstehen. Das Buch deutet den Diskurs aber auch individualethisch und berücksichtigt die emotionale Ebene menschlichen Handelns. Als Diskurs zwischen Menschen, aber auch als Reflexion in meinem Bewusstsein kann Ethik keine Objektivität beanspruchen, wohl aber verlangt sie mir eine persönliche Verbindlichkeit ab. Das macht es mir alles andere als leicht, ihren Ansprüchen zu genügen – und menschlich zu handeln.
Richard Egger

Kapitel 16. Statt eines Fahrplans: das Journal der Reise

Zusammenfassung
Was steht im vorliegenden Buch? Das Schlusskapitel rekapituliert den Weg, den der Autor mit seinen Leserinnen und Lesern abgeschritten hat. Eine Zusammenfassung des Werks also. Aber nicht ein Fahrplan im Voraus, sondern das Journal am Ende der Reise.
Richard Egger

Backmatter

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