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2022 | Buch

MESH – Die Evolution der Zusammenarbeit

Warum vernetzte Kompetenz mehr ist als bloße Kooperation

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Über dieses Buch

Dieses Buch beschreibt eine neue Welt der Zusammenarbeit. Ihre große Chance besteht im Teilen von Wissen innerhalb eines Netzwerks aus kooperierenden Spezialisten, dem MESH. Dabei geht es um weit mehr als klassische Arbeitsteilung. MESH ist nicht weniger als ein nächster Schritt in einem evolutionären Prozess. Indem menschliche Spezialisten ihre Gehirne ko-kreativ zusammen­„schalten“, entsteht ein neuartiges, kollektives Bewusstsein, das allen arbeitenden Menschen ermöglicht, über sich hinauszuwachsen und die drängenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gemeinsam zu meistern.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Was bedeutet MESH?
Nur noch geteiltes Wissen ist Macht. Einzelwissen ist Ohnmacht
Zusammenfassung
Wir leben in einer Wissensgesellschaft, in der sich das Know-how exponentiell vermehrt. Um in Zukunft noch am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen zu können, bleibt dem Individuum keine andere Wahl, als sich immer weiter zu spezialisieren. Die Fähigkeit des Einzelnen, eine beliebige Aufgabe zu überblicken und im Alleingang zu meistern, geht dabei verloren. An die Stelle des Allrounders tritt deshalb ein Netzwerk aus kooperierenden Spezialisten, das ich MESH nenne. MESH ist weit mehr als klassische Arbeitsteilung. MESH lässt ein neues, kollektives Bewusstsein entstehen, durch das wir als Arbeitsgesellschaft über uns hinauswachsen.
Christoph Zulehner
2. Der Meaningful Interspace
Wie ein verbindendes geistiges Band, das uns überall gemeinsam Neues erschaffen lässt
Zusammenfassung
In der alten Industriegesellschaft war Arbeitsteilung ein Weg, möglichst effizient anfassbare Güter herzustellen. Diese Fixierung auf das tangible Gut machte die Zusammenarbeit weitgehend ortsgebunden. In der Wissensgesellschaft bringen wir nun nicht mehr nur arbeitsteilig vorgegebene Produkte hervor, sondern produzieren mit Menschen überall auf der Welt gemeinsam immaterielle Güter. Je stärker unser verbindendes geistiges Band dabei ist, desto mehr Möglichkeiten haben wir, Neues zu erschaffen. In einem Meaningful Interspace entstehen gemeinsam jene Ideen, an deren Umsetzung wir dann miteinander arbeiten.
Christoph Zulehner
3. Notwendige Kulturarbeit
Allein wir Menschen kennen Kultur. Jetzt entwickeln wir gemeinsam neue kulturelle Praktiken
Zusammenfassung
Ohne eine geteilte kulturelle Praxis können Menschen letztlich nicht erfolgreich in einem MESH zusammenarbeiten. Einerseits ist die menschliche Kultur die Voraussetzung für neue Formen der Kooperation in einem Meaningful Interspace. Andererseits sind kulturelle Unterschiede vielfach aber auch Hürden auf dem Weg zu gemeinsam erreichten Zielen in einem globalen MESH. Kulturarbeit wird so zu einer Notwendigkeit. Dabei hilft westliche kulturelle Arroganz kein Stück weiter. Nur auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung können sich kulturelle Praktiken entwickeln, die bisher ungekannte Kreativität freisetzen und eine Fülle neuer Ideen ermöglichen.
Christoph Zulehner
4. Denken in Sprache und Symbolen
Wenn die Sprache nicht länger Grenzen zieht, sondern gemeinsames Denken ermöglicht
Zusammenfassung
Kein anderes Säugetier beherrscht eine Sprache, wie wir sie entwickelt haben. Doch es gibt nicht nur eine einzige menschliche Sprache – es existieren Tausende davon. Ohne gemeinsame Sprache (oder die Sprachvermittlung in Form von Übersetzungen) verstehen wir einander nur sehr eingeschränkt. Bislang wurde Sprache oft dazu benutzt, Macht zu demonstrieren oder Menschen auszugrenzen. Jetzt braucht es eine Neubesinnung. Gemeinsames Denken setzt kollektives Verstehen voraus. Wird es einmal eine Weltsprache geben? Oder überwindet Künstliche Intelligenz sämtliche Sprachbarrieren? Noch ist die Zukunft menschlicher Verständigung offen.
Christoph Zulehner
5. Gemeinsame Lösungen
Warum der Regenbogen niemals entzaubert wurde und MESH keine Glaubensfrage ist
Zusammenfassung
Neue Erkenntnisse ändern oder erweitern immer wieder unser Weltbild. In der Folge entwickeln Menschen bessere Methoden und Technologien, um die Wirklichkeit zu gestalten. Das gefällt jedoch nie jedem. Neues Wissen und bahnbrechende Ideen geraten nur allzu leicht in ideologische Mühlen. Der Prozess gegen Galileo Galilei ist dafür ein bis heute erschütterndes Beispiel. MESH ist jedoch nichts, an das jemand zuallererst glauben muss. Co-Kreation funktioniert zur Not auch frei von Idealismus. Es geht um gemeinsame, pragmatische Lösungen! Das ist lediglich für diejenigen ein Problem, die das Althergebrachte partout nicht loslassen wollen.
Christoph Zulehner
6. Fortschreitende Spezialisierung
Nichtwissen als Indiz für die Entwicklung des Menschen
Zusammenfassung
Betrachtet man die menschliche Evolution über einen sehr langen Zeitraum, so nehmen Wissen und Können des Individuums ständig ab, während Menschen in Gruppen immer mehr zu leisten vermögen. Das Individuum ist heute zwar häufig Spezialist in einem winzigen Teilgebiet, wäre aber nicht mehr in der Lage, allein in der Wildnis zu überleben. Ist damit der allmähliche Weg in die Verdummung vorgezeichnet? Oder ist Nichtwissen ein fairer Preis für einen Gewinn an Freiheit und Selbstbestimmung? Sobald wir uns auf die Frage besinnen, wozu Erwerbsarbeit überhaupt dienen soll, finden wir Antworten.
Christoph Zulehner
7. Wissen und Intelligenz
Warum einer Wissensgesellschaft ihr Wissen allein wenig nützen würde
Zusammenfassung
Eine Wissensgesellschaft mit hochgradiger Spezialisierung ihrer Individuen bildet eine Voraussetzung für MESH. Doch Wissen allein genügt nicht, um große Aufgaben gemeinsam zu bewältigen und dabei Neues zu erschaffen. Das Zusammenspiel von Wissen und Intelligenz ist gefragt. In der Vergangenheit haben sich abgeschottete Institutionen und Unternehmen als Hüter ihres Wissens gebärdet. In einem MESH dürfen sie sich zukünftig für die Intelligenz und Kreativität der Community – der vermeintlichen Nicht-Experten – öffnen. Die intelligente, gemeinsame Nutzung des Wissens setzt einen Mentalitätswandel voraus. Für Arroganz ist kein Platz mehr.
Christoph Zulehner
8. Arbeitswelt und Evolution
Darwins Lächeln oder Das Ende des Glaubens an den von der Natur unabhängigen Menschen
Zusammenfassung
Die Natur ist ein System aus unzähligen Spezialisierungen. Der Mensch bildet hier keine Ausnahme. Vielmehr ist er als Teil der Natur, wie alles Lebendige, den Gesetzen der Evolution unterworfen. Auf der Erde gelingt es einer Gesamtheit spezialisierter Lebensformen seit Urzeiten, ein biologisches Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Das könnte uns Menschen durchaus optimistisch stimmen: Es existiert ein evolutionäres Grundprogramm, das es auch der Menschheit ermöglichen wird, den nächsten Schritt zu gehen – hin zu einer Gemeinschaft vernetzter Spezialisten.
Christoph Zulehner
9. Externalisierung des Bewusstseins
Spielfeld der Gehirne: MESH ist mehr als die bloße Kooperation von Individuen
Zusammenfassung
Unser Bewusstsein hat sich evolutionär in mehreren Stufen entwickelt. Ein wesentlicher Schritt war dabei die Externalisierung des Bewusstseins mithilfe von Speichermedien, von der Steintafel bis zum Mikrochip. Arbeitsteilung und Zusammenarbeit ermöglichten Industrie- und schließlich Wissensgesellschaft. Doch nun stehen wir möglicherweise vor einer neuen Stufe in der Evolution des Bewusstseins. Wenn menschliche Gehirne sich zu einem MESH zusammenschließen, entsteht ein Ganzes, das mehr ist als die Summe seiner Teile.
Christoph Zulehner
10. Aufstieg des Intangiblen
Willkommen in der Weltgemeinschaft: Gesellschaft jenseits der Identifikation mit partikularen Erzählungen
Zusammenfassung
Geld, Staatsgrenzen, Atommodelle – die Menschheit hantiert mit Dingen, die sie nicht sehen und anfassen kann, an die sie aber trotzdem glaubt. Schon vor vierhundert Jahren war der narrative Charakter von Wirtschaft so stark ausgeprägt, dass erste Spekulationsblasen entstanden. Je intangibler die Dinge werden, desto drastischer – und damit tangibler – werden heute potenziell die globalen Konsequenzen. Noch identifizieren sich die meisten Menschen mit Narrativen, die sich aus partikularen Interessen speisen. Das muss und wird sich in naher Zukunft ändern. Es entsteht das Bewusstsein einer Weltgemeinschaft.
Christoph Zulehner
11. Mensch und Künstliche Intelligenz
Wie das Wechselspiel zwischen Gehirnen und Informationstechnologie die Arbeitswelt verändern könnte
Zusammenfassung
Mit der Fähigkeit des „Deep Learning“ hat Künstliche Intelligenz (KI) eine Schwelle überschritten, die sie bestimmte Aufgaben effizienter und besser erledigen lässt als jedes menschliche Gehirn. Diese Entwicklung wird sich absehbar fortsetzen. Gleichzeitig gibt es immer noch eine ganze Reihe menschlicher Fähigkeiten, die sich mit KI und Robotik nicht abbilden lassen. In naher Zukunft werden große Chancen entstehen, wenn wir den MESH aus menschlichen Gehirnen um die KI erweitern. Die Sorge vor Fehlentwicklungen ist hierbei durchaus berechtigt. Doch wir haben allen Grund zu einem kritisch-aufgeklärten Optimismus.
Christoph Zulehner
12. Der Mensch in Organisationen der Zukunft
Allrounder des Netzwerks: Arbeit in sich ständig verändernden Strukturen
Zusammenfassung
In einer neuen Arbeitswelt werden sich Organisationen anders definieren, als wir es in der Industriegesellschaft gelernt haben. Aufgaben und Ziele werden Menschen global zum MESH vereinen, der wieder zerfällt, nachdem die Aufgabe bewältigt und das Ziel erreicht ist. Klassische Unternehmen mit ihren Marken, Organigrammen und Bilanzen könnten mehr und mehr verschwinden. Auf ihrer Wissensscholle haben Individuen tiefes, aber kein breites Wissen mehr. Sie brauchen einander, um kreativ und produktiv sein zu können. Das jedoch in wechselnden Strukturen. Es ist ein ständiges Werden und Vergehen von Netzwerken.
Christoph Zulehner
Backmatter
Metadaten
Titel
MESH – Die Evolution der Zusammenarbeit
verfasst von
Christoph Zulehner
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-37818-9
Print ISBN
978-3-658-37817-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-37818-9

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