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Über dieses Buch

Das Buch bietet einen interdisziplinären Überblick zu den Erhebungs- und Auswertungsmethoden sowie zu den relevanten Datensätzen in der Migrations- und Integrationsforschung. Das Methodenbuch dient zum einem als Basisliteratur für Dozenten in unterschiedlichen Bereichen der Migrationsforschung und stellt zum anderen einen Leitfaden für Studierende bereit, der gängige Methoden sowie eine Anleitung zum Umgang mit den zur Verfügung stehenden Datensätze beinhaltet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung in das Methodenbuch

Zusammenfassung
Mit den ersten zaghaften Ansätzen einer Computer gestützten Datenverarbeitung in den Sozialwissenschaften (in Politischer Wissenschaft und in Soziologie gleichermaßen) und damit verbreiterten Anwendungsmöglichkeiten der empirischen Sozialforschung (vgl. M. Kaase 1967: V) wurde die Notwendigkeit offensichtlich, Studenten ebenso wie sich bereits im Forschungsprozess Befindlichen ein Nachschlagewerk zu den Methoden der empirischen Sozialforschung zur Verfügung zu stellen. Mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und unterschiedlicher Ausdifferenzierung entstanden die Standardwerke von René König (Bd. 1: 1962; Bd. 2: 1969), Renate Mayntz/Kurt Holm/Peter Hübner (1969), Karl-Dieter Opp (1970), Jürgen Friedrichs (1973) und Jürgen van Koolwijk/Maria Wieken-Mayser (8 Bände: 1974 – 1987). Nicht nur den Studenten der 1960er und 1970er Jahre waren sie ein unentbehrliches Hilfsmittel – zu denen man nicht nur oft griff, sondern die man auch sein Leben lang in verklärter Erinnerung behielt. Empirische Sozialforschung ohne diese Methodenbücher erschien bald unvorstellbar.
Heinz Ulrich Brinkmann, Débora B. Maehler

Grundlagen der Befragungsmethoden

Frontmatter

Methodische Grundlagen der quantitativen Migrationsforschung

Zusammenfassung
Der Buchbeitrag soll Forschern einen komprimierten und zugleich gut verständlichen technisch-methodischen Überblick über verschiedene Stichprobenverfahren und Befragungsmodi sowie allgemeine Hinweise bei der Fragebogenerstellung geben. Auf die Besonderheiten bei der Befragung von Personen mit Migrationshintergrund wird jeweils explizit eingegangen. Zunächst werden einige elementare Designüberlegungen, die für die Durchführung einer Befragung bereits in der Planungsphase zu bedenken sind, skizziert. Im Folgenden wird detaillierter auf die Stichprobenziehung eingegangen, da sie stark mit dem Befragungsmodus und der Fragebogenerstellung einhergeht. Dem schließt sich eine weitere zentrale Säule des Beitrages an, in welcher die in der Forschungspraxis gängigen quantitativen Erhebungsmethoden vorgestellt werden. Im letzten Kernbereich wird der Fokus auf die Erstellung des Erhebungsinstruments gelegt. Es werden dabei allgemeine Empfehlungen und Hinweise gegeben, die unter anderem dazu beitragen sollen, bei jungen Forschern ein Problembewusstsein für mögliche Fehlerquellen in der Datenerhebung zu schaffen. Besondere Aufmerksamkeit im Rahmen der Befragung von Personen mit Migrationshintergrund wird dabei der Thematik Übersetzung und Adaptation von Erhebungsinstrumenten gewidmet.
Silke Martin, Débora B. Maehler, Dorothée Behr, Steffen Pötzschke

Methodische Grundlagen und Positionen der qualitativen Migrationsforschung

Zusammenfassung
In nahezu allen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften lässt sich ein wachsendes Interesse an qualitativen Methoden feststellen. Diese Ausweitung qualitativer Sozialforschung macht es notwendig, die verschiedenen Entwicklungslinien zusammenzufassen und zu systematisieren. Der Beitrag skizziert die Grundzüge interpretativen Forschens und gibt eine forschungsstrategische Orientierung. Den Schwerpunkt bilden dabei die aktuellen Entwicklungen in der Migrationsforschung. Neben der Darstellung der relevanten Erhebungs- und Auswertungsverfahren wird das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung von Forschungsfragen, das Sampling und die Typenbildung gerichtet. Dabei wird auf mehrere aktuelle qualitative Studien hingewiesen.
Aladin El-Mafaalani, Julian Waleciak, Gerrit Weitzel

Diagnostik sprachlicher Kompetenzen bei Personen mit Migrationshintergrund

Zusammenfassung
Der vorliegende Buchbeitrag gibt einen Einstieg in die Diagnostik sprachlicher Kompetenzen bei Personen mit Migrationshintergrund. Diese sprachlichen Kompetenzen werden sowohl in Large Scale Assessments als auch in kleineren Forschungsvorhaben erhoben. Eine sinnvolle Bearbeitung der eigenen Forschungsfragen setzt in beiden Fällen eine Auseinandersetzung mit den fokussierten sprachlichen Kompetenzen (Sprechen, Hörverständnis, Lesen und Schreiben) und den Tests voraus. Es werden die wichtigsten für Sekundäranalysen zugänglichen Datensätze, in denen sprachliche Kompetenzen von Personen mit Migrationshintergrund erhoben wurden, vorgestellt. Für die Planung einer eigenen Datenerhebung werden gängige Testverfahren zur Erfassung von sprachlichen Kompetenzen dargestellt. Im Zuge dessen werden die sich aus der Mehrsprachigkeit von Personen mit Migrationshintergrund ergebenden Probleme bei der Normierung von Testverfahren diskutiert. Die meisten existierenden Testinstrumente zielen auf Kompetenzen in der Verkehrs- und Unterrichtssprache Deutsch ab. Es gibt jedoch auch einige Verfahren zur Erfassung von Kompetenzen in den häufigsten Herkunftssprachen in Deutschland lebender Migranten. Diese Verfahren finden im vorliegenden Beitrag besondere Beachtung.
Dominique P. Rauch, Martin Schastak, Katja Richter

Grundlagen der Auswertungsmethoden in ausgewählten Forschungsbereichen

Frontmatter

Psychologische Akkulturationsforschung

Zusammenfassung
Im Fokus der psychologischen Integrationsforschung steht die Erfassung unterschiedlicher Akkulturationsmuster von Personen mit Migrationshintergrund. Der Begriff Akkulturation wird dabei in der Regel in einem allgemeinen Sinne als die Aneignung einer zweiten Kultur verstanden. In diesem Beitrag werden nach einer Einführung in das Konzept der Akkulturation zunächst gängige Indikatoren (z. B. Verhalten, Identität, Sprache) vorgestellt, die üblicherweise zur Konzeptualisierung des Konstrukts herangezogen werden und die jeweils unterschiedliche Aspekte des Akkulturationsprozesses (Bedingung, Orientierung, Folge) abbilden. Des Weiteren werden bislang existierende Modelle, Erhebungs- und Auswertungsmethoden dargestellt, die in der psychologischen Akkulturationsforschung zur Ableitung verschiedener Typologien verwendet werden. Zudem erfolgt ein Überblick über die vorliegenden Studien aus Deutschland und die darin verwendeten methodischen Herangehensweisen. Schließlich werden anhand eines Datenbeispiels die Problematik der methodischen Heterogenität der vorliegenden Empirie und die daraus resultierende eingeschränkte Vergleichbarkeit vorliegender Forschungsbefunde illustriert.
Débora B. Maehler, Alexandra Shajek

Soziologische Migrations- und Integrationsforschung

Zusammenfassung
Die Soziologie beschäftigt sich sowohl mit Prozessen der Migration als auch mit Prozessen der Integration, die jeweils mit unterschiedlichen Theorien, Brückenannahmen und empirischen Analyseverfahren untersucht werden. So ist die Analyse und Erklärung von Migrationsprozessen auf individuelle Wohnstandortentscheidungen innerhalb oder außerhalb nationaler Grenzen sowie auf deren kollektive Folgen ausgerichtet. Die Integrationsforschung beleuchtet einen Teil dieser Folgen, nämlich die Prozesse des Aufeinandertreffens von Zuwanderern und Aufnahmegesellschaften; sie analysiert die Bedingungen und den Verlauf der Eingliederung von Zuwanderern in der kulturellen, sozialen, strukturellen sowie emotionalen Dimension. Dabei unterscheiden sich die methodischen Zugänge in Abhängigkeit der Ebenen, auf die die Analysen ausgerichtet sind (Individual-, Gruppen- oder Makro-Ebene). Die Migrationsund Integrationsforschung werden zusammengeführt in der (unter anderem im Bereich der Stadtsoziologie prominenten) Analyse von Segregationsprozessen. Hier stehen sowohl die Ursachen räumlicher Ungleichverteilungen als auch deren Folgen auf Integrationsprozesse im Fokus. Der Buchbeitrag stellt die wichtigsten Theorieansätze sowie geeignete Analyseverfahren zu deren Überprüfung anhand von Beispielen aus klassischen und aktuellen soziologischen Arbeiten vor.
Janna Teltemann, Michael Windzio

Methoden der ökonomischen Migrationsforschung

Zusammenfassung
Der Buchbeitrag gibt einen Überblick über aktuelle Methoden der ökonomischen Migrations- und Integrationsforschung, mit dem Schwerpunkt Deutschland. Zunächst werden die mikroökonomischen Grundlagen zur korrekten Methodenwahl in der ökonomischen Migrations- und Integrationsforschung erläutert. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Unterscheidung zwischen Korrelation und Kausalität gelegt. Ausgehend von vorwiegend deskriptiver Forschung werden die Annahmen der kontrafaktischen Analyse sowie die wichtigsten methodischen Probleme zur Identifikation kausaler Effekte in der Migrationsforschung diskutiert. Neben gängigen Methoden zur Korrektur typischer ökonometrischer Probleme wie etwa empirischen Messfehlern werden auch experimentelle und quasi-experimentelle Forschungsansätze vorgestellt, die in den vergangenen Jahren an Beliebtheit gewonnen haben.
Der zweite Teil des Buchbeitrags stellt die Literatur zu klassischen ökonomischen Themen wie Migrationsentscheidungen, Arbeitsmarktintegration von Immigranten und Arbeitsmarktwirkungen von Immigration auf den deutschen Arbeitsmarkt vor. Daneben soll die voranschreitende Öffnung der ökonomisch- empirischen Forschung gegenüber weiteren Themenfeldern dokumentiert werden: Ökonomen haben in den letzten Jahren die sozioökonomische Integration von Immigranten, die Migration im Haushaltskontext, die Rolle von ethnischen Netzwerken im Migrationsprozess, die räumliche Segregation von Bevölkerungsgruppen sowie verhaltensökonomische Aspekte der Migration analysiert.
Alexander M. Danzer

Statistische Methoden der komparativen internationalen Migrationsforschung

Zusammenfassung
Bei der statistischen Auswertung von komparativen internationalen Studien gilt es vor allem die Datenstruktur zu beachten, wobei zwei Klassen von Verfahren unterschieden werden können (vgl. Eid/Lischetzke 2013; J. R. J. Fontaine 2008):
a)
Verfahren, die darauf abzielen, wenige und a priori festliegende Nationen miteinander zu vergleichen,
 
b)
Verfahren, die darauf abzielen, viele zufällig gezogene Nationen miteinander zu vergleichen.
 
Im Fall von wenigen a priori festliegenden Nationen können sogenannte Multigruppenvergleiche (z. B. Multigruppen-Faktormodelle) zur statistischen Analyse herangezogen werden. Multigruppen-Faktormodelle besitzen den Vorteil, dass wichtige Voraussetzungen für internationale Vergleiche statistisch testbar sind und die Zusammenhänge zwischen den latenten Variablen in den einzelnen Nationen modelliert werden können. Ein Nachteil dieser Methode ist, dass häufig nur wenige Nationen auf dieser Weise miteinander verglichen werden können. Im Fall von vielen zufällig gezogen Nationen ist es unter Umständen angemessener auf Mehrebenenanalysen zurückzugreifen. Bei Mehrebenenanalysen wird davon ausgegangen, dass Nationen zufällig aus einer Grundgesamtheit gezogen wurden.
Bezugnehmend auf Eid/Lischetzke (2013) werden zunächst die grundlegenden Prinzipien von Multigruppenmodellen und Mehrebenenmodellen mit beobachteten Variablen erläutert. Anschließend werden Verfahren mit latenten Variablen vorgestellt und diese für die Analyse von multimethodalen Daten erweitert. Die verschiedenen statistischen Verfahren werden anhand von konkreten Beispielen aus der internationalen Migrationsforschung dargestellt.
Tobias Koch, Michael Eid

Operationalisierung und Datensätze in der Migrationsforschung

Frontmatter

Die Operationalisierung des Migrationshintergrunds

Zusammenfassung
Welcher migrationsbezogenen Indikatoren sich eine Forschungsarbeit in einer oder mehreren Disziplinen bedient, ist in starken Maße abhängig davon, welche Fragestellungen untersucht werden. Daraus ergeben sich unterschiedlich starke Fokussierungen auf spezifische Indikatoren (z. B. Sprachhintergrund, Geburtsort, Staatsbürgerschaft), deren Implikationen im Rahmen dieses Buchbeitrages diskutiert werden. Empirische Vorarbeiten zeigen, wie sich Ergebnisse in Abhängigkeit von unterschiedlichen Operationalisierungen des Migrationshintergrunds unterscheiden können. Im Anschluss an die Darstellung interdisziplinär etablierter Operationalisierungen des Migrationshintergrunds werden die theoretischen Zugänge und Prozesse, die diesen Operationalisierungen (implizit) in den exemplarisch ausgewählte Disziplinen zugrunde liegen, beschrieben.
Débora B. Maehler, Janna Teltemann, Dominique P. Rauch, Axinja Hachfeld

Sekundäranalysen von Umfragen

Zusammenfassung
Sekundäranalysen von Umfragen sind Nutzungen von Umfragedaten für eine Forschungsfragestellung, die von der Fragestellung abweicht, für die die Daten ursprünglich erhoben worden sind. Durch solche Sekundäranalysen lassen sich die sehr hohen Kosten für eigene Erhebungen sparen. Methodologisch unterscheiden sich Sekundäranalysen von Umfragedaten nicht von Datenanalysen von Umfragen, die eigens für eine Untersuchung erstellt werden. Besonderheiten ergeben sich alleine daraus, dass in der Vorbereitung einer Sekundäranalyse nach geeigneten Daten gesucht werden muss, und dass sehr oft nicht eine einzige Umfrage für die Beantwortung der Forschungsfragen hinreichend ist. Oft müssen also mehrere Umfragen herangezogen werden, die jeweils nur Teilaspekte der Fragestellung behandeln. Außerdem kann bei der Interpretation der Ergebnisse die Aussagekraft dadurch begrenzt sein, dass die relevanten theoretischen Konstrukte oft nur partiell durch Indikatoren in den genutzten Umfragen erfasst werden oder die Stichprobe nur eine Teilgruppe der interessierenden Population erfasst. In dem Beitrag werden diese Besonderheiten an dem Beispiel einer Sekundäranalyse der Verfasser diskutiert und Hinweise gegeben, wie mit diesen Besonderheiten einer Sekundäranalyse von Umfragedaten umgegangen werden kann.
Steffen Kühnel, Jürgen Leibold

Sozialwissenschaftliche Datensätze für Sekundäranalysen von Integrationsprozessen

Zusammenfassung
In diesem Buchbeitrag werden beispielhafte deutsche sowie internationale (standardisierte) Umfragedaten vorgestellt, deren Fallzahl und erhobene Angaben es ermöglichen, Personen mit Migrationshintergrund zu identifizieren und in Bezug auf ihre Lebenssituation – und damit ihre Integration – in verschiedenen Lebensbereichen zu untersuchen. Dabei werden sowohl Panelstudien als auch als Querschnitt konzipierte, häufig wiederholt erhobene, Surveys dargestellt. Ziel des Beitrags ist es, allgemeine Möglichkeiten und häufig auftretende Schwierigkeiten bei der Sekundäranalyse von Daten zur Integration von Migranten zu beleuchten. Die für die Analyse von Integrationsprozessen sehr bedeutenden und komplexen Längsschnittstudien NEPS und CILS4EU werden deshalb in zwei gesonderten Buchbeiträgen vorgestellt. In diesem Beitrag werden neben Angaben zur Operationalisierung des Migrationshintergrundes in den jeweiligen Datensätzen sowie zum allgemeinen Design Informationen zum Datenzugang dargestellt und anhand entsprechender Vorarbeiten beispielhafte Fragestellungen aufgezeigt. Ausführlicher vorgestellt werden das Sozio-oekonomische Panel (SOEP), der Mikrozensus sowie die internationalen Bildungsstudien PISA und PIAAC. Die hier dargestellten Datensätze eignen sich für die Analyse einer Reihe von (insbesondere integrationsbezogenen) Fragestellungen, die generierten Befunde können aber auch als Benchmarks für weitere Primärerhebungen herangezogen werden. In weiteren Abschnitten werden allgemeine Informationen zu Datenarten und -quellen auf verschiedenen Aggregatebenen zusammengefasst.
Janna Teltemann, Reinhard Schunck

NEPS-Datensatz (Nationales Bildungspanel)

Zusammenfassung
Der Buchbeitrag geht auf das Potential der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) für Analysen zu Fragestellungen der Integrationsforschung ein. Im Anschluss an eine kurze Einführung in die Rahmenkonzeption des NEPS werden zunächst Möglichkeiten zur Operationalisierung des Migrationshintergrunds aufgezeigt. Nachfolgend werden die für die einzelnen Startkohorten zur Verfügung stehenden Fallzahlen ausgewiesen und die Zusammensetzung der Migrantenpopulation mit Blick auf den Generationenstatus sowie auf die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Herkunftsgruppen beschrieben. Es zeigt sich, dass der Anteil von Kindern aus Migrationsfamilien in der Kindergartenkohorte mit über 30 % am höchsten ist, die Migrantenanteile jedoch über die Startkohorten hinweg – mit zunehmendem Alter der Zielpersonen – zurückgehen. In allen Stichproben gehören Zuwanderer aus der Türkei und aus der ehemaligen Sowjetunion sowie deren Nachkommen zu den größten Herkunftsgruppen. Die im NEPS erfassten migrationsspezifischen Inhalte – die übergreifend für die verschiedenen Startkohorten erhoben werden – stehen anschließend im Fokus. Mit den zur Verfügung stehenden Angaben lassen sich vielfältige Problemstellungen zu Prozessen der Integration behandeln. Abschließend werden die Datenzugangsmöglichkeiten ebenso wie die zentralen Informationsquellen benannt.
Gisela Will, Melanie Olczyk, Cornelia Kristen

CILS4EU-Datensatz (Children of Immigrants Longitudinal Survey in Four European Countries)

Zusammenfassung
In den vergangenen Jahren hat die Forschung nach den Bedingungen einer erfolgreichen Integration von Migranten nicht nur in Deutschland, sondern auch in zahlreichen anderen europäischen Ländern einen regelrechten Boom erlebt. Ziel des Projektes Children of Immigrants Longitudinal Survey in Four European Countries (CILS4EU) ist es, die bisherige, teilweise unzureichende Datenbasis zu ergänzen und zu erweitern, um neue und innovative Analysemöglichkeiten in diesem weiter wachsenden Forschungsbereich zu erschließen. Das Design von CILS4EU ermöglichte die Realisierung von ausreichend großen und repräsentativen Stichproben von 14-jährigen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in den vier teilnehmenden Ländern England, Deutschland, den Niederlanden und Schweden. Inhaltlich wurde versucht, die Lebensbereiche und den Integrationserfolg in der gesamten Breite zu erfassen, wobei zahlreiche Indikatoren zur kognitiv-kulturellen, strukturellen, sozialen und emotional-kulturellen Integration erhoben wurden. Auch in längsschnittlicher Hinsicht bietet CILS4EU mit drei abgeschlossenen Erhebungswellen zahlreiche Möglichkeiten für fortgeschrittene Analysemethoden. Der Beitrag geht auf all diese Aspekte ein und demonstriert somit insgesamt das Potential von CILS4EU für die komparative Migrationsforschung.
Jörg Dollmann, Konstanze Jacob

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