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Über dieses Buch

Dieses essential gibt einen Überblick über aktuelle Analysemethoden von Gesteinsartefakten von der Attributanalyse ganzer Inventare bis hin zu mikroskopischen Gebrauchsspurenanalysen einzelner Artefakte. Dabei zeigen die vorgestellten Ansätze die Bandbreite der Analyse urgeschichtlicher Steinartefakte im deutschsprachigen Raum. Einfache Anwendungsbeispiele veranschaulichen die Möglichkeiten und Einschränkungen der jeweiligen Methode. Der Inhalt und die Struktur des essentials ist identisch mit Unterrichtseinheiten zur Erlernung von Methoden der Steinartefaktanalyse an der Universität Tübingen im Fachbereich Ältere Urgeschichte.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
In den Steinzeiten stellen geschlagene Steinartefakte in den meisten Fundplätzen das größte Kontingent aller Fundgattungen und bieten ein entsprechend großes Reservoir an potenziellem Erkenntnisgewinn für diese Phase der Menschheitsgeschichte.
Yvonne Tafelmaier, Guido Bataille, Viola Schmid, Andreas Taller, Manuel Will

Kapitel 2. Die Attributanalyse

Zusammenfassung
Die Attribut- oder Merkmalsanalyse ist ein methodischer Ansatz der ein Inventar in einzelne Steinartefakte und Steinartefakte in einzelne Elemente (Attribute oder Merkmale) zerteilt, die jeweils die grundsätzlichen analytischen Einheiten bilden. Die Attribute, die die komplexe Morphologie und Metrik von Steinartefakten erfassen, werden individuell definiert, gemessen, angesprochen und ausgewertet. Der Ansatz betont standardisierte, quantitative Erfassung von Daten an großen Stichproben, Transparenz sowie Vergleichbarkeit zwischen Analysten, die Nutzung von Datenbanken und die statistische Auswertung von Daten. Ziel der Attributanalyse ist es, aufgrund der quantitativen Auswertung einzelner Merkmale die Techniken und Methoden der Steinartefaktherstellung eines Inventars zu rekonstruieren, überprüfbare Schlussfolgerungen auf Abbausequenzen und techno-ökonomisches Verhalten zu generieren und spezifische Hypothesen zu testen.
Yvonne Tafelmaier, Guido Bataille, Viola Schmid, Andreas Taller, Manuel Will

Kapitel 3. Die Transformationsanalyse

Zusammenfassung
Die im deutschsprachigen Raum unter dem Begriff Transformationsanalyse bekannte Methode zur Rücksortierung von Steininventaren in ursprüngliche Gesteinseinheiten wurde von dem Erlanger Urgeschichtsforscher W. Weißmüller (1950–2005) als standardisiertes Modell zur Auswertung von Steinartefakten definiert. Eine auf makroskopischen Untersuchungen der Rohmaterialeigenschaften beruhende Analyse von Rohmaterialeinheiten ist die Voraussetzung für eine hoch auflösende Beschreibung der am Fundplatz vollzogenen Formveränderung (Transformation) von Steinartefakten und ermöglicht so die Zuordnung von Einzelobjekten zu zusammengehörenden Einheiten. Anhand solcher, zum Teil aus nur wenigen Artefakten bestehenden Werkstücke, sind Aussagen über angewandte technologische Konzepte der Kernreduktion und Werkzeugherstellung möglich. Ausgehend von der Aufschlüsselung von Fundeinheiten, können Untersuchungen zu Rohmaterialbeschaffung und Landnutzungsstrategien angestellt werden. Darüber hinaus lassen sich Mehrfachbelegungen und die definitive Zusammengehörigkeit von Objekten archäologischer Horizonte nachweisen. Auf diese Weise können bestehende Unsicherheiten in Hinsicht auf die Einwirkung taphonomischer Prozesse auf Fundhorizonte minimiert werden.
Yvonne Tafelmaier, Guido Bataille, Viola Schmid, Andreas Taller, Manuel Will

Kapitel 4. Der Chaîne opératoire-Ansatz

Zusammenfassung
Beim Chaîne opératoire-Ansatz geht es darum, durch das Heranziehen der Gesamtheit eines Steinartefaktinventars die verschiedenen Stufen von der Rohmaterialbeschaffung über Grundformproduktion, Werkzeugfertigung und Recycling bis hin zum Verwerfen nachzuvollziehen. Damit können einerseits Aussagen zur zeitlichen Abfolge sowie Gestaltung und andererseits zur räumlichen Organisation der Operationskette (chaîne opératoire) getroffen werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Steinartefaktherstellungsweise als kognitives Projekt entsteht, das auf intellektueller Ebene in ein konzeptuelles Schema umgewandelt wird, welches schließlich durch eine Reihe von Aktivitäten, das operative Schema, konkretisiert wird. Dieses Kapitel erläutert den forschungsgeschichtlichen Hintergrund sowie die methodischen Grundlagen und gibt abschließend Beispiele zur Anwendung.
Yvonne Tafelmaier, Guido Bataille, Viola Schmid, Andreas Taller, Manuel Will

Kapitel 5. Die Arbeitsschrittanalyse

Zusammenfassung
Steinwerkzeuge erscheinen auf den ersten Blick als statische Objekte. Auf ihren Oberflächen haben sich jedoch dynamische Prozesse in Form von Negativen der Steinbearbeitung erhalten. Die Methode der Arbeitsschrittanalyse dient dazu, aus diesen Negativen den Herstellungs- bzw. Umformungsprozess zu rekonstruieren. Jedes Artefakt bildet eine analytische Einheit, sodass sich die Methode sowohl für Einzelobjekte als auch für Gruppen von Objekten eignet. Mithilfe verschiedener Kriterien kann die zeitliche Abfolge des Gestaltungsprozesses nachvollzogen werden. Das Kapitel stellt die Grundzüge der Methode dar und erläutert anhand von Beispielen die Anwendung.
Yvonne Tafelmaier, Guido Bataille, Viola Schmid, Andreas Taller, Manuel Will

Kapitel 6. Die Analyse von techno-funktionalen Einheiten

Zusammenfassung
Jedes von Menschenhand hergestellte Werkzeug ist das Produkt eines Gestaltungsprozesses und erfüllt einen bestimmten Nutzungszweck. Die Funktionalität des Werkzeuges ist somit in dessen Gestalt angelegt. Mit der in der französischsprachigen Forschung entwickelten Methode der Analyse von techno-funktionalen Einheiten (unités techno-fonctionelles) werden unterschiedliche Funktionsbereiche an einem Steinwerkzeug ermittelt. Darüber hinaus erlaubt die Beschaffenheit des Funktionsbereichs Rückschlüsse auf dessen Funktion. So unterscheidet man beispielsweise aktive und passive Bereiche an einem Werkzeug. Das Zusammenspiel verschiedener aktiver und passiver Bereiche ergibt Werkzeugeinheiten. Das Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die methodischen Grundlagen und beschreibt anhand von Beispielen die Durchführung der Analyse.
Yvonne Tafelmaier, Guido Bataille, Viola Schmid, Andreas Taller, Manuel Will

Kapitel 7. Mikroskopische Gebrauchsspurenanalysen

Zusammenfassung
Mikroskopische Gebrauchsspurenanalysen an Steinartefakten besitzen ein großes Erkenntnispotenzial. Denn so können unter Umständen die konkrete Nutzungsweise eines Steinwerkzeuges im Sinne der mit ihm ausgeführten Bewegungen, das damit bearbeitete Material und, falls zutreffend, teils auch die Art der Schäftung nachempfunden werden. Dies ist sehr aufschlussreich für die Rekonstruktion der steinzeitlichen Technologien, die zur Alltagsbewältigung und Subsistenz von prähistorischen Menschen ersonnen und genutzt wurden. Die Durchführung solcher Analysen bedingt – neben der apparativen Ausstattung mit einem Stereomikroskop (Vergrößerung bis 100x) und einem metallurgischen Auflichtmikroskop (Vergrößerung bis 1000x) – viel praktische Übung und Erfahrung sowie, als Grundlage für diese Forschung, eine umfassende experimentelle Vergleichssammlung.
Yvonne Tafelmaier, Guido Bataille, Viola Schmid, Andreas Taller, Manuel Will

Backmatter

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