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Über dieses Buch

Der Band vereinigt Beiträge aus der aktuellen Forschung zu Methoden der gleichzeitigen Anwendung unterschiedlicher Kommunikationsformen in einem Survey (sog. Mixed-Mode-Surveys). Mit Survey-Designs dieser Art können verschiedene Ziele verbunden sein. Dazu gehören etwa eine Reduktion der Erhebungskosten und eine Reduktion von Stichprobenverzerrungen. Der vorliegende Band beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes dieser Verfahren sowie mit deren Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Datenqualität.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Mode-Vielfalt, Mode-Komponenten und Datenqualität

Frontmatter

Mixed-Mode Surveys and Data Quality

Meta-Analytic Evidence and Avenues for Future Research
It has often been noted that survey methodology is inherently pragmatically oriented (e.g., Bosnjak and Danner 2015, p. 309; Goyder 1987, p. 11): How to sample and recruit respondents to reduce coverage and sampling errors, how to operationalize concepts to reduce measurement error, and how to minimize the differences between those who responded from those who did not on all variables of interest (i.e., nonresponse bias) are generic guiding questions in survey methodology (Dillman et al. 2014; Groves et al. 2011).
Michael Bosnjak

Mixing Online Panel Data Collection with Innovative Methods

Mixed mode studies in survey research have been around since a long time. Whenever a new mode of data collection emerges, it has been combined with existing traditional modes of data collection, and compared in terms of resulting response rates, response bias, data quality and measurement error (Couper 2011, for general overviews of traditional mixed mode studies see de Leeuw 2005 and De Leeuw et al. 2008).
Annette Scherpenzeel

Ein Verfahren zur Dekomposition von Mode-Effekten in eine mess- und eine repräsentationsbezogene Komponente

Die valide standardisierte Messung sozialer Phänomene setzt voraus, dass die Wahl des Erhebungsverfahrens keinen Einfluss auf das Antwortverhalten der Respondenten ausübt und die verfügbaren survey administration modes (z.B. persönlich, telefonisch, postalisch, webbasiert) identische Antworten auf dieselben Fragen bzw. Items hervorbringen.
Heinz Leitgöb

Die Rolle von Modes in der Teilnehmerrekrutierung

Frontmatter

Face-to-face Rekrutierung für ein probabilistisches Onlinepanel

Einfluss auf die Repräsentativität
Onlineumfragen haben für die sozialwissenschaftliche Forschung in den vergangen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt wegen der Möglichkeit, viele Personen innerhalb kurzer Zeit kosteneffizient befragen zu können. Im Vergleich zu interviewer-administrierten Befragungen haben Onlineinterviews aufgrund der selbst-administrierten Befragung einen geringeren Messfehler (Kreuter et al. 2008). Hauptkritikpunkt bei Onlineumfragen ist die Repräsentativität dieser Studien im Hinblick auf die Allgemeinbevölkerung.
Annelies G. Blom, Jessica M. E. Herzing

Recruiting Online Panel Members from a Mail Survey in the General Population

Problems and Prospects of Mixed Mode Designs
The internet has undergone a remarkable diffusion within very few years. It is nowadays used by a majority of people and their number is increasing (van Eimeren and Frees 2014). This has also left its mark on survey research: Whereas only 3% of all interviews in Germany were collected online by market and social research institutes in the year 2000 the rate has increased up to 43% in the most recent years.
Karl-Heinz Reuband

Mode-Änderungen in Survey-Designs

Frontmatter

Wechsel von persönlichen Interviews zu webbasierten Interviews in einem laufenden Haushaltspanel

Befunde vom SOEP
Obwohl persönliche Interviews nach wie vor die Erhebungsmethode der Wahl in repräsentativen Haushaltsumfragen darstellen, begünstigen Budget- und Zeitbeschränkungen oftmals die Einführung von web-basierten Umfragen. Darüber hinaus können die Nachteile computergestützter selbstauszufüllender Web-Interviews (CAWI) durch die steigende Internetdichte in der Bevölkerung zunehmend kompensiert werden. Wir haben in einem experimentellen Rahmen die Effekte untersucht, die sich durch den Wechsel von computergestützten persönlichen Interviews (CAPI) zu CAWI hinsichtlich der Teilnahmequoten in einem seit 4 Jahren laufenden Haushaltspanel ergeben. Wir haben uns für ein interviewergeleitetes sequentielles CAWI-CAPI Design entschieden, um zu vermeiden, dass Panelmitglieder aufgrund fehlender Bereitschaft oder Möglichkeit, in CAWI teilzunehmen dauerhaft aus dem Panel ausscheiden. Verglichen mit dem vorherigen Standard-Modus (CAPI) konnten wir höhere Ausfallquoten im sequentiellen Befragungsmodus beobachten, jedoch fanden wir keinerlei Hinweise auf systematische Muster in den Ausfällen, die auf Charakteristiken der Panelteilnehmer zurückgeführt werden konnten. Dahingegen entdeckten wir einen Effekt der Interviewerbindung. Während die Bindung zwischen Interviewer und Panelteilnehmern in der Regel einen positiven Zusammenhang zur Teilnahmebereitschaft aufweist, kehrte sich dieser Effekt in unserem Experiment ins Gegenteil um. Haushalte mit starker Bindung zum Interviewer waren weniger bereit unter den veränderten Bedingungen an der Befragung teilzunehmen. Daneben beobachteten wir einen starken Effekt der Internetkompetenz auf die Wahl der Erhebungsmethode im sequentiellen Design. Daher gehen wir davon aus, dass ein vollständiger Wechsel von CAPI zu CAWI ein hohes Risiko für eine Verzerrung durch Ausfälle in sich birgt. Folglich empfehlen wir für die Implementierung einer neuen Erhebungsmethode in einem laufenden Panel die Einführung eines sequentiellen Erhebungsdesigns, bei dem die ursprüngliche Befragungsmethode als Alternative zur neu implementierten Methode angeboten wird. Darüber hinaus empfehlen wir bei geplanten Wechseln von persönlichen Interviews zu selbstauszufüllenden Erhebungsmethoden eine möglichst frühzeitige Überführung in den neuen Modus, um den negativen Effekt der Interviewerbindung auf die Teilnahmebereitschaft in den selbstauszufüllenden Interviews möglichst gering zu halten.
Denise Lüdtke, Jürgen Schupp

Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA)

Eine repräsentative Gesundheitsbefragung im neuen (Mixed-Mode-) Design
Der Beitrag für den diesjährigen Band der ASI Schriftenreihe „Mixed-Mode-Surveys“ schließt thematisch an den im Jahr 2015 erschienenen Beitrag „Ergebnisse einer Projektstudie im Mixed-Mode-Design“ (Schmich 2015) im ASI Tagungsband „Nonresponse Bias“ an. In diesem Beitrag wurde beschrieben, warum der Wechsel von einer telefonischen Befragung, basierend auf einer zufallsgenerierten Festnetzstichprobe, hin zu einem Mixed-Mode-Design für die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) des Robert Koch-Instituts notwendig wurde und warum das spezifische Vorgehen des sequentiellen Mixed-Mode-Designs angewendet wurde.
Jennifer Allen, Patrick Schmich

Mess- und Methodeneffekte

Frontmatter

Probing und Mixed Mode Eine Evaluationsstudie zur Güte der Mittel-Kategorie der Links-Rechts Skala

Ein seit Jahrzehnten kontrovers geführtes Thema ist die Frage nach der Notwendigkeit einer Mittel-Kategorie und ihres Einflusses auf die Messqualität (u.a. Schuman und Presser 1981, Krosnick und Presser 2010). Insbesondere Untersuchungsergebnisse zu bipolaren Ratingskalen spiegeln unterschiedliche Positionen wider. So wird berichtet, dass bei fehlender Mittelkategorie Befragte mit einer neutralen, mittleren bzw. moderaten Einstellung oder Orientierung ihre tatsächliche Auffassung nicht zum Ausdruck bringen können, ja vermutlich sogar zu einer inhaltlich falschen Antwort gezwungen werden (Sturgis et al. 2014).
Volker Hüfken

Evaluierung von HLR-Lookup-Verfahren

Erste Ergebnisse aus dem Projekt VermIn
Telefonbefragungen als (alleiniger) Erhebungsmodus sind auch in den vergangenen Jahren noch immer eine der am häufigsten gewählten Methoden. Obgleich in diesem Kontext Online-Befragungen zunehmend an Bedeutung gewinnen und in einigen Forschungsbereichen bereits die am häufigsten gewählte Methode ist, ist die Telefonbefragung noch immer ein beliebtes Mittel, um (ungeklumpte) Erhebungen durchzuführen. So berichtet bspw. der Arbeitskreis deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM e.V.), dass in 2013 ca. 36% aller Erhebungen über diesen Modus durchgeführt wurden.
Matthias Sand

Die Anwendbarkeit des Crosswise-Modells zur Prüfung kultureller Unter schiede sozial erwünschten Antwortverhaltens

Implikationen für seinen Einsatz in internationalen Studien zu selbstberichteter Delinquenz
In kriminologischen Studien, in denen mittels standardisierter Befragungen Personen zu ihren eigenen Gesetzesverstößen befragt werden, ist damit zu rechnen, dass die Antworten von sozial erwünschtem Antwortverhalten beeinflusst sind. Unter sozial erwünschtem Antwortverhalten wird hier verstanden, dass die Befragten versuchen, in einer Weise zu antworten, von der sie glauben, dass sie damit einen günstigeren Eindruck machen bzw. keine negativen Konsequenzen erfahren werden („impression management“).
Dirk Enzmann

Backmatter

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