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Dieses Kapitel bietet eine detaillierte Analyse der Angebotslandschaft zur Arbeitsmarktintegration von (formal) geringqualifizierten Frauen mit Fluchterfahrung in Deutschland. Es identifiziert über 250 relevante Angebote und kategorisiert sie nach verschiedenen Kriterien wie Art des Anbieters, verwendeten Methoden und Zielgruppen. Durch qualitative Interviews und Fokusgruppen mit Arbeitsmarktakteuren und Frauen mit Fluchterfahrung werden Erfolgsfaktoren und Herausforderungen der Integration analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren, wie Unternehmen, Bildungsträgern, Behörden und Netzwerken, entscheidend ist. Zudem werden biografische und gesellschaftliche Kontextfaktoren berücksichtigt, die die Arbeitsmarktintegration beeinflussen. Die partizipative Ergebnissicherung mit einem Expertengremium stellt sicher, dass die gewonnenen Erkenntnisse praxisrelevant und transferierbar sind. Dieses Kapitel liefert wertvolle Einblicke in die komplexe Realität der Arbeitsmarktintegration und bietet konkrete Ansätze und Methoden zur Unterstützung der Zielgruppe.
KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
Zusammenfassung
Um besser zu verstehen, was es für eine erfolgreiche und nachhaltige Arbeitsmarktintegration von (formal) geringqualifizierten Frauen mit Fluchterfahrung braucht, wurden 2024 im Projekt Sefa im Rahmen einer systematischen Recherche und einer Online-Befragung bundesweit über 250 Angebote identifiziert, die sich im weiteren Sinne an Frauen mit Fluchterfahrung richten und diese beim Eintritt in den Arbeitsmarkt unterstützen. Auf Basis der recherchierten Projektinformationen sowie über Interviews mit Expertinnen und Experten wurden die Ansätze und Methoden der Projekte geclustert und potenzielle Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Fluchterfahrung identifiziert.
2.1 Systematische Recherche und Analyse der Angebotslandschaft: Welche Angebote gibt es bereits für die Zielgruppe?
Um besser zu verstehen, was es für eine erfolgreiche und nachhaltige Arbeitsmarktintegration von (formal) geringqualifizierten Frauen mit Fluchterfahrung braucht, ist es wichtig, zunächst einen Überblick über bereits bestehende Angebote, Ansätze und Methoden zu erlangen. Im Rahmen einer systematischen Recherche wurden im Projekt Sefa bundesweit über 250 Angebote identifiziert, die sich im weiteren Sinne an Frauen mit Fluchterfahrung richten und diese beim Eintritt in den Arbeitsmarkt unterstützen sollen. Dazu zählen beispielsweise Beratungsangebote, Praktika-Programme von Unternehmen, (Weiter-)Qualifizierungen von Bildungsträgern oder Mentoring- bzw. Coaching-Maßnahmen. Die Recherche erfolgte 2024 in einem etwa sechsmonatigen Zeitraum und verfolgte einen mehrstufigen Ansatz: Zum einen wurde eine Internetrecherche durchgeführt, bei der anhand von relevanten Schlagwörtern nach entsprechenden öffentlich verfügbaren Informationen zu Arbeitsmarktintegrationsangeboten gesucht wurde. Zum anderen wurden weitere Daten über eine Online-Umfrage erfasst, in der interessierte Akteure dazu aufgefordert wurden, ihnen bekannte Projekte zu teilen. Diese Umfrage wurde u. a. über LinkedIn verbreitet. Außerdem wurden Quellen wie E-Mail-Verteiler und Newsletter genutzt, in denen Informationen aus den Themenfeldern Arbeitsmarktintegration und/oder Flucht/Migration verbreitet werden. Sobald ein Angebot als relevant eingeschätzt wurde, weil es sich mindestens an eine der Teilzielgruppen (Geringqualifizierte, Frauen, Geflüchtete, Migrantinnen) richtete, wurde es in die Sammlung aufgenommen und nach verschiedenen Kriterien kategorisiert (für eine Auswahl der Kriterien, siehe Tab. 2.1). Auf Grundlage der verfügbaren Informationen, die auf der entsprechenden Webseite, in Flyern oder Projektberichten zu finden waren, wurden außerdem potenzielle Erfolgsfaktoren der jeweiligen Angebote identifiziert. Anschließend erfolgte eine Auswertung nach Häufigkeiten, um beispielsweise abbilden zu können, bei welchem Anteil der untersuchten Angebote eine bestimmte Methode wie etwa Qualifizierung erwähnt wird.
Tab. 2.1
Kriterien für die systematische Angebotssammlung
Kriterium
Auswahloptionen oder Beispiel
Art des Anbieters
Netzwerk/Initiative
Unternehmen
Öffentliche Institution
Personaldienstleister
Stiftung
Träger/Verein
Zusammenarbeit mit Akteuren
z. B. Jobcenter, Bildungsträger, Migrantenselbstorganisationen
Verwendete Methoden
Coaching
Beratung
Vermittlung
Kompetenzfeststellung
(Weiter-)Qualifizierung
Onboarding
Praktikum
Verwendete Ansätze
Systemisch
Ganzheitlich
Empowerment-orientiert
Biografisch
Durchführungsebene
Unternehmen
Kommune
Land
Bund
EU
International
Zielgruppe
Geflüchtete
Frauen
Geringqualifizierte
Standort bzw. lokaler Kontext
Ost/West
Stadt/Land/überregional
Spezifika
z. B. hauseigene Kinderbetreuung als Teil des Projekts
Erfolgsfaktoren
z. B. Ressourcen, Netzwerke
2.2 Qualitative Interviews und Fokusgruppen: Welche Erfolgsfaktoren lassen sich aus den Praxiserfahrungen von Arbeitsmarktakteuren und Frauen mit Fluchterfahrung ableiten?
Ausgehend von bereits vorhandenen Angeboten zur Arbeitsmarktintegration der Zielgruppe und der damit verbundenen Ergebnissicherung, führten wir 66 qualitative Experteninterviews (13 davon mit Frauen mit Fluchterfahrung, 53 mit Arbeitsmarktakteuren) und vier Fokusgruppen durch. Diese waren essenziell, um die jeweiligen Perspektiven abbilden zu können und vor allem besser zu verstehen, was den Erfolg bestimmter Angebote und Methoden ausmacht.
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Experteninterviews mit Arbeitsmarktakteuren
Uns interessierte dabei besonders die Perspektive verschiedener Arbeitsmarktakteure, die häufig auf langjährige Erfahrung in der Arbeit mit der Zielgruppe zurückgreifen konnten. Dazu zählten beispielsweise Akteure aus der Arbeitsverwaltung (etwa aus Jobcentern), aus Unternehmen, der Wissenschaft, Beratungsstellen, Bildungsträgern oder Netzwerken. Die Interviews orientierten sich an einem semistrukturierten Leitfaden (siehe Tab. A.2 im Anhang). Beispielhafte Fragen lauteten hierbei „Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren, um die Zielgruppe in Arbeit zu bringen?“, „Welcher Ansatz/welche Methode sollte aus Ihrer Sicht unbedingt weiterverfolgt werden?“ und „Welche Kooperationen sollten Ihrer Meinung nach unbedingt bestehen?“. Im Recherchezeitraum 2024 wurden auf Akteursebene über 50 Interviews durchgeführt und im Anschluss qualitativ ausgewertet (für einen Einblick in die Vielfältigkeit der Akteursebene siehe Infokasten „Einblick in die Vielfalt der Akteure und Perspektiven zur Arbeitsmarktintegration geflüchteter Frauen“; für Details zur Auswertungsmethode, siehe Infokasten „Qualitative Auswertung“).
Einblick in die Vielfalt der Akteure und Perspektiven zur Arbeitsmarktintegration geflüchteter Frauen
Arbeitgeber:
Für viele Arbeitgeber (Betriebe, Unternehmen, Kommunen) besteht die Herausforderung eines akuten Arbeits- und Fachkräftemangels. Gleichzeitig stellt der Zugang zur Zielgruppe der (formal) geringqualifizierten Frauen mit Fluchterfahrung eine Herausforderung dar. Die Frauen sind aus verschiedenen Gründen schwer zu erreichen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Einfluss haben unter anderem die Wohnsituation (z. B. Gemeinschaftsunterkunft), die Familienkonstellation sowie eingeschränkte Möglichkeiten, arbeitsmarktbezogene Informationen zu erhalten. Um die Zielgruppe besser zu erreichen und mehr über ihre Bedarfe zu erfahren, nutzt ein städtisches Wasserversorgungsunternehmen zum einen die bestehenden Netzwerke und Erfahrungen der Mitarbeitenden und zum anderen einen aufsuchenden Ansatz (vor Ort sein/gehen: „Brückenzugang“). Eine Hotelgruppe arbeitet direkt zusammen mit einem Projektträger für Fraueninteressen, um die Zielgruppe zu erreichen, Frauen zu einem „Career-Day“ einzuladen und dort das unternehmensspezifische Qualifizierungsmodell zu bewerben. Wiederum andere Unternehmen „stricken“ eigene Programme, um Frauen mit Fluchterfahrung als Mitarbeiterinnen zu gewinnen. Für Arbeitgeber sind auch (digitale) Veranstaltungen wichtig, um gute Netzwerke zu stärken und aufzubauen und von guten Praxiserfahrungen zu erfahren.
Projekt- und Bildungsträger:
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Projekt- und Bildungsträger haben oft eine direkte Kommunikationsverbindung und Beziehung zu den Frauen. Um sie jedoch in vielfältiger Weise zu unterstützen, braucht es einen zielgruppenfokussierten Vernetzungsansatz und eine enge gute Zusammenarbeit mit anderen Institutionen (z. B. Behörden), Arbeitgebern und Netzwerken. So können sie gut vermitteln, Projekte mit externen Akteuren gestalten, Ressourcen teilen, Lösungen für die Zielgruppe finden und Wissenstransfer umsetzen. Eine Weiterbildungseinrichtung, die die digitalen Kompetenzen von Frauen mit Fluchterfahrung gezielt fördert, kooperiert beispielsweise strategisch mit Multiplikatoren und Partnern wie Bibliotheken, Kitas, Beratungsstellen und Lotsinnen. Durch diese Partnerschaften entsteht ein direkter Zugang zur Zielgruppe. Denn obwohl viele Frauen z. B. über Smartphones verfügen und alltägliche Kanäle wie Messenger-Dienste oder Apps nutzen, sind sie über die klassischen digitalen Informations- und Kommunikationswege von z. B. Bildungsträgern, Behörden und Arbeitgebern (Websites, Online-Plattformen oder berufliche Netzwerke) wenig bis gar nicht erreichbar.
Personaldienstleister und Vermittlungsagenturen:
Da sie als Schnittstelle zwischen Arbeitssuchenden und Unternehmen agieren, liegt hier ein großes Potenzial. Eine gute Partnerschaft mit Unternehmen ist wichtig und bringt einige Vorteile – vor allem für die Unternehmen – mit sich, wie z. B. Zeitersparnis (die Komplexität des Rekrutierungsprozesses wird für das Unternehmen reduziert). Personaldienstleister haben auch einen wertvollen Zugang zu einem größeren Pool an Arbeitssuchenden. Beispielsweise baut ein Personaldienstleister auf strategische Partnerschaften mit Unternehmen, die gemeinsame Werte teilen, wenn es darum geht, das Potenzial von Frauen mit Fluchterfahrung zu fördern.
Interessensvertretungen:
Diese (z. B. Netzwerke die Betriebe unterstützen, Zusammenschlüsse von Frauenorganisationen, Netzwerk zur Unterstützung geflüchteter Frauen) funktionieren schon oft in Form von Netzwerken. Um die Interessen einer bestimmten Zielgruppe definieren und vertreten zu können, müssen die Stimmen und Perspektiven dieser Zielgruppe gesammelt werden, denn um Output zu gestalten, muss Input vorhanden sein. Ein gegenseitiger Austausch innerhalb der Interessenverbände bzw. -gruppen sowie mit anderen wichtigen Partnern ist wichtig, um Gemeinsamkeiten sowie Lösungsansätze zu finden. Ein Netzwerk bzw. eine Interessenvertretung für Arbeitgeber betont den Wert der regionalen Zusammenarbeit und Lösungsfindung und vor allem einer aktiven und langfristigen Netzwerkarbeit. An der Schnittstelle zu sein, ermöglicht es z. B. auch das Thema Frauen mit Fluchterfahrung in entsprechenden Gremien zu setzen, oder über den direkten Kontakt zu Behörden (Jobcenter, Ausländerbehörde, Bildungsträger) zu verfügen, um ggf. auch die direkte Klärung von Einzelfällen zu erleichtern oder behördliches Systemwissen an Arbeitgeber zu vermitteln.
Behörden und Arbeitsverwaltung:
Für diese Akteure ist eine enge Kooperation z. B. mit Arbeitgebern, aber auch mit Projektträgern und der Zielgruppe selbst wichtig, um ihre Arbeitsmarktintegration wirksam zu unterstützen und individuelle Hürden abzubauen. Ergänzend arbeiten viele Behörden in regionalen Netzwerken mit „Sozialraumbezug“, z. B. über Integrationskoordinationen oder lokale Austauschformate mit der Bevölkerung. Zudem können solche Netzwerke eine Steuerungsgruppe umfassen. Regelmäßige Dialogrunden, Beiräte oder Workshops helfen zudem, Praxiserfahrungen einzubeziehen und Angebote weiterzuentwickeln. Ein Jobcenter in einer westdeutschen Großstadt hat hierfür beispielsweise einen Kundenbeirat eingerichtet, um die Perspektiven der Zielgruppe systematisch zu berücksichtigen.
Wissenschaft:
Für die Wissenschaft/Sozialforschung ist die Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen und Arbeitsmarktakteuren (z. B. mit Projektträgern, Arbeitsverwaltung) wichtig, da sie einen erleichterten Zugang zur untersuchten Zielgruppe und entsprechenden Daten ermöglicht. Außerdem kann der Wissenstransfer von Forschungsergebnissen an relevante Akteure vereinfacht werden – die Ergebnisse können dann je nach Relevanz beispielsweise von Interessensvertretungen, Projektträgern etc. für Policy-Arbeit und für bessere Methoden bei der Arbeitsmarktintegration (formal) geringqualifizierter Frauen mit Fluchtgeschichte genutzt werden.
Experteninterviews und Fokusgruppen mit Frauen mit Fluchterfahrung
Neben den Interviews mit Akteuren der Arbeitsmarktlandschaft, sprachen wir in unserer Recherchephase mit der Zielgruppe selbst – also mit (formal) geringqualifizierten Frauen mit Fluchterfahrung – über ihre Erfahrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Gespräche wurden entweder als Einzelinterviews oder Fokusgruppen durchgeführt, je nach Präferenz und zeitlicher Verfügbarkeit der Teilnehmerinnen. Die Ansprache erfolgte auf verschiedenen Wegen: Zum einen wurden Teilnehmerinnen verschiedener Projekte angesprochen, die im Rahmen der Recherche identifiziert worden waren. Zum anderen erfolgten Online-Aufrufe zur Teilnahme über relevante Verteiler und Online-Kanäle, in denen Frauen mit Fluchterfahrung Mitglieder waren.
Die Gespräche waren ebenfalls semistrukturiert (Leitfaden siehe Tab. A.1 im Anhang), folgten jedoch aufgrund der individuellen biografischen Erfahrungen der Frauen häufig einem freieren Ablauf. Dieser freie Gesprächsverlauf ermöglichte es den Teilnehmerinnen, ihre persönlichen Geschichten und Sichtweisen ausführlich zu schildern, ohne durch enge Fragestellungen eingeschränkt zu werden. Beispielhafte Fragen lauteten jedoch „Was hat Ihnen bei der Arbeitssuche geholfen?“, „Was würden Sie anderen Frauen empfehlen?“ oder „Wer hat Sie beim Jobeinstieg unterstützt und wie sah diese Unterstützung aus?“.
Die befragten Frauen waren zwischen 28 und 55 Jahren alt und kamen aus unterschiedlichen Ländern, darunter die Ukraine, Syrien, Somalia, Afghanistan, Eritrea und weitere. Ihr Familienstand variierte, die meisten hatten jedoch Kinder. Auch ihr Bildungs- bzw. beruflicher Hintergrund war sehr divers (z. B. Schneiderin, Tischlerin, Lehrerin, Führungskraft im Personalbereich). Eine ausführliche Übersicht der Merkmale der insgesamt 29 Frauen (Einzelinterviews und Fokusgruppen) findet sich in Tab. 2.2.
Tab. 2.2
Übersicht über die Merkmale der interviewten Frauen
Beratung, Sprachmittlerin, Sozialbetreuung für andere Geflüchtete
Hauswirtschaftskraft, Küchenhilfe, Anstellung im Catering-Betrieb
Qualitative Auswertung
Um ein tiefer gehendes Verständnis der Perspektiven der von uns interviewten Personen zu bekommen, wurde das Interviewmaterial transkribiert bzw. wurden Gesprächsprotokolle verwendet und im Rahmen einer Inhaltsanalyse kodiert. Hierbei wurde das Textmaterial systematisch nach wiederkehrenden Mustern, Themen und Bedeutungen durchsucht, um im Anschluss Kategorien zu bilden. Beispielsweise wurden Kategorien von wichtigen Erfolgsfaktoren gebildet, die über verschiedene Akteure hinweg immer genannt wurden. Die Kategorienbildung erfolgte sowohl deduktiv auf Grundlage von theoriebasierten Vorannahmen als auch induktiv, also ausgehend vom Textmaterial. In einem iterativen Prozess wurden die Kategorien stetig überprüft und angepasst, um entsprechende Textstellen Kategorien zuweisen zu können. Die Ergebnisse können beispielsweise dazu genutzt werden, um die am häufigsten genannten Erfolgsfaktoren zu identifizieren oder um wichtige Themen anhand von prägnanten Zitaten verdeutlichen zu können.
2.3 Partizipative Ergebnissicherung: Was sagt ein Expertengremium zu den gewonnenen Erkenntnissen?
Um sicherzustellen, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch innerhalb der komplexen und anspruchsvollen Realität der Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Fluchterfahrung Bestand haben, findet ein kontinuierlicher Prozess partizipativer Ergebnissicherung statt. Die Ergebnisse aus qualitativer und quantitativer Recherche sowie die Abstraktion von konkreten Praxisbeispielen werden im Rahmen eines Expertengremiums vorgestellt, diskutiert und iterativ weiterentwickelt. Das Expertengremium besteht aus 25 Personen, die relevante Akteursgruppen der Arbeitsmarkt- und Zielgruppenlandschaft repräsentierten, sodass die Perspektiven von Unternehmen, Arbeitsverwaltung, Dienstleistern, Migrantenselbstorganisationen, Netzwerken, Verbänden, Wissenschaft und Politik vertreten sind. Trotz der Vielzahl an verschiedenen Blickwinkeln auf das Thema war das Ziel, konsensfähige Ergebnisse zu erarbeiten. Dieser Qualitätssicherungsprozess erfolgt in Fachgruppensitzungen, ergänzenden Hintergrundgesprächen, Arbeitsgruppentreffen sowie im Rahmen von partizipativen Praxislaboren. Die Labore fokussieren insbesondere Ansätze mit einem konkretem Arbeitsplatzbezug, d. h. Ansätze, in denen die Integration in Arbeit dual gedacht wird und (Weiter-)Qualifizierung im Rahmen eines konkreten Arbeitsverhältnisses erfolgt. In bisher sechs Laboren wurden konkrete Erfolgsbeispiele vorgestellt und analysiert, um sie abstrahieren und in anderen Kontexten transferieren zu können (für Details zum Vorgehen, siehe Abschn. 3.4) (Abb. 2.1).
Vor diesem Hintergrund widmen wir uns im nächsten Kapitel den Ergebnissen, die zeigen, wie vielfältig die Zielgruppe ist und welchen Einfluss biografische sowie gesellschaftliche Kontextfaktoren auf ihre Arbeitsmarktintegration haben.
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