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2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

3. Methodologischer Rahmen und methodisches Vorgehen

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Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden die Auswahl der empirischen Gegenstände und des methodologischen Rahmens begründet und das konkrete methodische Vorgehen im Verlauf der empirischen Studie beschrieben. In den folgenden Abschnitten wird zunächst die konkrete Fallauswahl und die Festlegung der Untersuchungszeiträume diskutiert, danach wird kurz die Situationsanalyse als methodologischer Rahmen vorgestellt, bevor schließlich das empirische Vorgehen im Rahmen der Situationsanalyse im Einzelnen beschrieben wird.
Fußnoten
1
Mitchel unterscheidet drei Formen der Fallstudie, die geeignete Illustration, die soziale Situation und die erweiterte Fallstudie (Mitchell 1983).
 
2
Zum einen gab es in den Bereichen der Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen in den Jahren seit 2015 ein beachtliches Gelegenheitsfenster für experimentelles Handeln auf dem Street-level (Schiffauer 2017; Geuijen et al. 2020), wobei die Themen Bildung und Arbeit eine zentrale Rolle einnahmen (Aumüller 2016; Gesemann/Roth 2016; OECD 2017). Zum anderen wird Berlin als Stadt eine besondere „Experimentierfreudigkeit“ (Reusswig/Lass 2017: 313) zugeschrieben.
 
3
Die Dublin-III-Verordnung (Dublin III) ist eine Verordnung der Europäischen Union, die regelt, welcher Staat für die Durchführung eines Asylverfahrens zuständig ist. Die Verordnung gilt für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie für Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein. Dublin III orientiert sich bei der Bestimmung des zuständigen Landes am Kindeswohl und am Schutz der Familie, indem der Aufenthalt von Familienmitgliedern oder engen Verwandten berücksichtigt wird. In den meisten Fällen greift aber das Kriterium der Ersteinreise, nach welchem jener Staat für das Asylverfahren zuständig ist, in dem die schutzsuchende Person das erste Mal die EU-Grenze überschreitet. (Koehler 2018).
 
4
Diese Formulierung stammt von einem mobilen Bildungsberater, der im Rahmen einer Informationsveranstaltung im WiA-Büro Tempelhof mit Gästen des Deutschen Instituts für Urbanistik das Projekt der MoBiBe vorstellte (Beobachtungsprotokoll – MoBiBe vom 05.05.2017).
 
5
Insgesamt vergingen zwischen dem ersten Interview in der zuständigen Senatsverwaltung und dem Beginn der teilnehmenden Beobachtung knapp fünf Monate.
 
6
Ab März 2018 war ich selbst in einer anderen Beratungseinrichtung als mobiler Bildungsberater für geflüchtete Menschen tätig. Die Datenerhebung endet mit Beginn des Beschäftigungsverhältnisses.
 
7
Siehe hierzu auch Maas (2017).
 
8
In diesem Zusammenhang sollte beachtet werden, dass auch die Aussagen über ‚wichtige‘ Akteur*innen oder ‚das typische‘ Vorgehen von der jeweiligen Perspektive der Befragten abhängt. Insofern ist der Übergang zwischen Deutungen und Wissen fließend.
 
9
Vor dem Beginn der Interviews wurden die interviewten Personen gefragt, ob sie der Aufzeichnung und Transkription der Interviews zustimmen. Nach erfolgter Zustimmung wurde eine unterschriebene Datenschutzerklärung überreicht. Zusätzlich wurden die Interviewten darum gebeten, eine Einverständniserklärung zu unterzeichnen, die die Verwendung der Informationen aus dem Interview in anonymisierter Form gestattet. Bis auf die interviewte Person beim Berliner Unternehmensverband 2 haben alle Interviewten die Einverständniserklärung unterzeichnet.
 
10
Die Identifizierung von Schlüsselkategorien, die im Rahmen des selektiven Kodierens stattfindet, spielt dagegen im Rahmen der Situationsanalyse eine untergeordnete Rolle, da bei diesem Schritt häufig komplexe Zusammenhänge zugunsten eines eingängigen Erklärungsmodells vereinfacht dargestellt und auf eine oder wenige Schlüsselkategorien reduziert werden. Dies widerspricht dem Vorgehen im Rahmen der Situationsanalyse, da es hier eher darum geht, die vielfältigen und mitunter auch widersprüchlichen Zusammenhänge einer Situation aufzuzeigen und ggf. einzelne für die Forschungsfrage relevante Zusammenhänge herauszugreifen und näher zu beschreiben (Clarke 2012).
 
11
Im Rahmen der Vorgehensweise nach der Situationsanalyse kommt dem Verfassen von Memos während des gesamten Kodier- und Mapping-Prozesses eine wichtige Bedeutung für die Datenanalyse zu. Die Memos dienen dazu, die Interpretationen, Deutungen und Erkenntnisse im Laufe des Forschungsprozesses festzuhalten und somit den Erkenntnisprozess zu dokumentieren. Sie sollen aber auch dabei unterstützen, einen Überblick über die Daten und die einzelnen Analyseschritte zu bewahren und den späteren Schreibprozess anleiten. Memos können sowohl zu bestimmten Dokumenten oder Abschnitten als auch zu einzelnen Situationselementen, sozialen Welten, Arenen beziehungsweise zu ganzen Maps verfasst werden. (Clarke 2012.)
 
Metadaten
Titel
Methodologischer Rahmen und methodisches Vorgehen
verfasst von
Felix Maas
Copyright-Jahr
2022
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-38335-0_3