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14.04.2015 | Mifid II | Im Fokus | Onlineartikel

Barcode soll Finanzgeschäfte noch transparenter machen

Autor:
Eva-Susanne Krah

Ein globales Barcodesystem soll künftig Geschäfte zwischen Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften und anderen Akteuren des Finanzmarkts noch besser absichern.

Die 20-stellige digitale Identifizierungsnummer, auch "Legal Entity Identifier" (LEI) genannt, soll als weiterer Regulierungsschritt den Finanzmarkt stabiler und sicherer machen und Manipulationen oder Betrug bei Finanztransaktionen verhindern. Sie wurde auf Initiative der G-20-Staaten und des Finanzstabilitätsrats (FSB) entwickelt.

Bankenaufseher können dank des Prüfcodes Finanzgeschäfte besser verfolgen und klar zuordnen und so etwaige Gefahren für den Bankensektor früher aufspüren. Anhand der Referenznummer, die einem digitalen Fingerabdruck gleicht, lassen sich alle Geschäftspartner nachverfolgen, die an einer Finanztransaktion beteiligt sind. Das gilt sowohl für Börsengeschäfte als auch für den außerbörslichen Handel. Ausgebende Stiftung ist die in der Schweiz ansässige Global Legal Entity Identifier Foundation (Gleif). Sie koordiniert das weltweite Netz der lokalen Vergabestellen in den jeweiligen Ländern, in denen die Finanzmarktakteure sitzen, setzt die Standards und kontrolliert auch die Datenqualität. Die LEI-Nummer verwaltet künftig die Behördenstelle in Frankfurt am Main. Dort sollen bis Jahresende 30 Mitarbeiter tätig sein. Damit wird der Bankenstandort jetzt zum zentralen Sitz aller entscheidenden Aufsichtsbehörden des Finanzmarkts.

35 Millionen LEI-Codes bis 2020

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Derzeit existieren bereits knapp 360.000 der Prüfnummern, in fünf Jahren sollen es bereits 35 Millionen sein. Die große Zahl resultiert daraus, dass besonders große Banken oder Versicherungen Hunderte von LEI-Nummern erhalten können, je nachdem, mit wie vielen rechtlich eigenständigen Geschäftseinheiten sie agieren. Neue Regeln für den Derivatehandel haben nach Angaben des "Handelsblatt" ebenfalls zur Folge, dass Banken eine LEI-Nummer bekommen.

Bereits Anfang dieses Jahres gab die Finanzaufsicht Bafin in ihrem Rundschreiben die Parole aus, dass CRR-Kreditinstitute, Finanzholdinggesellschaften und gemischte Finanzholdings die Kennnummern erwerben und sie der Deutschen Bundesbank mitteilen müssen, damit die Daten an die Europäische Zentralbank übermittelt werden können. Die überarbeitete EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II und die begleitende Markets in Financial Instruments Regulation (Mifir) dürften zudem bewirken, dass Emittenten von Finanzinstrumenten ab dem Jahr 2017 ebenfalls einen LEI-Code benötigen. Die Vergabe der Nummer ist gebührenpflichtig und erfolgt über lokale Anbieter, in Deutschland unter anderem über den Bundesanzeiger. Die Kennung kann über das Geiportal beantragt werden und kostet derzeit umgerechnet 18,50 pro Nummer.

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