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Über dieses Buch

​Rosa María Brandhorst analysiert die Gestaltung transnationaler Familienbeziehungen, die Einflüsse von Rücksendungen auf die transnationalen Familienhaushalte und deren Beitrag zu gesellschaftspolitischen Veränderungen in Kuba. Durch den biographischen und familiengeschichtlichen Zugang gelingen der Autorin Aussagen zu Migrationsverläufen aus einer Mehrgenerationenperspektive. Die Untersuchung des Einflusses der Migrantendiaspora und der transnationalen Familien auf Entwicklungen eines spätsozialistischen Landes ermöglicht Aussagen zur transnationalen Migrationsforschung sowie zur Postsozialismusforschung und erklärt aktuelle Veränderungsprozesse in Kuba.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Migration ist im Zuge der Globalisierung, in der die internationale Mobilität zunimmt, ein zentrales Phänomen und rückt in öffentlichen und politischen Diskursen immer stärker in den Mittelpunkt. Der Blick auf die Migrationspolitik der BRD lässt allmähliche Schritte zur Konzeptualisierung Deutschlands als Einwanderungsland erkennen. Auch die EU sucht neue Strategien und Konzepte im Umgang mit der Immigration (Europäische Kommission 2007, 2009, 2014). Entwicklungs- und Schwellenländer hingegen befürchten auf der einen Seite die Abwanderung von Humanressourcen und hoffen auf der anderen Seite auf Investitionen und Geldrücksendungen der EmigrantInnen.
Rosa María Brandhorst

2. Stand der Forschung und theoretische Einbettung

Zusammenfassung
Migrantisches Handeln und dessen Auswirkungen auf gesellschaftliche Transformationsprozesse stehen im Zentrum des Forschungsinteresses. Um sich diesem anzunähern, gilt es in der Tradition einer Verstehenden Soziologie (Weber 1921) und einer sozialkonstruktivistisch und phänomenologisch wissensoziologischen Perspektive (Berger/Luckmann 1969; Schütz 1971, 1972, 1974), den dem Handeln zugrundeliegenden sozial vermittelten und intersubjektiv konstituierenden Sinn aufdecken. Durch das Verstehen sozialen Handelns und der dieses strukturierenden Regeln können zudem Aussagen über Handlungsverläufe und Veränderungen gemacht werden.
Rosa María Brandhorst

3. Methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
Die Wahl des qualitativ interpretativen Ansatzes der vorliegenden Forschung ist verknüpft mit der Fragestellung der Gestaltung und Rolle transnationaler Familien in gesellschaftlichen Veränderungen Kubas. Anstatt den Einfluss von Migration unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu untersuchen wie bspw. Studien zu Migration und Entwicklung (siehe Kapitel 2.4.4), die den Anteil von remittances am Bruttoinlandsprodukt erheben, möchte ich Migration als Element sozialer Transformation untersuchen. In Anlehnung an Piper (2009), Belanger und Tri (2011) fordere ich daher eine ‚soziale Perspektive’, in der soziale Auswirkungen von Migration in den Fokus gerückt werden.
Rosa María Brandhorst

4. Zugang zum Feld transnationaler Familien

Zusammenfassung
Der Hinterfragung der „objektiven“ oder „realistischen“ Repräsentation der Feldforschungsaufzeichnungen in der Writing Culture-Debatte in den 1980er Jahren folgte die Forderung der Reflexivität, die die Person des/der ForscherIn und dessen/deren Positionierung im Feld ins Zentrum rücken sollte (Clifford 1983; Geertz 1990; Marcus/Crushman 1982). Dies bedeutet, dass der Zugang und die Einbettung im Feld reflektiert werden müssen und mit der Erkenntis über das Feld verbunden sind. Aus diesem Grund werden der Zugang und die Teilnahme im Feld in der vorliegenden Forschung detailliert dargestellt. Bei der Darstellung der Kontaktaufnahme muss aufgrund des multi-sited Ansatzes eine analytische Differenzierung zwischen zwei Feldern gemacht werden. Nach der Chronologie des Forschungsprozesses stelle ich zunächst den Zugang zum Feld der kubanischen MigrantInnen in Deutschland und dann den Zugang in Kuba dar.
Rosa María Brandhorst

5. Darstellung des soziokulturellen Kontextes

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die für die Untersuchung zentralen sozialen Phänomene Migration und die soziale Institution der Familie in Kuba aus einer diachronischen Perspektive dargestellt. In Anlehnung an Norbert Elias’ Forderung (1980/1987: 226; 1990:34) einer historisch gegründeten Soziologie geht es mir darum, die zu untersuchenden Phänomene in ihrem „Gewordensein“ nachzuzeichnen. Nur wenn es gelingt, die Struktur der Entwicklungsrichtungen eines sozialen Phänomens zu erfassen, ist es möglich, die Gegenwart zu verstehen und Aussagen für zukünftige Entwicklungen zu treffen. Das vorliegende Kapitel soll nicht als eine deskriptive Zusammenfassung der „Geschichte“ der kubanischen Gesellschaft missverstanden werden, sondern Strukturen und Verbindungen zwischen Individuen und Gesellschaft aufzeigen, die in die Gegenwart und die untersuchten Familiennetzwerke einwirken.
Rosa María Brandhorst

6. Falldarstellung und Typologie

Zusammenfassung
Im Folgenden werden die Ergebnisse der empirischen Forschung dargestellt. Es handelt sich hierbei bereits um eine Darstellung anhand der Typologie. Auf der Grundlage der Familienfälle werden Typen zum Migrationsmotiv der in Deutschland lebenden MigrantInnen und der damit zusammenhängenden Gestaltung der transnationalen Beziehungen zwischen Migrierten und in Kuba gebliebenen Verwandten gebildet. Das zentrale Kriterium, anhand dessen der Typus gebildet wird, ist die Genese des Migrationsmotivs, da dieses die Gestaltung der transnationalen Beziehungen zur Familie bedingt. Das Anliegen der Typenbildung und der theoretischen Verallgemeinerung am Einzelfall ist es, die Konstitution eines Falles mit allen seinen Implikationen detailliert zu rekonstruierten (siehe Kapitel 3.4.2).
Rosa María Brandhorst

7. Empirische Ergebnisse: Transnationale Familien und ihre Rolle im sozialen Wandel Kubas

Zusammenfassung
Dieses Kapitel thematisiert die in der vorliegenden Untersuchung gebildeten Typen transnationaler Familien und ihre Aussagen zu Migration und transnationalen Beziehungen. Hierbei werden auf der Basis der empirischen Ergebnisse die Zusammenhänge zwischen Migrationsmotiv, soziökonomischem Status im Ankunftsland, der Gestaltung transnationaler Beziehungen und der Auswirkungen auf die Familienmitglieder im Herkunftsland dargestellt. Anschließend werden die untersuchten Familien und ihre Position innerhalb der gesellschaftlichen Figuration in den Blick genommen und ihre Rolle im kubanischen Transformationsprozess diskutiert.
Rosa María Brandhorst

8. Der Fall transnationaler Familiennetzwerke zwischen Kuba und Deutschland und dessen Implikationen für die Transnationalismusforschung

Zusammenfassung
Die empirische Studie zu transnationalen Familiennetzwerken zwischen Kuba und Deutschland fordert die zentralen Annahmen des Transnationalismusparadigmas (siehe Kapitel 2.4) heraus, in Hinblick auf 1. die Gebunden- bzw. Ungebundenheit von nationalstaatlichen Strukturen bzw. die Wirkmächtigkeit des sozialen Konstrukts der Nation, 2. die Rolle der Kommunikationstechnologien als Wegbereiter „neuer transnationaler Simultanität“, 3. Die Einschränkungen transnationalen Handelns auf manifeste Aktivitäten und 4. die Berücksichtigung von Macht und sozialer Ungleichheit.
Rosa María Brandhorst

Backmatter

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