Skip to main content
main-content

09.05.2019 | Mikromobilität | Infografik | Onlineartikel

An E-Scootern scheiden sich die Geister

Autor:
Christiane Köllner

Elektroroller sind umstritten: Während vor allem jüngere Bundesbürger offen für die E-Scooter sind, haben Senioren Angst vor Unfällen und plädieren für ein generelles Verbot. Das hat eine Bitkom-Umfrage ergeben. 

Das Thema Elektroroller spaltet die Gesellschaft, zeigt eine aktuelle Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. "Selten hat eine neue Technologie gleichzeitig so starken Zuspruch und so starke Ablehnung erfahren wie Elektroroller", kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Untersuchung. Demnach sagten zwei von drei Befragten zwischen 16 und 64 Jahren, dass Elektroroller eine gute Ergänzung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln seien. 62 Prozent forderten, E-Scooter auch in Deutschland schnell zuzulassen.

Vollkommen anders sieht das Meinungsbild bei Senioren ab 65 Jahren aus: Nur 29 Prozent halten E-Scooter für eine gute ÖPNV-Ergänzung und gerade einmal 16 Prozent plädieren für eine rasche Zulassung. 68 Prozent der Älteren forderten sogar, E-Scooter zu verbieten, weil sie zu gefährlich seien. Unter den Jüngeren teilten nur 31 Prozent diese Sichtweise.

Forderung nach einer Versicherungspflicht

Quer durch alle Altersgruppen ist jeder zweite Bundesbürger überzeugt, dass E-Scooter ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz wären. Allerdings sehen die Bundesbürger auch Risiken durch eine Verbreitung von E-Rollern. Insbesondere die Älteren haben dabei größere Angst vor Unfällen. Während bei den 16 bis 64 Jahre alten Befragten 53 Prozent Risiken und Unfallgefahren sahen, waren es bei den Älteren 75 Prozent.

In allen Altersgruppen plädierten deswegen auch rund 90 Prozent für eine Versicherungspflicht für die Elektroroller. Bitkom-Präsident Berg sprach sich für eine rasche Zulassung aus. "Wir brauchen alternative Mobilität in unseren Städten“, sagte er. "E-Scooter können eine ideale Ergänzung zu Bahn und Bus für die letzten Kilometer zum Ziel sein", so Berg.

Nicht auf Gehwegen erlaubt

In Deutschland sind die elektrisch angetriebenen Roller aktuell noch nicht für den Verkehr zugelassen. Allerdings hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit einem Verordnungsentwurf den Weg für die Freigabe von Elektrokleinstfahrzeugen vor Kurzem geebnet. Entgegen seiner bisherigen Planung will er aber nun das Fahren von E-Rollern auf Gehwegen wohl doch nicht erlauben und die E-Roller selbst bei niedriger Geschwindigkeit auf Gehwegen verbieten. Die Benutzung der Bürgersteige könne aus der geplanten Verordnung gestrichen werden, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er reagiert damit auf Sicherheitsbedenken seitens der Bundesländer.

Sein Entwurf für eine Verordnung über die Teilnahme von E-Kleinstfahrzeugen am Straßenverkehr und zur Änderung weiterer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften sah bislang unter anderem vor, dass nur E-Roller, die schneller als 12 km/h sind, in der Regel auf Radwegen fahren sollen – und langsamere bis 12 km/h auf Gehwegen. Dort sollten sie nur mit Schritttempo unterwegs sein dürfen. Der Bundesrat soll voraussichtlich am 17. Mai über die Verordnung abstimmen. Auch Frankreich hat die elektrischen Roller erst kürzlich von Gehwegen verbannt.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.11.2018 | Im Fokus | Ausgabe 11/2018

Urbane Mobilität Indikatoren eines Trends

01.09.2017 | Schwerpunkt | Ausgabe 3/2017

Mikromobile und Fahrzellen

Das könnte Sie auch interessieren

07.03.2019 | Mikromobilität | Infografik | Onlineartikel

Mikromobilität wird zum Milliardenmarkt

20.11.2018 | Mobilitätskonzepte | Themenschwerpunkt | Onlineartikel

Die Mobilität der Zukunft

Premium Partner

    Bildnachweise