Skip to main content
main-content

07.03.2019 | Mikromobilität | Infografik | Onlineartikel

Mikromobilität wird zum Milliardenmarkt

Autor:
Christiane Köllner
2 Min. Lesedauer

Das Geschäft rund um elektrische Roller, Bikes oder Tretroller boomt in den Städten. Die sogenannte Mikromobilität wächst sogar schneller als Carsharing oder E-Hailing-Dienste. 

Elektroroller, E-Bikes, E-Tretroller: Das Geschäft mit Mikromobilität in Städten boomt. Bis 2030 sollen sich mit diesen Angeboten in Europa bis zu 150 Milliarden Dollar umsetzen lassen, weltweit sogar bis zu 500 Milliarden Dollar. Der Markt wächst zwei- bis dreimal so schnell wie Carsharing oder E-Hailing-Dienste. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung von McKinsey & Company hervor.

Laut dem Beratungsunternehmen erklären zwei Faktoren den aktuellen Boom. Zum einen mögen Nutzer E-Tretroller und Co., weil sie ein günstiges und schnelles Verkehrsmittel darstellen. Zum anderen rechnen sich die Roller für Anbieter bei Anschaffungskosten von rund 400 Dollar bereits nach gut drei Monaten. Weltweit haben Investoren bislang 5,7 Milliarden Dollar in Micromobility-Start-ups gesteckt. 85 Prozent dieser Mittel flossen nach China.

Hand in Hand mit dem ÖPNV

Für Mikromobilität spricht auch, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit denen man sich in diesen Städten fortbewegt, nicht höher als 15 km/h ist. "Mikromobilität kann hier eine Lösung sein – allerdings nicht immer und überall", so Florian Weig, Seniorpartner im Münchener Büro von McKinsey. Zwar seien 50 bis 60 Prozent aller Fahrten in Städten kürzer als acht Kilometer und kämen damit für E-Roller, E-Bikes oder E-Tretroller in Frage – doch spielen Wetter, Produktangebot und Kundenakzeptanz eine wichtige Rolle. Demnach könnte für bis zu 15 Prozent dieses möglichen Marktes Mikromobilität eine Alternative sein.

Um entsprechende Angebote attraktiv zu gestalten, müsse ein einheitlicher europäischer Rechtsrahmen für die Mikromobilität geschaffen werden, fordern die Studienautoren. Zudem müssten Städte und Anbieter Hand in Hand arbeiten – etwa um E-Tretroller und Co. auf der letzten Meile zwischen dem öffentlichen Nahverkehr und dem Zielort einzusetzen.

Erlaubnis für E-Tretroller wohl noch 2019

Bisher ist das Fahren mit den Rollern auf öffentlichen Straßen und Wegen in Deutschland verboten. Kürzlich hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer aber den Weg für die Freigabe von E-Kleinstfahrzeugen geebnet. Eine Verordnung für elektrisch angetriebene Tretroller und Skateboards soll voraussichtlich noch im Frühjahr 2019 in Kraft treten.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.09.2017 | Schwerpunkt | Ausgabe 3/2017

Mikromobile und Fahrzellen

2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Verkehr und Gesellschaft

Verkehrspolitik als Mobilitätsdesign
Quelle:
Verkehrspolitik

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

    Bildnachweise