Skip to main content

2023 | Buch

Mikroökonomik

Endlich verständlich erklärt

insite
SUCHEN

Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch vermittelt auf anschauliche Weise die Grundlagen der Mikroökonomik. In verständlicher Sprache und mit zahlreichen Beispielen werden systematisch die wichtigsten Bereiche der mikroökonomischen Theorie unter die Lupe genommen. Dabei liegt der Fokus stets darauf, nicht nur die Mathematik begreiflich zu machen, sondern vor allem ein intuitives Verständnis der wirtschaftlichen Hintergründe zu entwickeln, das dem Leser erlaubt, souverän mit ökonomischen Modellen umgehen zu können. Das Buch eignet sich daher sowohl für Studierende an Universitäten als auch an (Fach-)Hochschulen. Unabhängig davon, ob Volkswirtschaftslehre im Haupt- oder Nebenfach studiert wird, liefert es eine ausgezeichnete Ergänzung zu allen mikroökonomischen Grundlagenvorlesungen.

Das Buch befasst sich mit den zentralen Ideen des ökonomischen Denkens und der ökonomischen Herangehensweise, wie unter anderem Knappheit, Opportunitätskosten und spieltheoretischen Methoden. Es werden die Theorie des Haushalts, die Theorie der Firma und die Themenkomplexe Markt und Marktversagen als wichtigste Eckpfeiler der mikroökonomischen Theorie eingehend und verständlich vermittelt. Viele der behandelten Konzepte sind dabei so grundsätzlich, dass sie für den Leser auch jenseits von Studium und Prüfungen nützlich sein werden.

Zusätzliche Fragen per App: Laden Sie die Springer-Nature-Flashcards-App kostenlos herunter und nutzen Sie exklusives Zusatzmaterial, um Ihr Wissen zu prüfen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Volkswirtschaftslehre ist die Lehre vom Umgang mit knappen Ressourcen, ganz gleich, worin diese knappen Ressourcen bestehen. Weil sie dabei menschliche Entscheidungen betrachtet, ist die Volkswirtschaftslehre eine Sozialwissenschaft. Anders als in den anderen Sozialwissenschaften wie der Soziologie oder der Politikwissenschaft üblich, arbeitet die Volkswirtschaftslehre stark mit vereinfachten Abbildungen der Wirklichkeit, sogenannten Modellen, die meist mathematisch formuliert sind und dabei helfen sollen, die Komplexität der realen Welt besser zu verstehen. Die Mikroökonomik als Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich mit dem Entscheidungsverhalten einzelner Wirtschaftsakteure, wie Haushalte oder Unternehmen.
Joachim L. Zuckarelli

Grundkonzepte des ökonomischen Denkens und der ökonomischen Methodik

Frontmatter
2. Wesentliche Kerngedanken der Volkswirtschaftslehre
Zusammenfassung
Einige Konzepte der Volkswirtschaftslehre sind von so fundamentaler Bedeutung, dass sie bei weitem nicht nur in Situationen, die auf den ersten Blick klar „wirtschaftlich“ sind, angewendet werden können, sondern auch in Fällen, die zunächst mit wirtschaftlichen Fragestellungen nichts zu tun zu haben scheinen. Sie bilden den Kern des ökonomischen Denkens, dessen Beherrschung in vielen Lebenssituationen von großem Vorteil sein kann. In diesem Kapitel schauen wir uns mit dem Problem der Knappheit, der Rationalitätsannahme, dem ökonomischen Prinzip, dem Opportunitätskosten- und dem Überschusskonzept sowie der Idee von Arbeitsteilung und Handel die wichtigsten Bausteine dieses ökonomischen Denkens genauer an.
Joachim L. Zuckarelli
3. Spieltheorie: Menschliches Verhalten mathematisch betrachtet
Zusammenfassung
Die Spieltheorie beschäftigt sich mit Situationen, in denen Menschen miteinander interagieren und das Ergebnis der Situation vom Verhalten aller Beteiligten abhängt. Das ist nicht nur auf Märkten der Fall, sondern auch zum Beispiel bei sportlichen und Gesellschaftsspielen, bei politischen Entscheidungen, militärischen Konflikten und zahllosen Situationen des privaten und beruflichen Alltags. Dabei kann es, wie das Beispiel Klimaschutz eindrucksvoll zeigt, zu sogenannten Gefangenendilemmata kommen, Situationen, in denen die Beteiligten ein für alle besseres Ergebnis nicht erreichen können, und das, obwohl sich jeder Einzelne individuell optimal verhält.
Joachim L. Zuckarelli
4. Modelle und Ceteris-Paribus-Ansatz: Methoden der Komplexitätsreduktion
Zusammenfassung
Weil die ökonomische Wirklichkeit sehr komplex ist, arbeiten Volkswirte mit Modellen, vereinfachten Abbildungen der Realität, die sich auf die wichtigsten Faktoren beschränken und alles, was nicht unmittelbar zur Erklärung die aktuelle Fragestellung notwendig ist, ausblenden. Anhand echter Daten werden die theoretischen Modelle überprüft und auf die quantitativen Verhältnisse der Realität „kalibriert“ (empirisches Modell). Die Modelle können dann für das Erklären und Prognostizieren ökonomischer Sachverhalte eingesetzt werden. Aber auch außerhalb der wissenschaftlichen Arbeit, im Alltagsleben, kann das Denken in Modellen äußerst nützlich sein, um komplexe Themen zu strukturieren und inhaltlich zu durchdringen.
Joachim L. Zuckarelli
5. Gleichgewichte, Allokationen und ihre Bewertung
Zusammenfassung
Ökonomen untersuchen in ihren Modellen menschliche Entscheidungen über den Einsatz knapper Güter. Die Verteilung knapper Güter auf unterschiedliche, konkurrierende Verwendungsmöglichkeiten wird als „Allokation“ bezeichnet. Modelle weisen oft Gleichgewichte auf, Situationen, in denen sich das Verhalten der beteiligten Akteure nicht mehr ändert, sodass auch die Allokation der knappen Güter gleichbleibt. Die Allokationen, die sich in unterschiedlichen Gleichgewichtssituationen ergeben, vergleichen und bewerten Ökonomen anhand des sogenannten Pareto-Kriteriums.
Joachim L. Zuckarelli

Mikroökonomische Theorie des Haushalts

Frontmatter
6. Die mikroökonomische Theorie und das Konsumverhalten der Haushalte
Zusammenfassung
Die Mikroökonomik beschäftigt sich mit dem Verhalten einzelner, stilisierter Haushalte und Firmen und untersucht deren Nachfrage- bzw. Angebotsverhalten. Aus der Summe des Verhaltens dieser Haushalte und Firmen bilden sich Gesamtnachfrage und Gesamtangebot, die auf dem Markt aufeinandertreffen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist das Marktgleichgewicht, das dort entsteht, (pareto-)optimal. Werden diese Voraussetzungen jedoch verletzt, kann Marktversagen eintreten. Dieser Teil des Buches behandelt zunächst das Verhalten der Haushalte. Sie entscheiden auf Basis ihrer Vorlieben (Präferenzen) und unter Berücksichtigung ihres Budgets über ihren Konsum.
Joachim L. Zuckarelli
7. Präferenzen und Nutzenfunktionen
Zusammenfassung
Konsumenten haben bestimmte Vorlieben bezüglich des Konsums unterschiedlicher Güter, sogenannte Präferenzen. Um in ihren Modellen mathematisch damit umgehen zu können, übersetzen Ökonomen diese Präferenzen in einen quantitativen Wert, den Nutzen. Ihn liefert eine Nutzenfunktion, die die Präferenzen des Konsumenten abbildet. Nutzen ist zwar nicht zwischen Individuen vergleichbar, aber ausreichend, um die Konsumentscheidung eines einzelnen Individuums zu analysieren. Angenommen wird bei dieser Analyse typischerweise, dass der Nutzen aus dem Konsum einer zusätzlichen Menge des Gutes kleiner wird, je mehr man bereits davon konsumiert (sogenannter abnehmender Grenznutzen).
Joachim L. Zuckarelli
8. Die Budgetrestriktion
Zusammenfassung
Neben den Präferenzen spielt für die Konsumentscheidung des Haushalts auch eine Rolle, was sich der Haushalt leisten kann. Er unterliegt einer Budgetrestriktion, die von seinem Einkommen/Budget und den Preisen der konsumierten Güter abhängt.
Joachim L. Zuckarelli
9. Die optimale Konsumentscheidung des Haushalts
Zusammenfassung
Auf Basis der Präferenzen des Haushalts, also seinen Vorlieben, und der Budgetrestriktion, die die Frage beantwortet, was der Haushalt sich leisten kann, wird das sogenannte Haushaltsoptimum bestimmt. Es beschreibt die Mengen aller Güter, die der Haushalt bei den gegebenen Preisen und dem gegebenen Budget gerne konsumieren möchte.
Joachim L. Zuckarelli
10. Die Wirkung der Änderung von Preisen und Einkommen auf die Konsumentscheidung
Zusammenfassung
Der Haushalt trifft seine Konsumentscheidung bei gegebenem Budget und gegebenen Preisen der Güter. Was aber, wenn sich nun an diesen Parametern etwas verändert? Durch die Zerlegung der Nachfrageänderung des Haushalts in einen Substitutionseffekt und einen Einkommenseffekt lässt sich die Wirkung der Änderungen von Budget und Preisen besser analysieren. Es zeigt sich dabei auch, warum – entgegen der Intuition – bei manchen Gütern die nachgefragte Menge sinkt, wenn das Budget steigt (inferiore Güter) und bei einigen Gütern die nachgefragte Menge steigt, wenn der Preis steigt (Giffen-Güter).
Joachim L. Zuckarelli
11. Vom Haushaltsoptimum zur Nachfrage
Zusammenfassung
Die Nachfragefunktion eines Haushalts gibt zu jedem beliebigen Preis die bei diesem Preis vom Haushalt nachgefragte Menge nach einem Gut an. Bekannte Darstellungsformen der Nachfragefunktion sind die Marshal’sche und die Hicks’sche Nachfragefunktion. Die Nachfragen der einzelnen Haushalte lassen sich zur Marktnachfrage nach diesem Gut aggregieren. Ändert sich der Preis des betrachteten Gutes, die Preise anderer Güter oder das Budget der Haushalte, ändern sich auch die im Markt nachgefragten Mengen – wie stark, das zeigen als Kennzahlen die sogenannten Nachfrageelastizitäten an.
Joachim L. Zuckarelli

Mikroökonomische Theorie der Firma

Frontmatter
12. Das Problem der Produktionsentscheidung
Zusammenfassung
Die mikroökonomische Theorie der Firma, die strukturell viele Parallelen zur Theorie des Haushalts aufweist, beschäftigt sich mit dem Verhalten eines prototypischen Unternehmens. Dabei wird regelmäßig angenommen, dass Unternehmen ihren Gewinn maximieren wollen und zu diesem Zwecke Güter produzieren und verkaufen. Auch wenn manche Firmen nicht permanent ihren Gewinn zu maximieren versuchen, so ist die Annahme dennoch zur Erklärung des Verhaltens realer Unternehmen keine schlechte. Der Gewinn, von dem die Mikroökonomen sprechen, ist stets der ökonomische Gewinn, der sich vom buchhalterischen Gewinn, wie ihn etwa die Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens ausweist, in einigen wichtigen Punkten unterscheidet.
Joachim L. Zuckarelli
13. Technologien und Produktionsfunktionen
Zusammenfassung
In ihren Modellen bilden Ökonomen Produktionsprozesse durch Produktionsfunktionen ab, die die Mengen der einzelnen Produktionsfaktoren (Inputs) mit dem Produktionsergebnis (Output) verknüpfen. Wichtige Fragen in Hinblick auf Produktionsfunktionen sind zum einen, um wieviel sich das Produktionsergebnis ändert, wenn nur die Menge eines einzelnen Produktionsfaktors verändert und die übrigen konstant gehalten werden (Grenzprodukt), zum anderen, wie das Produktionsergebnis reagiert, wenn die Mengen aller Produktionsfaktoren im gleichen Verhältnis verändert werden (Skalenerträge).
Joachim L. Zuckarelli
14. Kosten und Kostenfunktionen
Zusammenfassung
Kosten sind Mengen von Produktionsfaktoren, bewertet mit ihren Preisen. Im ökonomischen Sinne sind Kosten immer Opportunitätskosten. Abhängig davon, ob sich im Produktionsprozess ihre Mengen kurzfristig anpassen lassen oder nicht, werden Produktionsfaktoren (und mithin die von ihnen hervorgerufenen Kosten) in fixe und variable unterteilt. Kostenfunktionen geben an, wie sich die Kosten mit der produzierten Menge verändern und können hergeleitet werden, in dem für eine gegebene Menge an Produktionsoutput diejenige Kombination von Produktionsfaktorenmengen gewählt wird, die die Kosten minimiert. Aus Kostenfunktionen wiederum lassen sich u.a. die Grenz- und Durchschnittskosten ermitteln, deren Verlauf sich kurz- und langfristig wegen des Vorhandenseins fixer und variabler Produktionsfaktoren unterscheidet.
Joachim L. Zuckarelli
15. Die optimale Produktionsentscheidung der Firma
Zusammenfassung
Unternehmen maximieren ihren Gewinn dadurch, dass sie die Produktion so lange ausdehnen, wie der zusätzliche Umsatz, den sie dadurch erzielen, größer ist als die Produktionskosten, die sie aufwenden müssen. Folgt man diesem Kalkül, ist aber noch keineswegs sichergestellt, dass von diesem Gewinn auch die Fixkosten des Unternehmens gedeckt werden können. Unternehmen, denen das dauerhaft nicht gelingt, werden aus dem Markt ausscheiden.
Joachim L. Zuckarelli
16. Von der optimalen Produktionsentscheidung zur Angebotsfunktion
Zusammenfassung
Aus dem optimalen, das heißt gewinnmaximierenden, Produktionsentscheidung des Unternehmens lässt sich eine Funktion ableiten, die die gewinnmaximale Produktionsmenge zu jedem beliebigen Preis darstellt, die Angebotsfunktion des Unternehmens. Die Nachfrage, die im Markt beobachtbar ist, ist nichts anderes, als die Summe aller dieser individuellen Angebote der Unternehmen.
Joachim L. Zuckarelli
17. Vergleich von Theorie des Haushalts und Theorie der Firma
Zusammenfassung
Strukturell und methodisch gesehen sind sich die mikroökonomische Theorie des Haushalts und die Theorie der Firma sehr ähnlich. Versteht man die Herangehensweise bei der einen, durchdringt man die andere erheblich einfacher. Deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf ihre Parallelen und Gemeinsamkeiten.
Joachim L. Zuckarelli

Markt und Marktversagen

Frontmatter
18. Der Vollkommene Wettbewerbsmarkt
Zusammenfassung
Ein zentrales Modell der Mikroökonomik ist der Vollkommene Wettbewerbsmarkt. Er setzt strenge Annahmen voraus, die von den meisten realen Märkten nicht (vollständig) erfüllt werden. Trotzdem ist der Vollkommene Wettbewerbsmarkt ein wichtiger Vergleichsmaßstab, denn das Marktgleichgewicht, das sich in ihm einstellt, hat die Eigenschaft, dass es die Summe des Wohlergehens von Produzenten (die sogenannte Produzentenrente) und Konsumenten (die sogenannte Konsumentenrente) maximiert; der Vollkommene Wettbewerbsmarkt schafft also die größtmögliche Wohlfahrt, sein Gleichgewicht ist pareto-optimal. Der Vergleich realer Märkte mit diesem Modell ermöglicht es, festzustellen, warum es echte Märkte oft nicht schaffen, die Wohlfahrt der beteiligten Akteure zu maximieren. Dieses Phänomen wird als Marktversagen bezeichnet.
Joachim L. Zuckarelli
19. Eingriffe des Staates in das Marktgeschehen
Zusammenfassung
Aus unterschiedlichen Gründen greift der Staat häufig regulierend in den Markt ein, vor allem dadurch, dass er Mindestoder Höchstpreise erlässt, Steuern auf Angebot oder Nachfrage erhebt oder Anbietern bzw. Nachfragern Subventionen gewährt. Auch wenn diese Maßnahmen gut gemeint sein mögen, führen sie doch im Vollkommenen Wettbewerbsmarkt zu Wohlfahrtsverlusten. Die Ursache dieser Verluste liegt darin, dass durch die Eingriffe die Anreize der Anbieter und Nachfrager verzerrt werden. Diese handeln dann – je nach Art des Eingriffs – mehr oder weniger, als es wohlfahrtsoptimal wäre. Auch etwaige Steuereinnahmen des Staates aus diesen Eingriffen gleichen die Wohlfahrtsverluste, die sich für die anderen Akteure ergeben, nicht aus.
Joachim L. Zuckarelli
20. Arbeiten mit den Angebots- und Nachfragekurven
Zusammenfassung
Möchte man das Modell des Vollkommenen Wettbewerbsmarkts in der Praxis anwenden, muss man verstehen, wie exogene Faktoren die Lage von Angebots- und Nachfragekurve beeinflussen. Solche Faktoren können zum Beispiel Änderungen der Produktionstechnologie, der Rohstoffpreise, der Verbrauchervorlieben oder in der Steuer- und Subventionspolitik des Staates sein. Auf Basis der sich daraus ergebenden Veränderungen der Angebots- und Nachfragekurve lässt sich dann leicht das neue Marktgleichgewicht und entsprechend die Änderungen in der Verteilung der Renten zwischen Produzenten und Konsumenten sowie der Effekt auf die Gesamtwohlfahrt aller Marktakteure ermitteln.
Joachim L. Zuckarelli
21. Marktversagen I: Marktmacht
Zusammenfassung
Marktmacht ist die Umstand, dass einzelne Marktakteure im Vergleich zum Gesamtmarkt so groß sind, dass sie den Marktpreis beeinflussen können, sich also nicht mehr als Preisnehmer verhalten müssen. Marktmacht kann sowohl auf der Anbieter- als auch auf der Nachfragerseite auftreten. Unterschieden werden neben der Marktseite auch die Zahl der Player. Die bekanntesten Marktformern mit Marktmacht (auf der Anbieterseite) sind das Monopol mit einem und das Oligopol mit mehreren, aber wenigen Anbietern; in der Praxis wichtig ist zudem der monopolistische Wettbewerb, in dem es ebenfalls wenige Anbieter gibt, deren Produkte sich aber leicht unterscheiden, anders als bei Monopol und Oligopol, wo von homogenen Produkten ausgegangen wird. Marktformen mit Marktmacht führen zu einem Wohlfahrtsverlust, weshalb der Staat sich regelmäßig bemüht, Marktmacht auf das Notwendigste zu beschränken.
Joachim L. Zuckarelli
22. Marktversagen II: Informationsasymmetrien
Zusammenfassung
Nicht immer haben ökonomische Akteure alle für ihre Entscheidungen relevanten Informationen zur Verfügung. Manchmal sind Informationen zwischen Akteuren auch unterschiedlich verteilt. Letzteres kann zu Marktversagen führen, wenn Märkte aufgrund der Informationsasymmetrie zwischen den Marktseiten ein niedrigeres Handelsvolumen aufweisen oder gar vollständig zusammenbrechen (Problem der adversen Selektion) oder ein Akteur zulasten eines anderen Akteurs handeln kann, weil der das Verhalten des Handelnden nicht beobachten oder nicht richtig einschätzen kann (Problem des Moral Hazard). Selbst aber, wenn Informationen nicht asymmetrisch verteilt sind, müssen ökonomische Akteure permanent mit Unsicherheit umgehen. Dabei hilft das Konzept des Erwartungsnutzens, mit dessen Hilfe sich unter anderem auch erklären lässt, warum Versicherungen funktionieren.
Joachim L. Zuckarelli
23. Marktversagen III: Externe Effekte
Zusammenfassung
Wenn ein ökonomischer Akteur handelt – ganz egal, ob auf der Anbieter- oder der Nachfragerseite – hat das oft Auswirkungen auf unbeteiligte Dritte. Diese sogenannten externen Effekte können positiv oder negativ für die Betroffenen sein. Weil der Akteur diese Nebenwirkungen seines Handelns auf das Wohlergehen der Dritten nicht in sein Entscheidungskalkül einbezieht, erzeugt er von einem negativen externen Effekt zu viel, von einem positiven zu wenig. Dadurch entsteht ein Wohlfahrtsverlust. Neben direkter Regulierung durch den Staat kann eine Lösung darin bestehen, durch Steuern oder über einen Marktpreis für den externen Effekt den Akteur die Auswirkungen seines Handelns auf die Dritten „spüren“ zu lassen (sogenannte Internalisierung) und ihn so dazu zu bringen, diese Auswirkungen bei seiner Entscheidung zu berücksichtigen.
Joachim L. Zuckarelli
24. Marktversagen IV: Öffentliche Güter
Zusammenfassung
Viele Güter haben die Eigenschaft, dass sie von mehreren Menschen gleichzeitig genutzt werden können (Eigenschaft der Nicht-Rivalität im Konsum) und niemand effektiv von ihrer Nutzung ausgeschlossen werden kann (Eigenschaft der Nicht-Ausschließbarkeit). Diese Güter werden als öffentliche Güter bezeichnet. Prominente Beispiele sind saubere Luft und nationale Sicherheit. Weil niemand von ihrer Nutzung ausgeschlossen werden kann, besteht für einen Einzelnen wenig Anreiz, zur Bereitstellung öffentlicher Güter beizutragen (sogenanntes Trittbrettfahrerproblem). Sie werden dann in zu geringem Umfang oder auch gar nicht bereitgestellt und ein Wohlfahrtsverlust entsteht. In der Folge werden öffentliche Güter häufig (aber keineswegs immer) vom Staat angeboten, weil dieser die Nutzer dazu zwingen kann, zur Bereitstellung des öffentlichen Gutes beizutragen.
Joachim L. Zuckarelli
Backmatter
Metadaten
Titel
Mikroökonomik
verfasst von
Joachim L. Zuckarelli
Copyright-Jahr
2023
Electronic ISBN
978-3-658-38200-1
Print ISBN
978-3-658-38199-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-38200-1