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Über dieses Buch

Das Buch bietet erstmalig eine Systematisierung der Forschungsstrategien und Methoden, mit denen qualitative Milieuanalysen durchgeführt werden können. Neben den konzeptionellen Beiträgen bieten auch die exemplarischen Studien einen Überblick über die aktuelle Praxis der qualitativen Forschung zu Milieus.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Milieu – Revisited

Eine Einleitung
Die Untersuchung der Sozialstruktur hat nicht nur zum Ziel, „objektive“ Handlungsspielräume von Menschen auf sozialen Plätzen, die durch Institutionen strukturiert werden, zu ergründen (Solga, Berger und Powell 2009, S. 14). Immer ging es auch darum, die „Klasse für sich“ oder den „Stand“, also die sozial organisierte Seite von Klassenlagen zu erfassen. Sowohl in der Marx’schen als auch in der Weber’schen Traditionslinie wird die Gesellschaft als aus Klassen zusammengefügt begriffen, die in einem hierarchisch angeordneten Verhältnis zueinanderstehen.
Stella Müller, Jens Zimmermann

Milieu, Wissen, Handlungspraxis

Frontmatter

Milieu als Erfahrungsraum

Neueren Ansätzen der Milieuanalyse ist – auch wenn sie aus sehr unterschiedlichen paradigmatischen Traditionen hervorgegangen sind – dennoch ein Erkenntnisinteresse gemeinsam. Dies ist von Stefan Hradil (1992, S. 12) schon in einer frühen Runde der Wiederentdeckung des Milieubegriffs formuliert worden, nämlich als dasjenige einer „Vermittlung zwischen dem ‚Objektiven‘ und dem ‚Subjektiven‘ in der Sozialstruktur“.
Ralf Bohnsack

Ablehnung des Nichtauthentischen

Exemplarische Rekonstruktion von Milieuzugehörigkeit „muslimischer Jugendlicher“
Die sozialwissenschaftliche Beschäftigung mit Jugendlichen aus Migrantenfamilien ist in den letzten Jahren auf Zugehörigkeit zum Islam fokussiert. „Muslimische“ Jugendliche sind zu einer neuen Zielgruppe geworden, an die sich (sozial-)pädagogische Maßnahmen sowie Forschung zu Gewaltverhalten, Geschlechterverhältnissen und fundamentalistischer Radikalisierung richten (z. B. Bundschuh et al. 2009; Baier et al. 2010; El Mafaalani und Toprak 2011; Uslucan et al. 2011).
Julia Franz

Milieuanalyse im Kontext von Dokumentarischer Methode und Praxeologischer Wissenssoziologie

Das Konzept des Milieus gewinnt in der neueren deutschsprachigen soziologischen Diskussion ab Anfang der 1980er Jahre insbesondere vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen der Analyse sozialer Ungleichheit an Relevanz. Im Kontext der Kritik an unterkomplexen oder die Strukturseite einseitig betonenden Perspektiven wurde damals auch grundsätzlich die Frage aufgeworfen, inwiefern die in der Sozialstrukturanalyse bis dato dominierenden soziologischen Konzepte (insbesondere ‚Klasse‘ und ‚Schicht‘) noch angemessene Kategorien zur Analyse und Beschreibung von Prozessen der Vergemeinschaftung darstellen und welche Relevanz die Ungleichverteilung materieller Güter zur Erklärung dieser Prozesse überhaupt noch hat.
Steffen Amling, Nora Friederike Hoffmann

Milieu, Hermeneutik, Habitus

Frontmatter

Das Konzept der Habitus-Hermeneutik in der typenbildenden Milieuforschung

Die Habitus-Hermeneutik, die in diesem Beitrag näher erläutert wird, gehört zu den Methoden, mit denen die Milieuanalyse (Vester et al. 2001, Bremer/Lange-Vester 2014) die Auswirkungen gesellschaftlichen Wandels auf die sozialen Gruppen und Milieus sowie die Prägung dieses Wandels durch die Milieus untersucht. Der Forschungsansatz ist sozialstrukturell geerdet, d. h., Praxis und Haltungen der Milieuangehörigen werden nicht einfach als ein beliebiger Ausdruck persönlicher Willenskraft aufgefasst.
Christel Teiwes-Kügler, Andrea Lange-Vester

Makroanalytische Tiefenhermeneutik

Qualitative Sinnrekonstruktion als Gesellschaftsanalyse
In den letzten Jahrzehnten hat sich im deutschsprachigen Raume (und natürlich darüber hinaus) die qualitative Sozialforschung, die methodische Sinn-Rekonstruktion in der Soziologie, zu einem ausgedehnten, weit verzweigten und äußerst produktiven Betrieb entfaltet. Neben der „Grounded Theory“ (Glaser und Strauss 2005) und der „objektiven Hermeneutik“ (Oevermann et al. 1979) sind es vor allem die auf die phänomenologisch-hermeneutische Wissenssoziologie gestützten Forschungsmethoden (Soeffner 2004; Honer und Hitzler 1991; Reichertz 2007; Schröer 1994; Knoblauch et al. 2006; Raab 2008; Keller 2008), aber auch die „dokumentarische Methode“ (Bohnsack 1997, 2001), die Milieuforschung in Gestalt einer so genannten „Habitus-Hermeneutik“ (Lange-Vester und Teiwes-Kügler 2013) und einige weitere, durch die ein qualitativer Zugang zum empirischen Gegenstand der Soziologie bei entsprechenden Erkenntnisinteressen und Forschungsfragen unhintergehbar geworden ist.
Joachim Renn

Milieu, Soziale Welten, Lebenswelt

Frontmatter

Lebensweltfundierte Sozialstrukturanalyse

Soziale Welten und Milieus als Beziehungsstrukturen
Der Beitrag skizziert einen phänomenologisch begründeten wissenssoziologischen Zugang zur Analyse sozialer Strukturen. Dabei wird insofern phänomenologisch argumentiert, als dass Sozialstruktur als subjektives Erfahrungsphänomen konzeptualisiert wird und nicht als Entität sui generis. Soziologisch wird es dadurch möglich, Sozialstruktur als Beziehungsstruktur zu fassen, d. h. als Chance für wiederkehrende Begegnungen.
Dariuš Zifonun

Ethnische Milieukonstruktionen durch Expertenwelten

Gegenstand des vorliegenden Artikels ist die Analyse von Zuschreibungen eines ethnischen Milieus in dem Feld kleiner- und mittelständischer Unternehmen am Fallbeispiel der Befragung von Experten, die in den Geschehnissen einer Unternehmensnachfolge beratend zur Seite stehen. Die Ausführung schließt an die theoretische Grundlegung der Milieuanalyse von Dariuš Zifonun in diesem Band an. Unter Rekurs auf weitere konzeptionelle Bezüge der Perspektive sozialer Welten (Strauss 1978) und der Veranschaulichung des methodischen Vorgehens an konkretem Datenmaterial, wird entfaltet, dass Expertisen zur Frage danach, wie und vor allem wer ein Unternehmen erfolgreich übernehmen könnte, nicht (ausschließlich) nach ökonomischer Rationalität urteilen.
Lisa-Marian Schmidt

Videographie sozialer Welten und Milieus

Die Videographie sozialer Welten hat zum Ziel soziale Welten und soziale Welt-Milieus als intersubjektiv geprägte Teilzeit-Welten möglichst detailliert zu beschreiben. Für diese dichte Beschreibung (Geertz 1973) geraten analytisch zuerst die typischen ‚kleinen Formen‘ von face-to-face Kommunikation (Goffman 2009) in den Blick, die gattungslogisch auf den Ebenen der Binnenstruktur und der intermediären Realisierung verortet werden können (Günthner und Knoblauch 1997). Anschließend wird der Analysefokus auf die Außenstrukturebene und deren Charakteristika erweitert.
Bernd Rebstein

Backmatter

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