Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

In diesem Band werden konkrete Konzepte für die Lehreraus- und -weiterbildung diskutiert, in denen Mathematik-Lehrkräfte gezielt beim Unterrichten in heterogenen und insbesondere inklusiven Klassen unterstützt werden. Auf methodischer Ebene steht die Frage im Vordergrund, wie Praxisaspekte in Lehrveranstaltungen und Fortbildungen einbezogen werden können, inhaltlich entsteht ein Spektrum von verschiedenen Themen im Kontext von Heterogenität, wie z.B. Diagnose und Förderung, Differenzierung, Begabung, Sprache und Inklusion.Die zunehmende Heterogenität der Schülerinnen und Schüler stellt für Lehrkräfte eine Herausforderung dar, auf die die Lehrerbildung vorbereiten muss. Besondere Anforderungen ergeben sich in allen Schulformen durch die erhöhte Leistungsheterogenität und durch die Inklusion von Lernenden mit Behinderungen. Der Umgang mit einer Leistungsspanne, die von Lernschwierigkeiten bis hin zu mathematischer Begabung reicht, erfordert hohe fachdidaktische Kompetenzen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Erratum zu: Mathematische Begabung in den Sekundarstufen erkennen und angemessen aufgreifen

Ohne Zusammenfassung
Benjamin Rott, Maike Schindler

Überblicksbeiträge

Frontmatter

1. Flexibel differenzieren erfordert fachdidaktische Kategorien

Vorschlag eines curricularen Rahmens für künftige und praktizierende Mathematiklehrkräfte
Zusammenfassung
Der Umgang mit Heterogenität im Mathematikunterricht wird zunehmend zu einem wichtigen Gegenstand im Lehramtsstudium, der einen fundierten curricularen Rahmen erfordert, nicht nur einzelne Beispiele. Zum Rahmen gehören ein Repertoire an Differenzierungsansätzen und theoretische Kategorien, um die Ansätze einzuordnen. Die Kategorien zu Differenzierungszielen, ‐aspekten, ‐formaten und ‐ebenen helfen, je nach Unterrichtsphase, passende Ansätze auszuwählen. Der curriculare Rahmen umfasst außerdem empirisch gestütztes Wissen zu verschiedenen Heterogenitätsaspekten, ihrer Bedeutung für das Mathematiklernen und fachspezifischen Ansätzen zur fokussierten Förderung bei verschiedenen Hürden. Im Beitrag werden die Elemente des curricularen Rahmens dargestellt und exemplarisch aufgezeigt, wie sie in Lehrveranstaltungen erarbeitet werden können.
Timo Leuders, Susanne Prediger

2. Inklusiven Mathematikunterricht gestalten

Anforderungen an die Lehrerausbildung
Zusammenfassung
Im inklusiven Mathematikunterricht besteht eine zentrale Aufgabe darin, die Heterogenität der Lernenden wertschätzend anzunehmen und dem Spannungsfeld zwischen dem gemeinsamen Mathematiklernen aller und der individuellen Förderung einzelner zu begegnen. Dazu braucht es einerseits auf Seiten der Lehrkräfte Kompetenzen, um die Potentiale der Lernenden zu erkennen und andererseits Lernumgebungen, um mit der Vielfalt angemessen umzugehen. Im Beitrag werden grundsätzliche Überlegungen zum inklusiven Mathematikunterricht vorgenommen und mit Blick auf das Stellenwertverständnis konkretisiert.
Uta Häsel-Weide

3. Auf sprachliche Heterogenität im Mathematikunterricht vorbereiten

Fokussierte Problemdiagnose und Förderansätze
Zusammenfassung
Ein zunehmend wichtiger werdender Differenzierungsaspekt ist die Sprachkompetenz von Schülerinnen und Schülern. Der Beitrag skizziert verschiedene Ansätze, Hintergründe und konkrete Aktivitäten, mit denen künftige Mathematiklehrkräfte auf die sprachliche Heterogenität im Unterricht vorbereitet werden können. Dabei sind fachübergreifende, sprachdidaktische Überlegungen relevant, aber vor allem fachspezifische Überlegungen zum Zusammenhang von Sprache und Mathematik. Dazu werden fünf Thesen zu notwendigen Verschiebungen der Aufmerksamkeit formuliert.
Susanne Prediger

Professionalisierung zur Diagnose und Förderung

Frontmatter

4. Diagnostische Kompetenz von Lehramtsstudierenden fördern

Das Videotool ViviAn
Zusammenfassung
Mit dem von uns entwickelten Videotool ViviAn „Videovignetten zur Analyse von Unterrichtsprozessen“ (http://​vivian.​uni-landau.​de) stellen wir Studierenden eine Lernumgebung zur Verfügung, mit der sie ihre diagnostische Kompetenz trainieren können. Im Zentrum unseres Tools befindet sich eine Videovignette, die einen Gruppenarbeitsprozess zeigt. Zudem können die Studierenden auf weitere Informationen zugreifen. Diese Kombination schafft eine ähnliche Informationslage, wie sie Lehrkräften auch in einer Unterrichtssituation zur Verfügung steht. Geleitet durch fokussierende Diagnoseaufträge analysieren die Studierenden die Lernprozesse und Lernschwierigkeiten der einzelnen Lernenden sowie der gesamten Lerngruppe. Nach der Bearbeitung der Diagnoseaufträge können die Studierenden ihre Ergebnisse mit Expertendiagnosen vergleichen. So trainieren Studierende einen differenzierten Blick auf heterogene Lerngruppen.
Marie-Elene Bartel, Jürgen Roth

5. Diagnose und Förderung erleben und erlernen im Rahmen einer Großveranstaltung für Primarstufenstudierende

Zusammenfassung
Ein wichtiges Ziel der Lehrerausbildung besteht in der Anbahnung und der Entwicklung einer fachbezogenen Diagnose‐ und Förderkompetenz. Diese sollte kontinuierlich aufgebaut und nicht nur in Einzelveranstaltungen – etwa im Schulpraktikum – thematisiert werden. In diesem Sinne stellt der Beitrag das diesbezügliche Konzept der Veranstaltung „Grundlegende Ideen des Mathematikunterrichts der Primarstufe“ (330 Studierende) mit seinen theoretischen Grundlegungen vor und gibt Einblicke in die konkreten Umsetzungen. So kommen in der Veranstaltung sowohl Maßnahmen zu „DiF erleben“ als auch Maßnahmen zu „DiF erlernen“ zum Einsatz, welche in diesem Beitrag vorgestellt werden.
Johanna Brandt, Annabell Ocken, Christoph Selter

6. Diagnosekompetenzen aufbauen und anwenden

Einblick in das Konzept einer Mathematikdidaktik-Lehrveranstaltung für Studierende des Lehramts Primarstufe
Zusammenfassung
Diagnosekompetenzen in fachdidaktischen Lehrveranstaltungen aufbauen und anwenden zu lernen, setzt ein spezifisches hochschuldidaktisches Setting voraus und erfordert Zugänge zur Praxis. Im vorliegenden Beitrag wird eine Lehrveranstaltung vorgestellt, die aus Präsenzveranstaltungen an der Hochschule besteht, den Studierenden darüber hinaus aber auch Zugänge zum Praxisfeld verschafft, diese Erfahrungen gezielt aufnimmt und in den Präsenzveranstaltungen verarbeitet. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine schriftliche Dokumentation des Lernstands eines Kindes mit vollständig ausgearbeiteter Förderplanung. Diese Dokumentation wird der Klassenlehrperson des Kindes zur Verfügung gestellt. Dadurch wird die Praxis nicht nur als Lernfeld für Studierende genutzt, sondern sie bekommt in einer wechselseitigen Beziehung auch eine fachdidaktische Dienstleistung zurück.
Esther Brunner

7. Diagnostische Kompetenzen im Mathematikunterricht

Ein Fortbildungskonzept zur kritischen Reflexion verschiedener Methoden und Instrumente
Zusammenfassung
Diagnostische Kompetenzen stellen für Lehrpersonen aller Schulstufen und ‐formen einen wichtigen Kompetenzbereich dar (vgl. Schrader und Helmke 2001). Insbesondere im Umgang mit heterogenen Lerngruppen gilt es, die vorhandenen Kompetenzen aller Lernenden zu erfassen und anschließend durch passende Lernangebote zu unterstützen. Im folgenden Beitrag wird ein Fortbildungskonzept zum Thema „Diagnostische Kompetenzen im Mathematikunterricht“ vorgestellt, das bereits im Rahmen verschiedener Fortbildungsmaßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen adaptiert und umgesetzt wurde.
Martina Hoffmann, Petra Scherer

8. Aufbau von diagnostischer Kompetenz im Rahmen des integrierten Semesterpraktikums

Zusammenfassung
Im Rahmen des integrierten Semesterpraktikums an der Pädagogischen Hochschule Freiburg werden die Studierenden nicht nur bei der Planung und Durchführung von Unterricht begleitet, sondern führen auch diagnostische Gespräche mit einzelnen Schülerinnen und Schülern. Diese Gespräche werden videographiert und dann gemeinsam analysiert. Dabei können sowohl fachdidaktische Kompetenzen (Identifikation von typischen Lernhürden, Grundvorstellungen …) als auch diagnostische Kompetenzen (Gesprächsführung, Aufgabenauswahl, Auswertung der Beobachtungen …) aufgebaut werden. Die Bedeutung dieser Vorgehensweise für die Entwicklung der Studierenden wird diskutiert.
Juliane Leuders

9. Individuelle mathematische Lernprozesse erfassen, herausfordern und begleiten

Projektseminar zum Fördern und Fordern im Mathematikunterricht der Grundschule
Zusammenfassung
Der Beitrag dokumentiert das Konzept von Projektseminaren zum Erfassen, Herausfordern und Begleiten individueller mathematischer Lernprozesse. Im Rahmen des Projektseminars, das in mehreren Varianten umgesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt wurde, setzen sich Masterstudierende für das Lehramt an Grundschulen intensiv mit der Lernausgangslage einer Lerngruppe sowie den Lernprozessen Einzelner zu einem vorgegebenen Inhaltsbereich auseinander. Aufbauend auf individuellen Fallstudien im Bachelor thematisiert das Projektseminar das Fördern leistungsschwächerer und das Fordern besonders leistungsstarker Kinder in einem umgrenzten mathematischen Inhaltsbereich. Im Unterschied zu spezifischen Seminaren zu Lernschwierigkeiten oder Hochbegabung in Mathematik ist das Seminar auf ausgewählte Inhaltsbereiche und darin auf beide Leistungsextreme gleichermaßen gerichtet.
Silke Ruwisch

10. Arithmetische Basiskompetenzen theoriebezogen diagnostizieren und fördern

Explizite Theorie-Praxis-Vernetzung im Hochschulseminar
Zusammenfassung
Dieses Seminar zur Diagnose und Förderung arithmetischer Basiskompetenzen am Übergang von der Primar‐ zur Sekundarstufe beinhaltet die Vermittlung, Anwendung und Vertiefung fachdidaktischer Hintergründe zum Zahl‐ und Operationsverständnis in der Praxis. Dazu werden konkrete Aufgaben und Materialien für die Diagnose‐ und Förderung analysiert und von den Studierenden selbstständig mit einzelnen Schülerinnen oder Schülern erprobt. Die Praxiserfahrungen werden im Seminar besprochen.
Andreas Schulz

Professionalisierung für Heterogenität und Inklusion

Frontmatter

11. Projektseminar Inklusion

Arbeiten mit Kernideen
Zusammenfassung
Das Projektseminar „Inklusiver Mathematikunterricht“ wurde in enger Zusammenarbeit von Lehramtsstudierenden für das Lehramt an Grundschulen und der Dozentin entwickelt. Leitend, sowohl für die Konzeption als auch für die gesamte Arbeit im Seminar, war die Orientierung an (mathematischen) Kernideen. Im Beitrag wird zum einen die Konzeption des Seminars vorgestellt. Zum anderen werden im Seminar gemeinsam entwickelte Ergebnisse und Erkenntnisse dahingehend reflektiert, welche Faktoren für gelingenden inklusiven Mathematikunterricht entscheidend sein können.
Marei Fetzer, Julia Friedle, Anne Mau, Lea Nemeth

12. Der professionelle Blick auf Darstellungen: ein Schlüssel zum Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen im Mathematikunterricht

Zusammenfassung
Die Berücksichtigung heterogener Lernvoraussetzungen stellt Lehrkräfte vor die Herausforderung, in der Planung von Unterricht und im Unterrichtsgeschehen jeweils dort anzuknüpfen, wo die Schülerinnen und Schüler sich in ihrem Lernprozess befinden. Im Mathematikunterricht können Lehrkräfte Darstellungen nutzen, um Einblicke in die Vorstellungen der Lernenden zu gewinnen und passende Lernangebote und Lernhilfen anbieten zu können. Voraussetzung hierfür ist ein professioneller Blick auf Darstellungen, mit dem der Umgang mit Darstellungen in Aufgaben und Unterrichtssituationen analysiert werden kann. Es wird eine Weiterbildung für Lehrkräfte vorgestellt, in der im Wechsel zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im eigenen Unterricht ein solcher professioneller Blick auf Darstellungen zum Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen gefördert werden konnte.
Marita Friesen, Sebastian Kuntze

13. Studierende in Schulentwicklungsprozesse einbinden

Vorbereitung auf den Mathematikunterricht in stark heterogenen Klassen
Zusammenfassung
Der (Mathematik‑)Unterricht in stark heterogenen Klassen stellt hohe Anforderungen an die unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer. Gleichzeitig etablieren sich immer mehr Schulformen, in denen Heterogenität institutionell angelegt ist. Im Folgenden wird ein Konzept einer Lehrveranstaltung für Lehramtsstudierende mit dem Fach Mathematik vorgestellt, das auf die Herausforderungen stark heterogener Klassen im Rahmen der Schulpraktischen Studien vorbereiten soll. Die Konzeption der Lehrveranstaltung ist mit einem partizipativen Handlungsforschungsprojekt an einer Berliner Gemeinschaftsschule verbunden. Die Studierenden werden in den Entwicklungsprozess der Schule eingebunden. Sie erleben die Etablierung eines Konzeptes für den Mathematikunterricht in authentischer Art und Weise und bereiten Unterricht auf der Basis einer im Forschungsprozess entwickelten Praxistheorie vor.
Andrea Hoffkamp

14. Mathematik mit allen Sinnen

Offen differenzierende Experimente als Konzept in der Lehrerbildung
Zusammenfassung
Der Beitrag berichtet über Erfahrungen bei der Auseinandersetzung mit dem Konzept „selbstgesteuertes, entdeckendes Lernen in enaktiven Experimentiersituationen im und begleitend zum Mathematikunterricht“ in der mathematikdidaktischen Lehramtsaus‐ und ‐fortbildung (Lehramt Grundschule, Lehramt Förderschule, Lehramt Sekundarstufen I und II). Im Zentrum steht dabei, für die Studierenden und Lehrenden die Vernetzung von fachdidaktischen Problemstellungen mit praktisch konkreten Lehr‐Lern‐Situationen in heterogenen Schülergruppen erlebbar zu machen. Es werden Erfahrungen für die Lehrerbildung vorgestellt, die in der Realisierung inklusiven Lernens an und mit handgreiflichen mathematischen Experimenten am außerschulischen Lernort „Experimente‐Werkstatt Mathematik“ der Universität Halle‐Wittenberg gesammelt werden konnten.
Jenny Kurow, Karin Richter

15. Mathematik mit heterogenen Lerngruppen

Eine Kooperation zwischen Fachdidaktik und Sonderpädagogik
Zusammenfassung
Die Zielperspektive schulischer Inklusion ist nicht zuletzt mit grundlegenden didaktischen bzw. fachdidaktischen Fragen verknüpft, die die Planung und Gestaltung von Lernumgebungen in inklusiven Settings betreffen. Gerade in inklusiven Klassen, in denen auch Kinder mit Lernschwierigkeiten oder geistiger Behinderung zieldifferent lernen, berühren diese didaktischen Fragen ganz wesentlich auch Gegenstand und fachliche Zielsetzung des Unterrichts: Wie kann eine Lernumgebung so gestaltet werden, dass auch Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen oder geistige Entwicklung fachdidaktisch fundierte und subjektiv sinnvolle Lernangebote erhalten? Diesen fachdidaktischen Fragestellungen einer inklusiven Schul‐ und Unterrichtspraxis widmet sich das beschriebene didaktische Kooperationsprojekt.
Judith Riegert, Roland Rink, Grit Wachtel

16. Heterogenität im Mathematikunterricht in der Weiterbildung von Lehrpersonen

Angebote zur Förderung professionellen Wissens
Zusammenfassung
Heterogene Lernvoraussetzungen von Schülerinnen und Schülern stellen an Lehrpersonen differenzierte Anforderungen. Diese betreffen vor allem Aspekte der Aufgabenkultur, der Sozialformen und Unterrichtsmethoden sowie die Rolle von Sprache im Mathematikunterricht. Zur Förderung des professionellen Wissens in diesen Bereichen wurde an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ein Weiterbildungsbaustein im Rahmen der Ludwigsburger Weiterbildungen (LuWe) implementiert. Die Weiterbildungsbausteine von LuWe werden von Lehrpersonen der Primar‐ und Sekundarstufe besucht und zeichnen sich durch enge Theorie‐Praxis‐Verzahnung aus. Nachfolgend wird schwerpunktmäßig über die Konzeption der Veranstaltung berichtet und einen Einblick in Ergebnisse der Evaluation der Fortbildungsreihe gegeben. Die Evaluation untersuchte vor allem auch, inwieweit professionelles Wissen der teilnehmenden Lehrkräfte bezüglich des Umgangs mit Heterogenität im Mathematikunterricht durch die Fortbildung weiterentwickelt werden konnte.
Heike Schäferling, Alexandra Scherrmann, Sebastian Kuntze

17. Inklusiven Mathematikunterricht gestalten lernen – praxisbezogen und zugleich handlungsentlastet

Ein Konzept für eine universitäre Lehrveranstaltung
Zusammenfassung
Zukünftige Lehrpersonen müssen adäquat für inklusiven Mathematikunterricht ausgebildet werden. Der vorliegende Beitrag stellt eine Seminarkonzeption und ‐durch‐führung vor, in deren Rahmen Lehramtsstudierende Möglichkeiten inklusiver Mathematikunterrichtsgestaltung kennenlernen und anwenden. Die grundlegende Idee ist zum einen ein hoher Praxisbezug durch die gezielte Kooperation mit schulischen Partnern: Die Studierenden setzen Möglichkeiten inklusiver Mathematikunterrichtsgestaltung um, indem sie Unterricht für konkrete Schulklassen planen. Zum anderen erfolgt eine Handlungsentlastung, indem der Unterricht durch die kooperierenden Lehrpersonen durchgeführt wird, während die Studierenden im Unterricht hospitieren. Im vorliegenden Beitrag werden zwei Varianten dieser Seminarkonzeption vorgestellt: Variante 1, in der die Kooperation mit einem Team von Lehrkräften durch die Seminarleitung hergestellt und koordiniert wird, und Variante 2, in der die Studierenden sich eigenständig Kooperationsklassen suchen. Die Durchführung sowie Vor‐ und Nachteile der Varianten werden beschrieben, reflektiert und diskutiert.
Maike Schindler

18. Inklusiver Mathematikunterricht aus sonderpädagogischer Perspektive

Konsequenzen für die Lehrerbildung
Zusammenfassung
Der Beitrag skizziert die Befunde zum inklusiven Mathematikunterricht aus sonderpädagogischer Perspektive und die daraus resultierenden Entwicklungs‐ und Forschungsaufgaben vorrangig für die Lehrerbildung. Im Anschluss werden Formate und Konzepte für die Umsetzung einer inklusiven Fachdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg vorgestellt.
Birgit Werner

Professionalisierung für den Umgang mit mathematischen Potenzialen

Frontmatter

19. Do math! – Lehrkräfte professionalisieren für das Erkennen und Fördern von Potenzialen

Zusammenfassung
Beim Umgang mit heterogenen Klassen sind Konzepte der Diagnose und individuellen Förderung von größter Bedeutung. Dabei sollte es nicht nur um die Erfassung und Überwindung von Schwierigkeiten gehen, sondern vor allem auch um die Wahrnehmung von Kompetenzen und potentiellen Lernchancen. Im vorliegenden Beitrag wird das Projekt „do math!“ vorgestellt; in diesem werden gemeinsam mit praktizierenden Lehrkräften weiterführender Schulen Konzepte erprobt, um das mathematische Potenzial von Lernenden im Mathematikunterricht zu identifizieren und zu fördern. Neben der konkreten Arbeit mit Schülerinnen und Schülern liegt der Schwerpunkt des Projekts auf der Professionalisierung der Lehrkräfte für den Umgang mit Lernenden im oberen Drittel des Leistungsspektrums, deren Potenzial sich gegebenenfalls noch nicht in stabil sehr guten Mathematiknoten zeigt.
Kim-Alexandra Rösike, Susanne Schnell

20. Mathematische Begabung in den Sekundarstufen erkennen und angemessen aufgreifen

Ein Konzept für Fortbildungen von Lehrpersonen
Zusammenfassung
Es wird eine Konzeption für Fortbildungen vorgestellt, die für Workshop‐Slots von 2–3 Stunden Länge gedacht ist. Dabei wird das Thema mathematische Begabung aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Neben grundsätzlichen Überlegungen zum Begabungsbegriff wird das Erkennen mathematisch begabten Handelns im Unterricht ebenso thematisiert wie Möglichkeiten der Förderung innerhalb und außerhalb des Klassenunterrichts.
Benjamin Rott, Maike Schindler

21. Begabte Grundschülerinnen und -schüler in Mathematik fördern

Eine Lehrveranstaltung mit enger Theorie-Praxis-Verzahnung
Zusammenfassung
Ausgehend von einer Anfrage der Hector‐Kinderakademie Bietigheim‐Bissingen, einen Kurs für mathematisch begabte Kinder anzubieten, wurde eine Lehrveranstaltung konzipiert, in der Studierenden des Lehramtsstudiengangs Grundschule theoretische Einblicke in die Thematik der mathematischen Begabung ermöglicht werden. Durch didaktisch orientierte Auseinandersetzungen mit konkreten „Knobelaufgaben“ werden gleichzeitig unterrichtsbezogene Handlungskompetenzen angebahnt. Einzelne Studierende können in enger Verbindung zu dieser Veranstaltung an sechs Fördernachmittagen im Semester Lernumgebungen in einer kleinen Gruppe von Dritt‐ und Viertklässlern erproben. Im Beitrag werden dieses Lehrkonzept und seine Rahmenbedingungen vorgestellt.
Silvia Wessolowski
Weitere Informationen

Premium Partner