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Über dieses Buch

Schule heute bedeutet häufig Stress, Prüfungsangst, Antriebslosigkeit, Schwierigkeiten mit Stoff und Mitschülern, und zuhause Konflikte und Frust. Wie können Eltern helfen?

Dieses Buch bietet erziehenden Personen, die einerseits solche schulische Probleme abfedern und andererseits nicht unabsichtlich durch eigenes Verhalten mitverursachen oder verstärken wollen, eine fundierte und lebenspraktische Hilfestellung.

Eltern und erziehende Personen erfahren in diesem Buch anhand vieler praktischer Beispiele, wie sie selbst ganz konkret besser mit Verhaltensproblemen umgehen können und wie man im Alltag eine Kombination von Lenkung und Beziehung umsetzen kann. Das Buch gibt hilfreiche Hinweise und zeigt auf, was man bei motivationalen und emotionalen Problemen beachten und tun kann. Ferner gibt es Tipps für neue Strategien, die das Lernen erleichtern und zum erfolgreichen Umgang bei sozialen Schwierigkeiten mit Mitschülern und Mitschülerinnen und Lehrkräften.

Ergänzend werden Übungen und Techniken aus der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vorgestellt. Am Beispiel typischer Fälle werden die Überlegungen des Buches nochmal rekapituliert und illustriert. Die Bandbreite reicht von sozial ängstlichen bis zu ADHS-Schülern.

… damit die Schulzeit wieder zur „schönsten Zeit des Lebens“ werden kann!

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Probleme in der Schule und Probleme zu Hause – den eigenen Hebel finden!

Schule nimmt im Leben von Kindern und ihren Familien einen zentralen Stellenwert ein. Während manche weitgehend positive Erfahrungen machen, stellt Schule für andere einen großen Stressor dar. Wie als Eltern mit dieser Situation umgehen? In diesem Einleitungskapitel wird ein Überblick über das Buch gegeben, das versucht aufzuzeigen, welche Hebel Eltern beziehungsweise Kindern selbst zur Verfügung stehen: was können Eltern in ihrer Erziehung stärker berücksichtigen, um Problemverhalten, etwa bei der Hausaufgabensituation, zu reduzieren? Wie kann man über Ansetzen am unmittelbaren Verhalten hinaus auf die zugrunde liegenden Probleme eingehen, etwa auf Motivationsprobleme, oder Prüfungsangst oder Depression? Wie können Kinder effektiver lernen? Und schließlich: Was kann Kindern bei misslichen sozialen Dynamiken in ihrer Klasse helfen? Viele der ausgeführten Überlegungen sind sowohl in der Pädagogischen Psychologie weithin etabliert, als auch selbstverständlicher und wirkungsvoller Bestandteil psychotherapeutischer Arbeit mit Kindern. Wir hoffen, dass das in diesem Buch ausgeführte Wissen Ihnen hilft, Ihren Kindern zu ermöglichen, endlich wieder das Fliegen zu lernen – federleicht!
Beate Schuster

Kapitel 2. Verhaltensprobleme – erziehen durch Führung und Beziehung

Um Probleme im Verhalten und Erleben zu reduzieren beziehungsweise von vornherein weniger wahrscheinlich zu machen, hilft es, sich an zwei Grundgedanken zu orientieren: Kinder benötigen Beziehung beziehungsweise Wärme, und sie benötigen Führung, Anleitung. Im ersten Teil des Kapitels werden Prinzipien und konkrete Beispiele vorgestellt, die zeigen, wie man beides im Auge behalten und verbinden kann, wie z.B. der Grundsatz „mehr Augenmerk auf Wahrnehmen und Belohnen des richtigen Verhaltens richten als auf Bestrafen des falschen“ sowie wenn sanktioniert werden muss: „Verhalten, nicht Person bestrafen“. Darüber hinaus werden Prinzipien zur Beziehungsgestaltung und Kommunikation vorgestellt. Unter anderem wird die Bedeutung von nicht an Bedingungen geknüpfter Wertschätzung, Authentizität (Echtheit) und Empathie (Einfühlungsvermögen) ausgeführt, ebenso wie aus der Bindungstheorie bekannte Prinzipien wie Unterstützung und Mitschwingen, und es wird auf die Bedeutung von Autonomie eingegangen. Diese abstrakten Prinzipien werden anhand ganz konkreter, aus dem Alltag entnommenen Beispielen illustriert.
Beate Schuster

Kapitel 3. Motivationale Probleme – anspornen durch hilfreiches Denken und förderliche Emotionen

Was motiviert Kinder und Jugendliche dazu zu lernen? Zunächst wird gezeigt, dass die traditionellen Belohnungs- oder Anreizsysteme „Nebenwirkungen“ haben können und die angestrebte von innen kommende Motivation beeinträchtigen können – und es wird ein Ausweg aufgezeigt, wann man beziehungsweise wie genau man sich auf solche Belohnungen stützen kann. Darüber hinaus wird gezeigt, dass grundlegende Haltungen oder Orientierungen wichtig(er) sind: Manche Personen sind misserfolgsmotiviert – sie sind dadurch angetrieben, Misserfolg zu vermeiden. Andere Personen sind erfolgsmotivert – sie sind bestrebt, Erfolg zu erreichen. Erstere fürchten sich insbesondere vor der Beschämung, der Scham, letztere freuen sich auf den erwarteten Stolz. Welche Haltung die Kinder und Jugendlichen entwickeln, hängt unter anderem von ihren Ursachenerklärungen für ihre Leistungsergebnisse ab, aber auch von ihrer sozialen Eingebundenheit in ihrer Klasse. Wie man Schüler und Schülerinnen zu der günstigen Haltung führen kann und was ihnen erleichtert, Stolz erleben zu können, wird ausgeführt, ebenso wie man ihnen in der Zwischenzeit helfen kann, mit der ungünstigen motivationalen Orientierung so umzugehen, dass sie etwas weniger beeinträchtigt. Im Kapitel wird schließlich darauf eingegangen, dass in der Pädagogischen Psychologie die alten Vorstellungen von Intelligenz in Frage gestellt werden und gezeigt, dass (und wie) Intelligenz unter von der Umwelt relativ leicht gestaltbaren Bedingungen gesteigert werden kann, aber auch beispielsweise bei dem Stress von sozialer Zurückweisung gemindert werden kann. Zu verstehen, dass Intelligenz veränderbar ist und Vorwissen wichtiger als Intelligenz sein mag, hat motivationale Vorteile, unter anderem, dass man dadurch leichter zu einer sogenannten Lernzielorientierung gelangen kann.
Beate Schuster

Kapitel 4. Emotionale Probleme – an Denken und Beziehung arbeiten

Unglücklicherweise erleben viele Schüler und Schülerinnen im Schulkontext eine Fülle von Frustrationen, sind traurig, wütend, hilflos resigniert, ängstlich, beschämt. Um all diese ungünstigen Gefühle abzufedern, hilft im ersten Schritt grundsätzlich eine „autoritative“ (partnerschaftliche) Erziehung, wie sie in Kap. 2 ausgearbeitet wurde. Darüber hinaus hilft es, ein bestimmtes Denken zu fördern: realistisch positiv. Häufig ist das Denken unrealistisch negativistisch, da z. B. so genannte „Denkfehler“ uns eine Falle stellen – z. B. konzentrieren wir uns manchmal zu sehr auf einen einzigen negativen Aspekt und übergeneralisieren (verallgemeinern zu stark) die auftretenden Schwierigkeiten. Wir stehen uns ferner selbst mit einer bestimmten dogmatischen, rigiden (zwanghaften) „Muss“-Haltung im Wege. Es wird gezeigt, inwiefern eine flexiblere „Möchte“-Haltung hilfreicher wäre. Solches Denken hilft nicht nur besser mit Schwierigkeiten umzugehen, sondern sich selbst so anzunehmen „als wäre man selbst sein bester Freund“. Neben allgemeinen Überlegungen zu Stressreduktion und der Bedeutung von Kontrollüberzeugungen werden dann spezifische Überlegungen zu Depression ausgeführt. Bedeutsam ist hier insbesondere, dass sich diese bei Kindern und Jugendlichen häufig (zusätzlich) in erhöhter Reizbarkeit zeigt, mit Schlaf-, Konzentrations- und Wachstums(!)-Störungen einhergehen kann, und bei Mädchen in der Selbstwahrnehmung in der Pubertät dramatisch ansteigt. Hinweise auf Suizidalität werden ausgeführt, ebenso wie Hinweise, was man tun kann. Mit Depression gehen oft Essstörungen einher. Während man früher vorwiegend der Familie die „Schuld“ zuschrieb, gilt dies mittlerweile als unangemessen, und neuere Studien zeigen stattdessen Zusammenhänge mit dem Schulkontext. Auch hier werden Ideen mitgegeben, was man als Eltern unterstützend beitragen kann. Schließlich wird in dem Kapitel noch auf Angststörungen beziehungsweise Prüfungsangst eingegangen ebenso wie auf selbstverletzendes Verhalten und ADHS.
Beate Schuster

Kapitel 5. Praktisches Lernproblem – neue Strategien ausprobieren

Viele Eltern gewinnen den Eindruck, Schule sei nicht länger ein Ort des Lernens, sondern des Testens von Wissen geworden. Entsprechend wichtiger wird die Eigeninitiative des Kindes, wenn ihm schulische Leistungen wichtig sind. Besonders bedeutsam wird deshalb die richtige Strategie, wie man lernen sollte. Besonders hilfreich ist der Ansatz des Lernens am ausgearbeiteten Lösungsbeispiel, aber auch die richtige Herangehensweise an „Üben“. Über richtiges Üben hinaus sollte man sich antrainieren, zu „elaborieren“ – Querverbindungen herzustellen. Wichtig ist aber immer auch, den Stoff selbst zu abstrahieren – auf den Kern reduzieren, und selbst Fragen an den Stoff zu stellen – eine eigene Strukturierung vorzunehmen. Nach wie vor wichtig sind die klassischen Techniken wie Akronyme oder Merksätze bilden, ebenso wie etwa die Stapelmethode, oder sich gegenseitig abzufragen, um den so genannten Testeffekt mitzunehmen. Darüber hinaus kann man klassische Mnemotechniken wie die Methode der Orte ausprobieren. Diese und weitere Strategien werden konkret ausgeführt.
Beate Schuster

Kapitel 6. Soziales Problem – Situationen und Denken ändern

Eine dramatische Frustration im Schulkontext ist die Erfahrung von Zurückweisung durch Mitschüler und Mitschülerinnen und/oder Lehrkräften. Im ersten Schritt kann man Betroffenen helfen, indem man versteht und ihnen das dann empathisch zeigen kann, warum solche Erfahrungen existentiell sind. Hierzu werden Überlegungen und Befunde ausgeführt. Besonders tückisch bei Ablehnungs- und Mobbingprozessen ist, dass außenstehende Beobachter ebenso wie Mitschüler und Mitschülerinnen und Lehrkräfte, aber ebenso die Kinder und Eltern durch bestimmte Mechanismen verführt sind, dem Opfer selbst die Schuld zuzuschreiben. Diese Mechanismen werden aufgezeigt. Vor allem wird gezeigt, dass so genannte situationale Faktoren viel wichtiger sind als Merkmale der Kinder und Jugendlichen. Solche situationalen Faktoren sind zum Teil so banal wie etwa die Sitzordnung oder die Häufigkeit des Aufrufens, aber auch, ob die Gemeinschaft absichtsvoll gestaltet wird, etwa durch Gemeinschaftsstiftende Aktivitäten, oder die Prozesse „laufen gelassen“ werden. Auch die Kenntnis dieser situationalen Faktoren kann den Schülern helfen, sich weniger „selbst runter zu machen“, und gibt vor allem Eltern einen Hebel, an dem sie im Gespräch mit der Lehrkraft ansetzen können. Wie man die legitimen Interessen der Kinder in Anbetracht von solchen Schwierigkeiten selbstbehauptender durchsetzen kann, wird ebenso ausgeführt, wie auf die „dunkle Seite von Beliebtheit“ und die Bedeutung der Machtasymmetrie im Verhältnis Lehrkräfte zu Schülern und Schülerinnen beziehungsweise Eltern hingewiesen wird. Als eine mögliche Hilfestellung in dieser schwierigen Situation werden Überlegungen aus der Mediation vorgestellt. Schließlich wird auf die Bedeutung von Prozessen im eigenen Familienkontext eingegangen, und gezeigt, was man beim gegebenenfalls notwendig werdenden Aufbau von alternativen Kontexten beachten kann.
Beate Schuster

Kapitel 7. Im Konkreten Fall

Die in den ersten Kapiteln ausgeführten Prinzipien basieren auf drei Psychotherapietheorien: der Verhaltenstherapie, der Kognitiven Therapie und der Klientenzentrierten Gesprächstherapie. Wie diese Therapien vorgehen würden beziehungsweise wie die in den vorauslaufenden Kapiteln beschriebenen Prinzipien im konkreten Fall zur Anwendung kommen könnten, wird im Kap. 7 beschrieben. Drei Fallgeschichten – die eines achtjährigen Jungen mit Depression mit sozialer Angst, eines elfjährigen Jungen mit ADHS und eines 13-jährigen Mädchens mit Prüfungs-/Leistungsangst – werden vorgestellt und an ihnen nochmals ausgeführt, auf Basis welcher Analyse welche Prinzipien konkret relevant werden. Ergänzend werden im Teil von Anette Fahle ein weiterer psychotherapeutischer Ansatz – die Hypnotherapie – vorgestellt sowie konkrete Übungen aus der kindertherapeutischen Praxis, die auch für zuhause geeignet sind.
Beate Schuster, Anette Fahle

Kapitel 8. Auf den Punkt gebracht: Die Prinzipien im Kurzüberblick

In diesem Kapitel werden die zentralen Prinzipien nochmals aufgelistet und in kurzen Worten rekapituliert.
Beate Schuster

Backmatter

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