Skip to main content
main-content

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die vorliegende Publikation dokumentiert die Ergebnisse eines Forschungsprojekts, welches im Zeitraum vom Juni 2000 bis Dezember 2001 durchgeführte wurde. Das Projekt „Analyse und Bilanzierung der Auswirkungen von Mitarbeiterbeteiligung auf die Unternehmensorganisation und Arbeitsgestaltung“ hatte zum Ziel, neue Formen der Mitarbeiterbeteiligung in deutschen Unternehmen zu identifizieren und innovative, beispielhafte Modelle zu dokumentieren. Dabei wurde der Schwerpunkt bewusst auf die materielle Beteiligung von Arbeitnehmer/-innen am Kapital bzw. Gewinn des sie beschäftigenden Unternehmens gelegt, um davon ausgehend auch der Frage nachzugehen, welcher Zusammenhang zwischen materiellen und immateriellen Formen der Partizipation, aber auch zwischen ‘klassischen’ und neuen Formen der immateriellen Mitarbeiterbeteiligung besteht.
Eckhard Voß, Peter Wilke

2. Mitarbeiterbeteiligung — Bedeutung und Bedingungsfaktoren

Zusammenfassung
Eine quantitative Bewertung der Beteiligung von Mitarbeiter/-innen an ‘ihren’ Unternehmen in Deutschland bleibt im Befund uneindeutig: Einerseits hat Mitarbeiterbeteiligung Angaben von Fachkreisen zufolge1 eindeutig an Attraktivität gewonnen. Während in den sechziger und siebziger Jahren die Anzahl der Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen am Produktivver-mögen beteiligten, relativ konstant blieb, ist seit Anfang der achtziger Jahre ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Praktizierten zu Beginn der achtziger Jahre etwa 1.000 Unternehmen in der Bundesrepublik Beteiligungsmodelle, so waren es 1999 bereits rund 2.600. Setzt man diese Zahl jedoch in Relation zu der Gesamtzahl der Unternehmen in Deutschland, die entweder die Rechtsform der Aktiengesellschaft (knapp 6.300), der GmbH bzw. GmbH & Co. KG (rund 490.000) oder KG (rund 15.000) und OHG (knapp 14.000) haben, so beträgt der Anteil von ‘Beteiligungsunternehmen’ gerade einmal 0,5 Prozent. Dies heißt, dass für die breite Mehrheit der Unternehmen die Mitarbeiterbeteiligung keine Rolle spielt.
Eckhard Voß, Peter Wilke, Peter Conrad, Tobias Hucker

3. Theoretische Perspektiven der Mitarbeiterbeteiligung

Zusammenfassung
Bei einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Mitarbeiterbeteiligung fällt auf, dass bislang keine integrierte Theorie der Mitarbeiterbeteiligung existiert. Statt dessen wird dieser Bereich in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen unter besonderen Forschungsfragestellungen und fachspezifischen Gesichtspunkten behandelt. Häufig werden Teilaspekte der Mitarbeiterbeteiligung, wie materielle oder immaterielle Beteiligungsmöglichkeit en der Beschäftigten betrachtet, ohne dass beide Aspekte aufeinander bezogen und in einen Gesamtzusammenhang gestellt werden. In vielen Fällen wird die Beteiligung von Mit-arbeiter/-innen auch nicht explizit untersucht, sondern lediglich mittelbar im Rahmen anderer Forschungszusammenhänge behandelt.
Peter Conrad, Tobias Hucker

4. Beteiligung in Großunternehmen

Zusammenfassung
Die Praxis zeigt, dass die Größe eines Unternehmens, seine Rechtsform, aber auch seine Branchenzugehörigkeit, Wettbewerbsposition und andere externe Faktoren wesentlichen Einfluss auf die interne Organisation und Unternehmenskultur haben. Diese Faktoren bestimmen, ob und wie ein Unternehmen allen oder Teilen seiner Mitarbeiter/-innen eine Beteiligung an Kapital und Erfolg des Unternehmens anbietet. So ist eine Beteiligung der Mitarbei-ter/-innen in großen Unternehmen, die am Aktienmarkt gehandelt werden, sehr viel häufiger anzutreffen, als in kleinen, mittelständischen Unternehmen. Dies ist einerseits leicht erklärbar durch die Rechtsform der Aktiengesellschaft, die es problemlos erlaubt, Dritte an einem Unternehmen finanziell zu beteiligen, ohne an seinen Organisationsstrukturen und internen Hierarchien etwas zu verändern. Aber andererseits auch durch die Wettbewerbsposition vieler dieser Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt, die es notwendig macht, attraktive Einkommensmöglichkeiten für die Mitarbeiter/-innen und ein innovative Unternehmensklima zu schaffen.
Peter Wilke, Eckhard Voß

5. Beteiligung in kleinen und mittleren Unternehmen

Zusammenfassung
Kleine und mittlere Unternehmen unterscheiden sich durch eine Reihe typischer Merkmale von den Großunternehmen. Zu diesen zählen die typische Rechtsform (Personengesellschaften oder Einzelunternehmen), die Überschaubarkeit des Unternehmens oder der oft nur begrenzte Zugang zum Kapitalmarkt und die stärkere Notwendigkeit der Selbstfinanzierung.
Eckhard Voß, Peter Wilke

6. Mitarbeiterbeteiligung in der ‘New Economy’ und in Unternehmen des Neuen Marktes

Zusammenfassung
Bis zu den Einbrüchen der Aktienkurse im Jahre 2000/2001 hatte man oft den Eindruck, als legten besonders Unternehmerpersönlichkeiten aus dem Bereich der New Economy größten Wert darauf, (fast) alles anders zu machen als die sogenannte ‘Old Economy’. Dies galt und gilt insbesondere für die gesetzlich verankerten Formen der Interessenvertretung der Arbeitnehmer/-innen.
Peter Conrad, Tobias Hucker, Eckhard Voß

7. Exkurs: Mitarbeiterbeteiligung in selbstverwalteten Betrieben und Unternehmen genossenschaftlicher Prägung

Zusammenfassung
In der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Literatur und der politischen Diskussionen wurden und werden unterschiedliche Begriffe verwandt, um die Gruppe der „selbstverwalteten Betriebe“ zu kennzeichnen. So finden sich Begriffe wie:
Selbstverwaltete Betriebe, selbstverwaltete alternativ-ökonomische Betriebe, Alternativbetriebe, Kollektivbetriebe in der neueren Diskussion auch partizipative Unternehmen.
Eckhard Voß, Peter Wilke

8. Materielle und immaterielle Beteiligung in der Wahrnehmung der Beschäftigten: Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen

Zusammenfassung
Die Organisationspsychologie hat sich bislang praktisch fast ausschließlich mit Bedingungen und Wirkungen der Partizipation, d.h. immaterieller Formen der Mitarbeiterbeteiligung beschäftigt (Kißler 1997; Antoni 1999). Im Gegensatz zur soziologischen Forschung, die sich auf die indirekten Formen der Mitbestimmung durch den Betriebsrat bzw. die Arbeitnehmer/-innen im Rahmen des Mitbestimmungsgesetzes konzentriert, widmet sich die Organisationspsychologie bevorzugt den direkten Formen der Partizipation, bei denen die Arbeitnehmer/-innen persönlich an EntScheidungsprozessen teilhaben. Im Zentrum des Interesses stehen unter diesem Blickwinkel die Auswirkungen auf die individuelle Leistung bzw. die Produktivität ganzer betrieblicher Einheiten und die Zufriedenheit der Mitarbeiter/-innen.
Friedemann W. Nerdinger, Claes Horsmann, Alexander Pundt

9. Materielle Mitarbeiterbeteiligung in den USA und Großbritannien

Zusammenfassung
Ohne sich oftmals selbst darüber bewusst zu sein, verfugen Arbeimehmer/-innen heute weltweit über riesige Vermögenswerte, angelegt in Pensionskassen, Unternehmensbeteiligungen oder auch Lebensversicherungen und Investmentfonds, die mehr und mehr zu einer wichtigen Finanzierungsquelle der großen Unternehmen geworden sind.
Eckhard Voß, Peter Wilke

10. Schlussfolgerungen und Perspektiven

Zusammenfassung
Wie bereits in Kapitel 2 argumentiert, ist die Entwicklung der materiellen Mitarbeiterbeteiligung in Form von Kapital- und /oder Erfolgsbeteiligung in Deutschland geprägt durch zwei auf den ersten Blick recht gegenläufige Trends:
  • Zum einen beteiligt nur ein verschwindend kleiner Anteil knapp 0,5% aller deutschen Unternehmen ‘ihre’ Mitarbeiter/-innen am Kapital. Im Ergebnis sind gerade einmal rund 7% Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am arbeitgebenden Unternehmen materiell beteiligt.
  • Zum anderen hat das Interesse und die Beteiligung breiter Mitarbeiterkreise an Belegschaftsaktien und Aktienoptionen in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen. Wie in den Kapiteln zur Mitarbeiterbeteiligung in Aktiengesellschaften und den Unternehmen des Neuen Marktes deutlich wurde, ist von einer starken Verbreitung dieser Beteiligungsform in den Unternehmenssegmenten des DAX und Nemax auszugehen.
Peter Wilke, Eckhard Voß, Peter Conrad, Friedemann W. Nerdinger

Backmatter

Weitere Informationen