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24.06.2024 | Mitarbeiterbindung | Im Fokus | Online-Artikel

Manager träumen von KI und verspielen Mitarbeitervertrauen

verfasst von: Annette Speck

2:30 Min. Lesedauer

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Viele Führungskräfte glauben, dass Künstliche Intelligenz die Produktivität deutlich steigern wird. Dafür müssen die Mitarbeitenden allerdings willens und fähig sein, mitzuziehen. Eine Studie nährt Zweifel daran.

Alljährlich geht das Beratungsunternehmen Mercer in seiner Studie “Global Talent Trends“ der Frage nach, welche Maßnahmen Arbeitgeber ergreifen, um erfolgreich zu sein. Laut Mercer-Präsident Pat Tomlinson zeigen die Ergebnisse der “Global Talent Trends 2024“ eine auffallende Divergenz zwischen den Ansichten von Vorständen und Personalleitungen, hinsichtlich dessen, was Unternehmen in diesem Jahr voranbringen wird. Dass die Beschäftigten wiederum ihre eigene Sicht haben, versteht sich von selbst.

Die Erfolgstreiber für Beschäftigte bei der Arbeit

Die diesjährige Global-Talent-Trends-Studie basiert auf den Erkenntnissen von mehr als 12.000 C-Suite-Führungskräften, Personalleitern, Mitarbeitenden sowie Investoren weltweit.

Chefs setzen auf Künstliche Intelligenz

Bei der C-Suite steht aktuell Künstliche Intelligenz (KI) ganz oben auf der Agenda: 40 Prozent der Führungskräfte gehen der Studie zufolge davon aus, dass KI zu Produktivitätssteigerungen von mehr als 30 Prozent führen wird. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte (58 Prozent) macht sich aber Sorgen, dass ihr Unternehmen nicht genug tut, um Mitarbeitende für neue Technologien zu begeistern.

Die Befürchtung, dass neue Technologielösungen implementiert wurden, ohne die Arbeitsweisen darauf abzustimmen, teilen zwei Drittel der Personalverantwortlichen. Gleichwohl weist dieses Ergebnis auch auf die divergierende Perspektive der HR-Abteilungen hin: Für sie hat die Employee Experience in diesem Jahr oberste Priorität. Dass hier Handlungsbedarf besteht, unterstreichen unter anderem diese Studienergebnisse: Laut den befragten Mitarbeitenden ist ein Drittel ihrer Arbeit banal und repetetiv. Und 82 Prozent fürchten, in diesem Jahr einen Burnout zu erleiden.

HR setzt auf Veränderung der Arbeitsgestaltung

Nichtsdestotrotz ist auch für die HR-Abteilungen die Produktivitätserhöhung ein wesentlicher Treiber. Um dies zu erreichen, planen 98 Prozent der befragten Organisationen Veränderungen in der Arbeitsgestaltung im Jahr 2024. Insbesondere konzentrieren sich die Umgestaltungsbemühungen der Personaler darauf, zu ermitteln, welche Rollen am besten geeignet sind für nicht-traditionelle Arbeitsmodelle und die Umverteilung der Arbeit auf verschiedene Talentpools.

Ein Unterfangen, das detaillierte Kenntnisse nicht nur über die Rollen, sondern auch die Fähigkeiten in der Belegschaft voraussetzt. Allerdings glauben weniger als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer (47 Prozent), dass ihre Vorgesetzten ihre aktuellen Fähigkeiten und Interessen kennen. Und nur 31 Prozent geben an, dass sie angehalten sind, ihre Fähigkeiten in eine zentrale Datenbank einzugeben.

Firmen verspielen Vertrauen der Mitarbeiter

Zu denken gibt darüber hinaus das gegenüber der Vorgängerstudie gesunkene Vertrauen der Mitarbeiter in ihre Unternehmen. So beklagen die Beschäftigten gebrochene Versprechen bezüglich Beförderungen, Gehaltserhöhungen und Karrieremöglichkeiten, aber auch hinsichtlich Nachhaltigkeitsverpflichtungen oder Grundsätzen von Good Work. Nur 34 Prozent der befragten Mitarbeiter glauben etwa, dass die Entscheidungen über die Vergütung/Beförderung fair, gerecht und unvoreingenommen getroffen werden.

Vier Handlungsfelder sind zu beackern

Aus ihren Befragungsergebnissen leiten die Studienautoren folgende Trends ab, die ihrer Ansicht nach die Personalagenda im Jahr 2024 prägen werden:

  • Drive human-centric productivity: Produktivität verbessern mit KI, Bewertungsmethoden und Arbeitsgestaltung
  • Anchor to trust & equity: Vertrauensklima schaffen durch faire Bezahlung, Gleichberechtigung und Inklusion
  • Boost the corporate immune system: Widerstandsfähige Kulturen aufbauen mit risikobewussten und gesunden Teams
  • Cultivate a digital-first culture: Gestaltung eines anpassungsfähigen, digital versierten Unternehmens, in dem sich Menschen entfalten können

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