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Über dieses Buch

Dieses Buch präsentiert und diskutiert umfassend und detailliert alle wesentlichen Aspekte, mit denen mittelständische Unternehmen heute und morgen konfrontiert sind. Fachlich ist es gemäß den Aufgabenstellungen im Unternehmen strukturiert (Management, Finanzierung, Bilanzierung, Recht, Zukunftssicherung) , sodass es in der Praxis auch als problembezogenes Kompendium genutzt werden kann. Als Autoren mitgewirkt haben Praktiker, Manager, Unternehmer, Experten und Berater – allesamt aus dem Mittelstand, für den und mit dem Mittelstand arbeitend, mit der Mittelstandspraxis und den anstehenden Problemen dort bestens vertraut. Dieses breite Spektrum an mittelstandsrelevanten Themen dürfte nicht nur für Interessierte einen guten Überblick über die Situation, die Herausforderungen und Perspektiven des Mittelstands in Deutschland geben, es soll vor allem für die unternehmerischen Praxis Informationen, Hilfestellungen bieten, um bei grundsätzlichen, aber auch bei spezifischen Problemstellungen erste Hinweise bzw. Anregungen für Lösungswege aufzuzeigen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundsätzliches

Frontmatter

1. Sparkassen und Mittelstand – natürliche Partner

Föderalismus, Subsidiarität und Dezentralität sind nicht nur Kennzeichen politischer und gesellschaftspolitischer Strukturen in Deutschland. Sie spiegeln sich auch in den ökonomischen Strukturen wider – insbesondere in der großen Bedeutung des Mittelstands und in den auf Dezentralität angelegten Bankenstrukturen. Denn eine dezentrale Wirtschaft braucht als Spiegel auch eine dezentrale Kreditwirtschaft. Dies gilt ganz besonders in Volkswirtschaften, deren Unternehmen sich traditionell relativ stark über Banken finanzieren – wie in Deutschland. Sparkassen und Mittelstand sind daher natürliche Partners.

Georg Fahrenschon

2. Sichere Mittelstandsfinanzierung erfordert Finanzmarktregulierung mit Augenmaß

Die mittelständisch geprägte Wirtschaft ist ein deutsches Erfolgsmodell. Offen zu Tage getreten ist dies erneut während der Finanzmarktkrise, durch die auch der Realwirtschaft ein tiefer Absturz drohte. In dieser Zeit haben jedoch gerade die robusten mittelständischen Unternehmen, unterstützt von realwirtschaftlich ausgerichteten Kreditinstituten, entscheidend mit dafür gesorgt, dass die Wirtschaft von einer langanhaltenden Rezessionsphase verschont geblieben ist. Um die krisenfeste Mittelstandsfinanzierung zu erhalten, ist bei der Regulierung der Finanzmärkte Augenmaß und Passgenauigkeit erforderlich.

Alexander Wüerst

3. Die Bedeutung der Hausbank

Die Berücksichtigung von typischen Situationen mit asymmetrischer Informationsverteilung führt indes zu abweichenden Ergebnissen. Insbesondere bei der Fremdfinanzierung klein- und mittelständischer Unternehmen spielen stabile und gewachsene Kunde-Bank-Beziehungen eine wichtige Rolle.

Horst Gischer

4. Die Sicht auf mittelständische Unternehmen: Wo ist der „blinde Fleck“?

Transparenz ist in beinahe allen gesellschaftlichen Bereichen zu einem besonders erstrebenswerten, geradezu hehren Ziel avanciert. Große Offenheit auf der einen und der Röntgenblick auf der anderen Seite – beides zusammen gilt als probates Mittel, um Fehlentwicklungen und Risiken angemessen vorzubeugen. Und in der Tat: Mit einem höheren Maß an Transparenz wäre manche (Finanz-)Krise der vergangenen Jahre vermutlich gar nicht erst entstanden. Denn bekanntlich sind Risiken am gefährlichsten, wenn sie nicht rechtzeitig als solche erkannt werden. Von daher gibt es kaum eine Alternative zur schonungslosen Analyse und Standortbestimmung.

Bertram Theilacker

5. Familienunternehmen – ein krisenresistenteres und zukunftsfähigeres Modell?

Ein Familienunternehmen ist ein Unternehmen, auf das eine oder mehrere Familie(n) maßgeblichen Einfluss ausüben: Einmal durch die Eigentumsfunktion und die dadurch abgeleitete Kontrollfunktion sowie über die direkte Beteiligung am Management. Es gibt vier Dimensionen der Familienunternehmen, die ineinandergreifen. Das sind Familie, Eigentum, Führung und Unternehmen.

Lutz Goebel

6. Existenzgründungen durch Migranten in Deutschland – Strukturen, Herausforderungen, Potenziale

Gründer stärken die Wirtschaft, weil sie einen Erneuerungs- und Effizienzdruck auf bereits bestehende Unternehmen ausüben. So tragen Gründer dazu bei, eine Volkswirtschaft zukunftsfähig zu machen. Im Jahr 2013 haben sich 868.000 Personen in Deutschland selbstständig gemacht, 93.000 Personen mehr als im Jahr 2012. Eine Gruppe, die einen etwas höheren Beitrag zum Gründungsgeschehen leistet als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht, sind Migranten. Etwa jeder fünfte Gründer ist Migrant, hat also alleinig eine ausländische Staatsangehörigkeit oder hat die deutsche Staatsbürgerschaft erworben.

Georg Metzger

Management

Frontmatter

7. Die BusinessLine der Berliner Sparkasse – ein Modell für die Multikanalbetreuung mittelständischer Kunden?

Mit der Gründung der BusinessLine der Berliner Sparkasse wurden die Vertriebsressourcen für die ursprünglich vollständig stationäre Betreuung der Gewerbekunden neu organisiert. Seitdem werden sogenannte „kleine Geschäftskunden“ mit eingeschränkter Nachfrage nach lediglich wenigen Standardprodukten in diesem rein telefonischen Direktbankvertriebsweg ohne feste Zuordnung zu einem Berater betreut. Dies ermöglicht eine höhere Anzahl von Kunden pro Berater und führt aus Sicht der Kunden nicht zu einem Qualitätsverlust in der Betreuung. Regelmäßige Befragungen der Kunden zeigen Zufriedenheits- und Kundenbindungswerte, die vergleichbar mit Vertriebswegen mit persönlich zugeordnetem Berater sind. Mit zunehmender Onlineaffinität auch der mittelständischen Firmenkunden wird ein Ausbau der Betreuung auch für diese Kunden um weitere Kanäle und Kontaktpunkte in Ergänzung des persönlichen Kontaktes zum Firmenkundenberater diskutiert. Dies bildet den konsequenten Einstieg in ein Omnichannel-Banking.

Hans Jürgen Kulartz, Bartho Schröder

8. Restrukturierung im Mittelstand

Es gibt im Wirtschaftsleben vielfältige Anlässe, die aus Sicht eines Unternehmens eine Restrukturierung und damit die Neuausrichtung der Unternehmensstrategie erforderlich machen oder zumindest sinnvoll erscheinen lassen. Besonders augenfällig wird dies, wenn sich ein Unternehmen in der Krise befindet. Die rechtzeitige Einleitung von Krisenbewältigungsmaßnahmen und deren konsequente Umsetzung können nicht nur den Fortbestand, sondern auch die erfolgreiche Weiterentwicklung eines Unternehmens ermöglichen.

Bernd Heitzer

9. Innovationsmanagement in mittelständischen Unternehmen

Innovationen sind von existenzieller Bedeutung für mittelständische Unternehmen. Nur durch die Fähigkeit, eigene Produkte und Dienstleistungen sowie Prozesse und Geschäftsmodelle verbessern zu können, ist eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet. Viele Maßnahmen können auch ohne großen finanziellen Aufwand angewendet bzw. eingeführt werden. Die Offenheit für neue Ideen und Änderungen sowie die konsequente Durchführung von Innovationsaktivitäten sind wesentliche Erfolgsfaktoren.

Peter E. Harland, Michael Kreuzkamp

10. Unternehmensnachfolge – Entwicklung und Perspektiven

Die Frage der Fortführung des Unternehmens stellt sich mittelständischen Unternehmern zumeist dann, wenn sie aus gesundheitlichen oder Altersgründen aus der Geschäftsführung des Unternehmens ausscheiden wollen oder müssen. Die Beantwortung dieser Frage ist sowohl für den Unternehmer selbst und seine Familie als auch für die Beschäftigten, unter Umständen aber auch für die Lieferanten und Kunden von großer Bedeutung. Gelingt es nicht, die sogenannte Nachfolgefrage rechtzeitig und angemessen zu beantworten, droht eine Zerschlagung oder Stilllegung des Unternehmens und damit ein Vermögensverlust auf Seiten des mittelständischen Unternehmers und seiner Angehörigen, ein (vorübergehender) Arbeitsplatzverlust auf Seiten der Arbeitnehmer, der Verlust einer Bezugsquelle für Kunden und eines Kunden für Lieferanten.

Rosemarie Kay, Friederike Welter

11. Alternative Wege und Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensnachfolge

Bei etwa 135.000 Familienunternehmen steht nach Schätzung von IfM, Bonn, eine Nachfolgeregelung an. Die Überleitung auf die nächste Generation bereitet häufig Probleme. So erfordert die Altersversorgung der Senioren oft die entgeltliche familiäre Nachfolgeregelung (Verkauf, Leibrente, Nießbrauch, Verpachtung). Damit sind nennenswerte finanzielle Belastungen verbunden. Auch die von Familien angestrebte „Verteilungsgerechtigkeit“ lässt familiäre Nachfolgen oft scheitern. Ein Verkauf dieser Familienunternehmen macht eine angemessene Versorgung des Unternehmers und dessen Ehepartner sowie Verteilungsgerechtigkeit bei mehreren Erben in Form von liquidem Vermögen möglich. Streit in der Familie kann so verhindert werden. Gleichzeitig kann das Familienvermögen risikoärmer angelegt werden.

Karl A. Niggemann

12. Corporate Governance und Mittelstand

Der Begriff „Corporate Governance“, also die Frage der Führung und Kontrolle von Unternehmen, beschäftigt seit über zwei Jahrzehnten die juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fachkreise, hat aber inzwischen auch längst die allgemeine deutsche Öffentlichkeit erreicht, wie der Blick in die Tagespresse zeigt.

Eberhard Vetter

13. Corporate Social Responsibility im Mittelstand: theoretische Überlegungen und empirische Evidenz

Corporate Social Responsibility (CSR) ist zu einem wichtigen Bestandteil in der Unternehmenstätigkeit geworden. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern sich CSR im Mittelstand von CSR in anderen Unternehmen unterscheidet. Auf theoretischer Ebene werden zunächst Vermutungen formuliert, wie sich mittelständische Unternehmen (unterschieden nach Familien- und Gründungsunternehmen) hinsichtlich CSR von anderen Unternehmen unterscheiden. Anschließend wird die empirische Literatur zu CSR im Mittelstand gesichtet und zusammengefasst. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen zu zukünftiger Forschung über CSR im Mittelstand.

Jörn Hendrich Block, Alexandra Moritz

14. IP-Management im Mittelstand

Erfolgreiche Unternehmen beobachten als Folgeerscheinung des globalen Wettbewerbs immer häufiger Imitationen ihrer Produkte, Nachahmer ihrer Lösungen auf dem Markt oder werden von den Schutzrechten Dritter bedroht. Wer dann, mit Blick auf das eigene teure Patentportfolio, von den Experten für IP (Intellectual Property, geistiges Eigentum wie Patente, Marken und Designs) zu hören bekommt, da könne man nichts machen, zweifelt erheblich am Nutzen und Wert dieser Rechte. Dennoch reagieren die Unternehmen auf die Notwendigkeit zur Innovation aufgrund von Marktveränderungen und technischen Entwicklungen häufig mit immer noch höheren Ausgaben für Patente. Im Zusammenhang mit der weltweit kontinuierlich steigenden Anzahl von Patentanmeldungen wird auch die Bedrohung, durch teure Patentverletzungen Kunden, Produkte und ganze Märkte zu verlieren, immer realer. Für die Unternehmen stellt sich die Frage: „Gibt es eine IP Strategie die mir hier einen Nutzen liefert ohne dass die Kosten dafür explodieren?“.

Alexander J. Wurzer

15. Neue Methoden des Entrepreneurial Managements – Eine Einführung zu Effectuation, Business Canvas und Lean Startup

Ich habe mich oft gefragt, wie wir eigentlich das Managen von Innovationen oder die Gründung junger Unternehmen lehren? Was sind die Ziele? Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass es doch lediglich um das Ausführen, ja die Umsetzung eines Plans geht. Jemand hat eine innovative Idee und jetzt folgt Marktrecherche, eine Präsentation zur Mittelakquise, man schreibt einen Business Plan und so weiter. Alles sieht nach einem stringenten Prozess aus. Und genau hier liegt m. E. der Fehler. Oftmals gehen Manager oder Unternehmensgründer davon aus, man könnte die gleichen Managementtechniken zur Kommerzialisierung von neuen Ideen nutzen, wie man sie doch kontinuierlich bei etablierten Produkten anwendet. Dies muss jedoch nicht automatisch funktionieren, wie die immer noch hohen Scheiterraten sogenannter Wachstumsunternehmen zeigen. Dieser Beitrag zeigt kurz, dass ein innovatives Projekt immer zuerst auf der Suche nach einem funktionierenden Geschäftsmodell ist. Es werden mit dem Effectuation Prinzip theoretische Grundlagen erläutert und anschließend das Lean Startup Modell als Managementtechnik zum Umgang mit Unsicherheiten vorgestellt.

Stephan Golla

16. Erfolgsgeheimnisse guter Mitarbeiterführung im Mittelstand

Unternehmer und Alpha-Chefs, die mit ihrem charismatischen und entscheidungsfreudigen Auftreten objektiv sehr erfolgreich mittelständische Firmen gegründet und gesteuert haben, gehen gerne davon aus, dass man zur Führungskraft geboren ist.

Hubert Hölzl

17. Integrierte Berichterstattung im Mittelstand

Das Konzept der Integrierten Berichterstattung (Integrated Reporting, IR) wird von kapitalmarktorientierten Unternehmen sowie in der Wissenschaft zunehmend diskutiert und vereinzelt auch bereits umgesetzt. Die Eignung des Konzeptes sowie seine Anwendbarkeit für mittelständische Unternehmen wurden allerdings bisher nur vereinzelt betrachtet. Die nachfolgenden Ausführungen haben zum Ziel, nach einer kurzen Erläuterung der zentralen Begriffe, das Konzept des IR einem mittelständischen Leserkreis vorzustellen und seine Relevanz sowie Eignung für den Mittelstand zu diskutieren.

Axel Haller

Finanzierung, Bilanzierung, Recht

Frontmatter

18. Bank- versus Kapitalmarktfinanzierung

Die deutsche Wirtschaft ist maßgeblich von mittelständischen Strukturen geprägt. Der Mittelstand trägt hierzulande erhebliche Anteile an Wertschöpfung und Beschäftigung bei. Mittlere und vor allem kleine Unternehmen haben aber ganz andere Finanzierungsbedürfnisse und -strukturen als Großunternehmen. Gerade für die kleinen Unternehmen bleibt der klassische Kredit das mit Abstand wichtigste Finanzierungsinstrument. Bei der mittleren Größenordnung hat sich dagegen in den letzten Jahren eine gewisse Vielfalt entwickelt. Die Schwerpunkte im Finanzierungsmix unterscheiden sich dabei in den einzelnen Ländern allerdings sehr. Der vorliegende Beitrag beleuchtet dies in einem internationalen Vergleich, auch anhand von Strukturkennzahlen. Die beobachteten Unterschiede werden mit Größenverhältnissen, den unterschiedlichen Branchen und ihrer jeweiligen zyklischen Entwicklungen, Technologieintensitäten, aber auch mit den Anbieterstrukturen der Kreditwirtschaft in den einzelnen Ländern erklärt. Schließlich werden die jeweiligen Vor- und Nachteile von eher bankbasierten und eher kapitalmarktorientierten Finanzierungssystemen diskutiert. Darauf gegründet zieht der Beitrag ein Fazit, welche Elemente ein mittelstandsfreundliches System auszeichnen sollten.

Karl-Peter Schackmann-Fallis, Holger Schulz

19. Finanzierungstrends im Mittelstand

Zentrale Trends der Mittelstandsfinanzierung sind die Verstärkung der Eigenkapitalbasis, Verlagerung der Kreditbeziehungen und Verbriefung der Finanzierung.

Stephan Paul, Stefan Stein

20. Liquiditätsmanagement im Mittelstand

Mangelnde Liquidität kann Unternehmen in die Problematik führen, zahlungsunfähig zu werden; nicht von ungefähr steht daher die Erkenntnis im Raum, dass von den jährlich etwa 26.000 Unternehmensinsolvenzen ein Großteil auf dauerhaft mangelnde Liquidität zurück zu führen war. Die im Markt immer wieder vorzufindende Thematik der „Liquiditätskrise“ ist daher der wohl wichtigste Begriff, der unmittelbar auch im Zusammenhang mit der Problematik eines erhöhten Insolvenzrisikos einhergeht.

Christoph Graf von Bernstorff

21. Kapitalmarktfinanzierung für kleine und mittlere Unternehmen

In den letzten Jahren gewann die Frage nach alternativen Finanzierungsformen für den Mittelstand wieder an Bedeutung. Insbesondere Finanzierungen außerhalb der historisch gewachsenen Beziehungen zur Hausbank sind gesucht. Einige Wissenschaftler sehen dies im Vertrauensbruch zwischen Realwirtschaft und Bankenwelt im Gefolge der Finanzkrise begründet. Andere machen die neue Bankenregulierung verantwortlich, welche den Banken größere Eigenkapitalhürden setzt. Trotzdem ist der typische Hausbankenkredit immer noch omnipräsent. Richtig ist aber auch, dass eine gezielte Diversifizierung der Unternehmensfinanzierung aufgrund zahlreicher Faktoren in den Fokus rückt. Mittelständler wollen sich unabhängig von ihrer Hausbank machen. Als solche Faktoren werden die Internationalisierung, die regulatorischen Rahmenbedingungen in Bezug auf Basel III, der eintretende Generationswechsel in der Führungsebene des Mittelstandes und die stetig wachsende Nachfrage seitens internationaler Investoren genannt.

Friedrich Thießen, Andreas Reumann

22. Mezzanine Finanzierungen für den Mittelstand

Mezzanine Finanzierungen sind zwischen den beiden Idealtypen Fremd- und Eigenkapital anzusiedeln. Die laufenden Zahlungsansprüche sind überwiegend erfolgsabhängig. Das Entgelt für die Kapitalüberlassung ist dabei in der Regel handels- und steuerrechtlicher Betriebsaufwand und kann somit als steuerlich abzugsfähig geltend gemacht werden. Die Rechtsstellung in der Insolvenz ist durch die Nachrangigkeit der Mezzaninen Finanzierungsforderungen geprägt.Die Zinsen für Mezzanine Finanzierungen liegen im Durchschnitt deutlich über denen eines klassischen Bankkredits. Somit erscheinen Mezzanine Finanzierungen nur dann kostenoptimal, wenn die Finanzierung über klassische Darlehen nicht möglich ist. Aufgrund des höheren Risikos, das durch die Nachrangigkeit gegenüber dem klassischen Fremdkapital gegeben ist, erwartet der Investor eine höhere Kompensation, die jedoch unter der Renditeerwartung für Eigenkapital liegt.Die Mezzanine Finanzierung stellt keinen Ersatz für eine klassische Fremdfinanzierung dar, sondern ist eine Finanzierungsergänzung in einer Phase, die eigentlich die Zuführung von Eigenkapital erfordert. Mezzanine Finanzierungen ermöglichen also: strategische Wachstumsoptionen für das Unternehmen, als Rating verbesserndes Produkt die Verbesserung des Standings gegenüber den Vorranggläubigern und eine Erhöhung der Finanzierungsstabilität in der Wachstumsphase.

Heiko Staroßom

23. Einsatz von Finanzderivaten im Mittelstand

Zinsderivate werden im Mittelstand seit bald zwei Jahrzehnten in wachsendem Umfang eingesetzt. Im Nachgang der Finanzkrise wurde ihre Regulierung jedoch maßgeblich verstärkt. Die einzelnen Maßnahmenpakete auf supranationaler, europäischer bis hin zur nationalen Ebene haben die Nutzung von Derivaten nachhaltig beeinflusst. Die Wahrnehmung von Derivaten wurde über die Umstände der Finanzkrise hinaus insbesondere durch ihre Präsenz in den Medien im Zusammenhang mit negativen Marktwerten und komplexen Ausgestaltungen von Derivategeschäften getrübt. Diesen Entwicklungen steht der ungebrochene Bedarf mittelständischer Unternehmen nach Instrumenten zur Sicherung von Marktpreisen gegenüber. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Derivate und beleuchtet Motive zur Nutzung dieser durch den Mittelstand. Auf eine abstrakte Darstellung der Einsatzgebiete von Derivaten im Mittelstand folgen konkrete Anwendungsbeispiele. Abgerundet wird der Beitrag durch einen Blick auf das Angebot des S-Verbunds für den Mittelstand.

Thomas Leicher

24. Factoring als Baustein im Finanzierungsmix

Die Unternehmensfinanzierung in Deutschland hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Schon vor der noch immer nachhallenden Banken- und Finanzkrise begannen die Banken und Sparkassen, ihre Kreditportfolien zu bereinigen. Sie definierten ihre spezifischen Kundenzielgruppen und entwickelten standardisierte Verfahren zur Bonitätsbeurteilung, um nur noch auf dieser Basis über Kreditzusagen oder -ablehnungen zu entscheiden, und bei den Kreditkonditionen ersetzten sie den Einheitszins durch risikodifferenzierte Zinssätze.

Hendrik Harms

25. Die Internationalisierung des Mittelstands – eine Herausforderung für die Sparkassen

Das Erfolgsmodell der deutschen Wirtschaft basiert auf mehreren Säulen, eine der wichtigsten ist ihre Exportstärke. Ein Auftragsplus in der Exportwirtschaft sorgt gleichsam immer für gute Stimmung an den Märkten. Entsprechend anfällig ist die deutsche Konjunktur daher auch vom Auf und Ab der Weltkonjunktur. Geopolitische Spannungen, die in diesen Tagen die Weltpolitik beherrschen, haben dagegen immer auch Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Die Internationalisierung des Mittelstands ist dabei eine große Chance und zugleich Herausforderung für die Sparkassen-Finanzgruppe.

Marcus Waidelich

26. Finanzierung über Beteiligungskapital

Unternehmen können sich auf vielfältige Weise finanzieren, z. B. über „klassische“ Kredite von Banken und Sparkassen, thesaurierte Gewinne oder durch Eigenkapitalmaßnahmen von dritter Seite. Eine ausreichende Eigenkapitalausstattung ist oft bei jungen, wachstumsstarken Neugründungen und bei Unternehmen in der Krise ein Engpassfaktor. Der Beitrag gibt einen Überblick über den Beteiligungsmarkt in Deutschland und vergleicht die Beteiligungs- mit der Kreditfinanzierung. Kursorisch werden die verschiedenen Varianten der Beteiligungsfinanzierung und wichtige Aspekte der Vertragsgestaltung sowie der Bewertungsfragen erläutert, ergänzt durch einen Blick auf die Ziele und den volkswirtschaftlichen Nutzen der Beteiligungsfinanzierung. Abschließend wird die Bereitstellung von privatem Kapital exemplarisch anhand der S-UBG AG, Aachen, geschildert.

Hubert Herpers, Christian Burmester

27. Venture Capital-Finanzierung im Mittelstand

Fehlendes Eigenkapital ist einer der größten Innovationshemmnisse für KMU. Eine Finanzierung über eine Erhöhung des Fremdkapitals bringt oft zu hohe Risiken mit sich, da der Erfolg von Innovationsvorhaben nicht vorhersehbar ist. Eine Risikokapitalfinanzierung durch Venture Capital kann hier eine mögliche Alternative darstellen. Auf Grund der Struktur und Ausgestaltung dieser Finanzierungsart ist hierfür eine Ausgründung des Innovationsvorhabens in eine Tochtergesellschaft stark zu empfehlen. Um langfristig die eigenen Interessen zu wahren, ist besonders auf eine entsprechende Vertragsgestaltung zu achten.

Andreas Pinkwart, Dorian Proksch

28. Crowdfunding: Finanzierung über den Schwarm

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist trotz vieler bestehender Risiken beliebt. Fehlende Sicherheiten und eine mangelnde Eigenkapitalausstattung lassen die Kreditverhandlungen mit dem betreffenden Kreditinstitut jedoch schnell scheitern, sodass das Gründungsprojekt letztendlich nicht umgesetzt werden kann. Immer mehr innovative Unternehmen greifen deshalb auf Crowdfunding zurück, einer wachstumsstarken innovativen Finanzierungsform, die die bankenunabhängige Finanzierung zum Ziel hat.

Carmen Mausbach, Diethard B. Simmert

29. Fördermittel der KfW Mittelstandsbank: nachhaltig, effizient, modern

Egal ob in Deutschland ambitionierte Energieeinsparziele erreicht werden sollen, die Elbe über die Ufer tritt oder in Kenia ein großes Geothermiekraftwerk errichtet wird, die KfW ist ein gesuchter Ansprechpartner. Die staatliche KfW, deren Eigentümer zu 80 % der Bund und zu 20 % die Länder sind, ist eine der weltweit führenden Förderbanken. Seit 1948 setzt sie sich im Auftrag des Bundes und der Länder entsprechend dem KfW-Gesetz dafür ein, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen in Deutschland und weltweit zu verbessern. Sie unterstützt sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen, Kommunen und Länder. Wirtschaftliche Nachteile sollen abgebaut und volkswirtschaftlich gewünschte Investitionen angestoßen werden. Innerhalb der inländischen Förderung beläuft sich rund 50 % des Zusagevolumens auf die Mittelstandsfinanzierung, die einen Schwerpunkt der vielfältigen Förderaufgaben der KfW bildet.

Ulrich Schröder

30. Mit dem Rating den Unternehmenserfolg verbessern

Seit 2008 die Pleite von Lehman Brothers den Finanzsektor erschütterte und eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise auslöste, ist der Begriff des Rating häufig negativ belegt. Der Ausfall von Banken und sogar von Ländern, besonders innerhalb der europäischen und amerikanischen Märkte, hat eine große Skepsis gegenüber dem Finanzmarkt und besonders den großen Rating-Agenturen geschaffen. Dass viele Banken vor der Krise positiv geratet waren und mit der Krise schlagartig ausfielen, war ein Schock für viele. Auch deshalb wird „Rating“ meist mit großen Agenturen wie Standard & Poor’s, Moody’s oder Fitch assoziiert und nur selten werden Hausbanken wie die Sparkassen damit in Verbindung gebracht.

Ralf Goebel, Barbara Witte

31. Entwicklung der Rechnungslegung

Vorläufer des heutigen Handelsgesetzbuches (HGB) war das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch (ADHGB) von 1861. Das heutige HGB ist am 10.05.1897 erlassen und am 01.01.1900 in Kraft getreten. Ursprünglich war die Rechnungslegung in den §§ 38 ff. HGB geregelt. Dort fand sich allerdings lediglich eine Regelung zur Bilanzierungspflicht. Die Verpflichtung zur Rechnungslegung wurde dem französischen Code de Commerce entnommen. Als Zweck stand die Dokumentationsfunktion im Vordergrund.

Manfred Bolin

32. Das Bilanzanalyseverfahren der Sparkassen-Finanzgruppe aus dem Blickwinkel der Unternehmen

Von mittelständischen Unternehmen, die sich bei Kreditinstituten finanzieren, werden Jahresabschlüsse als Dokumentation der wirtschaftlichen Verhältnisse angefordert, da § 18 des Kreditwesengesetzes (KWG) dies bei größeren Krediten verlangt. Konkret haben sich alle Kreditinstitute die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Kreditnehmer, im Besonderen durch Vorlage von Jahresabschlüssen, offen legen zu lassen, wenn die insgesamt gewährten Kredite 750.000 € übersteigen. Mit den „Leitlinien des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes zur Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse eines Kreditnehmers“ bestehen für diesen Bereich in der Sparkassen-Finanzgruppe einheitliche Handlungsgrundlagen.

Dietmar Haase, Thomas Int-Veen

33. Nachlassmanagement für Unternehmer: Geschäftsübergabe mit Plan

Die eigene Nachfolgeregelung ist eine der schwierigsten Aufgaben im Leben jedes Unternehmers. Zum richtigen Zeitpunkt vom Lebenswerk Abschied zu nehmen und die Verantwortung an die richtigen Personen weiter zu geben, fällt meistens schwer und gelingt

Rainer Steinhaus, Klaus Dieter Girnt

34. Controlling muss mitwachsen

Während in hier für Konzernen ganze Controllingabteilungen Informationen aufbereiten, verdichten und umfangreiche Instrumente eingesetzt werden, sehen viele mittelständische Unternehmer im Controlling nur zusätzlichen – und unnötigen – Arbeitsaufwand, der das Tagesgeschäft behindert, viel Zeit und Nerven kostet und wenig Nutzen bietet. Dabei kann Controlling so viel mehr sein: Als Steuerungsinstrument und in der richtigen Form eingesetzt, lassen sich mit einem passenden Controlling bessere Entscheidungen treffen, Risiken frühzeitig erkennen und Unternehmen erfolgreicher navigieren.

Birgit Felden

35. Steuerliche Rechtsformoptimierungen für den Mittelstand

Das Gesellschaftsrecht bietet eine Vielzahl von Rechtsformen, in denen Unternehmen geführt werden können. Größer noch als die Anzahl möglicher Rechtsformen sind die Determinanten, die die Rechtsformentscheidung beeinflussen. Rechtsformentscheidungen sind mithin das Ergebnis einer betriebswirtschaftlichen Optimierungsentscheidung, die bei stimmiger gesamtwirtschaftlicher Rahmensetzung auch gesamtwirtschaftlich von Vorteil sein sollte. Mit der Rechtsformentscheidung wird die rechtliche und betriebliche Verfassung des Unternehmens geregelt. Dabei sind insbesondere Kriterien wie: Geschäftsführung, Vertretung, Haftung, Unternehmensverfassung, Eigenkapitalgeber, Rechtspersönlichkeit, Organe und Anzahl der Gesellschafter von besonderer Bedeutung.

Rudolf Schmitz

Internationalisierung/Globalisierung

Frontmatter

36. Mittelstand und Globalisierung

Angesichts der zentralen Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Volkswirtschaft ist eine starke internationale Präsenz mittelständischer Unternehmen von eminenter Wichtigkeit.

Anton F. Börner

37. Zulieferer als Teil der industriellen Wertschöpfungskette – das Beispiel der Automobilindustrie

Weltweit ist ein Trend zur De-Industrialisierung wahrzunehmen. Der Beitrag der Industrie zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in der Welt ist von 19 % (2000) auf 17,4 % (2012) gefallen. Dabei hat gleichzeitig eine globale Kräfteverschiebung in Richtung der aufstrebenden Schwellenländer stattgefunden. Ihr Anteil an der weltweiten Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe ist von knapp 18 % (2000) auf gut 41 % gestiegen. Diese Trends gelten abgeschwächt auch für die Automobilindustrie. Weltweit betrachtet trägt die Automobilindustrie etwa 1,14 % (2011) zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung aller Länder bei – im Jahr 2000 waren es noch 1,42 %. Eine Ausnahme ist Deutschland. Warum? Die Analyse zeigt die Bedeutung von insbesondere mittelständischen Wertschöpfungsverbünden. Kooperationen und Netzwerke gewinnen im 4.0 Zeitalter weiter an Bedeutung.

Arndt Günter Kirchhoff

38. Mit der Sparkasse in die Welt – powered by S-CountryDesk

Die Sparkassen in Deutschland sind traditionell der Bankpartner Nr. 1 für hiesige Unternehmen. Allerdings haben die Sparkassen in den Augen vieler Unternehmer die Internationalisierung ihres Geschäftsmodells „verschlafen“. Sie vermuten in Sachen internationales Geschäft die größere Expertise bei privaten Großbanken mit zahlreichen Niederlassungen und Tochtergesellschaften im Ausland. Dabei bietet der „S-CountryDesk“, das internationale Netzwerk der Sparkassen Finanzgruppe, vergleichbare, wenn nicht bessere Lösungen. In rund 100 Ländern können die Sparkassenkunden auf lokale Banken und zahlreiche Dienstleistungspartner zurückgreifen.

Christoph Holzem

39. Die Deutsche Leasing – „Going Global“ in der Absatz- und Investitionsfinanzierung

„Mehr im Blick“ – dieser Anspruch bildet die Basis für die Unternehmensphilosophie der Deutschen Leasing AG. „Mehr im Blick“ bildet seit Jahren auch die Grundlage für die deutschen Unternehmen, die sich im Ausland engagieren. Trotz ihrer regionalen Verwurzelung zieht es immer häufiger auch kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) in ausländische Märkte, als Exporteur oder als Investor. Die positive Begleiterscheinung: Solche Unternehmen sind wettbewerbsfähig und innovativ und ihr Auslandsengagement geht meistens einher mit einem Ausbau ihrer Aktivitäten am heimischen Standort.

Kai Ostermann

Zukunftssicherung

Frontmatter

40. Digitalisierung als Chance und Herausforderung für mittelständische Unternehmen

Zahlreiche Veröffentlichungen zur aktuellen Lage mittelständischer Unternehmen kommen zu erfreulichen Ergebnissen. In der seit Jahren vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband veröffentlichten Studie „Diagnose Mittelstand“ werden regelmäßig die Jahresabschlüsse von bis zu 260.000 mittelständischen Unternehmen ausgewertet. Auf Basis dieser breiten Datenquelle kommt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband zu der Erkenntnis, dass wichtige betriebswirtschaftliche Kennziffern wie zum Beispiel die Eigenkapitalquote sich weiter deutlich verbessert haben. Gesamtkapitalverzinsung, Umsatzrentabilität und Personalaufwandsquote „bewegen sich im langfristigen Vergleich …. auf einem guten Niveau“.

Karin-Brigitte Göbel

41. Risiko- & Compliance-Management im Mittelstand – ein Plädoyer für ein integriertes System

Als Jobmotor und Stabilitätsfaktor kommt dem deutschen Mittelstand eine besondere Bedeutung innerhalb der deutschen Wirtschaft zu – und das soll selbstredend auch in Zukunft noch so sein. Sieht man sich einmal an, mit welchen Instrumenten bzw. Methoden Konzerne und Großunternehmen versuchen, Ihren Fortbestand sicherzustellen, stößt man schnell auf den Begriff „Risiko & Compliance Management“. Was genau man sich darunter vorstellen kann und warum für mittelständische Unternehmen nach Auffassung der Autoren ein deutlicher Handlungsbedarf in diesem Bereich besteht, soll im Folgenden dargestellt werden.

Peter Bömelburg, Raimund Zähres

42. IT-Sicherheit im Mittelstand

Auch im Mittelstand muss sich die Informationssicherheit an den Anforderungen der Geschäftsprozesse und der für diese verwendeten IT-Anwendungen orientieren. Die Wichtigkeit der genutzten Anwendungen können nur die verantwortlichen Fachbereiche festlegen, da in der Regel nur sie deren Bedeutung für ihr Geschäft richtig einschätzen können. Es sind nicht nur die Verfügbarkeitsanforderungen zu betrachten, sondern auch die Anforderungen an Vertraulichkeit und Integrität festzulegen. Es gibt also viel zu tun. Es gibt hierfür aber auch professionelle Unterstützung.

Jens Bartelt, Benno Rieger

43. Herausforderung Energiewende: Strategien für den Mittelstand

Es ist erschreckend, steht mittlerweile aber fast zweifelsfrei fest: Das Klima ändert sich, die Erwärmung der Erde schreitet voran. Atmosphäre, Ozeane und Eis zeigen das deutlich. In den 30 Jahren zwischen 1983 und 2012 wurden in der nördlichen Hemisphäre im Mittel die höchsten Temperaturen seit 1400 Jahren gemessen. Um diese Entwicklung aufzuhalten, schlägt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltfragen (WBGU) eine Reduktion von CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern auf Null spätestens bis zum Jahr 2070 vor. Um das zu erreichen, muss das globale Energiesystem umgebaut werden. Das geht allerdings eher schleppend voran. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Primärenergieerzeugung betrug im Jahr 2010 nur acht Prozent, wenn man traditionelle Bioenergienutzung ausklammert. Betrachtet man nur das kommerzielle Energiesystem, so hat sich der Anteil der fossilen Energieträger zwischen 1990 und 2010 nur geringfügig von 88 auf 86 % reduziert.

Guido Brune

44. Unternehmensverbundene Stiftungen im Mittelstand – Zukunftssicherung des Unternehmens

Stiftungen ermöglichen es dem Stifter, seinem persönlichen Willen entsprechend, Vermögen dauerhaft einem bestimmten Zweck zu widmen. Die gestalterischen Möglichkeiten, die Stiftungen bieten, machen sie gerade auch für Unternehmer zu einem zeitgemäßen und lohnenswerten Engagement. Für mittelständische Unternehmer kann es insbesondere im Rahmen der Regelung der Unternehmensnachfolge sinnvoll sein, über eine Stiftungslösung nachzudenken. In diesem Fall bietet zum Beispiel das Doppelstiftungsmodell eine interessante Möglichkeit, den Erhalt der Firma als Lebenswerk für die Zukunft zu sichern, dabei die Versorgung der Familie zu gewährleisten und gleichzeitig Mittel für ein gemeinnütziges Engagement bereitzustellen. Die Realisierung eines solchen Modells sollte jedoch immer in Zusammenarbeit mit erfahrenen, professionellen Partnern erfolgen.

Peter M. Haid

45. Fachkräfteengpässe als Wachstumsbremse im Mittelstand

Qualifizierte Mitarbeiter sind für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens unverzichtbar. Sie entwickeln innovative Ideen, setzen diese in Produkten oder Dienstleistungen um und optimieren Prozesse und Organisationen. Auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung und der vermehrten Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Arbeitsprozess behalten Fachkräfte ihre herausragende Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Neue Technologien und technologiegestützte Methoden können nur dann zur Erbringung wertschöpfender und innovativer Leistungen beitragen, wenn sie durch gut qualifiziertes Personal angewendet werden, mit diesem Personal interagieren und es im Arbeitsprozess unterstützen. Im Zentrum der Arbeit bleibt jedoch der Mensch: Statt wie zu Zeiten der industriellen Revolution „Mensch oder Maschine“ heißt es inzwischen „Mensch und Maschine“. Diesen Zusammenhang belegt auch eine Befragung von rund 2000 innovativen deutschen Unternehmen im Jahr 2011: Als wichtigsten Einflussfaktor für ihre Innovationskraft bewerteten diese Unternehmen die Verfügbarkeit von beruflich qualifizierten Fachkräften.

Michael Hüther
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