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21.04.2023 | Mobile Banking | Schwerpunkt | Online-Artikel

Finanz-Apps gehören zum Alltag vieler Verbraucher

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

4 Min. Lesedauer

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Finanz-Apps ermöglichen einen schnellen Kontoüberblick sowie bequemes Bezahlen online oder an der Kasse und helfen bei der Verwaltung von Zahlungs- und Kundenkarten, Konzerttickets und Bordkarten. Zu den beliebtesten gehören die Angebote der VR-Banken und Sparkassen, so ein aktueller Report. 

In ihrem "State of Mobile Report 2022" haben die Analyseexperten des Datenspezialisten Data.ai den aktuellen Stellenwert von Finanz-Applikationen zur Erledigung von Geldangelegenheiten untersucht. Auf Nummer eins - gemessen an den Download-Zahlen - liegt der Online-Zahlungsdienstleister Paypal, der zur Unterkategorie Digital Wallets & Payments gehört. Dieser habe "die Art und Weise, wie Menschen Geld senden und empfangen revolutioniert", begründen die Studienautoren das Ergebnis. Unter allen untersuchten Angeboten sei das des US-Tech-Unternehmens 2022 am häufigsten von deutschen Nutzern auf ein mobiles Endgerät installiert worden. 

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Das 1998 gegründete Unternehmen hatte 2020 rund 277 Millionen aktive Kunden und bot in mehr als 200 Ländern Zahlungsmöglichkeiten in über 100 Währungen an, schreibt Springer-Autor Detlef Hellenkamp in seinem Buch "Bankwirtschaft". Damit sei das Angebot grenzüberschreitend nutzbar und insgesamt wohl am weitesten verbreitet. Auch im Brandindex 2022 des Meinungsforschungsinstituts Yougov, der zusammen mit der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" erhoben wird, rangiert das Unternehmen aus Verbrauchersicht ganz oben unter den "besten Marken in Deutschland". 

Mit der Google Wallet landete eine weitere App aus der "Digital Wallets & Payments"-Kategorie auf Rang acht der Top Ten von Data.ai. Allein im vierten Quartal 2022 zählten die Analysten 4,9 Millionen Downloads in diesem Subgenre. 

Apps für mobile Finanzgeschäfte sehr beliebt

Den größten Erfolg können jedoch Services im Bereich Mobile Banking verbuchen. Insgesamt 8,8 Millionen Mal wurde in Deutschland im Winterquartal 2022 eine App für die Abwicklung von Bankgeschäften per Smartphone heruntergeladen. Besonders beliebt ist das Angebot der Volks- und Raiffeisenbanken. Die dazugehörigen Anwendungen VR Banking und VR Securo Go Plus rangieren auf Platz zwei und drei der Hitliste. 

Ihnen folgen die Online-Banking-Apps der Sparkassen auf den Rängen vier und fünf. Mitte März 2022 hat die Finanzgruppe eine neue, modernere Version 6.0 auf den Markt gebracht. "Die Anwendung wurde unter Einbeziehen von Kunden in so genannten Nutzertests vom Digitalisierungspartner der Sparkassen-Finanzgruppe, der Finanz Informatik (FI), dessen Tochtergesellschaft Star Finanz, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und des Sparkassen-Finanzportals (SFP) sowie mit [...] Projektsparkassen substanziell überarbeitet und weiterentwickelt", erläutert Christian Kemper in der Zeitschrift "Bankmagazin" (Ausgabe 6 | 2022). 

Ebenfalls vertreten in der Hitliste sind die Dienste der DKB auf dem sechsten Platz und der ING an neunter Stelle. 

Taxfix hopp, Krypto und Investing flopp

Deutlich gesunken ist im vergangenen Jahr das Interesse an mobilen Investing-Services und an Apps zum Kryptohandel. Hierzu habe auch der Niedergang von Währungen wie Luna sowie die Pleiten von Krypto-Börsen wie FTX beigetragen. So lagen die Downloadzahlen in diesem Subsegment bei nur 0,64 Millionen. Ebenso sank das Segment Personal Investing nach einem Hoch im ersten Quartal 2021 auf eine Million Ladevorgänge im Winterquartal 2022. "Dies kann als Symptom der gegenwärtigen Inflation interpretiert werden, welche vielen Menschen den finanziellen Puffer zur Investition raubt", lautet die Einschätzung der Studienautoren. 

Mit seiner App hat es allerdings das Berliner Einhorn Taxfix auf Platz 7 der Download-Bestenliste geschafft. Es ist der einzige Service aus dem Bereich Steuer in der Liste der Top-Finanz-Applikationen. "Die Gründungshypothese von Taxfix im Jahre 2016 war es, die Einkommensteuererklärung so radikal zu vereinfachen, dass sie in wenigen Minuten auf mobilen Endgeräten erstellt werden könnte", schreiben Sebastian Rave, Daniel Kreter, Eymen Ölcer und David Rizor im Buch "Wachstumsfinanzierung inmitten des Covid-19-Ausbruchs" (Seite 202). 

Gestartet mit einem Pilotprodukt für junge Singles mit einem einzelnen Job habe Taxfix "schnell herausragende Unit Economics bei der Kundenakquise vorweisen können". Dabei habe das Angebot unter anderem von den häufigen Weiterempfehlungen durch User an ihre Freunde als auch von guten App-Store-Bewertungen profitiert. Seit 2020 bietet das Unternehmen seinen Service auch in Frankreich und Italien an.

Lokale Anbieter sind besonders vertrauenswürdig

Insgesamt stellten die Studienautoren fest, dass es lokal-ansässige Fintech-Unternehmen leichter bei Verbrauchern haben, als Firmen mit Hauptsitz im Ausland. Im Jahr 2021 lag der Anteil der Downloads von in Deutschland ansässigen App-Anbietern noch bei 54,3 Prozent. 2022 ist dieser bereits auf 63,5 Prozent geklettert. Wenn es um ihre persönlichen Finanzen geht, präferierten Nutzer lokale Dienstleister, "die bestimmten transparenten Regularien unterworfen sind". Aber auch hier bilde Paypal als gängiger Online-Bezahldienst eine Ausnahme.

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