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23.02.2018 | Mobile Banking | Nachricht | Online-Artikel

Sparkassen bremsen Yomo aus

verfasst von: Christian Kemper

2 Min. Lesedauer

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Mit einer eigenen Mobile-Banking-App wollen die Sparkassen aufs Smartphone ihrer Kunden. Doch der Weg dorthin ist steinig, die Lösung gilt als gescheitert. Ein erstes Institut setzt jetzt andere Prioritäten.

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) sagt die Einführung von Yomo, einer Smartphone-App für mobile Geldgeschäfte, vorerst ab. Das geht aus Medienberichten hervor, die eine Sprecherin des Instituts zitieren. Stattdessen werde man sich auf die Umstellung des IT-Systems konzentrieren, heißt es. Das trifft die Entwickler von Yomo hart, die seit rund zwei Jahren an der Lösung arbeiten, jedoch bislang nicht über die Beta-Phase hinauskommen. "Wir entwickeln weiter", lässt Yomo über Twitter wissen. Doch die Kritik an der Marktreife der App und an der seit Ende 2015 laufenden Entwicklung wird immer lauter.

Derzeit sind IT- Dienstleister des Verbunds sowie acht führende Sparkassen der Bundesrepublik an Yomo beteiligt. Darunter ist neben Bremen, Düsseldorf, Dresden und Köln auch weiterhin die Haspa in Hamburg. "Yomo ist noch nicht gescheitert", versicherte Helmut Schleweis, seit Ende September 2017 Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), auf einer "Handelsblatt"-Fachtagung in Berlin. Sobald die Beta-Phase beendet sei, werde die App weiteren Sparkassen angeboten.  

Mobiles Konto wird verschoben

Die Verschiebung der Einführung von Yomo bei der Haspa ist auf die bereits angestoßene Migration der IT-Systeme der Haspa auf die OS-Plus-Plattform der Finanz Informatik (FI) zurückzuführen. "Der geplante Livegang von Yomo ist inzwischen sehr stark in die Phase des IT-Migrationsprojekts gerückt", erläutert ein Sprecher des DSGV. "Vor diesem Hintergrund hat das Institut entschieden, ein mobiles Konto für die junge Zielgruppe erst nach der Umstellung ab Mitte 2019 anzubieten". Ob es sich dann immer noch um Yomo handelt, ließ er jedoch offen.

Denkbar ist laut DSGV-Präsident Schleweis, dass die vergleichsweise erfolgreiche Sparkassen-App "Kwitt", mit der Nutzer Geld direkt von einem Smartphone auf ein anderes senden können, künftig Elemente von Yomo integriert. "Wir wollen ausprobieren und schnell sein", betonte er auf der Fachtagung gegenüber den anwesenden Sparkassen-Vorständen, dazu sei eine gewisse Fehlerkultur nötig. "Doch wenn wir unter unserer Marke etwas einführen, muss es auch laufen."

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