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16.11.2016 | Mobile Commerce | Im Fokus | Onlineartikel

Das Smartphone als Einkaufshelfer

Autor:
Anja Schüür-Langkau

Die Deutschen lieben ihr Smartphone. Als Infoquelle und Einkaufshelfer gehört es für die Mehrheit zum Alltag. Doch der Handel nutzt die Chancen des Mobile Marketings noch nicht aus.

Der Griff zum Smartphone ist für die meisten Deutschen heute ebenso selbstverständlich wie Essen und Schlafen. Für viele ist es inzwischen unverzichtbar geworden. Über 89 Prozent der Smartphone-User surfen mehrmals täglich im mobilen Internet. Dabei ist die Nutzung im Altersvergleich bei den jüngeren Zielgruppen immer noch deutlich intensiver. So sind fast drei Viertel (72 Prozent) der unter 30-Jährigen täglich mehr als 40 Minuten im mobilen Internet unterwegs, bei den über 60-Jährigen gilt dies nur noch für zehn Prozent.

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Diese Ergebnisse stammen aus der Studie "G+J Mobile 360°", die Gruner + Jahr zum fünften Mal aufgelegt hat. Sie basiert auf einer Panel-Befragung im G+J Medientrend, bei der 470 Smartphone User im Zeitraum im Mai dieses Jahres zu ihrer mobilen Internetnutzung befragt wurden. Der Studie zufolge nutzen die Befragten das mobile Internet aus folgenden Gründen:

Was Nutzer mobil im Netz suchen
1. Aktuelle Informationen (88 Prozent) 
2. Nach dem Weg schauen (73 Prozent)
3. Lokale Informationen suchen (72 Prozent)
4. Informationen über Produkte und Dienstleistungen (67 Prozent)
5. Unterhaltung (60 Prozent)

Zu den beliebtesten mobil genutzten sozialen Medien zählen Whatsapp, gefolgt von Facebook und Instagram. Dabei gilt auch hier: Je jünger die User, desto intensiver die Nutzung. Hinsichtlich der Länge mobiler Informationen scheiden sich die Geister. Während 51 Prozent der Befragten angibt , auch längere Texte auf dem Smartphone zu lesen, bevorzugen 49 Prozent kurze und knappe Infos. Aber auch hier sind es eher die Jüngeren, die gelegentlich längere Beiträge mobil lesen. 

User kaufen Bücher, Apps und Tickets mobil

Auch für den Einkauf gewinnt das Smartphone zunehmend an Relevanz. 73 Prozent der Befragten haben bereits basierend auf mobilen Informationen Produkte und/oder Dienstleistungen gekauft. Rund drei Viertel der User unter 50 Jahren zählen zu den mobilen Shoppern, bei den 50- bis 59-Jährigen ist es die Hälfte. Am häufigsten werden Bücher, kostenpflichtige Apps sowie Flug- und Bahntickets über das mobile Internet erworben.

Mobile Werbung wird akzeptiert

Eine weitere gute Nachricht für Werbungtreibende: 59 Prozent der Smartphone-Nutzer akzeptieren mobile Werbung, weil ihnen bewusst ist, dass dieses die kostenfreie Nutzung einer App oder Website ermöglicht. Es wird allerdings erwartet, dass Werbung klar als solche erkennbar ist.

Für Springer-Autor Gerrit Heinemann spielt das mobile Internet ebenfalls eine Schlüsselrolle im zukünftigen Handel. "Auch stationäre Käufer beginnen mittlerweile ihren Einkaufsprozess mit der Recherche im mobilen Netz und nutzen dafür verstärkt lokale Dienste. Zwar nutzen Smartphone-Besitzer dazu auch andere Gerätetypen, also Desktop, Mobile oder Tablet, gestartet wird die Informationsrecherche aber überwiegend mit dem Smartphone. Dieses erfolgt dabei häufig in Leerzeiten wie zum Beispiel im Stau, in der Schlange oder im Wartezimmer. Den Informationsprozess setzen die Kunden zu Hause am Desktop fort, wo dann zunehmend auch gekauft wird", schreibt er im Buchkapitel "Always-on und Always-in-Touch – das neue Kaufverhalten" auf Seite eins.

Mobile schlägt die Brücke zu on- und offline

Das Smartphone wird insgesamt immer mehr zum Einkaufshelfer im Kaufprozess. Es "dient nicht nur als Brieftasche, sondern auch zum Preisvergleich, zur Produkt‐Recherche, zum Coupon‐Einlösen oder als Filialfinder. Mobile schlägt also die Brücke zu Online, Offline (stationärer Handel) und wieder zurück zu Mobile und ist als Sprungbrett zwischen den Kanälen auf allen Transaktionsstufen der Customer Journey mehrfach involviert – vermehrt auch auf der letzten Stufe des Bezahlens", fasst Springer-Autor Mark Wächter das Nutzungsszenario für den "Mobile Commerce" zusammen (Seite 172).

Aus Sicht von Gerrit Heinemann nutzt der Handel diese Potenziale jedoch derzeit noch nicht. "Erstaunlicherweise ist trotz dieser Entwicklung eine Vielzahl selbst großer deutscher Online-Shops noch nicht für die steigende Mobilität ihrer User gerüstet. Eine Studie der United Digital Group (UDG) ergab, dass viele Online-Händler bereits heute schon Umsatz verschenken, weil ihr Angebot noch nicht richtig Mobile-fähig ist", analysiert der Autor auf Seite sieben seines Buches.

Fazit: Klar ist, dass Mobilefähigkeit nach neustem technischen Standard zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird. Denn schon längst drängen Startups auf den Markt, die sich schnell und flexibel den Bedürfnissen der Kunden anpassen. Der Handel muss also schnell reagieren und seine mobilen Angebote ausbauen.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Mobile Commerce

Quelle:
Mobile Strategy

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