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Über dieses Buch

Bezahlen mit mobilen Endgeräten wie Handys oder Smartphones wird in den nächsten Jahren in Deutschland stark zunehmen. Diese Entwicklung bietet Chancen für unterschiedliche Branchen (Banken, Telekommunikation, Kreditkartengeschäft, Endgerätehersteller, …) und für die Konsumenten. Dieses Buch beschreibt umfassend den aktuellen Stand, die Entwicklungen und die entscheidenden Gesichtspunkte für das erfolgreiche Bezahlen mit mobilen Endgeräten. Durch die Darstellung der wesentlichen Aspekte des Mobile Payment (z. B. Geschäftsmodelle, Technik, Sicherheit) sowie die Vorstellung erfolgreicher Praxisbeispiele und Fallstudien verbindet es Theorie und Praxis optimal und ist ein nützliches Werk für alle, die Mobile Payment entwickeln, anbieten oder nutzen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Mobile Payment, das Zahlenmit einemmobilen Endgerät (Mobiltelefon, Smart Phone oder Tablet-PC), ist zurzeit in aller Munde.
Ist das schon wieder eine vollmundige Ankündigung wie in den vergangenen Jahren? 2002 wurde Mobile Payment schon einmal als das nächste große Thema angekündigt. Für die Optimisten war es der Geschäftsbereich des Mobile Business schlechthin. Von der Killerapplikation, der Querschnittsfunktion des Mobile Commerce, ist die Rede. 2006 sollte die kommerzielle Nutzung kurz bevorstehen. 2008 wurde gemeldet, dass eine solide Infrastruktur vorhanden sei. Die ersten Kritiken wurden laut. Man meinte, dass es immer noch ein halbgarer Markt sei. 2010 kam man desillusioniert zum Ergebnis, „lass uns alles einpacken und nach Hause gehen.“
Es gibt gute Argumente dafür, dass sich hier einiges zum Positiven geändert hat. Dies wird auch das Buch zeigen. Allerdings ist noch ein gutes Stück zu gehen, bis wir hier in Deutschland von einem Massenmarkt sprechen können.
Thomas Lerner

2. Einordnungen

Wenn wir heute an Geld denken, fallen uns als erstes Banknoten und Münzen ein. Diese Vermögenswerte werden als Geld betrachtet, weil sie liquide sind, sie allgemein akzeptiert und jederzeit zu Zahlungszwecken verwendet werden können. Die verschiedenen Formen des Geldes haben sich im Laufe der Zeit beträchtlich gewandelt. Papiergeld und Bankeinlagen hat es nicht schon immer gegeben. Doch bevor wir darauf zurückkommen, sollte zunächst einmal geklärt werden, was Geld eigentlich ist. Geld ist ein Gut mit speziellen Eigenschaften, das einige grundlegende Funktionen erfüllt. Es dient als Tauschmittel, zur Wertaufbewahrung und als Recheneinheit. Ohne Geld waren die Menschen früher gezwungen, Waren oder Dienstleistungen direkt gegen andere Güter zu tauschen – das offensichtlichste Problem der Tauschwirtschaft. D. h. dass die Menschen einen Handelspartner finden mussten, der genau die Ware oder Dienstleistung benötigte, die diese anboten, und gleichzeitig das zu bieten hatte, was sie dafür haben wollten. Behielt die als Geld verwendete Ware ihren Wert im Zeitverlauf, konnte sie über eine längere Zeit gehalten werden, was ein besonders nützlicher Aspekt war, denn er gestattete, den Verkaufsvorgang vom Kaufvorgang zu trennen. In diesem Fall erfüllte Geld die wichtige Funktion eines Wertaufbewahrungsmittels.
Thomas Lerner

3. Der Markt

In den Entwicklungsländern und in Asien haben erfolgreiche Geschäftsmodelle in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sich mit Mobile Payment-Services Geld verdienen lässt. Die Dominanz von 45 afrikanischen Mobile Payment-Services gegenüber den bekannten asiatischen technischen und wirtschaftlichen Innovatoren überrascht auf den ersten Blick dennoch sehr. Lateinamerika und die Industrieländer liegen im Jahr 2010weitabgeschlagen zurück. Auf dem zweiten Blick fallen die positiven volkswirtschaftlichen Effekte der innovativen Services auf. Sie erzeugen regionales Wachstum, indem sie die Geldzirkulation im Land fördern, und somit zu Geschäftsausweitungen und Beschäftigungsmöglichkeiten beitragen. Die Art der persönlichen mobilen Geldübertragung sorgt dafür, dass die Bevölkerung einfacheren, besseren und sichereren Zugang zu Finanzdienstleistungen erhält, wodurch sich die Bedürfnisse des Alltags bezahlen und einfacher Kapitalstock für die Einzelnen aufbauen lassen.
Thomas Lerner

4. Strategien

Eine der spannendsten Fragen bei der Umsetzung von Mobile Payment ist die nach einem dominanten Strategiemodell. Haben Business-Ökosysteme, die von einer bestimmten Branche entwickelt und damit von ihnen dominiert werden, eine größere Erfolgschance im Mobile Payment als andere Strategiemodelle? Gibt es vor allem ein solches? Bei der Antwort auf die Frage werden die wesentlichen Partner in der klassischen Wertschöpfungskette im Mobile Payment betrachtet.Dazu sollen vereinfacht Kunden, Banken,MNOs (Mobilfunkbetreiber) und Händler zählen. Kreditkartenunternehmen und andere Teilnehmer werden aus Gründen der Vereinfachung nicht betrachtet. Bei der Analyse wird neben den Kernkompetenzen der einzelnen Teilnehmer auch deren Fähigkeit, ein funktionsfähiges Business-Ökosystemaufzubauen, betrachtet. Es geht dabei unter anderemdarum, den Einfluss auf End-und Lesegerätehersteller sowie anderen Partnern des Gesamtsystems zu berücksichtigen, und um die Fähigkeit, ein solches System zu orchestrieren. Bei Herstellern mobiler Endgeräte beispielsweise dürften Mobilfunkbetreiber im Vergleich zu Banken oder Händlerorganisationen einen großen Vorteil aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit sowie der Einflussnahme auf die erforderlichen Endgerätespezifikationen haben. In den verschiedenen vorliegenden Veröffentlichungen liegt der Schwerpunkt der Diskussion auf vier verschiedenen Modellen: einem bankdominierten, MNO-zentrierten, einem Zusammenarbeits- und einem unabhängigen Modell.
Thomas Lerner

5. Mobile Technik und Sicherheit

Neben den Geschäftsmodellen und dem unterschiedlichen Reifegrad bei der Nutzung mobiler Zahlungssysteme unterschieden sich die Länder wesentlich in der verwendeten Technik und in den entsprechenden Sicherheitsanforderungen. In den Entwicklungsländern dominierten Services, die auf der Kombination der USSD/SMS-Technik basierten. In den asiatischen First-Mover-Staaten wie Japan, Korea oder Hongkong wurde früh auf das Near Field Communication-Derivat „Feli Ca“ gesetzt und damit auf den Vorreiter der NFCTechnik gesetzt, der jetzt u. a. in Europa und den Vereinigten Staaten für Furore sorgt. Darüber hinaus kommen weitere Technologien wie diejenigen, die z. B. auf WAP, dem Wireless Application Protocol, gehören und auf dem dazugehörigen Mobilfunknetz wie GPRS, EDGE, heute UMTS, und zukünftig LTE aufbauen. Zu erwähnen ist ebenfalls die Verwendung von QR-Codes, zweidimensionalen Barcodes, die bei einzelnen mobilen Zahlungsservices, wie z. B. bei Starbucks, zum Einsatz kommen. Erweitert werden diese Technologien um die Handy- und Smartphone-Betriebssystem-Anwendungen (z. B. Android, i Phone, Blackberry), die meist nur unter dem Schlagwort „Apps“ bekannt. Bei den bekannten Mobile Payment-Services handelt es sich meist um eine Kombination unterschiedlicher Technologien. Diesemüssen aus Sicherheitsgründen unterschiedlich betrachtet werden. Eine ausführliche technische Darstellung jeder einzelnen Technik und der damit verbundenen Sicherheitsfragen würde den Rahmen und die Zielsetzung des Buches sprengen. Es sei an dieser Stelle auf die unterschiedlichen, ausführlichen technischen Spezifikationen verwiesen.
Thomas Lerner

6. Organisation von Innovationen

Die Etablierung eines erfolgreichen Mobile Payment-Services stellt eine große Herausforderung für jeden Anbieter dar: Die Vielschichtigkeit des neuen Business-Ökosystems, die Komplexität der Wertschöpfungskette sowie das erfolgreiche Zusammenbringen des erforderlichen unterschiedlichen Branchen- und Technik-Know-hows, und letztlich das schnelle Lösen des „Henne-Ei-Dilemmas“ („Werden die Services von Beginn an Händler und Kunden begeistern?“).
Das Know-how der Anbieter ist meist auf die eigene Branche beschränkt. Mobile Payment und das Business-Ökosystem erfordert jedoch branchenübergreifende Zusammenarbeit, was durch Partnerschaften oder auch durch Zusammenschlüsse erzielt werden kann. Damit ist ein gewisser Grad der Innovation erzielbar. Die erfolgreichsten Geschäftsmodelle des jungen Internetzeitalters, auch im Mobile Payment, haben auch immer das „Konzept der offenen Innovation“ als Quelle von Ideen und kommerziellem Ansatz verfolgt. Dies ist bei Apple, NTT Docomo („Osaifu-Keitai“), SAP, Google und vielen anderen Unternehmen zu beobachten. Wie öffnet sich jedoch ein Unternehmen für externe Innovation? Wie wird die Innovation sinnvollerweise organisiert? Welche Innovationsart wird auf welche Weise am besten unterstützt? Wie werden die unterschiedlichen Gruppen motiviert? Und wie wird das Business-Modell ausgewählt? Was ist die richtige Plattform- Strategie?
Thomas Lerner

7. Fallstudien

Überblick Kenia Das ostafrikanische Kenia zählt annähernd 39 Millionen Einwohner. 78% davon leben in ländlichen Gebieten. Mehr als 42% der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten ist das Land in den letzten Jahren jedoch überdurchschnittlich gewachsen. Landwirtschaft dominiert das Land. Daneben leben die Menschen vom Kaffee- und Tee-Export, der Industrie bzw. kleineren Industriezweigen.
Thomas Lerner

8. Internationale Vergleiche

Seit im Jahr 2009 Square mit seiner Innovation auf den Markt gekommen war, hat es zahlreiche weitere Ansätze in diesem Umfeld gegeben. Im April 2011 ist Intuit mit Go Payment auf den Markt gekommen. Als europäische Square-Lösung ist im vergangenen Jahr i Zettle auf der Bildfläche erschienen. In diesem Jahr hat Pay Pal mit dem Produkt „Pay Pal Here“ nachgezogen. Aus diesem Grund werden die drei Beispiele von Square i Zettle und Pay Pal Here nebeneinander gestellt.
Thomas Lerner

9. Zusammenfassung

Mobile Payment wird kommen. Die Vielschichtigkeit des neuen Business-Ökosystems, die Komplexität der Wertschöpfungskette sowie die Diskussion um die geeignete Strategie, die verschiedenen Hürden oder zu verwendenden Technologien versperren zuweilen die Sicht. Das Wachstum beim Mobile Payment wird sich in den nächsten Jahren vervielfachen. Das ist kein frommer Wunsch mehr wie zu Beginn der Jahrtausendwende, es wird bereits heute von verschiedenen Marktteilnehmern mit aktuellen Zahlen belegt. Neben den großen Playern werden auch Nischenanbieter oder branchenspezifische Angebote mit attraktiven Geschäftsmodellen zukünftig eine Rolle auf diesem Markt spielen. Kleinbetragszahlungen zwischen 0–50 € werden zunehmend vom Bargeld auf eine „mobile Geldbörse“ wechseln, wie auch immer diese im Detail ausgestaltet sein wird. Durch jetzt mögliche neue Mehrwertdienste sind zusätzliche Einnahmen für die Payment-Service-Anbieter und Händler möglich. Zurzeit sind noch abweichende Strategien und Sonderwege zu beobachten, jeder schaut nur auf sich selbst. Es ist jedoch zu erwarten, dass es zu einer Angleichung der Strategien kommen wird, wie es auch beim Nischengebiet „Mobile POS-Terminal“ zu beobachten ist.
Thomas Lerner

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