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19.11.2018 | Mobile Payment | Infografik | Onlineartikel

Unternehmen zögern bei modernen Bezahlverfahren

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Wer sich heute neue Zielgruppen erschließen will, muss mit der digitalen Entwicklung Schritt halten. Das gilt scheinbar nicht für moderne Bezahlformen. Diese werden erst von rund einem Drittel der europäischen Firmen angeboten, fand eine aktuelle Studie heraus.

Die Dänen haben in Sachen Mobile Payment die Nase ganz weit vorne. Auf neun von zehn dänischen Smartphones ist die Banking-App Mobile Pay installiert und rangiert damit hinter Facebook auf Rang zwei, erklärt die internationale Branchenwebsite "Insta Pay". Auch 17 Prozent der Unternehmen in Dänemark bieten Mobile Payment an. Im europäischen Durchschnitt sind es nur fünf Prozent, wie die aktuelle Studie "Europäische Zahlungsgewohnheiten 2018" des Finanzdienstleisters EOS ermittelt hat. Hierfür wurden vom Marktforschungsinstitut Kantar TNS 3.400 Unternehmen in insgesamt 17 europäischen Ländern befragt.

Laut Erhebung bieten 29 Prozent der Firmen in Europa mindestens eine digitale Bezahlmethode an. Am häufigsten ist das mit 23 Prozent die Online-Überweisung über Drittanbieter wie beispielsweise Sofortüberweisung. Auf dem zweiten Platz folgt neben Mobile Payment sogenannte E-Wallets, also Guthaben auf elektronischen Plattformen wie etwa Paypal, mit ebenfalls fünf Prozent. Kryptowährungen wie Bitcoins spielen fast gar keine Rolle.

Digitalisierung mit Blick auf den Kunden hat keinen Vorrang

"Was hier ganz deutlich wird: Abseits des E-Commerce spielt digitales Bezahlen noch eine untergeordnete Rolle. Ich spreche das der Tatsache zu, dass sich viele Unternehmen selbst noch mitten in der Digitalisierung befinden", erklärt Klaus Engberding, Vorsitzender der EOS Gruppe. "Schnittstellen zum Kunden kommen erst im nächsten Schritt." 

Das könnte allerdings in Teilen schon bald geschehen. Denn Apple hat seine Pläne für seinen Bezahldienst Apple Pay in Deutschland weiter konkretisiert. Der Service soll laut des Internetriesen in Kürze starten. Unter den Instituten, die von Anfang an mit dabei sein werden, sind die Deutsche Bank, N26 sowie die Commerzbank-Tochter Comdirect. Zu den einführenden Einzelhändlern gehören unter anderem die Discounter Aldi, Lidl und Netto, aber auch Galeria Kaufhof, Tchibo, McDonalds sowie die Shell-Tankstellen. 

Dennoch wird auch künftig die Einführung digitaler Bezahlverfahren bei den übrigen Unternehmen erst nach und nach Einzug halten. Wie die Analyse zeigt, sehen nur 36 Prozent der europäischen Unternehmen in modernen Bezahlvarianten eine Chance, verspätete und uneinbringliche Zahlungseingänge zu reduzieren. So kommt für 74 Prozent kein Mobile Payment in Frage, 73 Prozent lehnen E-Wallets ab und 59 Prozent meinen auf Online-Überweisungen über Drittanbieter verzichten zu können. Beim Thema Kryptowährungen ist die Ablehnung am höchsten: 91 Prozent der Unternehmen können sich diese Zahlungsmethode nicht vorstellen.

Skepsis regional unterschiedlich ausgeprägt

Allerdings ist die Skepsis gegenüber den neuen Bezahlmethoden nicht überall gleich. Das zeigt sich beim Blick auf die einzelnen Länder: Deutsche Unternehmen sind mit 34 Prozent etwa auf dem gleichen Niveau wie Belgien, Griechenland, Kroatien und Ungarn mit jeweils 33 Prozent. Besonders zögerlich zeigen sich Russland mit sieben Prozent, Spanien mit 15 Prozent und Frankreich mit 20 Prozent.

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