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26.04.2018 | Mobile Payment | Im Fokus | Onlineartikel

Bargeldlos bezahlen liegt im Trend

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

"Nur Bares ist Wahres" war einmal. Die Deutschen lieben das Bezahlen per Karte. Laut Einschätzung des Einzelhandels kommen Scheine und Münzen vorwiegend bei kleineren Beträgen zum Einsatz. 

Der kartengestützte Umsatz in Deutschland legte 2017 laut einer aktuellen Studie des Handelsforschungsinstituts EHI wie schon in den vergangenen Jahren zu. Damit stieg der Anteil bargeldloser Zahlungen um 9,8 Milliarden Euro auf 196,8 Milliarden Euro. Rund jeder zweite Euro an der Kasse floss also per Karte. Vor allem beim klassischen Einkauf und bei Kleinbeträgen greifen Kunden aber immer noch gerne ins Portemonnaie. So geht der Handel davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren Beträge unter 30 Euro weiterhin überwiegend bar bezahlt werden.

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Sofortzahlungen kommen nur langsam an

Bei deutschen Geldhäusern sind Realtime-Überweisungen noch kaum verbreitet. Bislang bietet lediglich die Hypovereinsbank ihren Kunden diesen Service an. Noch wissen die Institute nicht, wie sie die hohen Kosten für die notwendige Infrastruktur wieder hereinholen sollen. 


Vebraucher nutzen Girocard

Besonders beliebt ist bei den Konsumenten die Girocard. Hier kommt aber laut EHI immer häufiger die kontaktlose Variante zum Einsatz. Dieser Bezahlweg werde aktuell bereits von mehr als der Hälfte der Händler akzeptiert – ein deutliches Plus. Im Vorjahr konnten Kunden erst bei sieben Prozent der Geschäfte kontaktlos per Karte zahlen. Bis Ende dieses Jahres werden drei Viertel der großen Handelsunternehmen in Deutschland das kontaktlose Bezahlen eingeführt haben, so das Institut.

Was allerdings die Weiterentwicklung der Zahlungswege betrifft, bleiben die Händler derzeit sehr verhalten, zeigt die Studie. Hier werde "allem Anschein nach auf marktfähige mobile Bezahllösungen" gewartet, heißt es zur Begründung. So genannte Instant Payments gelten dabei als Hoffnungsträger. Bei diesen Echtzeitzahlungen fließt binnen weniger Augenblicke Geld vom Konto des Kunden auf ein Empfängerkonto. Der Handel erhoffe sich davon Sicherheit und Liquidität.

Fortschritt bei Echtzeitzahlungen

Bei den technologischen Möglichkeiten der Echtzeitzahlungen im Massenverkehr werden sich Händler, aber vor allem Banken auf neue strukturierte Prozesse einstellen müssen. "Auch auf diesem Gebiet schreite die Entwicklung voran", erklärt Bankmagazin-Autor Stefan Terliesner im Beitrag  "Sofortzahlungen kommen nur langsam an" in der April-Ausgabe. "Die bereits realisierten Neuerungen im Zahlungsverkehr betreffen sowohl Einkäufe im stationären Handel als auch im Electronic- und Mobile-Commerce sowie P2P-Zahlungen, die von einer Person an eine andere gehen", erläutert Terliesner.

Die auffälligste Änderung im stationären Handel, zitiert der Autor Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele, sei die Einführung von kontaktlosen Kartenzahlungen mittels Near Field Communication (NFC). Für Ende 2019 plane die Kreditwirtschaft, "dass mehr als drei Viertel der Girocards, was rund 75 Millionen entspricht, einen NFC-Chip haben". Aktuell seien rund 35 Millionen Karten kontaktlos einsetzbar. Alle Händler in der Bundesrepublik sollen bis Ende 2018 ihre Kassenterminals auf die NFC-Technologie umgerüstet haben. "Konsequenterweise arbeitet die hiesige Kreditwirtschaft außerdem daran, die Girocard ins Smartphone zu integrieren", erklärt Terliesner. Genossenschaftsbanken und Sparkassen wollen laut Thiele Zahlungen dieser Art ab Mitte 2018 flächendeckend ermöglichen.

Händler investieren nur noch zurückhaltend

Die Bereitschaft der Händler, Geld in die Payment-Infrastruktur zu stecken, ist nach Angaben des EHI derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Erhebungen zu diesem Thema. Von den großen Handelsunternehmen planen zurzeit nur noch 33,8 Prozent zu investieren. Im Vorjahr waren es noch 47 Prozent. Fehlende Perspektiven werden vom Handel als Grund angegeben.

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