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23.01.2023 | Mobile Payment | Infografik | Online-Artikel

Digital Wallets überzeugen noch nicht jeden

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3:30 Min. Lesedauer
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Ein Drittel der Menschen in Deutschland zahlt selbstverständlich mit Smartphone oder -watch und hat dort auch Ausweis- und andere Dokumente hinterlegt. Und gleich viele zeigen sich interessiert an dieser Technologie. Doch halten sich auch Zweifel an der Sicherheit digitaler Geldbörsen hartnäckig.

60 Prozent der Bundesbürger hätten persönliche Dokumente wie Ausweise lieber digital in Form einer sogenannten Digital Identity Wallet im Smartphone anstatt diese analog in ihrer Brieftasche mit sich zu tragen. Das zeigte eine repräsentative Befragung unter mehr als 1.000 Verbraucher ab 16 Jahren, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Sommer 2022 durchgeführt wurde. Ähnlich hoch ist das Interesse der Deutschen an digitalen Geldbörsen, wie eine im Dezember veröffentlichte Studie des IT-Beratungshauses Software Advice ermittelt hat. 

Bezahlfunktion ist am wichtigsten

Der zufolge verwenden bereits ein Drittel (33 Prozent) der im Herbst 2022 befragten gut 1.000 Teilnehmer ab 18 Jahren eine Digital Wallet auf dem Smartphone oder der Smartwatch. Als Hauptzweck geben sie die Nutzung als Debit- oder Kreditkarte zum Bezahlen (76 Prozent) an. Mit Abstand folgen das Speichern von Fahrkarten und Flugtickets (39 Prozent) sowie von digitalen Eintrittskarten für Veranstaltungen (37 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei. 32 Prozent der Teilnehmer, die diese Technologie noch nicht nutzen, haben zudem ihr Interesse für entsprechende Funktionen bekundet. 

Laut der Erhebung hegen allerdings 27 Prozent der Befragten nicht den Wunsch, Ausweis- oder Nachweisdokumente sowie Geld- und Kreditkarten, Tickets oder den Führerschein in elektronischer Form auf einem smarten Mobilgerät zu hinterlegen. Acht Prozent haben sogar eine Digital Wallet besessen und verzichten mittlerweile wieder auf deren Einsatz. 

Corona war Booster für Digital Wallet

Warum sich dennoch die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland für digitale Brieftaschen ausspricht, liegt laut der Studienautoren auch an der schnellen Bereitstellung kontaktloser Bezahlmöglichkeiten während des ersten Corona-Jahres im Einzelhandel. Dies habe bei den Befragten, die bereits über eine Digital Wallet verfügen, starken Einfluss auf ihr eigenes Zahlungsverhalten gehabt. 70 Prozent stimmten der Aussage zu, dass "die Pandemie mich dazu gebracht hat, weniger Bargeld und mehr digitale Zahlungsmethoden zu nutzen". 

Die meisten Menschen in Deutschland haben genug von Papierkram und Zettelwirtschaft. Von heute auf morgen nutzten in der Corona-Pandemie rund zwei Drittel der Deutschen digitale Impfzertifikate und Apps zur Kontaktnachverfolgung. Das beweist, wie schnell sich digitale Anwendungen durchsetzen können, wenn es einfach geht und der unmittelbare Nutzen groß ist", brachte es Bitkom-Chef Achim Berg anlässlich des "eIDAS Summit" seines Verbands Mitte Juni 2022 auf den Punkt. 

Und der größte Vorteil liegt laut Software Advice für 75 Prozent der Befragten tatsächlich in der Bequemlichkeit. Fast die Hälfte (46 Prozent) schätzt es zudem, den Geldbeutel nicht dabei haben zu müssen und so dessen Verlust nicht zu riskieren. Ein weiterer Vorteil ist für 31 Prozent, dass der Einsatz von Digital Wallets einfacher nachvollzogen werden kann.

Furcht vor Datenmissbrauch bleibt

Allerdings hegen 35 Prozent der von Bitkom im Sommer 2022 befragten Verbraucher Ängste, wenn es um digitale Geldbörsen und Identitäten geht. Dabei spielen vor allem Aspekte des Vertrauens eine große Rolle: 63 Prozent derjenigen, die die Wallet nicht nutzen wollen, sind besorgt, dass Dritte ihre Daten missbrauchen. 57 Prozent haben Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und 53 Prozent machen sich Sorgen um den Datenschutz der Anwendung. 

Laut Software Advice fürchten 53 Prozent ihrer Studienteilnehmer außerdem eine stärkere Abhängigkeit von Smartphones. Und 35 Prozent schreckt ab, die auf dem Mobilgerät hinterlegten Zahlungsmethoden nicht mehr nutzen zu können, wenn der Akku des Smartphones leer ist. 

Sensibilität für IT-Sicherheit ist hoch

"Die Sensibilität für IT-Sicherheit und Datenschutz ist in Deutschland bekanntermaßen besonders hoch. Was die Menschen wissen sollten: Eine Digital Identity Wallet ist viel sicherer als eine herkömmliche Brieftasche, die man an jeder Straßenecke verlieren kann. Dagegen verschlüsselt und schützt die ID-Wallet sensible persönliche Daten und teilt diese nur autorisiert mit befugten Stellen", so Berg. 

Dabei liege die Zurückhaltung misstrauischer Verbraucher aber auch daran, dass sie aus ihrer Sicht kein geeignetes Gerät, etwa ein technisch aktuelles Smartphone, besitzen (24 Prozent) oder sich schlicht zu wenig mit digitalen Anwendungen auskennen (20 Prozent). 

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