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28.09.2016 | Mobilitätskonzepte | Im Fokus | Onlineartikel

Autonomes Fahren: die Autoindustrie muss sich bewegen

Autor:
Thomas Siebel

Das autonome Fahren wird das Mobilitätsverhalten in den nächsten 25 Jahren stark verändern – mit erheblichen Konsequenzen für die Autoindustrie. Nicht alle Experten halten die Autohersteller für gut gerüstet.

Verzicht auf das eigene Auto, stattdessen individuell zugeschnittenes Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrädern und Mietwagen – das Mobilitätsverhalten der meisten Menschen wird sich innerhalb der nächsten 25 Jahre grundlegend verändern. Davon sind die Autoren der Studie Mobility 2040 von Oliver Wyman nach einer Befragung von 200 Branchenexperten überzeugt. Ebenso davon, dass diese Entwicklungen erhebliche Konsequenzen für die Automobilindustrie haben wird. Besonders die Fortschritte beim autonomen Fahren werden das Mobilitätsverhalten umwälzen, die sogenannte "Shared Mobility" werde in diesem Zuge dramatisch wachsen. Die Autoren erwarten, dass die privaten Ausgaben für eigene Autos innerhalb der nächsten 25 Jahre um 25 bis 30 Prozent einbrechen. Auch insgesamt würden die Ausgaben für die individuelle Mobilität in Deutschland im gleichen Zeitraum zurückgehen: von derzeit 75 Prozent aller Ausgaben für den Personentransport auf 56 Prozent. 

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Die Studienergebnisse decken sich mit der Einschätzung von Experten, die im September auf Einladung des Darmstädter Konzerns Merck die Zukunft des Automobils diskutierten. So warnte Ferdinand Dudenhöfer vom CAR-Center für Automotive Research, dass der "emotional getriebene Fahrzeugkauf" stark zurückgehen, stattdessen Konzepte von Unternehmen wie Google mit selbstfahrenden Autos oder Uber die Mobilität der Zukunft bestimmen würden. Carsharing mache künftig einen Großteil des Umsatzes mit Autos aus, Autos im Privatbesitz würde es nur noch vergleichsweise wenige geben. Joachim Kolling, Leiter des Carsharing-Angebots DriveNow von BMW, stellte die Frage, ob Automobilhersteller zu Softwareproduzenten werden müssten – um sie sogleich selbst zu beantworten: Sie seien bereits Softwareunternehmen angesichts der umfangreichen Programmcodes, die mittlerweile in den meisten Fahrzeugen steckten. Dennoch müssten sie ihre Produktentwicklung neu ausrichten – weg vom produktzentrierten, hin zum konsumentenzentrierten Denken nach Vorbild US-amerikanischer Digitalunternehmen. Dabei gelte es, eine gute Balance zwischen Stabilität und dem Streben nach Neuem zu finden. Für die künftige Nutzung von Autos prophezeit Kolling einen fließenden Übergang vom kostenlosen Carsharing bis hin zum Besitz eines eigenen Autos. "Je mehr man bezahlt, desto mehr wird man ein Auto besitzen", führt Kolling aus, und "wer nicht zahlt, muss während der Fahrt Werbung ertragen."

Wettbewerb Digitalunternehmen und Autohersteller

Wie können sich dann die Automobilhersteller im Schatten der Digitalisierung positionieren? Dr. Bernd Abraham, Daniel Brugger und Sven Strehlke von Erlkönig und Dr. Wolfgang Runge von Runge Consult widmen sich in ihrem Beitrag Autonomes Fahren – Nur ein trojanisches Pferd der digitalen Unternehmen aus der ATZelektronik 01-2016 der Frage, ob sich die OEMs im digitalen Zeitalter behaupten können. Dabei stellen sie fest, dass beim "Thema Digitalisierung nicht die Automobilindustrie die führende Rolle einnimmt, sondern die Unternehmen des Internetzeitalters wie Alphabet, Apple, Facebook oder Amazon". Dies führen die Autoren auf grundsätzlich verschiedene Geschäftsmodelle zurück: Gewinne würden bei den Digitalunternehmen erst beabsichtigt, wenn sie eine starke Stellung im Markt erreicht haben, während nach der renditeorientierten Denkart der Automobilisten jedes Investment mit einem Return-on-Invest versehen sei. Ein Interesse der Digitalunternehmen am Bau eigener Autos halten die Autoren für unwahrscheinlich. Hingegen stellen sie die Frage, ob "Uber, Apple, Google & Co. mit ihren angekündigten Fahrzeugen und Initiativen rund um autonomes Fahren und Connected Mobility vielleicht nur Druck ausüben, damit möglichst viele Hersteller möglichst viele autonom fahrende Fahrzeuge auf die Straße bringen".

Ob den Autoherstellern das gelingt, bezweifelt Professor Broy, Leiter des Instituts für Informatik an der Technischen Universität München – zumindest so lange sie auf heutige Methoden und Strukturen in der Softwareentwicklung setzten. Im Interview "Die Gefahr steckt in der Geschwindigkeit, mit der sich die Dinge verändern" aus der ATZelektronik 7-2015 mahnt er eine mittelfristige Neugestaltung der E/E-Architektur von Fahrzeugen an, um für wichtige Zukunftsaufgaben wie das hochautomatisierte Fahren gerüstet zu sein.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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„Die Gefahr steckt in der Geschwindigkeit, mit der sich die Dinge verändern“

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