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25.07.2017 | Mobilitätskonzepte | Im Fokus | Onlineartikel

Wie das Internet der Dinge die Autohersteller zum Wandel zwingt

Autor:
Patrick Schäfer
2:30 Min. Lesedauer

Auch das Automobil ist von der digitalen Welt erfasst worden und wird nun zu einem Teil des Internets. Das führt zu einem Strukturwandel in der Automobilbranche. Wird sie den Umbruch meistern können?

Die Zeiten, in denen das reine Sachgut Auto vermarktet werden konnte, sind vorbei. Die Kerngeschäfte – klassischer Fahrzeugverkauf, After Sales oder Finanzdienstleistungen sind in Zukunft nicht mehr vorrangig gefragt.  Automobilhersteller müssen sich zu hybriden Servicedienstleistern wandeln, um im Mobilitätssystem der Zukunft bestehen zu können. Zu diesem Schluss kommen Marcus Grieger und Professor André Ludwig im Artikel Die Transformation von Automobilherstellern zu hybriden Leistungsanbietern im Springer-Magazin Wirtschaftsinformatik und Management 3/2017.

Durch zunehmende Elektrifizierung und Digitalisierung (Vernetzung der Fahrzeuge, automatisiertes Fahren) verschmilzt das Kraftfahrzeug zu einem Hybriden – es besteht aus einem physischen Produkt und den damit verbundenen digitalen Services. Und löst damit einen Strukturwandel aus: Der Vertrieb der Zukunft konzentriert sich weniger auf das Fahrzeug, sondern auf ganzheitliche Mobilität. Als Differenzierungsfaktor werden neue Angebote wie Mitfahr-, Mitnahme- oder Sharing-Dienste (Beispiel Uber) zunehmend an Bedeutung gewinnen. 

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01.06.2017 | Schwerpunkt | Ausgabe 3/2017

Die Transformation von Automobilherstellern zu hybriden Leistungsanbietern

Digitalisierte Automobile sind eine Manifestation des Internets der Dinge und partizipieren in einem Mobilitätsökosystem mit einer Vielzahl unterschiedlicher Stakeholder. Die Marktteilnehmer befinden sich im Wettbewerb um Kundenwissen und …


Das Automobil rückt in den Hintergrund

Das Connected Car generiert seinen Wert nicht mehr durch Value-in-Exchange – damit ist die Übergabe des Produktes gemeint – sondern durch dessen Nutzung und der daran angeschlossenen Mobilitätslösungen. In diesem Prozess entstehen immer mehr Daten, die ausgewertet wiederum für die Zukunft und neue Services bereitgestellt werden können. Das macht aus dem ursprünglichen Konsumenten einen Nutzer und im nächsten Schritt zu einem Prosumer, der Teil hat an der Entwicklung. 

Auf diesem Wege müssen sich die Automobilhersteller umstellen und in Konkurrenz mit neuen, digitalen Anbietern aus der Online-Branche treten, die mehr und mehr Anteile vom eigenen Geschäftsvolumen abgreifen. Hat es in vergangenen Zeiten gereicht, den Kontakt zu Kunden im Showroom zu pflegen, müssen sie nun als Mobilitätsdienstleister mit neuen Geschäftsmodellen ihre Kunden besser kennen- und verstehen lernen. Dafür sind sie auf neue Allianzen angewiesen, damit sie in ihre Fahrzeuge, die für den zukünftigen Kunden dann oft nur noch Mittel zum Zweck sein werden, möglichst viele Mobilitätslösungen integrieren können. Diese Plattformen werden eine wichtige Komponente der Wertschöpfung darstellen. 

Der Zusammenfluss der physischen und virtuellen Welt schafft ein integriertes Service-Netzwerk. Darin bieten mobilitätsbezogene Dienste einen zusätzlichen Wert zu dem klassischen Nutzen der Fahrzeuge. Zweifelsohne wird sich die Fähigkeit von Fahrzeugen erweitern, was wiederum Einfluss auf die Beziehung zwischen dem Fahrer und dem Fahrzeug hat." schreiben Grieger und Ludwig.

Vernetzte Automobile stellen in Zukunft mehr als ein Vehikel dar, sie sollen vor allem die Generierung von Mobilitätslösungen voranbringen. Die Frage: "Wie komme ich schnell und bequem von A nach B?" wird entscheidend – das Mittel dazu steht zunächst im Hintergrund. Am Beispiel der Daimler-Tochter moovel kann man erkennen, dass der Wandel der Automobilhersteller bereits im Gang ist. 

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