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09.05.2018 | Mobilitätskonzepte | Im Fokus | Onlineartikel

Auf dem Weg zur smarten Stadt

Autor:
Stefan Schlott

​​​​​​​Autonomes Fahren und eine dezentrale Stromversorgung über Smart Grids sind nur ein Teil bei der Entstehung intelligenter Städte. Sie sollen zudem Geschäftsmöglichkeiten in Billionen-Höhe generieren.

Es ist fast wie vor 20 Jahren zu Beginn der Dotcom-Blase: Obwohl viele Techniken erst am Anfang ihrer Entwicklungen stehen, schießen Ideen und Visionen in die Höhe, wie auf einer frisch gedüngten Blumenwiese. Smart Cities, gesteuert mit den Werkzeugen der künstlichen Intelligenz (KI) und dem Internet der Dinge (IoT), sind dabei ein wichtiger Bereich, der die Kreativität beflügelt. "Der Aufbau von intelligenten Städten, auf Englisch: Smart Cities, ermöglicht einen nahtlosen Übergang hin zu einer Urbanisierung, bei der technologische Fortschritte den Kommunen bei der Optimierung von Ressourcen helfen um einen maximalen Wert für die Bevölkerung zu schaffen, seien sie finanzieller Art, Zeitgewinn oder die Verbesserung der Lebensqualität", heißt es beispielsweise in einer Studie von Frost & Sullivan. 

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Auch mit der regionalen Verteilung der Ideen und Projekte haben sich die Autoren der Studie befasst. Dabei fällt auf, dass die Asien-Pazifikregion bis 2025 die am schnellsten wachsende Region im Bereich Smart Energy sein wird. In Asien selbst werden über 50 Prozent der Smart Cities in China zu finden sein. Smart-City-Projekte werden bis 2025 320 Milliarden US-Dollar für die chinesische Wirtschaft generieren. Nordamerika folge auf schnellem Fuß mit vielen Tier-2-Städten, wie Denver und Portland, die darum bemüht seien, ihr Smart-City-Portfolio auszubauen. Etwas nebulöser sind die Aussagen zu Europa. Demnach werde man die weltweit meisten Investitionen in Smart-City-Projekte in Europa finden, "ausgelöst durch das Engagement der Europäischen Union in Bezug auf die Entwicklung solcher Initiativen".

Mobilitätsdienstleistungen als Schrittmacher

Was die individuelle Mobilität angeht, werden digitale Reiseplattformen zum Dreh- und Angelpunkt neuer Mobilität und entscheiden künftig über die Verkehrsmittelwahl. Davon geht eine aktuelle Studie von Oliver Wyman aus. Im Auto ohne Lenkrad herrsche dann eine neue Freiheit, die Mobilitätsdienstleister nutzen können – weit über das eigentliche Reisemanagement hinaus. "Angebote wie Finanzdienstleistungen, E-Commerce oder Unterhaltung und Bildung können die Umsätze weiter steigern", sagt Sebastian Schambach, Berater bei Oliver Wyman und Co-Autor der Studie. Er geht davon aus, dass künftig auch Bankgeschäfte direkt über die digitale Mobilitätsplattform erledigt werden. 

Chinesen sind internationale Vorreiter und würden unserer Umfrage zufolge schon heute ihre Finanztransaktionen über eine Smart-Mobility-Plattform abwickeln", sagt Schambach. 

Auch Weiterbildungskurse könnten Passagiere direkt über die Mobilitätsplattformen buchen. Eine weitere wichtige Einnahmequelle soll laut Studie Werbung sein.

Grundsätzlich beobachten die Berater eine wachsende Bereitschaft, für die neuen Dienstleistungen rund um die Organisation der Reise zu bezahlen. Dabei ergeben sich im Ländervergleich deutliche Unterschiede. So sagen 97 Prozent der Chinesen, dass sie auch kostenpflichtige Services nutzen würden – aber erst 77 Prozent der Deutschen. "Die Aufgeschlossenheit der Europäer und Amerikaner wird sich auf diesem Gebiet noch weiter erhöhen", erwartet Schambach.

Potenziale zur technischen Umsetzung

In ihrem Artikel Fahrzeugkonzept für die urbane Mobilität von morgen für die ATZ 3/2018 beschreiben Otmar Scharrer, Marco Warth, Achim Wiebelt und Daniel Rieger, welche Herausforderungen, aber auch Potenziale sich bei der technischen Umsetzung eines künftigen urbanen Elektromobilitätskonzepts ergeben. Dazu wurde ein Konzeptfahrzeug mit dem Namen Meet (Mahle efficient electric transport) konzipiert, das als zweisitziges Stadtfahrzeug mit Elektroantrieb vor allem auf Wendigkeit, Effizienz und Bezahlbarkeit getrimmt wurde.

Die Entwicklung von Großstädten hin zu Smart Cities wird entscheidenden Einfluss auf die Mobilität der Zukunft haben. Darauf weisen auch David Eckhoff, Daniel Zehe, Jordan Ivanchev und Alois Knoll in ihrem Beitrag Smart City-to-Vehicle –  Messen, Vorhersagen, Beeinflussen für die ATZelektronik 2/2017 hin. Smart Cities zeichnen sich demnach durch eine hohe Durchdringung von Sensoren und Aktoren aus, die zum einen kontinuierlich diverse Aspekte einer Stadt, beispielsweise den Verkehr, beobachten und basierend darauf kontrollierend eingreifen können. "Diese Systeme sind zusätzlich meist noch mit Kommunikationstechnik ausgestattet, sodass eine große Menge an Informationen zentral gesammelt und verarbeitet werden kann", so die Autoren. Die eigentliche "Smartness" einer Stadt liege im Einsatz dieser Informationen, anhand derer bestehende Prozesse verbessert oder neue Anwendungen ermöglicht werden können.

Parkplatzinformationen sind nur der Anfang

Parkplatzinformationen, an denen aktuell gearbeitet wird, stellen für die Autoren nur den Anfang dar. Moderne Sensorik im und am Fahrzeug sowie in der Infrastruktur liefern zusätzliches Wissen, das für neuartige Services genutzt werden kann. Im (automatisierten) Fahrzeug angekommen, seien sie integraler Bestandteil des Fahr- und Routenfindungsprozesses. Diese allgegenwärtige Technik könne dazu benutzt werden, um zum einen den persönlichen Präferenzen des Fahrers (oder Passagiers) zu entsprechen, aber auch um vom Service vorgegebene Optimierungsziele zu verfolgen.

Nicht nur an der Technik gilt es dabei zu arbeiten. Daran erinnern Konrad Walser und Stephan Haller in ihrem Kapitel Smart Governance in Smart Cities des Fachbuchs Smart City. Grund: In Smart Cities arbeiten staatliche, halbstaatliche und private Institutionen in Public Private Partnerships (PPP), also in Verbünden, zusammen. Dies werfe Fragen zur Governance auf, die zu beantworten größere Herausforderungen mit sich brächten. Aus Sicht der Smart City sei eine Orchestrierung – also ein Management von Verbünden von Serviceerbringern – zu erreichen, was Koordination, Alignment und Steuerung der Beteiligten als zentrale Anforderung hervorbringt.

75 Prozent der erforderlichen Infrastruktur sind noch nicht gebaut

Dass die schöne neue Datenwelt noch viele Kraftakte erfordern wird, wissen Hans-Josef Vogel, Karlheinz Weißer und Wolf D. Hartmann. In ihrem Kapitel Smart Mobility – Neu denken des Fachbuchs Smart City: Digitalisierung in Stadt und Land schreiben sie davon, dass 75 Prozent der öffentlichen Infrastruktur, die unsere Städte spätestens im Jahr 2050 brauchen werden, heute noch gar nicht gebaut seien. Bauliche Entscheidungen von heute, so die Autoren, müssten deshalb neue technische Möglichkeiten, Servicefreundlichkeit und künftige innovative Dienstleistungen berücksichtigen. Dazu gehöre auch das autonome Fahren mit der Zusatzfunktion des pilotierten Parkens.

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