Das sind die Carsharing-Trends 2026
- 20.01.2026
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Teledriving, Abschaltung von 2G und 3G sowie Asset Protection: Das sind einige der Trends, die die Carsharing-Branche 2026 antreiben.
Carsharing soll den Flächenverbrauch und die Umweltbelastungen reduzieren sowie den Verkehr entlasten.
Nudphon Phuengsuwan / Getty Images / iStock
Egal, ob groß oder klein, kostengünstig oder luxuriös: Jederzeit ein Auto mieten, das man gerade braucht, buchbar an jeder Straßenecke. Das verspricht Carsharing. Das Auto-Teilen gilt als Hebel auf dem Weg zu einem intelligenten Mobilitätsmix in Städten als auch im angrenzenden Umland. Doch wie entwickelt sich die Carsharing-Branche? Experten bei Invers, einem Anbieter von Hard- und Software-Lösungen für Shared-Mobility-Unternehmen, haben fünf wichtige Trends für dieses Jahr ausgemacht.
Blickt man zunächst auf das vergangene Jahr, so stand dieses für die "Carsharing-Branche im Zeichen des strategischen Wandels von Expansion zu Rentabilität", wie Invers erklärt. Was die Größe betreffe, so hätten die europäischen Carsharing-Flotten der stationären und Free-Floating-Angebote etwa 129.000 Fahrzeuge erreicht und seien damit in den letzten 12 Monaten um etwa 8 % gewachsen. Das zeige, so Invers, dass Carsharing weiterhin wachse, "auch wenn einige Betreiber ihre Präsenz konsolidieren und sich aus schwächeren Märkten zurückziehen", wie es heißt.
"Steigende Fahrzeug- und Wartungskosten für private Nutzer, begrenzter Platz in städtischen Gebieten sowie strenge städtische Vorschriften und Null-Emissions-Ziele machen Carsharing zu einem zentralen Bestandteil der städtischen Mobilitätspolitik", sagt Bharath Devanathan, Chief Business Officer bei Invers. "Gleichzeitig hören wir von Kunden und Branchenexperten, dass diese Entwicklungen die Betreiber auch dazu veranlassen, die Wirtschaftlichkeit der Einheiten zu überprüfen und den Betrieb zu optimieren, um Gewinnmargen durch neue Technologien zu verbessern."
Fünf Trends prägen die Carsharing-Branche 2026
1. Autonom und tele-operiert wird mit neuen Vorschriften realistisch
Das Konzept des Teledrivings ("Telefahren") wird in der Europäischen Union (EU) bereits seit einiger Zeit getestet, wie Invers berichtet. Neue Gesetze würden nun den Weg für seine Ausweitung ebnen. "In Deutschland ist am 1. Dezember 2025 ein Rechtsrahmen für Teledriving in Kraft getreten, der zunächst auf einen Zeitraum von fünf Jahren begrenzt ist", heißt es.
Das Berliner Start-up Vay testet bereits seit 2024 fahrerlose Mietwagen in Las Vegas, wo das ferngesteuerte Fahren erlaubt ist. Das funktioniert so: Kunden können über eine App einen Mietwagen bestellen, der dann fahrerlos direkt vor ihrer Haustür vorfährt. Nach der Fahrt übernimmt wieder der Fernfahrer. Green Mobility, ein Carsharing-Anbieter in Kopenhagen, habe laut Invers im November 2025 eines der ersten autonomen Autos Europas vorgestellt und teste derzeit das Potenzial von geteilten autonomen Autos.
2. Letzte 2G- und 3G-Netze werden bald abgeschaltet
Viele Länder haben ihre 2G- und 3G-Netze nach Angaben von Invers bereits abgeschaltet. Die Schweiz soll voraussichtlich 2026 folgen, bis dahin seien beide Technologien veraltet. Frankreich plane, seine 3G-Netze bis 2026 abzuschalten. Mehrere Länder auf allen Kontinenten hätten Termine für die Abschaltung von 2G und 3G festgelegt, um Platz für Netzwerke der nächsten Generation wie 4G und 5G zu schaffen.
Das bedeute auch, so Invers, dass sich die Carsharing-Technologie an diese neuen Anforderungen anpassen müsse. "Die beste Option zur Lösung dieses Problems ist der Standard Long-Term Evolution for Machines (LTE-M). LTE-M ist ein energiesparender Mobilfunkstandard für große Reichweiten, der speziell für das Internet of Things (IoT) und die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) entwickelt wurde", heißt es. Der Standard soll eine große Reichweite, gute Mobilitätsunterstützung und eine mehrjährige Batterielebensdauer für Geräte bieten, die moderate Datenraten benötigen, wie beispielsweise Tracker, Sensoren und intelligente Zähler. Dieser Standard werde noch viele Jahre verfügbar sein und eigne sich für die Anforderungen des Carsharing-Sektors, so Invers.
3. Neue E- und Hybrid-Modelle kommen in die Flotten
Invers macht einen Trend zu mehr Elektro- und Hybridfahrzeugen in Carsharing-Flotten aus. Carsharing-Unternehmen würden Elektrofahrzeugmodelle aus China und von neuen Herstellern wie Togg aus der Türkei für den Einsatz im Carsharing testen. Darüber hinaus würden Hersteller Carsharing-Flotten nutzen, um ihre Modelle einem breiteren Publikum von Alltagsnutzern vorzustellen.
Das Invers-Team habe 2025 mehr als 90 Elektro- und Hybridfahrzeuge für Carsharing-Betriebe analysiert, darunter neue Modelle wie den Toyota Yaris Cross Hybrid und den Genesis GV60. Kürzlich seien Modelle wie der Renault 5 E-Tech Electric, der T 10 von Togg, der Kia EV3, der Toyota C-HR Hybrid und der BYD Sealion 7 untersucht worden.
4. Asset Protection ist wichtiger Hebel für Profitabilität
Wächst die Nutzung und Größe von Carsharing-Flotten, steigt auch das Risiko von Schäden. Interne Berichte von Carsharing-Anbietern würden zeigen, so Invers, dass rücksichtsloses Fahrverhalten zwar nur 1 bis 2 % der Fahrzeuganmietungen ausmache, aber für mehr als 40 % aller Schadenskosten verantwortlich sei. "Schäden und damit verbundene Kosten sowie steigende Versicherungspreise gehören zu den größten Herausforderungen, denen sich Carsharing-Anbieter derzeit stellen müssen. Daher sind Wartung und Schutz der Fahrzeuge ein entscheidender Faktor für die Profitabilität des Geschäfts", heißt es. Daher gelte es, Fahrzeuge durch effiziente Strategien und Systeme zu schützen. Der Flottenschutz erhöhe außerdem die Betriebszeit der Fahrzeuge, was sich direkt auf die Rentabilität auswirke, so Invers.
5. Mobilitätsinfrastruktur integriert zunehmend Carsharing
Invers prognostiziert, dass Carsharing nicht mehr als Randerscheinung mit hauptsächlicher Nutzung in innerstädtischen Gebieten angesehen werde, sondern zunehmend in die gesamte Mobilitätsinfrastruktur von Städten und Kommunen integriert werde. Politiker und Verwaltungen würden Carsharing aktiv in ihre Stadtentwicklungspläne einbeziehen, indem sie Nutzungsbereiche und Partnerschaften bildeten.
Flinkster, der Carsharing-Dienst der Deutschen Bahn, kombiniert den Nah- und Fernverkehr mit Carsharing. Das Konzept des Condo-Carsharing, also der privaten Carsharing-Nutzung für Nachbarschaften, wird von Carsharing-Anbietern wie Carré Mobility umgesetzt. Die Integration von Carsharing in die Mobilitätsinfrastruktur soll laut Invers zu einer Veränderung des Mobilitätsverhaltens und zu weniger Autos in den Städten führen. Dadurch entstehe mehr nutzbare und grüne Flächen in städtischen Gebieten.