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2024 | Buch

Mobilitätsplanung

Theorien, Aufgaben und Prozesse

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Über dieses Buch

Dieses Buch umfasst die wesentlichen Grundlagen einer praxisorientierten Mobilitätsplanung. Im Gegensatz zur Verkehrsplanung fokussiert sich die Mobilitätsplanung auf den Menschen als zentrale Figur der Verkehrsentwicklung und entwirft daraus neue Perspektiven für die Planung. Mobilitätsplanung löst damit die Abhängigkeit vom technischen Artefakt des Verkehrs und zielt stattdessen darauf ab, direkt die Möglichkeiten der Menschen zu verstehen und zu beeinflussen. Das Buch richtet sich somit an alle Akteure, welche die Mobilität der Menschen in unterschiedlicher Weise beeinflussen. Klassischerweise gehören hierzu alle Ebenen der Planungspraxis, von Ministerien bis hin zu kommunalen Verwaltungen und Planungsbüros. Aber auch politisch Entscheidungstragende, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure gehören zu den Adressaten dieses Buches, da sie maßgeblich an der zukünftigen Entwicklung von Mobilität und Verkehr mitwirken.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Einführung
Zusammenfassung
Die Verkehrsplanung und -politik befindet sich aktuell in einer grundlegenden Transformation, die mit moderneren Leitbildern, wandelnden Rechtsnormen und einer neuen Generation von Planerinnen und Planern einhergeht. Damit öffnet sich aktuell ein Möglichkeitsfenster, um eine grundlegende Neuausrichtung der Verkehrsplanung von der Theorie bis zur Praxis anzugehen, immer gerechtfertigt durch die weiterwachsende Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Mobilitätsplanung stellt solch eine Neuausrichtung dar, basierend auf einem neuen Selbstverständnis der Planung, sowie passenden Prozessen und Instrumenten. Sie sind Inhalt der folgenden Kapitel dieses Grundlagenbuchs, welches insbesondere die praktizierenden Planenden aber auch politische und gesellschaftliche Akteure über die Potenziale der Mobilitätsplanung aufklären soll.
Alexander Rammert
Kapitel 2. Mobilität statt Verkehr: Theoretische Grundlagen
Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel wird zunächst der Mobilitätsbegriff in seiner Vielschichtigkeit diskutiert und von klassischen Begriffen wie ‚Verkehr‘ und ‚Erreichbarkeit‘ abgegrenzt. Anhand von Beispielen wird gezeigt, welche Folgen eine Begriffsverwechslung haben kann und wie bis heute noch auf Basis irreführender Begriffsverständnisse geplant wird. Weiterhin werden aktuelle Erkenntnisse aus der Mobilitätsforschung vorgestellt und zentrale Erkenntnisse für die Planung diskutiert. Insbesondere die drei Einflussdimensionen der Mobilität werden ausführlicher dargelegt, da sie für eine vollwertige Mobilitätsplanung verstanden werden müssen. Abschließend geht es im Allgemeinen um die Möglichkeiten einer planerischen Gestaltung der Mobilität. Ziel dieses 2. Kapitels ist es, die notwendigen Theorien zur Mobilitätsplanung kennenzulernen und darauf aufbauend in den folgenden Kapiteln als eigenes Konzept weiterzuentwickeln.
Alexander Rammert
Kapitel 3. Zwischen Tradition und Moderne: Planung in Deutschland
Zusammenfassung
Im Folgenden werden die zentralen Barrieren für eine mobilitätsorientierte Planung vorgestellt. Diese beruhen auf vielzähligen Berichten, Workshops und Publikation von in der Praxis aktiven Planerinnen und Planern. Diese Probleme aufzunehmen, sie gesammelt aufzubereiten und zu diskutieren, ist meines Erachtens Voraussetzung für das daran anschließende Lösungskonzept der Mobilitätsplanung. Am Ende erschweren die hier diskutierten Barrieren nicht nur die Transformation der Mobilität in Form der Verkehrswende, sondern auch die tagtägliche Arbeit der Planenden in den verschiedenen Institutionen. Den Anfang macht die starke kulturelle Aufladung der Mobilität in Politik und Gesellschaft. Mit ihr in der Planung umzugehen und dabei gleichzeitig nicht in technokratische Entscheidungsmuster zu verfallen, ist die erste Herausforderung moderner Planung. Aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland erschweren den Planenden innovative und neuartige Lösungsansätze zu entwickeln. Viele alte Perspektiven auf das Verkehrssystem werden in ihnen über die Jahre konserviert und bescheren der heutigen Planung die vermeintlichen Weisheiten der älteren Generationen. Auch in den Strukturen der Verwaltungen finden wir viele historische Traditionen wieder, die bis zurück in das Bürokratieverständnis des alten Preußens reichen. Deshalb ist es wichtig zum Abschluss des Kapitels auch unterschiedliche Ansätze unserer europäischen Nachbarn vorzustellen. So wird deutlich, dass alternative Herangehensweisen, Prozesse und Strukturen möglich sind, wenn der Veränderungswille da ist.
Alexander Rammert
Kapitel 4. Der Mensch im Zentrum: Die Mobilitätsplanung
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden zunächst die Grenzen des Mobilitätsmanagementansatzes in Deutschland skizziert, um deutlich zu machen, welche Hindernisse eine erfolgreiche Mobilitätsplanung zukünftig umgehen muss. Daran anschließend wird ausführlich der Perspektivwechsel vollzogen, der für eine Planung der Mobilität notwendig ist. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen aus dem 2. Kapitel und den Vorarbeiten der Integrierten Verkehrsplanung entsteht ein Grundsatz der Mobilitätsplanung, der das konzeptionelle Fundament für die darauf aufbauenden Praxisimplementation bildet. Für eine praxistaugliche Mobilitätsplanung müssen Aufgabenfelder, Fachbereiche und Arbeitsprozesse definiert werden, welche sie von den traditionellen Planungsansätzen abgrenzt. Die Aufgabenfelder beschreiben die unterschiedlichen Ebenen, auf denen die zukünftigen Mobilitätsplanenden aktiv sind. Die Fachbereiche skizzieren welche fachspezifischen Expertisen für eine Mobilitätsplanung benötigt werden und wie diese in den Verwaltungen zu integrieren sind. Und die Arbeitsprozesse diskutieren am Ende, welche neuen Personal- und Planungsstrukturen benötigt werden, um die Mobilität effektiv planen zu können. In der Gesamtheit stellt dieses Kapitel damit das Grundkonzept der Mobilitätsplanung dar.
Alexander Rammert
Kapitel 5. Mobilität in der Praxis: Der modulare Planungsprozess
Zusammenfassung
Entsprechend der diversen Strukturen, Rahmenbedingungen und Herausforderungen vor Ort, unterscheiden sich auch die Vorgehensweisen der Planenden. Deswegen erscheint es aus Perspektive einer praxistauglichen Mobilitätsplanung sinnvoll, die einzelnen Prozessmodule aus der Praxis zu systematisieren und in Form einer Übersicht zu dokumentieren. Im Folgenden geschieht dies anhand eines Modulkatalogs, welcher die wesentlichen Prozessmodule der Mobilitätsplanung katalogisiert. Dafür werden zunächst die traditionellen Module der Planung von Raum- und Verkehr reflektiert, bevor im Anschluss detaillierter der modulare Planungsprozess vorgestellt wird. Darauffolgend werden ausführlich 18 elementare Module der Mobilitätsplanung auf strategischer, operativer und analytischer Ebene mithilfe von Steckbriefen vorgestellt. Sie beinhalten wesentliche Ziele, Voraussetzungen und Methoden, die für die Umsetzung der Module in der Praxis gegeben sein müssen. Veranschaulicht wird das Funktionsprinzip der Module anschließend anhand ausgewählter Planungsprozesse in Deutschland für ganz unterschiedliche Projekte der Mobilitätsplanung. Ziel ist es, ein Verständnis über die vielfältigen Möglichkeiten und Methoden der Mobilitätsplanung zu erlangen und am Ende selbstständig den passenden Planungsprozesse für das eigene Mobilitätsprojekt zusammenstellen zu können.
Alexander Rammert
Kapitel 6. Eine erfolgreiche Mobilitätsplanung
Zusammenfassung
An der zukünftigen Entwicklung unserer Mobilität entscheidet sich, ob wir die Klimaziele erreichen, die Luftgrenzwerte in den Städten einhalten, die soziale Exklusionsgefahr verringern, urbane oder ländliche Räume lebenswerter werden, wie wir täglich zur Arbeit gelangen, welche Urlaubsziele wir auswählen und welche Wohnstandortsentscheidungen wir treffen. Die Mobilität ist damit ein zentrales Kriterium, das darüber entscheidet, wie die Zukunft unserer Gesellschaft aussieht. Deswegen ist es von herausragender Bedeutung, die Entwicklung der Mobilität nicht sich selbst zu überlassen, sondern im gesamtgesellschaftlichen Interesse politisch und planerisch zu gestalten. Wir müssen die Mobilität als wichtige Komponente für eine nachhaltige und sozialgerechte Zukunft anerkennen. Dafür ist es notwendig Institutionen, Gesetze, Instrumente und Prozesse zu entwerfen, welche der zentralen Bedeutung der Mobilität für unsere Zukunft gerecht werden und mächtig genug sind, sie nachhaltig zu verändern.
Alexander Rammert
Backmatter
Metadaten
Titel
Mobilitätsplanung
verfasst von
Alexander Rammert
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-43265-2
Print ISBN
978-3-658-43264-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-43265-2