Mobilitätsplanung
Theorien, Aufgaben und Prozesse
- 2024
- Buch
- Verfasst von
- Alexander Rammert
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Dieses Buch umfasst die wesentlichen Grundlagen einer praxisorientierten Mobilitätsplanung. Im Gegensatz zur Verkehrsplanung fokussiert sich die Mobilitätsplanung auf den Menschen als zentrale Figur der Verkehrsentwicklung und entwirft daraus neue Perspektiven für die Planung. Mobilitätsplanung löst damit die Abhängigkeit vom technischen Artefakt des Verkehrs und zielt stattdessen darauf ab, direkt die Möglichkeiten der Menschen zu verstehen und zu beeinflussen. Das Buch richtet sich somit an alle Akteure, welche die Mobilität der Menschen in unterschiedlicher Weise beeinflussen. Klassischerweise gehören hierzu alle Ebenen der Planungspraxis, von Ministerien bis hin zu kommunalen Verwaltungen und Planungsbüros. Aber auch politisch Entscheidungstragende, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure gehören zu den Adressaten dieses Buches, da sie maßgeblich an der zukünftigen Entwicklung von Mobilität und Verkehr mitwirken.
Inhaltsverzeichnis
-
Frontmatter
-
Kapitel 1. Einführung
Alexander RammertDas Kapitel beleuchtet die rasante Transformation des Verkehrsbereichs in den letzten Jahren und die damit verbundenen Herausforderungen. Trotz politischer Ziele und Initiativen für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung steigen die Neuzulassungen von PKWs und die verkehrsbedingten Emissionen weiter an. Die bestehenden Gesetze und Richtlinien, viele davon aus der Zeit vor der Jahrtausendwende, behindern eine effektive Verkehrswende. Mobilitätsmanagement hat sich als alternativer Ansatz etabliert, jedoch bleibt dessen Wirkung begrenzt, da es oft parallel zur klassischen Verkehrsplanung arbeitet. Die Einführung der Mobilitätsplanung wird als zentrale Lösung vorgestellt, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und eine integrierte Sichtweise auf Mobilität und Raumstruktur bietet. Diese neue Perspektive ermöglicht es, Verkehr und Erreichbarkeit zielorientiert zu beeinflussen und die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen. Die Mobilitätsplanung umfasst auch Komponenten der empirischen Sozialforschung und Verhaltensforschung, was sie komplexer und unberechenbarer in ihrer Wirkung macht. Dennoch bietet sie einen Mehrwert, der bisher in der deutschen Planungspraxis nicht genutzt wurde. Beispiele aus dem Ausland und einige Projekte im Inland zeigen das Potenzial dieser neuen Ansätze. Das Kapitel zielt darauf ab, die praktizierenden Planenden und politischen Akteure über die Potenziale der Mobilitätsplanung zu informieren und sie zu befähigen, eigene Prozesse und Instrumente zu entwerfen, um lebenswerte Räume zu schaffen und ein nachhaltiges Gesellschaftssystem zu ermöglichen.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungDie Verkehrsplanung und -politik befindet sich aktuell in einer grundlegenden Transformation, die mit moderneren Leitbildern, wandelnden Rechtsnormen und einer neuen Generation von Planerinnen und Planern einhergeht. Damit öffnet sich aktuell ein Möglichkeitsfenster, um eine grundlegende Neuausrichtung der Verkehrsplanung von der Theorie bis zur Praxis anzugehen, immer gerechtfertigt durch die weiterwachsende Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Mobilitätsplanung stellt solch eine Neuausrichtung dar, basierend auf einem neuen Selbstverständnis der Planung, sowie passenden Prozessen und Instrumenten. Sie sind Inhalt der folgenden Kapitel dieses Grundlagenbuchs, welches insbesondere die praktizierenden Planenden aber auch politische und gesellschaftliche Akteure über die Potenziale der Mobilitätsplanung aufklären soll. -
Kapitel 2. Mobilität statt Verkehr: Theoretische Grundlagen
Alexander RammertDas Kapitel ‚Mobilität statt Verkehr‘ behandelt die theoretischen Grundlagen der Begriffe Mobilität und Planung, um Missverständnisse in der Verkehrsplanung zu vermeiden. Es betont die Notwendigkeit, Mobilität und Verkehr klar zu unterscheiden und zu verstehen. Das Kapitel stellt aktuelle Forschungsergebnisse zur Mobilität vor und diskutiert deren Relevanz für die Planungspraxis. Es wird gezeigt, wie Mobilität und Verkehr als Phänomene beschrieben werden und welche theoretischen Einflussdimensionen die Mobilität ausmachen. Besonders beleuchtet werden die räumliche Erreichbarkeit, individuelle Fähigkeiten und subjektive Wahrnehmungen als maßgebliche Faktoren der Mobilität. Das Kapitel schließt mit der Betonung der Bedeutung der Mobilitätsplanung als neuen Denk- und Lösungsansatz, der die individuellen Möglichkeiten der Menschen in den Mittelpunkt stellt.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungIm folgenden Kapitel wird zunächst der Mobilitätsbegriff in seiner Vielschichtigkeit diskutiert und von klassischen Begriffen wie ‚Verkehr‘ und ‚Erreichbarkeit‘ abgegrenzt. Anhand von Beispielen wird gezeigt, welche Folgen eine Begriffsverwechslung haben kann und wie bis heute noch auf Basis irreführender Begriffsverständnisse geplant wird. Weiterhin werden aktuelle Erkenntnisse aus der Mobilitätsforschung vorgestellt und zentrale Erkenntnisse für die Planung diskutiert. Insbesondere die drei Einflussdimensionen der Mobilität werden ausführlicher dargelegt, da sie für eine vollwertige Mobilitätsplanung verstanden werden müssen. Abschließend geht es im Allgemeinen um die Möglichkeiten einer planerischen Gestaltung der Mobilität. Ziel dieses 2. Kapitels ist es, die notwendigen Theorien zur Mobilitätsplanung kennenzulernen und darauf aufbauend in den folgenden Kapiteln als eigenes Konzept weiterzuentwickeln. -
Kapitel 3. Zwischen Tradition und Moderne: Planung in Deutschland
Alexander RammertZusammenfassungIm Folgenden werden die zentralen Barrieren für eine mobilitätsorientierte Planung vorgestellt. Diese beruhen auf vielzähligen Berichten, Workshops und Publikation von in der Praxis aktiven Planerinnen und Planern. Diese Probleme aufzunehmen, sie gesammelt aufzubereiten und zu diskutieren, ist meines Erachtens Voraussetzung für das daran anschließende Lösungskonzept der Mobilitätsplanung. Am Ende erschweren die hier diskutierten Barrieren nicht nur die Transformation der Mobilität in Form der Verkehrswende, sondern auch die tagtägliche Arbeit der Planenden in den verschiedenen Institutionen. Den Anfang macht die starke kulturelle Aufladung der Mobilität in Politik und Gesellschaft. Mit ihr in der Planung umzugehen und dabei gleichzeitig nicht in technokratische Entscheidungsmuster zu verfallen, ist die erste Herausforderung moderner Planung. Aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland erschweren den Planenden innovative und neuartige Lösungsansätze zu entwickeln. Viele alte Perspektiven auf das Verkehrssystem werden in ihnen über die Jahre konserviert und bescheren der heutigen Planung die vermeintlichen Weisheiten der älteren Generationen. Auch in den Strukturen der Verwaltungen finden wir viele historische Traditionen wieder, die bis zurück in das Bürokratieverständnis des alten Preußens reichen. Deshalb ist es wichtig zum Abschluss des Kapitels auch unterschiedliche Ansätze unserer europäischen Nachbarn vorzustellen. So wird deutlich, dass alternative Herangehensweisen, Prozesse und Strukturen möglich sind, wenn der Veränderungswille da ist. -
Kapitel 4. Der Mensch im Zentrum: Die Mobilitätsplanung
Alexander RammertDer Beitrag widmet sich der Mobilitätsplanung, die den Mensch im Zentrum stellt. Die komplexe Gestaltung der Mobilität erfordert ein tiefes Verständnis der bedingenden Faktoren und Expertise in der Planung. Die öffentlichen Institutionen müssen mit diesem Wissen und der entsprechenden Expertise ausgestattet werden, um die Mobilität der Menschen so zu gestalten, dass alle an der Gesellschaft teilhaben können und die negativen Folgen des Verkehrs für Klima und Umwelt minimiert werden. Die bisherigen Ansätze in der Verkehrsplanung scheitern oft an der Trennung der Fachplanungen in Stadtentwicklung, Verkehr und Mobilitätsmanagement. Der Beitrag skizziert die Grenzen des Mobilitätsmanagements und zeigt auf, welche Hindernisse eine erfolgreiche Mobilitätsplanung zukünftig umgehen muss. Dabei wird der Perspektivwechsel von der Technik zum Menschen als zentraler Schritt hervorgehoben. Die Mobilitätsplanung muss die sozialen und individuellen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen, um langfristig die verkehrlichen und sozialen Effekte der Mobilität zu beeinflussen. Der Beitrag schlägt vor, die Mobilitätsplanung als integrierten Planungsansatz zu verstehen, der die relevanten Themenfelder Raum, Verkehr und Mobilität zusammenführt. Dabei werden die Aufgabenfelder, Fachbereiche und Arbeitsprozesse definiert, die für eine praxistaugliche Mobilitätsplanung notwendig sind. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit einer strategischen Entscheidungskompetenz und einer klaren Abgrenzung der Aufgabenbereiche des Mobilitätsmanagements. Der Beitrag zeigt, wie eine erfolgreiche Mobilitätsplanung die Zusammenarbeit zwischen Politik, Planung und Gesellschaft erfordert und wie neue Arbeitsprozesse und Planungsstrukturen entwickelt werden können, um die Mobilität der Menschen zielorientiert zu gestalten.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungIn diesem Kapitel werden zunächst die Grenzen des Mobilitätsmanagementansatzes in Deutschland skizziert, um deutlich zu machen, welche Hindernisse eine erfolgreiche Mobilitätsplanung zukünftig umgehen muss. Daran anschließend wird ausführlich der Perspektivwechsel vollzogen, der für eine Planung der Mobilität notwendig ist. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen aus dem 2. Kapitel und den Vorarbeiten der Integrierten Verkehrsplanung entsteht ein Grundsatz der Mobilitätsplanung, der das konzeptionelle Fundament für die darauf aufbauenden Praxisimplementation bildet. Für eine praxistaugliche Mobilitätsplanung müssen Aufgabenfelder, Fachbereiche und Arbeitsprozesse definiert werden, welche sie von den traditionellen Planungsansätzen abgrenzt. Die Aufgabenfelder beschreiben die unterschiedlichen Ebenen, auf denen die zukünftigen Mobilitätsplanenden aktiv sind. Die Fachbereiche skizzieren welche fachspezifischen Expertisen für eine Mobilitätsplanung benötigt werden und wie diese in den Verwaltungen zu integrieren sind. Und die Arbeitsprozesse diskutieren am Ende, welche neuen Personal- und Planungsstrukturen benötigt werden, um die Mobilität effektiv planen zu können. In der Gesamtheit stellt dieses Kapitel damit das Grundkonzept der Mobilitätsplanung dar. -
Kapitel 5. Mobilität in der Praxis: Der modulare Planungsprozess
Alexander RammertDas Kapitel 'Mobilität in der Praxis: Der modulare Planungsprozess' untersucht die Herausforderungen und Lösungen der Mobilitätsplanung in der Praxis. Es wird ein modularer Planungsprozess vorgestellt, der flexibel und anpassungsfähig ist und die traditionellen linearen Planungsprozesse ersetzt. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Planung an die spezifischen Anforderungen und Rahmenbedingungen der jeweiligen Projekte anzupassen. Das Kapitel beleuchtet die verschiedenen Module der Mobilitätsplanung auf strategischer, operativer und analytischer Ebene und veranschaulicht deren Anwendung anhand von praxisnahen Beispielen. Durch die Modularität wird die Planung flexibler und ermöglicht eine effektive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ebenen und Akteuren. Dies führt zu einer besseren Anpassung an die Bedürfnisse der Gesellschaft und fördert die Entwicklung innovativer Lösungen in der Mobilitätsplanung.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungEntsprechend der diversen Strukturen, Rahmenbedingungen und Herausforderungen vor Ort, unterscheiden sich auch die Vorgehensweisen der Planenden. Deswegen erscheint es aus Perspektive einer praxistauglichen Mobilitätsplanung sinnvoll, die einzelnen Prozessmodule aus der Praxis zu systematisieren und in Form einer Übersicht zu dokumentieren. Im Folgenden geschieht dies anhand eines Modulkatalogs, welcher die wesentlichen Prozessmodule der Mobilitätsplanung katalogisiert. Dafür werden zunächst die traditionellen Module der Planung von Raum- und Verkehr reflektiert, bevor im Anschluss detaillierter der modulare Planungsprozess vorgestellt wird. Darauffolgend werden ausführlich 18 elementare Module der Mobilitätsplanung auf strategischer, operativer und analytischer Ebene mithilfe von Steckbriefen vorgestellt. Sie beinhalten wesentliche Ziele, Voraussetzungen und Methoden, die für die Umsetzung der Module in der Praxis gegeben sein müssen. Veranschaulicht wird das Funktionsprinzip der Module anschließend anhand ausgewählter Planungsprozesse in Deutschland für ganz unterschiedliche Projekte der Mobilitätsplanung. Ziel ist es, ein Verständnis über die vielfältigen Möglichkeiten und Methoden der Mobilitätsplanung zu erlangen und am Ende selbstständig den passenden Planungsprozesse für das eigene Mobilitätsprojekt zusammenstellen zu können. -
Kapitel 6. Eine erfolgreiche Mobilitätsplanung
Alexander RammertDer Beitrag betont die zentrale Rolle der Mobilitätsplanung für die Erreichung von Klimazielen und sozialer Gerechtigkeit. Er analysiert die Notwendigkeit einer integrierten Planung von Raum, Verkehr und Mensch, um nachhaltige und sozialgerechte Mobilitätslösungen zu entwickeln. Dabei werden acht grundlegende Prinzipien und fünf Anforderungen für eine erfolgreiche Mobilitätsplanung vorgestellt. Der Text diskutiert auch die Herausforderungen und Lösungsansätze in der Praxis, wobei Beispiele wie die Mobilitätsstrategie München 2035 und die Entwicklung von (Nah-)Mobilitätsgesetzen in verschiedenen Bundesländern genannt werden. Abschließend wird die Notwendigkeit einer bundesweiten Mobilitätsstrategie und eines entsprechenden Gesetzesgesetzes betont, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungAn der zukünftigen Entwicklung unserer Mobilität entscheidet sich, ob wir die Klimaziele erreichen, die Luftgrenzwerte in den Städten einhalten, die soziale Exklusionsgefahr verringern, urbane oder ländliche Räume lebenswerter werden, wie wir täglich zur Arbeit gelangen, welche Urlaubsziele wir auswählen und welche Wohnstandortsentscheidungen wir treffen. Die Mobilität ist damit ein zentrales Kriterium, das darüber entscheidet, wie die Zukunft unserer Gesellschaft aussieht. Deswegen ist es von herausragender Bedeutung, die Entwicklung der Mobilität nicht sich selbst zu überlassen, sondern im gesamtgesellschaftlichen Interesse politisch und planerisch zu gestalten. Wir müssen die Mobilität als wichtige Komponente für eine nachhaltige und sozialgerechte Zukunft anerkennen. Dafür ist es notwendig Institutionen, Gesetze, Instrumente und Prozesse zu entwerfen, welche der zentralen Bedeutung der Mobilität für unsere Zukunft gerecht werden und mächtig genug sind, sie nachhaltig zu verändern. -
Backmatter
- Titel
- Mobilitätsplanung
- Verfasst von
-
Alexander Rammert
- Copyright-Jahr
- 2024
- Electronic ISBN
- 978-3-658-43265-2
- Print ISBN
- 978-3-658-43264-5
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-43265-2
Informationen zur Barrierefreiheit für dieses Buch folgen in Kürze. Wir arbeiten daran, sie so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Vielen Dank für Ihre Geduld.