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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Sprech- und Sichtweisen der Wissenschaft

Erstes Kapitel. Kritischer Rationalismus

Zusammenfassung
Der Kritische Rationalismus versteht sich in erster Linie als eine Erkenntnistheorie für die empirischen Wissenschaften. Er trifft dabei im wesentlichen keine Unterscheidung zwischen Natur- und Sozialwissenschaften, sondern sieht für beide dieselben Probleme und schlägt für beide dieselben methodologischen Lösungen vor. Diese Position wird mit dem Schlagwort von der „Einheit der Wissenschaften“ umrissen.
Elke Weik

Zweites Kapitel. Konstruktivismus

Zusammenfassung
Wie die meisten organisationswissenschaftlichen Basistheorien ist auch der Konstruktivismus nicht als einheitliche Doktrin bzw. Denkschule oder ausformulierte Konzeption entstanden. Vielmehr handelt es sich um eine Entwicklungsrichtung in einigen sozialwissenschaftlichen Disziplinen, deren gemeinsames Fundament in der Kritik an der realistischen Konzeption vom menschlichen Erkennen und den daraus resultierenden Konsequenzen für das wissenschaftliche Forschen besteht. Die realistische Auffassung unterstellt die Existenz einer unabhängigen, d.h. objektiven, ontologischen Welt, in der Wissen die Wirklichkeit exakt widerspiegelt. Es gibt demnach eine Wahrheit im Sinne einer absoluten Gültigkeit menschlichen Wissens — Menschen müssen die Realität nur erkennen; sie existiert schon, bevor Menschen sie entdecken.
Andrea Fried

Philosophische und sozialwissenschaftliche Basistheorien

Drittes Kapitel. Der Rational-Choice-Ansatz

Zusammenfassung
Der Rational-Choiee-Ansatz erklärt soziale Phänomene, Prozesse oder Ereignisse der System- oder Makroebene durch Einbezug rationalen Handelns (im Englischen rational choice) von Akteuren auf der unterhalb der Systemebene liegenden Mikroebene. Diese Vorgehensweise von Rational-Choice-Erklärungen verweist auf den methodologischen Individualismus beziehungsweise den strukturell-individualistischen Erklärungsansatz in den Sozialwissenschaften. Der strukturell-individualistische Rahmen unterscheidet sich von anderen Theorien durch die Art der Annahmen über Akteure (einzelne Individuen oder Korporationen wie Betriebe, Verbände u. a.) als Handelnde und die Annahmen über Situationen, in denen sich die Akteure befinden.
Sören Petermann

Viertes Kapitel. Ansätze des Verstehens, Hermeneutik und Phänomenologie

Zusammenfassung
Beschäftigt man sich, ob als Wissenschaftler oder Alltagsmensch, mit menschlichem Handeln, so zeigen sich schnell Charakteristika, die diese Handlungsabläufe von physikalischen Abläufen in der Natur, z.B. dem Fließen von Wasser oder einem Vulkanausbruch, unterscheiden. Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen zählt dabei die Finalität menschlichen Handelns im Gegensatz zur Kausalität von natürlichen Abläufen. Oder anders ausgedrückt: Hinter vielen menschlichen Handlungen steht eine Absicht, ein Ziel oder ein Motiv, während natürliche Vorgänge ohne eine solche Zukunftsorientierung ablaufen.
Elke Weik

Fünftes Kapitel. Ethnomethodologie

Zusammenfassung
Die Ethnomethodologie beschäftigt sich mit der Welt, die wir normalerweise nicht wahrnehmen — nicht weil sie zu kompliziert oder zu weit entfernt wäre, sondern im Gegenteil, weil sie uns so nah und selbstverständlich ist: die Alltagswelt. Ob wir mit Freunden ins Kino gehen oder mit Fremden in einem Aufzug fahren, ob wir eine Vorlesung besuchen oder Einkaufen gehen — vielem von dem, was in diesem Moment passiert, schenken wir keine Aufmerksamkeit, weil es für uns „normal“ und „im Hintergrund“ ist. Mit John Lennon gesprochen: „Life is what happens to you while you’re busy making other plans“.
Elke Weik

Organisationstheorien

Sechstes Kapitel. Kognition und Sensemaking

Zusammenfassung
Kognitive Organisationstheorie geht davon aus, daß die grundlegenden Wesenszüge von Organisationen, ihre Strukturen, Prozesse und Funktionen mehr oder weniger direkt durch die Charakteristika menschlicher Problemlösungs- und Informationsverarbeitungsprozesse bedingt bzw. mit ihnen vergleichbar sind. Über den Zusammenhang von Organisation und Kognition existieren drei Vorstellungen:
  • Eine Annahme geht davon aus, daß organisationale Aktivitäten durch Individuen vorbereitet und ausgeführt werden. Insofern beeinflussen die kognitiven Prozesse, die die Handlungen der Individuen steuern, sowohl die einzelnen kollektiven Handlungen als auch generell die Entwicklung der Organisation. Organisationen bestehen somit aus den einzelnen Kognitionen ihrer Mitglieder.
Ralf Wetzel

Siebentes Kapitel. Organisationskultur, Organisationaler Symbolismus und Organisationaler Diskurs

Zusammenfassung
Jede Gruppe, Organisation oder Gesellschaft besitzt unterschiedliche Mechanismen, um die Handlungen ihrer Mitglieder aufeinander abzustimmen. Neben hierarchischen Koordinationsmechanismen und Herrschaftsformen sowie ökonomischen Zwängen und Sanktionen spielen für Organisationen soziale Mechanismen, die auf geteilten Denk-, Fühloder Handlungsmustern beruhen, eine wichtige Rolle. Es kann sich dabei um gemeinsame Grundannahmen, Werte, Weltbilder, Normen, Symbolsysteme, Interpretationen und/oder Kommunikationsregeln handeln. Den nachfolgend vorgestellten Strömungen der Organisationskultur, des Organisational Symbolismus und des Organisational Diskurses ist gemeinsam, daß sie die Integration und Koordination organisationaler Aktivitäten, die durch solche sozialen Mechanismen geleistet wird, in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellen. Die Trennlinie zwischen ihnen verläuft nicht scharf (auch wenn wir versuchen werden, einige Anhaltspunkte für die Unterscheidung zu liefern), so daß viele Studien durchaus sowohl zur einen als auch zur anderen Richtung gezählt werden könnten. Für die Organisationstheorie kann man grob davon ausgehen, daß sich Organisationaler Symbolismus und Organisationaler Diskurs aus dem zeitlich vorgelagerten Organisationskulturansatz heraus differenziert haben und nun speziellere Fragestellungen untersuchen. Nachfolgend sollen die drei Strömungen zunächst kurz im einzelnen vorgestellt werden, bevor sie dann vergleichend betrachtet werden.
Rainhart Lang, Ingo Winkler, Elke Weik

Achtes Kapitel. Organisationales Lernen

Zusammenfassung
Die Auseinandersetzung mit Prozessen des organisationalen Lernens setzt an der gestiegenen Bedeutung von Anpassungs- und Entwicklungsprozessen in und von Organisationen an. Veränderungen der Umwelt werden immer weniger vorherseh- und prognostizierbar. Steigende Komplexität, Diskontinuität und Dynamik bezeichnen wesentliche Charakteristika der Unternehmensumwelt, und die Überlebensfähigkeit von Unternehmen hängt entscheidend davon ab, ob Unternehmen in der Lage sind, sich permanent (weiter) zu entwickeln und sich sowohl reaktiv als auch proaktiv an Veränderungen der Umwelt anzupassen.
Peter Pawlowsky, Mike Geppert

Neuntes Kapitel. Mikropolitik

Zusammenfassung
Wodurch wird bestimmt, was in Organisationen passiert? Warum ist ein organisational Prozeß in einer bestimmten Weise abgelaufen, eine Entscheidung so und nicht anders getroffen worden? Weshalb sind ganz bestimmte Strukturen entstanden? Wodurch wird gesteuert, was Organisationen tun? Mit diesen grundlegenden Fragen beschäftigen sich auch die neueren politischen Ansätze. In kritischer Distanz zu etablierten organisationstheoretischen Perspektiven, wie z.B. kontingenztheoretisch oder kontrolltheoretisch geprägten Konzepten und Herangehensweisen der älteren Systemtheorie sehen die politischen Ansätze jedoch weniger im überwältigenden Zwang technischer, ökonomischer oder systemischer Verhältnisse noch in der Auslese durch die Umwelt oder in der Zweckrationalität eines Organisationsherren den steuernden Mechanismus. Statt dessen thematisieren sie verstärkt die beteiligten Menschen, die in organisationalen Kontexten miteinander in Beziehung treten und gemeinsam oder gegeneinander handeln. Dabei wird der Blick auf konkrete Beteiligte gelenkt, die, aufgrund ihrer als aktiv angesehenen Rolle, Akteure genannt werden. Es interessieren deren Handlungen und Interaktionen in ihrer Wirkung auf den Verlauf organisational Prozesse.
Ramona Alt

Backmatter

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